Vollständige Version anzeigen : Lagerschaden am Brushless
ServTech
22.09.2003, 22:01
Hallo zusammen,
am Wochenende hat hat der Antrieb an meinem ECO aufgegeben. ?( Das ritzelseitige Lager hat sich aufgerieben. Jetzt hab ich den Motor zerlegt, und der Anker mit einem heilen und einem kaputten Lager liegt vor mir. Ich denke die Lager sind aufgeklebt und ich frage mich, wie ich die runterbekomme. Beim erhitzen, habe ich Bedenken, das der Magnet kaputt geht.
Hat jemand von Euch Erfahrung mit dem tauschen von Lagern?
Gruß und Danke Thomas
Hermann Schellenhuber
23.09.2003, 00:04
Hallo Thomas,
so einen heiklen Fall hatte ich zwar noch nicht, aber ich würde das Lager einfach kurz lokal erhitzen und dann versuchen es runterzuziehen (zb. kleine Heißgasdüse eines Gaslötkolbens, damit kann man wunderbar "zielen"). Bis sich der ganze Anker samt Magneten durcherwärmt, müßtest du schon ne ganze Weile draufhalten. Da wird das Lager früher aufgeben, dauert nur ein paar Sekunden. Der Rest wird fast nichts davon merken. Falls es nicht gleich beim ersten Versuch klappt, lieber wieder vorher auskühlen lassen. Sonst beginnt sich der Anker wirklich stärker zu erwärmen. Und nicht direkt auf die Magneten heizen! Neodym dürfte eine Curie-Temperatur von 180° bis 200° haben, mehr als 120° würde ich den Magneten dennoch nicht zumuten.
Schöne Grüße,
Hermann
Andreas B.
23.09.2003, 03:39
Hallo !
Sind in eine Brushlessmotor überhaupt Magnete ?
Der Trick bei Drehstrommotore ist doch das im Stator ein Feld Induziert wird,
das dem Feld der Wicklung hinterher läuft. (Asyncronmaschine)
Bei Käfigläufern sind also nie Magnete drin sondern eine Art Kurzschlussstäbe die das benötigte Feld erzeugen.
Denke dran das das Kugellage sicherlich mit dem richtigen Werkzeug runter geht. Der Hersteller wird das auch keinen Zauber drumherum machen um den Rest des Ankers oder Feldes zu gefährden. Also geeignete Abziehvorrichtung benutzten.
Gruß Andreas
Wenn es einer besser weiß. dann lerne ich gerne dazu.
Horex1200
23.09.2003, 17:56
Hallo Andreas,
ich glaube Du verwechselst da etwas. Aber ich kanns ja mal versuchen zu erklären:
Asynchonmotor (z.B. Käfigläufer oder auch Kurzschlussläufer):
Im feststehenden Teil (Stator) wird mit hilfe von Wicklungen (min, drei) ein Drehfeld erzeugt. Dieses ruft einen Stromfluss im Läufer hervor, der wiederum ein Magnetfeld verursacht. Durch die beiden Magnetfelder entsteht eine Kraft, die den Läufer antriebt. Mit zunehmender Drehzahl sinkt die Induktion im Läufer (also weniger Strom und weniger Drehmoment). Deshalb erreicht der Asynchonmotor die Drehzahl des Statorfeldes nie und nimmer.
Brushless:
Der Ausdruck sagt aus, dass es sich um einen bürstenlosen Motor handelt (keine Aussage über synchron oder asynchron). Nun wird das Drehfeld mit Hilfe von elektronischen Schaltungen im Stator erzeugt. Der Läufer (oft nur eine Glocke mit Magneten) muss nun eine Kraft erfahren. Das kann mit Magneten erreicht werden. Eine Induktion im Läufer (siehe oben) ist allerdings auch denkbar.
Im Modellbaubereich werden soweit ich weis aber Magneten eingesetzt, da sie ein sehr starkes Magnetfeld besitzen. Auch die heutzutage gerne genommenen Streamer- und CD-Motoren sind brushless-Motoren. Dabei wird der Stator (innen) von der Glocke (außen) umschlossen. In der Glocke sind kleine Magneten aufgeklebt. Diese Motoren sind Außenläufermotoren, bei denen man schön die Magneten sehen kann, wenn die Glocke abgehoben wird.
So, ich hoffe das trägt zur allgemeinen Aufklärung bei und beinhaltet nicht zuviel Müll. Meine damaligen Pauker wären sonst sauer mit mir. Aber wenn etwas nicht stimmt, immer ran...
vBulletin® v3.8.0, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.