Vollständige Version anzeigen : 90° Ausrichtung des Rotorkopfs zur Taumelscheibe
Atomic Chicken
02.06.2003, 11:51
Hallo zusammen,
ich wollte mal fragen, ob jemand bewußt von der üblichen 90° Ausrichtung des Rotorkopfes abweicht.
Zur Erklärung:
Es wirkt auf den Kopf unseres besten Stückes ja erst einmal die Kraft um 90° verdreht zum Input aufgrund der Kreiselpräzision. Daher wird das Rotorblatt von der Taumelscheibe her auch 90° vorauseilend angelenkt.
Jetzt wirken aber noch andere Kräfte die in Summe zu einer leichten Abweichung dieser 90° als Idealmaß führen könnten. (Dazu gab's mal einen Thread, in diesem Fall verweise ich aber auf die Suchfunktion)
Hat also schon einmal jemand damit experimentiert von den 90° abzuweichen? (Unbewust haben das bestimmt schon einige gemacht, bspw. wenn sich der Pitchkompensatormitnehmer verdreht!) Und was sind Eure Erfahrungen damit?
Freue mich darauf von Euch zu hören!
Lamoral
Atomic Chicken
02.06.2003, 16:27
Hat sich hierzu noch niemand Gedanken gemacht?
Das ist ja kaum zu glauben ?(
Oder sammelt Ihr nur Eure Kräfte, um dann nach der Arbeit richtig loszulegen 8)
Oder ist das Thema einfach nur uninteressant :(
Wir müssen arbeiten!!! ;)
Gruß
Frank
gerrytech
02.06.2003, 16:54
Jepp, kann mich nur anschliessen. Arbeit arbeit arbeit.
@Fraje
Im neuem setup fliegt der Rappi echt extrem super. Weisst ja alles alu. schau mal Mein heli.
Hallo,
hab' ich auch schon gehört, bin aber leider noch nicht so gut, als daß mir das eine Grad oder so Abweichung vom Ideal auffallen oder mich gar stören würde. Also: leider null Erfahrung - sorry.
martin_fuerst
02.06.2003, 20:05
Hi Lamoral,
Hat also schon einmal jemand damit experimentiert von den 90° abzuweichen?
Denke, fast jeder F3C-Pilot hat schon leichte Modifikationen dahingehend
gemacht um "seinen" Rotorkopf möglichst optimal einzustellen :D
Theoretisch (im Idealfall) wenn alles zusammenpasst - Stabistangenlänge,
Paddeln,Rotorblätter und Schlagdämpfung, Spielfreiheit und Leichtgängigkeit
der gesamten Rotorkopfanlenkung, Deltawinkel (pos od neg.) - fliegt der Kopf mit den 90Grad Phasenverschiebung.
Durch die immer bleibende "Restreibung" in den Anlenkungen am Rotorkopf aber oft 1-2 Grad davor.
Viele Hersteller bauen das einfach ein und im Normalfall brauchen wir
nicht wirklich darüber nachdenken...
Die Art des Schlaggelenks - Blattlagerwellenführung (einteilig oder getrennt - also Schlaggelenk nicht in der Mitte, sondern zwei Schlaggelenke) bringt auch Abweichungen des jeweils "richtigen" Phasenwinkels....
Mein Fazit:
Spielerei für Perfektionisten im 1-3 Grad Bereich :D
Grüsse
Martin
Hallo Chicken,
Ein leichtes Verdrehen des Pitchkompensators kann den Geradeausflug verbessern. ( oder verschlechtern)
AntiElch
04.06.2003, 08:07
Hallo,
denke doch das man mit der virtuellen Taumelscheibenverdrehung experimentieren kann um den Geradeausflug zu optimieren.
zu "Atomic Chicken":
Das mit deiner Beschreibung: "Es wirkt auf den Kopf unseres besten Stückes ja erst einmal die Kraft um 90° verdreht zum Input aufgrund der Kreiselpräzision. Daher wird das Rotorblatt von der Taumelscheibe her auch 90° vorauseilend angelenkt." ist ausserdem Falsch !! Die Kreiselpräzision ist dafür nicht verantwortlich, darüber gab`s mal einen ausführlichen Bericht in Rotor .......
Gruß
Volker
Atomic Chicken
04.06.2003, 10:17
@ AntiElch
Dann ist's halt falsch, aber alle haben verstanden worum es ging, und darauf kam es mir an 8)
Aber wenn Du schon nicht schreibst, wie's richtig ist, könntest Du uns wenigstens die Rotorausgabe nennen ?(
Ich glaube auch schon mal im Forum ziemlich ausführlich darüber gelesen zu haben. Aber darum ging es mir ja nicht.
