Vollständige Version anzeigen : Wad en Kombo!
Ron Sebastian
21.04.2003, 12:14
Moin allerseits,
nachdem ich an meinem Heck in letzter Zeit etwas verändert habe und nun der Meinung bin, dass es wesentlich besser geht wollte ich das hier mal schreiben. Ich verwende den 401 in Verbindung mit dem S9253! Ich will das hier nicht uneingeschränkt empfehlen, da das Servo hier wohkl durchaus nahe seiner Grenze ist, aber bei mir geht's (eben bei mir, was nicht bedeutet bei anderen (z.B. leichtgängigkeit Heckanlenkung usw. muss man schon drauf achten)). Ausserdem habe ich die neuen Heckblatthalter von Jan montiert, bei welchen bereits die PMG's eingearbeitet sind (bei den alten muss man ca. 3 U-Scheiben pro Seite aufbringen, dann stimmt's auch). Das Gestänge ist bei mir im 3. Loch von innen eingehängt und mein Limit steht bei ca. 120. Heckblätter sind die Standart Plasteblätter oder auch die neuen CR, welche ebenfalls sehr gut gehen. Ausserdem habe ich, ohne zu Wissen welchen Effekt das jetzt wirklich hat, den Kreisel um 45Grad verdeht montiert. Ich habe das mal bei irgendwelchen Piloten gesehen, dachte das sieht wichtig aus und hab's eben auch mal gemacht :rolleyes:
Aber im Ernst, was bewirkt das? Habe eigentlich wenig Lust die Gegenprobe zu machen und ihn wieder Normal zu Montieren. (Hatte gleich alles o.g. gleichzeitig gemacht).
Naja, muss jetzt ein bischen üben gehen. Nur noch 5 Wochen bis zum RC-Heli-Cup. Viel zu kurz ;(
Gruß Ron
Theoretisch müsste das die Empfindlichkeit des Kreisels dämpfen,
da er für dieselbe Ablenkung jetzt mehr Weg machen muss.
Meiner Meinung nach dürfte das quasi gar nichts ändern... dem Kreisel ist es total egal, wie er angeordnet ist, er registriert sowieso nur Drehungen um seine Hochachse ;)
Gruß,
Sven.
Ich hoffe mit diesem Bild wird etwas klarer, was ich meine
http://people.freenet.de/IPX/Kreisel1.jpg
Hmmm... wenn deine Theorie stimmt, dann würde der Kreisel, wenn er um ganze 90 Grad gedreht würde, ja so gut wie gar keine Wirkung mehr erzielen... das ist aber nicht der Fall da meiner eben um 90 Grad gedreht montiert wurde aber wunderbar funktioniert ?(
Gruß,
Sven.
Hermann Schellenhuber
21.04.2003, 15:00
Hallo neogeo,
kannst du mal deine Theorie etwas genauer begründen? Welches Meßprinzip liegt deiner Meinung nach bei einem Kreisel vor? Was passiert bei einer Montage um 90° versetzt? Fragen über Fragen ....
Ich denke es ist wie Sven gesagt hat, nämlich völlig egal. Geht man davon aus, daß durch den Sensor die Winkelgeschwindigkeit um die Hochachse erfasst wird, so muß der Montagewinkel egal sein (Hochachse aber immer parallel zur Hauptrotorachse ;) ).
Gruß Hermann
Also meiner Meiner Meinung nach, messen je Kreisel 2 Piezoelemente
den Druck(die Beschleunigung) und verrechnen die Werte gegeneinander
zur Winkelgeschwindigkeit.
(Ich wüsste nicht mit welchem Messverfahren ich die Winkelgeschwindigkeit
sonst messen könnte).
Wenn es mehr als Zwei Elemente sind würde es auch Bei 90° Verdrehung noch funktionieren.
Wie gesagt, ich weiß nicht, wie ich auf die Winkelgeschwindigkeit bei nur einem Element komme.
Vielleicht hat da ja noch jemand eine Idee wie das sonst funktioniert.
Vielleicht könnte der Ulrich Röhr hier weiterhelfen... der hat ja durch seine V-Stabi Versuche jede Menge Erfahrung mit den SMM Sensoren aus den GY Kreiseln... ;)
Gruß,
Sven.
Klaus G.
21.04.2003, 19:39
Ich würde mal sagen egal wie er Montiert ist er registriert wie schon gesagt nur die Drehung des Helis. Die 45° Anordung hab ich auch schon des öffteren gesehen doch das ist damit begründet weil man bei manchen Kreiseln das Kabel dadurch besser verlegen kann !!! Wenn ich nochmal recht darüber nachdenke ist es dem Kreisel bestimmt scheiß egal wie er montiert ist 90° 45 ° denn er weiß sowieso nicht wo am Heli Vorne ist. Dann Mußte er ja auch unterschiedlich reagieren auf Drehgeschwindigkeiten wenn man Seitlich fliegt. Denn dann steht er ja auch anders zu Drehachse des Helis. Wenn ich mich mal auf die Zeichnung berufe.
