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Vollständige Version anzeigen : Fetter im Winter


Leolo
16.10.2003, 01:42
Bei den gerade sinkenden Außentemperaturen heißt ja nun bald wieder "Gemisch fetter stellen!". Wieviel fetter muß dies denn sein? Ein paar Zacken, 'ne halbe oder 'ne ganze Umdrehung? Und vor allem: Reicht es die Hauptdüsennadel zu verstellen oder muß auch die Leerlaufnadel angepaßt werden?

Gruß,
Leonhard

maurulr
16.10.2003, 09:16
Hi,

a).....soweit aufdrehen, dass er nicht vier taktet!

b)........meistens die Hauptnadel!

Wolfgang Ruppert
16.10.2003, 10:54
Hallo Leonhard,
ich bin der Meinung, daß wenn es kälter wird, der Motor magerer gestellt werden muß. Wenn überhaupt! ?(

Rolf Heszler
16.10.2003, 11:44
Hallo

Meine Erfahrung ist das die Motoren im Winter fetter gestellt werden müßen,war in den letzten 12 Jahren seit ich Heli fliege jeden Winter so egal welchen Sprit,Motor und Heli ich gerade flog.
Um wieviel die Vergaser verstellt werden müßen und ob nur die Vollgas oder auch die Leerlaufnadel ist vom jeweiligen Vergaser abhängig.
Meiner Meinung nach müßen die Motoren fetter gestellt werden weil der Sprit (das Öl) bei Kälte dickflüssiger wird und dadurch eben der Motor abmagert.
Bin aber auch für andere Meinungen und Theorien offen.

Tschüß
Rolf :]

Berthold Pätzold
16.10.2003, 11:50
ja genau, ich habe auch die gleiche Erfahrung gemacht wie Rolf :)

Grüße

Berthold

Xceller
16.10.2003, 11:54
... Bei Kälte ist ja auch die Luftdichte höher und somit steht dem Verbrennungsprozess mehr Luft zur Verfügung. Das führt zusätzlich zur Abmagerung.
Auf der anderen Seite springen die Motoren im Winter mit etwas magerer Einstellung ein schönerer Rundlauf hinzubekommen. Auch thermische Probleme sind im Winter eher seltener und es ist dann nicht ganz so gefährlich den Motor etwas magerer zu betreiben.

Gruß,
Dirk

Reto Züst
16.10.2003, 12:30
Hallo Zusammen,

Nach meiner Erfahrung von gestern, teile ich auch die Meinung von Rolf.

Ich war mit meinen 2 Helis auf dem Feld: einer mit OS 46 und einer mit OS 70.
Temperatur ca. 12°. Die Vergaser wurden zuletzt bei ca. 22-24° eingestellt.
Zuerst ein Flug mit dem OS 46. Der Heli flog einwandfrei: Rundlauf wie gewohnt und einwandfreier Lauf beim Rundflug.
Danach mit dem OS 70: nach ca. 3 Minuten Rundflug zurück, etwas Schweben und dann ... keine Leistung mehr.
Insgesamt habe ich die Hauptnadel um 7 Zacken aufgedreht, bis der Motor wieder einigermassen Leistung hatte. Muss ihn aber vermutlich noch fetter einstellen.

Aber warum musste ich am OS46 (noch) nichts verändern?
Da scheint es doch erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Motoren/Vergaser zu geben.

Rolf Heszler
16.10.2003, 12:35
Hallo Reto

Vielleicht war dein 46er schon so fett das er jetzt immer noch gut läuft.

Mein 70er OS im Mille läuft auch noch mit der gleichen Einstellung wie bei 30°,da war er aber schon fast zu fett.Komme jetzt mit einer Tankfüllung auch weiter als im Sommer.
Werde ihn aber wohl am Wochenende auch fetter stellen müßen da es bei uns laut Wetterbericht nur noch ca. 10° werden soll,beim letzten Fliegen hatte es noch 17°.