Mit der virtuellen TS-Drehung kann man sicherlich den gleichen Effekt erzeugen, aber bei mir war es halt schon mechanisch etwas verdreht und da wollte ich halt mal schauen was für Erfahrungen damit gemacht wurden.
@ all others
Grüße und Danke für die Erhahrungsberichte
Da Chick
awhelisi
04.06.2003, 10:38
Hallo,
denke doch das man mit der virtuellen Taumelscheibenverdrehung experimentieren kann um den Geradeausflug zu optimieren.
Gruß
Volker
Aber nur wenn es gaaanz Windstill ist :P
Hi,
habe auch mal mit der Taumelscheibendrehung am Sceadu experimentiert:
nach dem Zusammenbau (es mußte sehr schnell gehen) vergessen, den Taumelscheibenmitnehmer einzuhängen.
Schweben ging noch ziemlich gut, man hat relativ wenig gemerkt.
Die erste Kurve war dann aber, nun, wie soll ich sagen, ...sehr interessant.
Kosten ca. 150 Euro.
Deshalb mein Rat: am Sceadu nicht über 25° gehen, hehehe..... :D
Wenn schon, dann Kreiselpräzession (praezedere = vorangehen) = kreisförmige Verlagerung der Kreiselachse - hat nix mit der Präzision des Teils zu tun. Zu beobachten ist die Präzession z.B. bei einem Kinderkreisel, wenn man ihm einen Stoß senkrecht zur Drehachse gibt oder beim Gyrotwister, wenn man versucht, das Gehäuse bei voller Drehzahl möglichst still zu halten: es gelingt nicht, die Hand eiert mit dem Twister.
Die Kreiselpräzession ist es auch, die unsere Hubis sich aufbäumen oder Bumerangs einen Kreisbogen fliegen läßt: Das voreilende Blatt hat mehr Auftrieb und um 90° voreilend (praezedere) wirkt die Kraft auf den Kreisel, ihn zu neigen.
Warum das so ist, läßt sich sicher mit ein paar geschickt formulierten Differentialgleichungen zeigen - aber das überlasse ich lieber meinen Nachrednern ;)
Als Gedankenanstoß vielleicht folgendes: Denkt Euch einen Hammerwerfer, der gerade in den schönsten Pirouetten liegt. Der Hammer möge vereinfacht, eine exakt horizontale Kreisbahn durchlaufen. Jetzt geht jemand Mutiges hin und versetzt dem Hammer im Vorbeifliegen einen Schlag nach unten. Der Hammer wird nicht sofort an der Schlagstelle nach unten versetzt, sondern auf Grund seiner Masse und Geschwindigkeit dort erst ANFANGEN, sich nach unten zu bewegen. Ob daraus dann eine Schwingung oder eine Rollbewegung wird, hängt davon ab, wie die Aufhängung des "Hammers" (= Rotorsystem) konstruiert ist (Dämpfung, Härte usw.).
Hi pchubi,
das beispiel mit dem Bumerang ist ja ganz interessant, aber ein wenig missverständlich formuliert.
Der Bumerang dürfte nur dann einen Kreis fliegen, wenn er mit einer Querlage geworfen wird, wenn man ihn aber ohne querlage, also waagerecht zum Boden wirft, dürfte er nur einen kreisbogen nach oben beschreiben, allerdings mag da noch die formgebung eine große Rolle spielen, die Teile sehen ja oftmals ziemlich wild aus. :D
Wie du das mit der Kreiselpräzession gut erklärt hast und ja auch selbst sagst, läßt dieser Effekt unsere Helis im Vorwärtsflug aufbäumen ... das vorlaufende Blatt (in flugrichtung vorlaufend, nicht im schwebeflug!) erzeugt immer eine Nickbewegung des Rotors oder auch des Bumerangs. Mit welchem (Umlauf-)Winkel diese Reaktion erfolgt, also 90° oder weniger, hängt von einigen Größen ab, wie zum Beispiel Schlaggelenkabstand von der Rotordrehachse beim Heli.
Die zyklische Steuerung des Helis erfolgt nach dem gleichen Prinzip, wenn man eine Roll- oder Nickbewegung der Rotorkreisfläche bewirken will, dann muß man die Steuerkraft immer bis zu 90° vor der gewünschten Reaktion einbringen, also Nicken -> Taumelscheibe nach rechts, Rollen Links -> Taumelscheibe nach vorn (für den linksdreher und gerade Steuerstangen von der TS zum Rotor!!) usw.
Das heißt, wenn du dem Hammer einen schlag versetzt, wenn du so mutig bist, wird sich in jedem Fall die Lage der Hammerkreisbahn im Raum verändern, nach wieviel Umlaufwinkel die maximale Reaktion erfolgt, hängt von den faktoren der Aufhängung ab .... aber eine Schwingung wird es nicht geben!
