Vollständige Version anzeigen : Kann ein laufender Hubi Störungen verursachen ?
Hallo Leute!
Auf unserem Modellflugplatz hat sich folgendes zugetragen. Unser neuester Helianfänger schwebt in einer Ecke des Modellflugplatzes, während 4 Flächenflieger so ihre Kreise ziehen. Als einer von ihnen beim Landeanflug in ca. 30 m am Heli vorbeifliegt gibt es beim Flieger einen Totalausfall der Empfangsanlage und er stürzt ab.
Als wir mit dem Wrack dann mit eingeschalteter Anlage beim immer noch schwebenden Heli vorbeigingen, war keinerlei Servozuckungen festzustellen.
Einen ähnlichen Vorfall gab es schon einmal und damals war deutliches Servozucken am abgestürztem Flieger festzustellen. Damals war es nachweislich nicht der Sender des Helipiloten, der die Störungen verursacht hat, sondern offensichtlich der voll laufende, in Bodennähe schwebende Heli.
Meine Frage ist also: Kann ein voll laufender HELI (nicht der Sender)Störungen bei anderen Modellen verursachen ? Hat jemand schon ähnliches erlebt und wurde die Störungsursache gefunden ?
Viele Grüße
Josef
PS: Ich möchte auf keinen Fall eine neuerliche Diskussion Flächenflieger gegen Heliflieger auslösen !!!!! Ich möchte auch ausdrücklich darauf hinweisen, daß sich oben genannter Vorfall ohne irgendwelcher Schuldzuweisungen und in äußerst freundschaftlicher Atmosphäre abgespielt hat !!!!!
Wiso immer Störungen oder Eletronikausfälle ? Kann es sein das der Beginner sich erschrocken hat oder kurzeitig auf das Flugzeug gesehen hat? Würde es mir vorstellen können.90% der Abstürze die voher Störungen oder Ausfälle waren sind dann doch(nach einiger Zeit) Steuerfehler.Doch viele geben es nicht zu.Gruß Sven
Hallo Josef,
Kaum vorstellbar. Wenn ein vorbeifliegender Flieger gestört werden sollte, könnte der Empfänger im Heli ganz sicher überhaupt nichts mehr empfangen. Störungen, die von einem Modell ausgehen sind in aller Regel sehr breitbandig (Knackimpulse,bei E-Helis: Motorstörungen), und würden alle Kanäle gleichermaßen stören.
Gedanken sollte man sich aber über die Anlage im Flieger, und die Stellung der Sender zueinander machen, denn es könnte sein, daß durch das relativ nahe vorbeifliegen an einem fremden Sender der eigene Empfänger \"zugestopft\" wird. Eventuell ist es sinnvoll, daß Ihr die Schwebezone so einrichtet, daß sie weit genug weg ist von den Flugbahnen anderer Modelle.
so long ... Uli
http://www.ulrich-roehr.de
@ hubisven:
nicht der Heli-Anfänger sondern der Flächenflieger ist abgestürzt.
Hallo Ulrich!
Das mit dem Empfänger \"zustopfen\" würde ich gerne etwas vertiefen. Was genau meinst Du denn damit ?
Auch die Stellung der Sender zueinander wäre eine mögliche Erklärung. Ich habe einmal gelesen, daß, wenn mehrere Modelle in der Luft sind, die Piloten in einer engen Gruppe stehen sollten. Bei unserem Absturz war es so, daß die 3 Fliegerpiloten beisammen standen, währen der Hubipilot ca. 100 m weiter weg stand.
Es erklärt aber nicht, warum nur einer abgestürzt ist und nicht mehrere.
Schöne Grüße
Josef
Martin Greiner
01.10.2001, 12:06
Hallo Josef,
auf unserem Fluggelände haben wir auch eine Schwebefläche.
Die Regelung ist bei uns so, daß der Heli entweder mit Kurzwendelantenne oder nur halb ausgezogener Teleskopantenne betrieben wird, also mit verringerter Sendeleistung.
Dadurch soll verhindert werden, daß ein im Landeanflug oder Start befindliches Modell gestört wird.
Auch die Regelung mit der zusammenstehenden Gruppe von Piloten wird bei uns praktiziert, es gab bei uns einmal einen Zwischenfall, als 2 Piloten ca. 12 meter ausseinanderstanden.
Der Eine hatte Kanal 75, der Andere 74, als das Schleppflugzeug nach dem Seilabwurf durchstartete, kam es zu einer Überlagerung die in einem Totalausfall endete (wegen der Bodennähe).