Tschüß
Rolf :]

Jürgen S
16.10.2003, 13:00
Eigentlich kann man den Motor im Winter magererstellen, da er durch die geringen Aussentemperaturen nicht mehr so viel Innenkühlung benötigt wie im Sommer. Andererseits muss man Ihn aber wieder ertwas fetter stellen, weil die angesaugte Luft etwas sauerstoffreicher und dichter ist.
Das sind aber nur minimale Korrekturen von vielleicht einem Klick.

Jetzt kommt aber der Knackpunkt, unser Sprit ist im Winter sehr viel viskoser als bei hohen Temperaturen, d.h. ich muß die Düsennadel weiter aufdrehen
damit im Winter genausoviel Sprit durchläuft wie im Sommer.

etwa 1/4 bis 1/2 Umdrehung.

Reto Züst
16.10.2003, 13:36
Hallo

Beim nächsten Flug werde ich versuchen beide Motoren so gut wie möglich einzustellen. Dabei werde ich mal die Vergasereinstellung und die Temperatur festhalten. Ich denke an eine Tabelle mit Richtwerten für jeden Vergaser.
Könne im Frühjahr wieder nützlich werden, denn dann geht das ganze ja in der anderen Richtung wieder los, und mit den Werten könnte man sich eine Menge Einstellarbeit sparen.

Vielleicht hat schon jemand diese Werte festgehalten. Sicher gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Motoren / Vergaser / Kerzen / Spritsorten, aber da die Enstellungen eine gewisse Toleranz aufweisen, könnten sie dennoch als Richtwerte nützlich sein.

@ Rolf. Ich hatte auch den Eindruck, mit dem Sprit im Tank länger zu Fliegen. Er war eindeutig zu mager.

rosenkoenig
16.10.2003, 22:25
Hi,

bei sehr kalten Temp. verdampft nicht soviel Kraftstoff. Damit braucht man mehr Kraftstoff, um die gleiche benötigte Menge zu verdampfen(zündfähiges Gemisch). Deshalb haben Motoren ohne Einspritzung auch zum Starten eine Shoke. Wieviel mehr, hängt von der erreichten Betriebstemp. des Motors ab.

Gruß Bernd

hermslein
16.10.2003, 23:39
hallo

also ich habe festgestellt, dass bei den tem. wie sie diesen sommer herrschten,
der motor fetter eingestellt werden musste.

bei jetzigem wetter mit diesen temperaturen kann ich ihn
magerer stellen als im sommer bei 35°C.
komme dabei auf mehr leistung und gleiche motor temp.

ich gehe davon aus, dass ich ihn im winter bei noch geringerer
aussentemperatur noch mägriger drehen kann.

mfg
herm#

Wolfgang Ruppert
17.10.2003, 07:53
Ich glaube man kann bei unseren Methanoler nicht einfach nach Schema "F" vorgehen. Ich muß jetzt feststellen, daß wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Zum Glück bin ich nicht ganz alleine mit dem mager drehen im Winter.
Bei unseren Motoren stehen sich anscheinen der Kraftstoff und die Temperatur stark gegenüber. Es ist auch sicherlich zu Beachten, wann der Motor das letzte mal fein eingestellt wurde. Wenn das bei einer hohen Sommertemperatur war, glaube ich greifen eher meine Erfahrungen.
Mein Cuatro ist bei Temperaturen um ca 30° eingestellt worden und am Samstag hatte ich ihn das erste mal bei kälteren Graden aus dem Keller geholt und festgestellt, daß er stark überfettet lief.
Werde am Wochenende meine Einstellung neu erfliegen bin mal gespannt!

rosenkoenig
17.10.2003, 10:49
Hi,

wenn der Motor im "Winter" die gleiche Temp. wie im Sommer hat, dann ist er sicherlich etwas mager eingestellt. Bei den Temp. sinkt mit Sicherheit die Motortemp. um etliche Grad. Wir haben bei Flächenmodellen sogar schon die Kühlrippen zugeklebt um Betriebstemp. zu erreichen. Wenn man beim Hubi zudreht, kann es sein, daß der Motor im Betrieb zu mager läuft. Wie man bei ev. gleicher!!! Betriebstemp. wie im Sommer, Luft mit viel Sauerstoff und "dickem" Kraftstoff zudrehen muß, ist mit ein Rätsel.