Hallo,
@ Ron
Man sagt, das der Kreisel mit etwas höherer Empfindlichkeit zu Fliegen ist wenn das SMM Element nicht in einer Richtung oder 90 Grad versetzt zum oszillierenden Kolben des Motors eingebaut wird.
Das ganze bringt natürlich nur etwas, wenn man die Empfindlichkeit auch hochdreht, ansonsten siehts nur wichtig aus.
Ich habe es probiert, aber ich bin nicht der grosse 3D Guru und ich merke keinen Unterschied.
Vielleicht probierst dus mal aus und schreibst dann was darüber.
Gruß
Stefan
Hierzu mein bescheidenes Wissen:
Im z.B. GY 401 verrichtet ein einzelnes MEMS-Element seinen Dienst (Micro-Elektro-Mechanischer Sensor).
MEMS deshalb, weil der Baustein selber (das Ding im Kreisel mit Metallgehäuse, für die , die schon mal reingeschaut haben) eine mechanische Komponente (z-B-Piezo) und eine elektronische Komponente hat. Diese MEMS-Elemente gibt es in allen Ausführungen, für Druck, optische Dinge, Flüssigkeiten und eben Beschleunigungen.
Der Sensor im GY ist also ein Beschleunigungssensor, er mißt in diesem Fall Drehbeschleunigungen (keine Drehraten !!!). Das Metallgehäuse deutet darauf hin, daß das Ding vermutlich für die Rüstungsindustrie entwickelt wurde, wahrscheinlich sogar von einem deutschen Hersteller.
Also, der Sensor mißt Drehbeschleunigungen des Kreisels, der Rechner im Kreisel regelt den heading-hold.
Bei allen Sensoren gibt es das mehr oder weniger große Problem der Empfindlichkeit auf Querbeschleunigung.
Das heißt, was mißt der Sensor, wenn ich ihn quer zur eigentlichen Empfindlichkeitsrichtung bewege, beim Heli z.B. Nick steuern oder vorwärts losfliegen? Den selben Effekt hätte man nämlich, wenn man den Kreisel näher zur Hauptrotorwelle oder weiter weg montiert (Thema Zentrifugalkräfte). Er kriegt dann bei gleich schneller Pirouette verschiedene Kräfte (Beschleunigungen ab). Oder eben, was passiert, wenn ich ihn verdreht montiere?
Die Antwort ist ganz einfach und oben schon gegeben: der Kreisel reagiert ausschließlich auf Drehung (Drehbeschleunigung). Es ist völlig egal, wie ich ihn montiere (solange es parallel zur Hauptrotorachse ist).
Andernfalls würde das Heck bei anderen Richtungsänderungen auch reagieren.
Wieso mißt der Kreisel nicht die Drehrate?
- geht nur in einer Richtung, funktioniert mit Schwerkraft, ungeeignet
Wieso mißt er nicht die tatsächliche Position des Hubschraubers?
- weil ich ihn sonst in immer der gleichen Position einschalten müßte. Das alles funktioniert immer nur auf einen relativen, sich ständig ändernden Nullpunkt.
Was passiert beim Einschalten (Initialisieren)?
- Die Elektronik erkennt, was null Steuerimpuls und null Drehbeschleunigung ist. Deshalb Ruhe beim Initialisieren und deshalb auch kein Trimmen und keine Heckbeimischungen. Ab jetzt gehört zu jeder erkannten Drehbeschleunigung (ohne Steuerimpuls!!!) ein Servoausschlag, der erst dann stoppt, wenn die aus der Drehbeschleunigung entstandene Drehbewegung stoppt (eine gestoppte Bewegung ist eine negative Beschleunigung). Erst wenn der Stop zur "Rückbeschleunigung" wird, geht auch der Servoausschlag zurück.
Ich hoffe, das hilft Euch weiter.
Viele Grüße
Hallo Leute,
Leider liegt Duck01 falsch. Die Sensoren messen tatsächlich die Drehrate und nicht die Drehbeschleunigung. Das machen sie mit Hilfe des Corioliseffektes. Und zwar sowohl die Piezos als auch die SMM Sensoren. Es gibt verschiedene Arten das Element schwingen zu lassen, das schwingende Element wird durch eine Drehgeschwindigkeit verformt, was sich im Vergleich mit der Originalschwingung zu einem Meßwert umformen läßt.