Frage: welche Kanäle waren bei Dir beteiligt?
Mit welcher Antenne fliegt Ihr im Schwebebereich?
Mit welcher Antenne flogen die Flächenpiloten?
Wie alt sind die Anlagen (Im Alter weisen die Anlagen teilweise gravierende Differenzen bezüglich Trennschärfe und Kanalgenauigkeit auf)
Gruß Martin
Hallo Martin!
Der Helipilot flog mit einer Graupner MC18 mit neuem Programmodul auf Kanal 73 im 35 MHz-Band. Auf seinem Sender hatte er eine Kurzwendelantenne. Der Flächenpilot flog einen Motorsegler mit einer Futaba FC18 Kanal 70 ebenfalls im 35 MHz-Band mit einer normallangen Teleskopantenne. Das Alter der Sender kann ich nur schätzen. Die Futaba-Anlage ist sicher nicht älter als 1 1/2 Jahre. Der Graupner-Sender vielleicht 3 Jahre.
Das Zusammenstehen in einer Gruppe ist, wenn einer der Beteiligten ein Helianfänger ist, natürlich ein Problem. Normalerweise schicken wir einen Hubipiloten, der gerade mit dem Schweben beginnt, ans äußerste Ende unseres Platzes. Erstens aus Sicherheitsgründen und zweitens natürlich auch wegen des Lärmes und Qualmens.
Schöne Grüße
Josef
Hallo Josef,
Das Zustopfen von Empfängern passiert dann, wenn ein fremdes Signal so stark einfällt, daß die Dynamik der Vorstufe überschritten wird. Vereinfacht: wenn ein anderer Sender stark einfällt, kann der Empfänger das eigentliche Nutzssignal nicht mehr ausreichend empfangen und auswerten. Dabei spielt es keine wesentliche Rolle, wie weit die Kanäle auseinander sind, denn die Vorstufe ist sehr breitbandig ausgelegt. Schließlich soll der Empfänger ja in jedem Kanal des Bandes ordentlich funktionieren. Die Selektion von Nachbarkanälen passiert im Empfänger erst später nach dem Mischer in der ZF Stufe. Das dürfte nicht das Problem sein!
Das es bei einigen Empfängern Probleme macht, und bei anderen nicht zeigt, daß unterschiedliche Schaltungen im Empfänger verwendet werden. Je nach Schaltung stehen unterschiedliche Aspekte im Vordergrund, je nachdem auf welche Parameter sich der Entwickler eines Empfängers festgelegt hat.
Eine Abhilfe in technischer Sicht ist kaum möglich. Hochwertige Empfänger dürften im Allgemeinen etwas bessere Werte bieten, aber sicher ist man nie. Einzig das Zusammenstehen in einer lockeren Gruppe schützt vor Überraschungen dieser Art.
so long ... Uli
http://www.ulrich-roehr.de
ElmoBuscon
01.10.2001, 19:44
Hallo Ullrich,
es kann vorkommen das bei älteren oder sehr einfachen Empfänger der an einem fremden Sender vorbeifliegt sein eignendes Signal nicht mehr empfangen kann. Bei den heutigen Empfängern wird erst der Kanal selektiert und dann die Signalamplitude angepasst. Dadurch ist eine Nachbarkanalbeeinflussung praktisch nicht mehr möglich.
Hallo Josef,
ich kann es mir nicht vorstellen das ein Hubi so stören kann und selbst noch steuerbar ist.
Liebe Grüsse Harald
ElmoBuscon
01.10.2001, 19:45
Sorry! [img src=icon_smile_blush.gif border=0 align=middle]
Edited by - ElmoBuscon on 01/10/2001 19:49:49
AndreasW
02.10.2001, 08:10
Hi,
daß mit dem Zusammenstehen in lockerer Gruppe versteh´ ich nicht.
Dabei sind doch die Modelle ebenfalls unterschiedlich von den jeweiligen Sendern entfernt bzw. bleibt doch die jeweilige Signalstärke auch gleich, egal ob der Sender in einer Ecke allein betrieben wird, oder Zusammen in einer Gruppe.
Kann mir daß mal einer genauer Erklären?
Grüße
Andreas
Hallo Andreas!
Ich glaube, einmal etwas im \"Kleinen Empfänger ABC\" darüber gelesen zu haben. Downzuloaden unter www.acteurope.de Unterseite \"Download\".