Gruß Bernd

chris
18.10.2003, 00:00
Hallo Zusammen

wir haben prinipiell 2 unterschiedliche Haupt-Einflussfaktoren:

1) Lufttemperatur:
Je kälter, umso mehr wird die Kühlung des Motores unterstützt. D.h. wenns kälter wird kann das Gemisch magerer gestellt werden, ohne den Motor zu überhitzen.
--> kälter=magerer resp. warmer=fetter

-2) Sauerstoffgehalt der Luft:
Dieser steigt mit abnehmder Lufttemperatur. D.h. damit das Gemisch gleich bleibt, muss bei tiefen Temp. das Gemisch fetter gemacht werden.
--> kälter=fetter resp. wärmer=magerer

Diese beiden Effekte sind nun aber gegenläufig, was nicht heissen soll, dass sie sich aufheben, aber, dass auch weitere Faktoren mit einbezogen werden müssen:
z.B. Bei welchen Temp. wurde der Motor eingestellt, lief der Motor zum Zeitpunkt X eher auf der fetten oder bereits auf der mageren Seite (und dies über alle Nadelbereiche...), wie effektiv ist die Motorkühlung -> welcher Heli, wie wird der Motor belastet,... und dann spielen Viskosität und Dampfpunkt sicherlich auch noch eine Rolle.

--> So, nun können wir auch die unterschiedlichen Erfahrungen erklären...

Nun zu meinen Erfahrungen:
sind die Motoren bei "angenehmen" 20°C eingestellt, so konnte ich bei sinkenden Temp. bis ca. 5-10°C etwas magerer stellen; wurde es noch kälter (<5°C) musste ich dann wieder eher etwas fetter stellen.
Diesen Sommer bei diesen hitzigen Temperaturen (>30°C) liefen meine Motoren mit fetterer Einstellung besser.

so long chris

Reto Züst
18.10.2003, 00:35
Hallo Zusammen

Es gibt also kein kein Rezept für die Einstellung.

@ Chris. Das erklärt wieso einige die Motoren magerer und andere wieder Fetter einstellen.
Bei gleichen Temperaturen kann es nun sein, dass ganz woanders der Sauerstoffgehalt der Luft auch höher oder tiefer ist, und der Motor daher anders eingestellt werden muss.

BlackMoskito
18.10.2003, 19:12
hallo zusammen!

um meinen beitrag zum thema abzuleisten:

bin heute conquest geflogen und mußte den gthh50 um ne 1/8 umdrehung an der HDN fetter drehen.

gruß
ingo

peter tuerk
18.10.2003, 21:29
Nach dem ich ja meine Hubi mit einen Telemetriesysthem (http://members.aon.at/threedeepapapete/page_4_2.html) spazieren flieg und dies die erste Saison mit so einen Ding ist beobachte ich da so ein rauf und runter an Temp Drehzahl sowie Akkuspannung (heute bei der Kälte zum ersten mal trotz frisch geladen um 0,2V weniger)
Was mir besonders aufgefallen ist (warum ich auch das hier schreibe) das es eigentlich schwieriger geworden ist den Motor mit sauberen Lauf temperaturstabil hinzukriegen und es um einen Tick mehr Können erfordert.
Ob es jetzt der höhere Sauerstoffanteil oder die Kälte ist das wir mehr Leistung haben oder ob wir fetter drehen weil die Viskosität abnimmt oder der Sauerstoffgehalt zunimmt...
Wichtig ist ständiges Temperatur kontrolieren auf alle Fälle mit einen Meßgerät das im Hubi mitgeführt wird wo der max Wert abgelesen werden kann oder wie bei mir eben mitführen und direkt ablesen.
Es kann durchaus sein das der Motor im Teillastberreich kühler läuft und oben zu heiß das merkt man fast nicht im Flug weil man ja nicht andauernd Vollgas fliegt aber trotzdem beschädigt man seine Garnitur und wundert sich dann warum das Teil über den Jordan ist.
Allen jenen die meinen es zu hören kann ich versichern ich hab mir das auch immer eingebildet,fakt is viel mehr wenn man nicht auf der sicheren fetten Seite fliegt und es weil magerer geworden hört kann es schon so arg sein das es bereits Schädigungen (feine Riefen) gibt.
Das Einstellen des Motors wird zum Kinderspiel wenn man direkt die Temp sieht,weiters hab ich Alarmwerte bei Akku und Temp gesetzt und damit denke ich wird mir soviel Zeit geschenkt das ich den Hubi noch heil runterkriege und somit den Motor oder das komplete Modell rette.

