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Vollständige Version anzeigen : Scorpion 4035 Welle tauschen


Sebastian Zwahr
03.02.2010, 11:58
Hallo zusammen,

kann mir einer nen Tipp geben wie ich die Welle aus der Glocke bekomme? Die Madenschrauben sind draußen. Aber irgendwie ist die Passung da drin recht eng gewählt oder die Welle ist zusätzlich geklebt. Aber ich traue mich nicht die Glocke in den Backofen zu legen, weil dann hätte ich mal Magnete gehabt.... Und auf der Welle rumdreschen daß die durchrutscht möchte ich auch nicht. Hab leider keine Kniehebelpresse...
Also was tun?

Gruß Sebastian

Carsten aus LA
03.02.2010, 12:16
Du musst die Glocke ja nicht grillen; bei 80 Grad gehen die Magnete noch nicht putt.

Sebalexx
03.02.2010, 17:39
Tach,

wenn die Welle wirklich verklebt ist, könntest du auch die Welle mit einer Flamme richtig aufheizen um den Klebstoff zu lösen und wenn sie wieder abgekühlt ist, dein Glück noch mal probieren...

Geht es dann immer noch nicht, alles bei 80° in den Backofen, die Welle bestmöglich abkühlen, einspannen (oder auch mit einer Gripzange greifen) und dann versuchen die Glocke abzuziehen.

Leichtes drehen der Glocke auf der Welle könnte auch helfen die eventuell vorhandene Verklebung zu lösen.

bis denn
Sebastian

Oliver Jellen
03.02.2010, 17:56
Hallo Sebastian,

normalerweise sind die Wellen im Glockenboden nicht verklebt. Da die Scorpionwellen nicht super hart sind, deformieren sie sich leicht im Druckbereich der Madenschrauben beim Anziehen.
Dadurch geht die Welle sehr schlecht aus dem Glockenboden. Bitte versuche die Welle nicht durch verdrehen aus der Passung zu bekommen. Durch die leichte Verformung würdest du die Passung min. aufweiten.
Nimm dir einfach ein Holzbrett mit einem ca. 7mm Loch durch das du die Motorwelle steckst. Dadurch liegt die Glocke sauber auf dem Brett auf. Nun erhitzt du z.B. mit einem Heißluftfön den Glockenboden und schlägst mit einer 6er Welle vorsichtig die Welle aus dem Glockenboden.
Ich hoffe ich konnte dir helfen ;)

Gruß

Olli

Sebastian Zwahr
03.02.2010, 18:06
Hey,

genauso habe ich das auch probiert aber so richtig bewegt hat die sich nicht. Ich habe halt Angst die Magneten zu killen, weil die Schläge sind ja auch nicht gerade das beste für Magneten. --> habe ich mal in Physik gelernt vor vielen Jahren.....

Also werde ich mal die Backofengeschichte probieren...

helifreak2009
03.02.2010, 18:18
Die Welle zwischen Alubacken in Schraubstock spannen und dann drehend abziehen.

gonyo
03.02.2010, 19:26
.......... und dann drehend abziehen.

Das steht aber jetzt in Widerspruch zu dem was Dulgonn schreibt und meines
Erachtens recht schlüssig klingt.
Gruss
gonyo

Daniel Schmidt
03.02.2010, 19:42
Auf keinen Fall drehen.

Mach ihn warm und dann die Welle mit Vereiserspray abkühlen und vorsichtig rausklopfen.

helifreak2009
03.02.2010, 20:09
Mit jedem Schlag verformt man den Glockenboden. Viel Erfolg, ist ja nicht mein Geld.

Daniel Schmidt
03.02.2010, 20:18
Mit jedem Schlag verformt man den Glockenboden. Viel Erfolg, ist ja nicht mein Geld.

Man soll ja auch mit Gefühl leich klopfen und nicht mit einem 5kg Hammer alles geben! Da verformt sich garnix!!!

Sebalexx
03.02.2010, 20:21
Tach,

beim schlagen muss man auch aufpassen, dass sich nicht die Verklebungen der Magneten Lösen...

bis denn
Sebastian

helifreak2009
03.02.2010, 20:34
Jup, und mit so bisel tock-tock bekommt man beim scorpion die Welle nicht raus.

Ach... und übrigens ist an der Welle des 4035 eine Abflachung. Da börtelt die Madenschraube nix auf.

flyrichard
03.02.2010, 20:42
Moin,

also ein paar Wellen habe ich schon getauscht in der Regel ist folgende Methode erfolgreich:

1. Glockenboden mit Heißluftföhn ordentlich erwärmen, evtl. hast Du auch so einen kleinen Gaslötkolben damit lässt sich das sehr gut dosieren! In der Regel bekommt die Welle nämlich etwas vom Sicherungsmittel ab beim einschrauben (Kapilarwirkung)

2. 3- armigen Abzieher, die Krallen vorsichtig in die Ausfräsungen des Glockenboden. Zwischen Stempel und Abzieher nehme ich immer eine Buchse die im Durchmesser geringfügig kleiner ist wie die Bohrung im Glockenboden, sinvollerweise sollte die mittig ein Loch oder wenigstens eine kleine Bohrung haben damit die Spitze vom Stempel dort etwas geführt wird (sonst eierts halt ein bissal)

3. gefühlvoll drehen und zack plumst die Welle raus.

