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Vollständige Version anzeigen : Ist es schlimm, wenn die LiPo-Zellenspannung über 4,20 V liegt?


HeliVirus
05.06.2009, 11:04
Hi zusammen,

ich lade gerade einen 3s1p-LiPo und stelle fest, dass der Lader bei 12,634 V das Maximum hat (der Strom sinkt bereits). Ein Balancer (Graupner LiPo Balancer 5 Plus) ist extern zw. Akku und Ladegerät geschaltet.

Der Balancer ist eigentlich eine zusätzliche Sicherheit und müsste eigentlich auch abriegeln, wenn was ist:

Wenn eine Zelle die Spannung von 4,26V erreicht, wird der Ladevorgang sofort unterbrochen, um diese Zelle sicher vor einer schädlichen Überladung zu schützen.
Quelle: Bedienungsanleitung von Graupner

Hier sind auch mehr als 4,20 V angegeben.
Ist das mit der Spannung ok?

Vielleicht bin ich etwas übervorsichtig, aber den LiPos traue ich noch nicht ganz. :hollau:

Grüße, Matze

JMalberg
05.06.2009, 11:07
Beobachten und mit einem Multimeter die Spannung mal nachmessen, ob sie der Lader-Spannung entspricht.

Taumel S.
05.06.2009, 11:08
Deine 12,6 Volt sind doch eh normal!
Ein externer Balancer schaltet ja nur im Notfall ab, damit das Ladegerät nicht verwirrt wird.
Also bei 4,26 Volt, das Ladegerät hört aber schon bei 4,20 Volt auf. Nur die chinesischen laden deutlich höher.

HeliVirus
05.06.2009, 11:13
@Jürgen: Die sollte schon passen, aber ich messe es nach.

@Taumel S: Ich weiß nur, dass die Ladeschlussspannung pro Zelle 4,20V beträgt. Wenn eine auf nur 4,18 V geladen wird, dann sinkt meines Wissens die Kapazität stark (es gibt dazu einige Themen im Forum). Und das sind lediglich 2 hundertstel Volt, die somit bei LiPos ausschlaggebend sein können. Daher die Frage.
Lieber einmal zu viel gefragt, als einmal zu wenig.

Grüße, Matze

Taumel S.
05.06.2009, 11:19
Wenn eine auf nur 4,18 V geladen wird, dann sinkt meines Wissens die Kapazität stark

Das kommt ganz drauf an. Wenn du das Ladeprogramm bei 4,18 einfach unterbrichst, fehlen dir tatsächlich einige Prozent Kapazität, dafür sparst du viel Ladezeit.

Die Schnellprogramme hören z.B. bei 4,20 einfach auf und verzichten aus Zeitgründen auf die zeitlich zähe Konstantspannungs-Ladephase.

Fatal ist die Verseuchung mit chinesischen Kopien der Bantam-Lader, die teils bis 4,26 Volt laden und stark ungenau balanzieren.

Fantus
05.06.2009, 11:24
ladeschluss SPannung ist 4,215 V
4,26 ist eindeutig zu hoch. nur weder dein Messgerät als dein Balancer misst das genau genug

HeliVirus
05.06.2009, 11:26
Die Schnellprogramme hören z.B. bei 4,20 einfach auf und verzichten aus Zeitgründen auf die zeitlich zähe Konstantspannungs-Ladephase.

Ah, das wusste ich auch noch nicht. Aber es ist richtig. Die Konstantspannungsladephase dauert verhältnismäßig lange (bei mir gute 20 Min).

Fatal ist die Verseuchung mit chinesischen Kopien der Bantam-Lader, die teils bis 4,26 Volt laden und stark ungenau balanzieren.
Das wäre mir persönlich auch zu riskant. Wenn es um Sicherheit geht, dann möchte ich schon was Gutes.

ladeschluss SPannung ist 4,215 V
Achso super. Dann macht das 12,645 V, die noch unkritisch wären. Dankesehr.

