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Vollständige Version anzeigen : Problem Uni 40


hebaheli
26.04.2003, 18:42
Hallo liebe Boardgemeinde,


ja, echt komisch was meine Uni da macht. Folgender Sachverhalt: Bei Betätigung von Nick oder Roll oder allgemein der zyklischen Steuerung
weiß doch jeder wie der Hubi reagiert. Nämlich exakte vorwärts/rückwärts
Bewegung bei Nick und links/rechts Bewegung bei Roll. Das betone ich jetzt
extra nochmal, weils bei meiner Uni 40 "etwas" anders läuft. Hab erst kürzlich
festgestellt, daß selbiger auf dem Boden bei Betätigung Nick nicht etwa die
vorgeschrieben Richtung eingeht, sondern das ganze versetzt um ca. 20° nach
links, will sagen das man eher von diagonal Bewegung sprechen kann, als von dem was man erwartet. Also in jeder zyklischen Steuerung um etwa diesen Winkel versetzt. Nochmal einfach gesagt: mach ich am Boden Nick nach
vorne, dann bewegt sich der Rotorkopf nach vorne links. Dat is doch echt komisch. Ausgehend von diesem Verhalten am Boden müßte man davon ausgehen, daß er sich in der Luft genauso bewegt. Und kurioserweiser macht er das nicht. Im Flug werden alle Steuerungsbefehle so umgesetzt wie ich es
auch erwarten würde, nämlich vorne ist vorne, links ist links, usw. Das dies kein normales Verhalten bei Hubis sein kann, beweist mir schon selbigen Test
mit meinem Ergo 50, der tut sowas nicht. Ausgrenzen kann ich auch jegliches
Fehlprogrammieren seitens der RC, da stimmt auch alles. Wer weiß was dazu zu sagen, wer kennt das Phänomen ? Irgendwas stimmt doch da nicht.


Gruß


Andreas

Määnzerbub
26.04.2003, 19:08
Was hast du denn für einenen Sender ?

Das hört sich an als hättest du eine "virtuelle" Taumelscheiben drehung aktiviert.
Das wird für Mehrblattköpfe bzw Paddellose Rotoren benutzt.

Jedenfalls hast du warscheinlich irgend einen Mischer aktiviert der da nicht hin sollte ?( :(

Kenne mich mit Uni nicht aus hab nur etwas Vari (ähnlich) erfahung.
wieviel Servos hast du für die Taumelscheibe ?

gruß Määnzerbub

hebaheli
26.04.2003, 19:15
Hi Määnzerbub,


genau das hab ich ja schon ausgeschlossen. Hab ne MC 16/20, da geht auch
nix mit virtuell, alles ziemlich real :)

Gruß


Andreas

Martin Achter
26.04.2003, 19:25
Servus hebaheli!

Nicht nur Deine Uni macht das. Das dürfte so ziemlich jeder Zweiblattrotorkopf mit Bell-Hiller-Paddeln so machen, um im Flug, die Steuerbewegungen wie gewollt durchzuführen. Die Blatter werden bereits etwas früher angestellt, als man vermuten würde. Das hat aerodynamische Gründe, die ich nur teilweise verstanden habe. Was da genau abläuft kann Dir sicher ein Foumsmitglied, mit besserem Fachwissen im Bereich Aerodynamik, verraten!

Ein Deiblattkopf hat da z.B. nen ganz anderen "Vorhaltewinkel". Wichtig ist: wo die Taumelscheibe hinzeigt, fliegt auch der Heli hin! Das Gestänge zu Rotorkopf ist so konstruiert, daß der Kopf den entsprechenden "Vorhalt" ausführt...

Aber Dein Heli läßt sich ja ganz normal Steuern. Das mit dem Diagonalen Steuerverhalten könnte ja auch vom Bodeneffekt herrühren!