Aber Leute, ich glaube wir reden da etwas am Thema vorbei. Mich würde interesieren, ob ein Modellhubi von sich aus Störungen verursachen kann. Gestern hörte ich erst wieder eine Theorie, daß wenn der Hubi CFK-Rotorblätter hat, Störungen möglich sind.
Schöne Grüße
Josef
hallo josef,
aber da müsste man dann doch mit dem eigenen hubi auch die störungen abkriegen, der empfänger ist ja mit seiner antenne am nächsten.
die aussage leuchtet mir überhaupt nicht ein??
gruß
alois
Martin Greiner
03.10.2001, 00:57
Hallo zusammen,
also für mich hört sich das ganz danach an als wäre der Motorsegler vom Sender des Helis \"abgefangen\" worden, ähnlich wie ich oben geschrieben habe.(Schleppflugzeug)
Daß dabei sicherlich auch Probleme mit der unterschiedlichen Sende/Empfangsleistung, sowie der Genauigkeit des Empfängers des abgestürzten Modells eine Rolle spielten ist zweitrangig, denn leider wird das nie zu 100% sichergestellt sein daß alle Komponenten optimal eingestellt sind.
In dem \"Störfall\" auf unserem Platz war der Schleppilot ca. 12 meter vom Modell weg, der Andere ca. 3 meter - und schon kracht´s.
Störungen, die von einem Heli verursacht werden, sich aber nicht auf die sich darin befindende Anlage auswirken sollen halte ich für absolut unmöglich. (Ich lass mich gerne aber überzeugen, nur zu.)
Gruß Martin
Hallo,
ich kennen einen Verein in meiner Nähe bei dem Helipiloten sehr ungern gesehen werden mit der Aussage:
\"Die vielen Metallteile des Helis stören den Empfang der Flächenflugzeuge, es gab schon einige Abstürze\".
Nach genauerem Hinsehen stellte sich aber heraus, dass nur die große Entfernung der Sender die Ursache war, wie es hier bereits ausführlich diskutiert wurde.
Leider ist diese Tatsache vielen Piloten nicht technisch verständlich zu machen, sodaß Helis nach wie vor ungern gesehen sind. Es ist hier ein Aberglaube entstanden, dem auch mit vielen guten Argumenten nicht beizukommen ist. Damit es bei Euch in einigen Jahren nicht auch so kommt, Josef, rate ich dringend die Sache für alle klar verständlich aufzuklären !
viele Grüße
Kurt
Hallo zusammen,
ich denke Heliflieger sind unbeliebt auf Flächenplätzen weil fast jeder Flächenpilot einen im Keller hat und sich nicht traut oder beim versuch dies zu erlernen aufgegeben hat, so war ´s zu mindest in dem Verein in dem ich einmal war.
Ich glaube das ein Heli niemals Störungen verursachen kann um ein Flächenflugzeug zum Absturz zu bringen, vielmehr wird es wohl so sein das die meisten Flächenpiloten unsachgemäß Ihre Anlage warten und auch einbauen. Der Schuldige ist dann schnell gefunden[img src=icon_smile_evil.gif border=0 align=middle]
Bei manchen Sendern ist zwar die Kanalstreuung sehr groß (Multiplex)
Jedoch langt das für zucker aber nicht unbedingt fürn nen Absturz, es sei den der Helipilot ist unmittelbar neben dem Modell und ist einen Kanal daneben!!
Gruß Joachim
Hallo Leute!
Also ich habe so das Gefühl, daß sich die Diskussion jetzt in eine Richtung bewegt, in der ich sie nicht haben wollte. Ich möchte hier nochmals betonen, daß wir Hubi-Piloten uns in unserem Verein wohl fühlen und das es bei dem Absturz des Fliegers keinerlei böses Blut gab.
Vielmehr würde ich bitten, wenn wir schon die Ursache des Absturzes oder die Frage ob ein Hubi Störungen verursacht nicht hundertprozentig klären können, ob nicht jemand Vorschläge hat, wie man sowas verhindern kann. Sollte man Hubianfängern sagen, sie sollten nicht Schwebeübungen machen, und damit weit abseits zu den anderen Piloten stehen, wenn andere Piloten in der Luft sind ? Oder umgekehrt die Piloten nicht starten lassen, wenn am anderen Ende des Platzes ein Hubi in Bodennähe schwebt ?
Mich würde interessieren, wie das auf anderen Modellflugplätzen gehandhabt wird.