Grüße, Matze

Taumel S.
05.06.2009, 11:31
nur weder dein Messgerät als dein Balancer misst das genau genug
Das ist eine urban legend. Wenn Balancer und Ladegeräte nicht einmal auf 50 Millivolt genau wären, könnte man Lipos nicht vernünftig voll laden.

Fantus
05.06.2009, 11:34
Das ist eine urban legend. Wenn Balancer und Ladegeräte nicht einmal auf 50 Millivolt genau wären, könnte man Lipos nicht vernünftig voll laden.

genauso ist das, weist du, wie teuer entsprechende und geeichte Messequippment ist?

HeliVirus
05.06.2009, 11:39
Die Schnellprogramme hören z.B. bei 4,20 einfach auf und verzichten aus Zeitgründen auf die zeitlich zähe Konstantspannungs-Ladephase.

Eine ergänzende Frage:
Wenn man es einmal eilig haben sollte, darf man dann den Akku, wenn er bei einer Spannung von 12,60 V ist, einfach abklemmen, auch wenn das Ladegerät noch nicht lange angefangen hat den Strom zu senken?
Oder entstehen dann Nachteile bzw. Kapazität, geringere Lebensdauer o.ä.?

Denn irgendeinen Sinn muss diese längere Phase ja haben.

Grüße, Matze

Taumel S.
05.06.2009, 11:39
weist du, wie teuer entsprechende und geeichte Messequippment ist?
Also die Gleichspannungsmessung von Akkus ist technisch ziemlich das Primitivste, das es in der Elektronik gibt. Auch der Vergleich von billigen Multimetern mit teueren Geräten ist einfach, man schaut einfach aufs Display. Wenn immer das Gleiche rauskommt (z.B. 4.15 Volt) und nicht einmal 4.14, dann 4.16, dann wieder 4.13 und so, und das teure Referenzgerät auch 4.15 anzeigt, genügt mir das bei weitem.

Teures Messequipment ist bestimmt nicht wegen der Gleichspannungsmessung so teuer.

Taumel S.
05.06.2009, 11:41
darf man dann den Akku, wenn er bei einer Spannung von 12,60 V ist, einfach abklemmen?
Ja, freilich, das lässt ihn sogar etwas länger leben.
Natürlich kannst du dann geringfügig(!) kürzer fliegen und musst das beachten (zB. Timer anders einstellen).

HeliVirus
05.06.2009, 11:46
Normalerweise bin ich nicht so unter Zeitdruck, aber das ist gut zu wissen, falls sich doch einmal ganz kurzfristig die Möglichkeit zum Fliegen ergibt und die Akkus leer sein sollten. In der Regel lade ich diese jedoch schnellstmöglich nach dem Fliegen wieder auf, daher habe ich nicht vor, den Vorgang frühzeitig zu beenden.

Danke für die Info.

Grüße, Matze

mad1313
05.06.2009, 20:13
hmmm: aber Akkus nicht leer oder voll lagern, sondern immer mit ca. 50% Ladung

Gruss Stefan

HeliVirus
05.06.2009, 20:35
Hi Stefan,

ja wenn ich länger nicht fliege schon. Doch ich komme grad vom Fliegen und dann lade ich die Akkus jetzt voll.
Wenn das Wetter morgen mitspielt, gehe ich vielleicht fliegen, wenn nicht, dann liegen die Akkus so lange herum, bis das Wetter besser ist.

Oder ist das nicht gut?

Sonst muss ich die Akkus halb voll laden, warten, bis das Wetter gut ist und sie dann ganz voll laden. In der Zeit (3 - 4 h) könnte das Wetter schon wieder anders sein und ich kann die Akkus wieder zur Hälfte entladen ...

Über den Winter ist das ok, aber bei wenigen Tagen oder auch mal 2 Wochen?

Grüße, Matze

Taumel S.
06.06.2009, 08:47
Über den Winter ist das ok, aber bei wenigen Tagen oder auch mal 2 Wochen?