4. vorm einsetzen der neuen Welle unbedingt die Bohrung im Glockenboden etwas reinigen, die neue Welle kannst Du etwas runterkühlen und die Bohrung im Glockenboden ordentlich warm machen, dann ganz vorsichtig die neue Welle eintreiben, möglichst nicht mit Metall auf der Welle rumdreschen sonst gibt es halt einen Grat bzw. die Welle verformt sich und Du bekommst dann das Ritzel nicht mehr drauf :)

5. Die Madenschrauben nur in den Gewindegängen etwas mit Loctide einstreichen, Überschuss entfernen und die Maden mit Gefühl eindrehen.

So einen kleinen Abzieher bekommst Du in der Regel im Baumarkt oder halt im Werkzeuggeschäft, kostet wirklich keine Unmenge und ist unheimlich nützlich...

Gruß
Ricardo

Sebastian Zwahr
03.02.2010, 22:11
Mhmm auf die Idee mit dem Abzieher bin ich garnicht gekommen... Vor allem hab ich so ein Teil rumliegen...

Das probier ich jetzt mal...

Danke und Gruß
Sebastian

Oliver Jellen
03.02.2010, 22:14
Ach... und übrigens ist an der Welle des 4035 eine Abflachung. Da börtelt die Madenschraube nix auf.

Sorry Bernd.. aber bist du sicher, das wir hier vom gleichen reden ??
hattest du schon mal eine Scorpionersatzwelle in der Hand ???
An keiner 4035er Welle ist im Bereich des Glockenbodens ein Abflachung !!!
Es hat auch keiner gesagt, das das Auspressen der Welle ein Kindergeburtstag
seien würde.

@ Sebastian.. lass dich nicht verunsichern, mit ein bische Fingerspitzengefühl ist das schon zu machen !!

Gruß

Olli

helifreak2009
03.02.2010, 22:22
Ja, schon 2 Stk. außeinander gehabt, und wieder zusammen und laufen perfekt und an beiden war eine Abflachung an der Welle und beide waren neu gekauft. Vielleicht habe ich eine andere 4035er Fertigungsserie.
VG Bernd

http://www.scorpionsystem.com/files/i1,083_popup_image.jpg

Da sieht man gar die Abflachung

Sebastian Zwahr
03.02.2010, 22:29
So die Welle ist raus.
Folgende Erkenntnisse habe ich gewonnen:

Abzieher: Kannste Vergessen. Habe Die Glocke auf 100° gebracht... dann gezogen--> nix
Hammer: Glocke auf 100° , gekloppt mit Zimmermannshammer--> Nix
Schraubstock: Hozklötze untergelegt und gedreht--> Nix

Dann habe ich die Brutalometode verwendet: Mit der Lötlampe die Glockenboden richtig erhitzt. geschätzt 200° denn das Eloxal ist nicht zerstört. Die Welle im Schraubstock eingespannt und mit drehenden Bewegungen die Glocke runterzelebriert.
- Die Welle hat zwei Abflachungen --> Keine Dellen von der Madenschraube
- Die Welle ist zusätzlich geklebt, weil Reste in der Bohrung waren

ich bin Happy daß nix kaputt ist...

Gute Nacht Leute...

helifreak2009
03.02.2010, 22:40
Schraubstock: Hozklötze untergelegt und gedreht--> Nix

Schön das Du die Welle raus hast, aber ich schrieb extra Alu und nicht Holz. Holz ist um was zu klemmen zu weich.

Mit der Lötlampe die Glockenboden richtig erhitzt. geschätzt 200° denn das Eloxal ist nicht zerstört.

Ist es noch Gold oder schon leicht Bräunlich? Prüfe auf alle Fälle die Magnetverklebung. Durch die Wärme kann sich der Kleber anlösen. Und hoffendlich sind die Magnete nicht zu heiß geworden, denn sie verlieren bei übermäßiger Hitze an Kraft.

Hoffe Du hattest etwas Glück im unglücklichen Demontieren
VG Bernd

Vulcano
04.02.2010, 00:01
Und hoffendlich sind die Magnete nicht zu heiß geworden, denn sie verlieren bei übermäßiger Hitze an Kraft.

wenn sie über die Curie-Temperatur erhitzt wurden, kann die Magnetisierung zerstört werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Curie-Temperatur
bei Neodym Magneten liegt die Curie-Temperatur bei 583 K, d.h. ca. 245 °C.

Sebastian Zwahr
04.02.2010, 08:39
Hallo zusammen,

Die Magnete sind nicht wärmer als 100° geworden, habe das permanent mitgemessen...
Das goldene Eloxal hat sicht nicht verändert....