Schöne Grüße
Josef
Uli Haslinde
03.10.2001, 13:13
Dass ein kontrollierbarer Heli ein anderes Modell durch Funkstoerung zum Absturz bringt, kann nur dem Hirn eines komplett Ahnungslosen entsprungen sein.
Auf unserem Platz, wie auch auf vielen anderen, betraegt der Abstand zwischen Rundfluggruppe und Schwebebereich mehr als 50m. Probleme hat es nie gegeben.
Ich wuerde mich nicht auf irgendwelche Restriktionen einlassen. Falls das Modell wirklich wegen Stoerung abgestuerzt ist (was meiner Erfahrung nach eher unwahrscheinlich ist), dann ist entweder die Anlage des Flaechenfliegers oder der Sender des Helipiloten nicht in Ordnung.
Gruß Uli Haslinde
J. Schinkmann
03.10.2001, 13:38
Hi Leute,
also ich komme gerade vom Flugplatz (zukünftiger Vereine, momentan bin ich noch Gastflieger). Ich habe zwei Tankfüllungen mit meinem Hubi verflogen. Waren alles nur Nasen- und normale Schwebeflugübungen und nie höher als ca. vier Meter. In der gleichen Zeit sind zwei Piloten mit ihren Flächenfliegern geflogen. Wir waren komplett verstreut auf dem Platz gestanden. Es gabe weder Störungen noch sonst irgend welche Probleme. Der Platz ist nicht soooo groß, und trotzdem war genügend Platz für alle, auch zum Starten und Landen der Flieger ohne jemanden zu gefährden. Ich denke das ist alls nur eine Sache der Tolleranz und der Kommunikation untereinanden. Ich hätte kein Problem gehabt mal meine Übungen zu unterbrechen falls ein anderer Pilot den Platz gebraucht hätte (warum auch immer).
Ich kenne auch Vereine bei denen Helis nicht gerne gesehen sind. Dort werden dann die tollsten Argumente gegen Helis auf den Tisch gelegt (Störungen, zu gefährlich, stören den Flugbetrieb da andere Flugbewegungen und somit nicht einzuschätzen usw.). Die sollen doch einfach sagen das sie keine Helis wollen und gut is. Dann sucht man sich halt nen anderen Verein.
Um beim Thema zu bleiben: Ich kann mir auch nicht vorstellen das ein Heli Störungen verursacht die tatsächlich nur von Helis erzeugt werden. Das einzigste was mir einfällt wären statische Aufladungen durch die drehenden Rotorblätter. Sollten aber solche Aufladungen tatsächlich entstehen (evtl. kann hier jemand anderes mehr dazu sagen) und ein ca. 10 Meter entferntes Flugzeug stören, dann würde es mich doch sehr wundern wenn der Heli nicht selbst vom Himmel fällt.
Allen noch einen schönen Feiertag und guten Flug,
Jürgen.
martin_fuerst
03.10.2001, 14:52
Hallo Josef !
Meiner Meinung nach ist es mit einem GUTEN Empfänger (wenn er optimal
funktioniert) problemlos möglich über einen Helipiloten im Schwebeflug
zu fliegen.
Ich habe es jahrelang miterlebt, wie meine Freunde mit
geringer Höhe (manchmal waren nur einige Meter [img src=icon_smile_blackeye.gif border=0 align=middle]) zur Landung
angesetzt haben.
Bei diesen hunderten Überflügen (seit 1983), wobei der Flächenkollege
ca. 150-200 Meter von mir entfernt war, ist es uns Helianern
glücklicherweise noch nie gelungen eine Flächenmaschine zum Absturz
zu bringen.
Wenn der Empfänger in der Flächenmaschine allerdings
nicht wirklich OK (ich meine damit hochwertig u. perfekt
abgestimmt ist...) kann ich mir Probleme bei Nachbarkanälen
vorstellen (die man sonst nicht merken würde !!).
Grüße
Martin
http://members.aon.at/mfuerst/
Hallo alle zusammen,
stimme Joachim ebenfalls voll zu. Im ersten Beitrag wurde ja auch berichtet, daß die Empfangsanlage des Fliegers völlig ausgefallen ist,was eher auf eine mangelhafte Empfangsanlage des Fliegers zurückzuführen ist. Der arme Heli war halt grad in der Nähe.
Eine reine Störung von außen äußert sich fast immer erstmal in Servozucken bzw. Umschalten auf Fail safe je nachdem welche Anlage im Flieger drin ist. Ein Totalausfall ist m.E.eher auf \"innere Erkrankungen\" zurückzuführen.
Schöne Grüße aus Leipzig
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