Bei 2 Wochen soll angeblich die Grenze sein, ab der man das eher nicht mehr tun soll. Natürlich ist der Übergang vom Erlaubten ins Schädliche sehr fließend, und genaue Erfahrungswerte hat kaum jemand bzw. variieren diese sehr stark.

Ich mache es so: Wenn ich hoffe, binnen 1 Woche wieder fliegen zu können, lade ich nach dem Fliegen gleich voll, ansonsten nur halb. Ob das gescheit ist, weiß aber wohl auch keiner. :)

HeliVirus
06.06.2009, 08:52
Da wäre es interessant zu wissen, was sinnvoller ist.
Also was passiert, wenn die Akkus zu lange ganz voll gelagert werden und ob man dadurch einen großen Vorteil hat. Denn wenn die Akkus halb voll geladen werden und bei Anzeichen von gutem Wetter ganz voll, dann sind das mehr Zyklen, als wenn man sie voll lässt. Wenn sie voll gelagert natürlich deutliche Lebensdauereinbußen haben, rentiert sich eine Entladung schon.

spacebaron
06.06.2009, 11:26
hallole,

@ zur spannungsmessung mit digitalmulitmetern.

in den anleitungen der multimetern kann man die genauigkeit für die messbereiche meistens ablesen. bei ordentlichen multimetern liegen die meist bei +/-0,5% +1 digit. nicht zu vergessen ist die auflösung, welche zu jedem messbereich variiert.

geeichte multimeter gibt es, aber es heisst da nicht geeicht, sondern kalibriert. bei einer kalibrierung werden die genauigkeit nur überprüft, ob der angegeben spannungsbereich im tolbereich liegt.

@ akku vollgeladen längere zeit liegen lassen ???
im eigentlichen soll man das nicht, weil die oxidation der pole erheblich zunimmt. dies wird sich nicht sofort auswirken sondern erst nach einiger zeit.

wie lange nun...... denke mal bis zu drei tage unproblematisch eine woche.... bauchschmerzen..... länger, dann lieber lagerladung anstreben.

grüssle

HeliVirus
06.06.2009, 11:32
Die Pole oxidieren dann schneller ok danke. Also wenn ich mir die Wettervorhersage so angucke, dann könnte es am Montag wieder zum Fliegen geeignet sein.

Dann versuche ich zukünftig die Akkus abhängig vom Wetter zu laden.

Grüße

Taumel S.
06.06.2009, 12:11
+/-0,5% +1 digit. nicht zu vergessen ist die auflösung, welche zu jedem messbereich variiert
Die Auflösung ist eh das 1 digit, das du zuvor erwähnt hast.
Wenn ich ein Multimeter erwischt hätte, das um die 0,5% (20 Millivolt pro Zelle) falsch geht, hätte ich es umgetauscht, denn viele Geräte um 5 bis 10 Euro gehen noch genauer.

donk
06.06.2009, 18:39
Hallo Fantus,
wie erklären sich die 4.215 Volt ? Sind die oft genannten 4,2 (00?) Volt nur abgerundet? Habe immer den Eindruck mein PP infinity3 mit robbe top equalizer 6s überlädt ein wenig (bis 4,22...)(eine Zelle geht deutlich höher)
Gruß Guido

Stephan Lukas
06.06.2009, 18:49
Hallo,

sry, ich habe mir jetzt nicht den ganzen Fred durchgelesen :), aber da gibt es noch was zu beachten, das Ladegerät lädt nicht ununterbrochen, es taktet praktisch, laden / messen / laden / messen...

Jedenfalls machen das die meisten Geräte. Bedingt durch den Innenwiderstand der Zellen ist also die während des Ladevorgangs anliegende Spannung immer etwas höher, als die Leerlaufspannung nach dem Laden, bzw. in der Messpause...