Maik Otto
26.04.2003, 19:26
hi

Und kurioserweiser macht er das nicht. Im Flug werden alle Steuerungsbefehle so umgesetzt wie ich es

und wo ist eigentlich das problem ? ?( durch die kräfteverteilung am rotorkopf kann ein auf den

boden "gepresstes" modell nicht ausweichen . sobald du mit systemdrehzahl am boden

auch nur ein """"müh""" mit der ts wackelst passiert genau das von dir beschriebene .

sollte die trimmung auch nur den hauch einer veränderung erfahren haben ,,,,,,,so-wie-so.

also ............kein grund zur sorge ............weiterfliegen .

schönes we

Leolo
26.04.2003, 19:40
Hallo!
Was Martin da angesprochen hat, bereitet mir auch noch immer Kopfzerbrechen: Wenn ich mich vor meinen Heli setze, am Sender die einzelnen Steuerfunktionen durchspiele und mir theoretisch die eingeschlagene Richtung vorstelle, dann komme ich da auf keinen grünen Zweig. Bei einem gesteuerten Roll müßte eigentlich ein Nick herauskommen, und andersherum. Liegt's etwa an der Trägheit des Systems, daß es trotzdem klappt?

Gruß,
Leonhard

hebaheli
26.04.2003, 19:49
Hallo,

scheint ja nicht ganz einfach zu sein die Sache 100%tig aufzuklären. Naja,
is halt wohl doch viel Physik im Spiel. Jedenfalls scheint eins bis hierhin klar
zu sein, nämlich das dieses "Problem" wohl kein Unbekanntes ist und es auf
keine defekte Mechanik/Elektronik zurückzuführen ist. Ist ja schon mal beruhigend. Vielen Dank an alle !


Gruß


Andreas

UlrichB
28.04.2003, 10:03
Hallo,

ich wollte mal was zu den scheinbar falschen Steuerbewegungen der Hiller-Paddel sagen.
Der Rotor ist ja ein sich drehender Kreisel und Kreisel haben die Eigenschaft, daß sie kippen, wenn man die Drehebene ändern will. Ist schwer zu beschreiben, aber mann kennt es ja auch vom Fahrrad-Rad. Hält man das drehende Rad an der Achse und 'lenkt' dann, will das Rad nicht der 'Lenkbewegung' folgen, sondern umfallen.
Daß heißt, daß ein Kreisel auf eine auf ihn wirkende Kraft mit 90° Phasenverschiebung reagiert.
Wenn das Hiller-Paddel scheinbar eine Rollbewegung erzeugt, also wenn die Rotorblätter in Längsrichtung stehen und die Paddel quer sind, dann reagiert die Rotorkreisfläche mit einer Nickbewegung. Das entsprechende natürlich in der Lage, wenn die Rotorblätter quer zum Heli stehen und die Paddel in der Längsrichtung sind, sie also scheinbar eine Nickbewegung erzeugen müßten, aber die Rotorkreisfläche mit einer Rollbewegung reagiert.

Daß diese Bewegungen der Rotorfläche, wenn der Heli am Boden steht, nicht in der richtigen Richtung sondern leicht verdreht erfolgen, habe ich bei meiner UNI 40 auch beobachtet und bei meiner Starlet 50, also der Expert passiert das glaube ich auch und das liegt mit ziemlicher Sicherheit daran, daß der Heli und damit die Rotorkreisfläche sich nicht frei bewegen können und die Kräfteverhältnisse sich verschieben und das Kippen des Rotors in eine andere Richtung erfolgt. Dies liegt wohl auch an der sehr starren Lagerung der Blattlagerwelle fast ohne Schlaggelenk. Wenn der Rotor ein Schlaggelenk mit mehr Bewegungsfreiheit hätte und nicht seine Kräfte und Momente quasi direkt über die Rotorwelle in den Rumpf leiten würde, dürfte es auch nicht zu dieser scheinbar falschen Steuerrichtung am Boden kommen, weil der Rotor sich dann unabhängig vom Rumpf bewegen könnte.

Hoffe, ich habe nicht nur Blödsinn geschrieben ;)

Gruß

Uli

holger
28.04.2003, 11:54
Hallo,

sowas ähnliches wie Andreas habe ich auch schon beobachtet. Aber: bei meiner Expert-Mechanik scheinen die 90° auch im Flug nicht ganz hinzuhauen. Ich habe mich immer gewundert, warum die Kiste in mit viel Roll eingeleiteten Rechtskurven erheblich mehr Nick als in Linkskurven braucht. Seit ich versucht habe, die ersten Überschläge zu fliegen, wurde mir die Sache klar. Hier brauchte ich nämlich jede Menge Roll links, um gerade herumzukommen. Die Servo-Ausschläge sind übrigens peinlichst genau linear eingestellt und die Taumelscheibe ist bei allen Pitch-Stellungen exakt parallel zur Domplatte.