Kleinsi
19.10.2003, 11:13
@peter tuerk
Gibt es schon einen Preis für das System?
Mfg Kleinsi

Wolfgang Ruppert
19.10.2003, 13:54
Hallo alle Zusammen,
habe jetzt meinen Motor exakt neu eingestellt.
Ich muß sagen Chris liegt absolut richtig mit seinen Erfahrungen.
Beide Nadeln bei meinem Lötterle habe ich eine halbe Umdrehung reindrehen müssen. Temperatur lag bei ca. 12°. Bin mal gespannt wie sich der Motor verhält wenn es kälter wird.
So jetzt verabschiede ich mich erst mal richtung Flugplatz, wird langsam Zeit.
:rolleyes: Euch allen einen schönen Flugtag bei dem schönen Wetter. :)

peter tuerk
19.10.2003, 14:21
kleinsi
ca 270 mit ein paar Prozent

millebob
22.10.2003, 16:56
Hi Peter, und natürlich auch alle anderen Motoreninteressenten,

das mit der Temperaturkontrolle ist, bei den nun niedriger werdenden Außentemperaturen, wirklich noch wichtiger als im vergangenen heißen Sommer. Die Motoren müssen fetter eingestellt werden, und ich glaube mit meinen letzten Tests mit dem RDS 4 auch herausgefunden zu haben, dass es nicht an der Viskosität des Sprits liegt. Es ist nämlich egal ob der Sprit direkt aus dem warmen Haus in den Hubi oder bei 5°C draussen stand. (Hab's unmittelbar nacheinander getestet bei 8°C).
Die Vergasereinstellung hat sich jedoch im Teillastbetrieb zwischen 35°C und 8°C Aussentemperatur um mehr als 10% bei konstanter Motortemperatur geändert. HiHi, %-Angaben sind natürlich nur für MC-User nützlich, die anderen müssen eben "Klicks" zählen. :P

Viele Grüße,

Robert

trango71
28.10.2003, 20:31
hallo!

bei meinem tt50 hat auf einmal im schwebeflug die drehzahl zugenommen
und der motor hatte leichtes schluck auf (ungefähr so, wenn der tank leer wird)
aussentemperatur war um die 0°
hab die HDN ca. eine halbe umdrehung aufgedreht
beim nächsten mal werd ich dann feststellen ob es richtig war od. nicht

trango71
30.10.2003, 17:17
hallo!

gestern habe ich festgestellt,dass der spritschlauch zum druckanschluss direkt am schalldämpfer nicht mehr ganz gedichtet hat,dadurch auch die abmagerung des motors
wie sichert ihr die spritschläuche?

helialpin
31.10.2003, 20:50
Hallo!

@trango71: die Schläuche brauchst du nicht zu sichern, die halten auch so.
Nur den Schlauch zum Resorohr kürze/erneuere ich ungefähr nach 50l Flugzeit.
Durch die Temperatur wird er da nämlich mit der Zeit spröde (Schlauch weg--Motor aus ;) ).

Lieben Gruß
Heli

schlangafanga
04.11.2003, 15:02
Servus,

bei geringeren Temperaturen ist die Luftmasse höher, d. h. um die gleiche Verbrennung bei gleichem Luftvolumen aufrechtzuerhalten muß das Gemisch fetter werden.

Zudem nimmt der Luftwiderstand bei gleicher Geschwindigkeit zu. (deswegen fahren Autos im Winter bei rechnerisch höherer Leistung nicht schneller).

Neben der geringeren Motortemperatur durch die geringere Aussentemperatur nimmt die Kühlleistung durch die höhere Luftdichte zu.


Schlangafanga