Da der innere Aufbau rund ist, sehe ich keinen Einfluß bei der Montage solange die Hochachse senkrecht durch das Element verläuft. Das mit der Wichtigkeit scheint hier den größten Ausschlag zu geben :)
Manchmal kann der Meßvorgang des Kresiels durch Eigenschwingungen der ganzen Helimechanik z.B. vom Motor gestört werden. Ich könnte mir vorstellen, das dann eine Änderung der Härte des Befestigungspads eine ähnliche Wirkung hat. Das hat aber alles nichts mit dem Sensor zu tun!
so long ... Uli
http://www.ulrich-roehr.de
Hi Uli,
Wird der Piezo(SSM) selbst zum SChwingen angeregt,
(Und wird durch die Schwingungsänderung eine Spannungsänderung
im Piezoelement erzeugt)
oder dient er nur als Aufnehmer?
MfG
Krass, das wußte ich nicht.
Aber noch eine Frage sei mir Unwissendem erlaubt:
Wenn die Corioliskraft eine Scheinkraft ist, die entsteht, weil der Beobachter in einem rotiernden Bezugssystem steht und das nicht merkt (oder der Heli in der Luft einer sich drehenden Erde fliegt), dann ist diese Kraft in ihrer Wirkrichtung und Größe durch die Erddrehung definiert.
Sie wirkt auf den Kreisel also umgekehrt, wenn Du einmal normal und einmal auf dem Rücken in die gleiche Richtung fliegst. Und der Heli selbst stellt ja wieder ein bewegtes Bezugssystem dar, dessen Bewegung der Kreisel nicht erkennt. Einen ähnlichen Effekt hast Du ja auch beim Überfliegen des Äquators.
Wie löst man das in der Praxis? Oder habe ich da einen Denkfehler drin?
Ron Sebastian
22.04.2003, 12:22
Hi@all,
interessant, was ich hier losgetreten habe.
@Stefan: ICh habe nun eine etwas höhere Kreiselempfindlichkeit, was ich aber eher auf das schnellere Servo zurückführe. Habe eben einiges auf einmal geändert und kann somit nicht sagen, was nun jedes einzelne gebracht hat.
Noch was: Ich will hier noch mal darauf hinweisen, dass das Servo hier durchaus ausgereitzt wird! Als ich gestern vor dem 2. Flug Servokontrolle machte (alle einfach mal probiert, mache ich immer) lief das Heckservo in die eine Richtung plötzlich deutlich lkangsamer!!!!!
Grund: Dreck?? auf Herowelle und dadurch schwergängigkeit. Mit etwas Schmierung war das beseitigt. Wäre ich jedoch noch weiter so geflogen, hätte das Servo wohl nicht lange überlebt. Also unbedingt aufpassen!
Gruß Ron,
bei dem es leider Regnet und er somit nicht fliegen gehen kann ;(
Hallo Ron,
Mach doch nix, vielleicht kann ja irgendwer noch was lernen ...
Duck: neee, so nicht! Die Erddrehung hat rein garnichts damit zu tun. Obwohl die Erddrehung und die damit verbundenen Kräfte auf das Wetter eine populäre Beschreibung des Phänomens sind. Die Corioliskraft tritt auch vollkommen ohne Schwerkraft im All auf, daher ist sie auch so gut fürs 3D Fliegen auf der Nord wie auf der Südhalbkugel verwendbar :)
Beim Piezo wird ein Stab in Drehschwingungen versetzt, so daß er ein paar milligrad hin und herschwingt. Während der Bewegungsphase wirkt die Corioliskraft, und erzeugt winzige mechanische Spannungen in dem Stab, die mit Elektroden wieder als elektische Signale abgenommen werden. Beim Vergleich mit der Originalschwingung ergibt sich eine zeitweilige Phasenverschiebung als Meßwert.
Beim SMM wird ein winziger Ring in Drehschwingungen versetzt, der sich unter der Einwirkung der Corioliskraft verformt. Das kann dan mittels Kapazitätsmessungen ausgewertet werden. Das das ganze funktioniert grenzt an ein Wunder, denn die Kapazitätsänderungen bewegen sich im Femtofarad Bereich.
Das mit den Schwingungen macht man nur deshalb, weil eine ganze Drehung so wie bei den herkömmlichen Kreiseln nicht so gut miniaturisiert werden kann.
BTW: Die SMM Elemente aus dem 401/501/601 werden in England von der Firma "Silicon Sensing" hergestellt, und sind für das ESP bei modernen Fahrzeugen konzipiert.
Schaut doch mal auf meiner HP vorbei unter virtuelle Stabistange -> version 3 gibts ein paar Bilder der neuesten Generation von SMM Elementen.
so long ... Uli
http://www.ulrich-roehr.de
Wusste ich es doch, das der Ulrich da was von versteht ;)
Auf jeden Fall vielen Dank für diese Aufklärung... jetzt weiß ich auch endlich wie das "unter der Haube" funktioniert :D
Gruß,
Sven.
smolter1
05.05.2003, 12:50
Hi Leute,
von dem was ich da jetzt alles lesen konnte hab ich noch nicht mal die Hälfte kapiert.
Ich glaub ich flieg einfach lieber ohne mir Gedanken zu machen :D :D :D
Gruß Sascha
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