Mittlerweile bin ich bei 10° virtueller Taumelscheibendrehung nach rechts angelangt und diese Effekte sind nahezu behoben.

Viele Grüße,
Holger

Roland Fiedler
28.04.2003, 12:49
Hallo Holger,

der Effekt, den Du beschreibst, beruht m.M. nach auf der Rotordrehrichtung. Das zurücklaufende Blatt erzeugt bei Fahrt etwas weniger Auftrieb als das Vorauseilnde.

Dadurch hat man unterschiedliches Rollverhalten bei rechts bzw. links drehenden Systemen. Hier macht es u.U. Sinn, den Sender auf gleiche Rollgeschwindigkeit zu programmieren.

Bee
28.04.2003, 14:04
Hallo zusammen,

endlich kann ich Martin mal wieder widersprechen: Die Aussage: "Wo die Taumelscheibe hinzeigt, fliegt auch der Heli hin!" Ist falsch :P (erst recht beim Dreiblattkopf, der bestimmt keine Paddel hat :D )

Vielmehr gilt für Paddellose Köpfe: Dort, wo die Taumelscheibe am höchsten steht, hat das Blatt im Umlauf den grössten Anstellwinkel. Der Rotor reagiert 90° verschoben zur Taumelscheibe. Sprich: 90°, nachdem das Blatt dem grössten Anstellwinkel hatte, ist es am höchsten Punkt des Rotorkreises. (Wer's nicht glaubt: Die "Echten" kippen die Taumelscheibe ebenfalls nach recht oder links um nach vorne oder hinten zu fliegen :P )

Nun ist die Frage: Was ist mit Paddelköpfen? Da ist alles gleich. Man beachte nur: Die Paddel sind 90° versetzt zu den Blättern. Da nun die Paddel andesteuert werden und diese erst den Ausschlag auf das Blatt übertragen, sind die 90° Phasenverschiebung beim Paddelkopf nicht so offensichtlich. Trotzdem sind sie da!

Das Kippen des Helis auf dem Boden hat den Grund, der von maik otto genannt wurde: Man hat kein "freies Modell", sondern einen Heli mit einer Zwangsbedingung: Der Boden lässt kein Einsinken zu.
Ich kann nur davon abraten, am Boden wilde Steuerausschläge zu machen: Die Kräfte sind grösser, als in der Luft: Andereseits: Ein Heli, der das am Boden Aushält, geht auch bei 3D nicht in die Brüche :D

Gruss
Micha

UlrichB
29.04.2003, 14:26
Hallo zusammen,

@Micha: also, da muß ich ja auch mal widersprechen. Es stimmt zwar, daß die Phasenverschiebung von 90° auch vorhanden ist, auch wenn es nicht so aussieht, aber bei der Heim-Mechanik wird dies durch das gebogene Gestänge vom Pitchkompensator auf die Steuerbrücke erreicht.
Hiermit erfolgt eine 'Verdrehung' der Taumelscheibe um die vielzitierten 90° in der Art, daß sie in die Richtung kippt in die gesteuert werden soll, aber die Anlenkung eben um 90° verdreht erfolgt.

Wäre dieses Anlenkungsgestänge vom Pi-ko zur St-br gerade, dann würde auch bei einem Paddelkopf die Taumelscheibe wie bei den 'großen' Hubschraubern kippen, also für ein gesteuertes Nicken kippt die Taumelscheibe zur Seite.

Gruß

Uli

Bee
29.04.2003, 14:40
Hi zusammen,

jep, Ulrich, so isses. Ddas sieht man auch daran, dass die Paddel beim Nicken genauso richtig angestellt werden, wie die Blätter.
Ich hab's absichtlich bei der lapidaren Bemerkung "die Paddel stehen 90° verdreht zu den Blättern" bewenden lassen, um keine Verwirrung zu stiften.
Aber wie schon gesagt: Du bringst es auf den Punkt.


Gruss
Micha