Gruß Sebastian

masterste2000
04.02.2010, 09:06
Moin,

schön das einer mal die Vorgehen beschrieben hat!!!! ---> Danke!

Es ist nur traurig, dass der Hersteller zwar Ersatzwellen anbietet, aber keine genaue Beschreibung dem Nutzer an die Hand gibt!

Ich drücke dir die Daumen das deine Magnet keinen Schaden genommen haben!!!!


Gruß
Stephan

helifreak2009
04.02.2010, 09:15
bei Neodym Magneten liegt die Curie-Temperatur bei 583 K, d.h. ca. 245 °C.

Öm..wie kommts dann dazu ?

Neodymmagneten der Materialklasse N45SH.
Temperaturbeständigkeit bis 150°C !

http://www.maurermagnetic.ch/PDF/Perm_Korrosionsreduzierte_Neodymmagnet.pdf

VG

Vulcano
04.02.2010, 18:18
Öm..wie kommts dann dazu ?

Neodymmagneten der Materialklasse N45SH.
Temperaturbeständigkeit bis 150°C !

http://www.maurermagnetic.ch/PDF/Perm_Korrosionsreduzierte_Neodymmagnet.pdf

VG
Lesen bildet, mein Lieber ;):

Einsatztemperatur bis 150°C
oberhalb der Curie-Temperatur verliert der Magnet seine magnetischen Eigenschaften! Also wird keiner so dumm sein, den Einsatzbereich in die Nähe der Curie-Temperatur zu legen.

Die Curie-Temperatur ist die Temperatur, wo bei ferromagnetischem Material das Dauermagnetfeld verloren geht. Oberhalb der Curie-Temperatur verhält sich das Material paramagnetisch. Beim Erhöhen der Temperatur sorgt die Temperaturbewegung für einen gleichmäßigen Durchbruch der Spin-Anordnung. Bei der Curie-Temperatur verschwindet die Ordnung, weil die thermische Energie größer als die Energie der magnetischen Wechselwirkung geworden ist.

500speed
11.12.2010, 16:49
Hi,

ich habe auch grade die Welle ausgebaut.
Und zwar habe ich 2 Steckschlüssel (Nuss) über die Welle gegeben, dann mit einem Durchschlag auf die Welle geklopft.

Gruß Jürgen

garth
14.12.2010, 19:16
Also, interessant wie viele Methoden es gibt.

Ich hab in einen Holzblock/ Dicke holzleiste ein Loch gebohrt, so daß die Welle reinpasst, das ganze im Backofen so auf 120Grad gebracht, raus=>aufs holz=>kleiner schlag mit kleinem Hammer => fertig.

Einspannen in Schraubstock und andere Ideen stammen wohl von Leuten die dir gerne neue Motoren verkaufen möchten ;)

Als Durchschlag hab ich einfach ne M4 Schraube genommen, die in einem Stück alu mit 4mm Bohrung geführt wurde um nicht zu verkannten.

Dirk Albrecht
15.12.2010, 19:44
Hi,

ich habe auch grade die Welle ausgebaut.
Und zwar habe ich 2 Steckschlüssel (Nuss) über die Welle gegeben, dann mit einem Durchschlag auf die Welle geklopft.

Gruß Jürgen

So habe ich es bei einem 4025 auch gemacht nur anstelle der Steckschlüssel kam eine speziell gefertigtes Rohr zum Einsatz. Keine Belastung für Magnete, Glockenboden.

Gruß
Dirk

hille
05.02.2011, 00:33
ich hab meine mit der standbohrmaschiene einfach ausgedrückt. hat 30 sekunden gedauert.
gruß

Helifly
05.02.2011, 00:42
Glaube kaum dass jemand überhaupt schonmal den Glockenboden verformen konnte.Jedenfalls beim 4035 nicht. :)
Nach dem Erwärmen geht aber definitiv allles besser raus.


Grüße Chris

elvio3
06.04.2011, 20:52
Hallo Leute,

Ich will meine Welle noch etwas weiter in die Glocke bringen. Wie soll ich jetzt vorgehen?

Die Glocke mit der Welle in den Backofen bei 80 Grad. Dann wieder mit dem Stator zusammenführen und dann ein bischen einhämmern? Oder nicht einsetzen und alleine mit der Glocke und der Welle auf die Welle hämmern?

Was ist hier besser?

Gruess
Renzo

raptor-tom
19.06.2011, 10:23
Wenn man den Beitrag von 500speed und hille Kombiniert, ist das der perfekte Ansatz.
Habe so schon mehre Wellen gewechselt.

-Motor liegt vernüftig auf = Kein verkanten und Verzug

-Auspressen mit Standbohrmaschine = besser für Magnete und Welle

Ergebnis = Zeit gespart, kein Frust, schneller wieder am Flugplatz und die alte Welle kann man noch gebrauchen da keine Beschädigungen vom Schraustock, Hammer, Zange sind ;-))))

AndiB
25.06.2011, 20:52
Da gibts sogar ein gutes Video dazu:
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Gruß Andi