Hallo Ulrich,
klar, daß der Bumerang fast hochkant geworfen wird, habe ich vorausgesetzt. Der einfachste Bumerang besteht aus einem Kreuz aus Pappe, dessen Enden leicht verwunden sind. Er sieht also fast aus wie ein Heli-Rotor. Diese Form ist schön anschaulich :). Die anderen Bumerang-Formen funktionieren aber logischerweise nach dem selben Prinzip.
Die 90° Phasenverschiebung zwischen Störgröße und resultierender Bewegungsrichtung, sind ein physikalisches Gesetz. Eine Abweichung vom genauen Wert, tritt in der Praxis durch "Dreckeffekte" wie Reibung oder Schlagbewegungen auf, wie Du sagst. Die Abweichung wird aber nie dazu führen, daß die Größenordnung von 90° verlassen wird, sprich: max. einige Grad.
Übrigens, wer sich mit E-Technik auskennt, wird wissen, daß in einem Wechselstrom-System (= rotierendes Spannungssystem) ebenfalls 90° Phasenverschiebungen zwischen einzelnen Größen auftreten...
Ach so - fast hätt ichs Vergessen - zu den Schwingungen im Rotorsystem: Wenn Du einen Sim hast, bei dem Du Rotorkopfhärte und Dämpfung verstellen kannst (Reflex), stell' doch mal die Dämpfung auf sehr gering und die Härte auf weich :rolleyes: ...
Hi Stefan,
dann sind wir uns ja doch im wesentlichen einig :)
aber was den 90°-Vorlaufwinkel angeht ... wenn der Schlaggelenkabstand immer größer wird, dann wird der der Vorlaufwinkel kleiner, in welcher Größenordnung, kann ich dir so nun auch nicht sagen, aber wenn man den Schlaggelenkabstand theoretisch an die Rotorblattspitzen (außen) verlegen würde, müßte der winkel zu 0° werden (?)... aber dann kann man auch nicht mehr steuern, weil sich ja auch nix mehr bewegt ;)
aber das ist ein ziemlich kompliziertes Feld, wo bei den Großen Helis viel Arbeit reingesteckt werden muß, um einen Kopf so abzustimmen, wie man ihn haben will. Unsere kleinen, starren Köpfe sind da ja recht simpel... ;)
das mit den wenigen Grad abweichung liegt an den realen Gegebneheiten im Kopf, Reibung, Spiel und so weiter, da gebe ich dir recht, aber an der Schlagbewegung an sich liegt es meines erachtens nicht, weil die nur auftritt, wenn der Heli nicht schwebt, als eine translatorische Anströmung des Rotors erfolgt, im Schwebeflug schlagen die Blätter nicht (ok ... es muß windstill sein ;))
habe leider keinen Sim ... :-( und mit den Schwingungen glaube ich dir auf jeden Fall :-) aber der Hammerwerfer wird keine Schwingung erleben....
Hallo Ulrich,
die Einführung eines echten Schlaggelenks mit variablem Abstand ist interessant! Es leuchtet aber ein, daß damit die Phasenverschiebung variiert werden kann, denn damit verliert der Kreisel seine Eigenschaft als starrer Rotationskörper und wird in sich "verbiegbar". Das muß sich natürlich auf die Rotationsachse auswirken.
aber der Hammerwerfer wird keine Schwingung erleben
Nein, der hat zu viele Muskeln = harte Aufhängung, viel Dämpfung :D :D
Hi Stefan,
inwiefern variabel? Du meinst doch jetzt nicht an einem Kopf ein variables Schlaggelenk? das dürfte ja nun nicht gehen.... ;)
aber die großen Helis haben ja für jedes blatt ein eigenes Schlaggelenk und somit auch einen gewissen Schlaggelenkabstand und somit eben auch nciht 90° Phasenverschiebung, aussnahme die bell uh-1, der gute alte teppichklopfer, der hat eine Pendellagerung, also ein gemeinsames schlaggelenk für beide Blätter, ist also genauso wie bei unseren kleinen, nur das bei den kleinen so gut wie keine Schlagbewegung möglich ist....
durch den Schlaggelenkabstand wird die Rumpfreaktion auf die Lageänderung des Rotor etwas entkoppelt, der Rumpf folgt nicht sofort jeder Lageänderung des Rotors.
und die neuen gelenglosen Köpfe (System Bölkow?) haben in dem Sinne keine Schlag- und auch keine Schwenkgelenke mehr, da geht das alles über Polymerlagerungen, wodurch sich auch die hervorragende Steuerbarkeit zb. der Bo 105 erklärt... aber das führt ja nun ein wenig zu weit.... ;)
Hi Ulrich,
ist schon klar, nur für die Betrachtung variabel. (Das in echt variable Teil würde ich nicht erfinden wollen ;) )
Falsch gepostet - sorry.
bitte diesen Post löschen, falls möglich.
Danke!
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