Also mach dich nicht verrückt - außer du lädst deine Akkus mit einem Chienesengerät :lol:

Grüße Stephan,
der da wohnt, wo es auch gerade regnet :mauer:

HeliVirus
06.06.2009, 18:50
Hallo
wie erklären sich die 4.215 Volt ? Sind die oft genannten 4,2 (00?) Volt nur abgerundet?
Gute Frage. In einer PDF von Schulze (http://www.schulze-elektronik-gmbh.de/guide/gbalan-d.pdf) steht folgendes:

Unsere Ladegeräte mit der Softwareversion 8 nutzen diese VOLL-Spannungsgrenze an der oberen Grenze aus.
4,23 … 4,25 Volt sind z u l ä s s i g e Werte!
Unserer Information nach führen erst Spannungen oberhalb von 4,3 V zur Schädigung der Zellen.
Grüße, Matze

Taumel S.
06.06.2009, 19:00
führen erst Spannungen oberhalb von 4,3 V zur Schädigung der Zellen
Gut möglich, nur sind sie die einzigen, die das sagen. Liegt wohl daran, dass man keine scharfe Grenze festlegen kann, da ja in der Akkutechnik sämtliche Werte und Faktoren in ihrer Auswirkung Kurven beschreiben und dies noch dazu bei unterschiedlichen Fabrikaten mehr oder weniger anders sein dürfte.

spacebaron
07.06.2009, 09:02
denn viele Geräte um 5 bis 10 Euro gehen noch genauer.
das wage ich zu bezweifeln. habe mich mal gerade noch schlau gemacht beim grossen c und beim r elektronik und mal einen überblick verschafft was es so an messgeräten gibt.
die billiggeräte die du nennst haben fast alle eine genauigkeit von vielleicht +/-0,5%(eher 0,8%) +2-3digit.
die geräte mit +/- 0,5% und 1digit kosten fast alle um die 60-90Euro.
beim grossen c habe ich eines gefunden mit 0,1% und aber 2digit. für über 100euronen.
an sonsten liegen die geräte mit 0,025% und drei digit zwischen 150 und 190 euronen.
hätte da mal ein paar daten ( hersteller ) von den messgeräten benötigt, weil die preis-leistungs kategorie ist doch recht interessant für uns alle hier. oder?
zum unterschied auflösung ...... und +1 digit.
die genauigkeit des messgerätes bei der anzeige von 4,20V .... +/- 0,02V plus 1 digit..... rein theopraktisch 0,03V.
die auflösung ist NUR die anzeigegenauigkeit. in dem fall bei 10mV wird mir jedes zehntel V angezeigt. bei 20mV wird mir nur alle 20mV ein neuer messwert angezeigt.
darf in dem fall also nicht verglichen werden.
in meinem fall hatte ich die möglichkeit mein messgerät mit kalibrierten messgeräten aus der elektronikindustrie mit sehr hohen genauigkeitsangaben zu vergleichen. mein messgerät zeigte dabei die tendenz für die beiden messbereiche 20 und 200V dass die doch recht genau liegen.
genaue angabe kann ich nicht machen, da es über die auflösung meines messgerätes ging.

grüssle

Taumel S.
07.06.2009, 09:14
genauigkeit von vielleicht +/-0,5%
Stimmt, aber die Geräte haben eine Streuung, also eins geht um +0,5% falsch, eins -0,5%, eins dafür mit ein bisschen Glück ganz genau. Muss man sich halt anschauen im Shop. Mein billiges geht seit Jahren extrem gut. Wiederholgenauigkeit 100% (ist glaube ich normal), Mess- und Anzeigeauflösung 1 Digit, Ungenauigkeit kaum messbar gering.

Also mit ein bisschen gutem Willen bekommt man um 5-15 Euro sehr praxistaugliche Geräte. Umso erstaunlicher, wieviele Helipiloten kein Multimeter haben.

HeliVirus
07.06.2009, 09:25
Ich habe zwar ein Multimeter, habe es für die Akkus aber nie gebraucht.
Wenn ich nochmals prüfen möchte, ob sie voll sind, stecke ich diese ins Ladegerät und lese die Spannung dort ab.

Eigentlich Quatsch, dass Ladegeräte die Spannung auf ein tausendstel Volt darstellen, obwohl die Auflösung viel geringer sein dürfte. Genauso beim Strom.