Vollständige Version anzeigen : Störeinstrahlung vom Digiservo in Empfänger
Horex1200
08.11.2003, 22:58
Hallo,
leider hatte ich am vergangenen Sonntag einen "fiesen" Absturz meines Quick 30 erleben müssen (keine Steuerungsmöglichkeit nach ungesteuertem Nick-Ausschlag, in einer Entfernung von nur 15 Metern). Emfpängertechnisch war ein futaba Doppelsuper-Empfänger (kein PCM) im Einsatz.
Da ich meinen Heli nun fast wieder vollständig aufgebaut habe und keinerlei potenzielle Störquellen gefunden habe (lose Stecker, Empfängerakku defekt, Antennenkabel beschädigt, defekte Kugellager, loser Quarz, ...) gingen mir meine Änderungen seit dem letzten Flug durch den Kopf. Zu nennen sind der Austausch des Kreisels (GY-401 eingebaut) und der Austausch des Gasservos (von 3001 auf FS250S, da ich es nach der Rückrufaktion zurückbekommen hatte und auf dem Heck bereits ein neues Graupner DS eingebaut habe).
Nun mein Gedanke:
Duch die Bauart der Mechanik und der Kabellängen bedingt war der Empfänger nur wenige cm vom Gasservo entfernt. Über dem (liegend eingebautem) Servo habe ich die überschüssigen Kabellängen gebündelt, in einem Stück Isolierschaum vor Vibrationen und Scheuernstellen geschützt, befestigt. Dieses "Bündel" lag dann ca. 1 cm über dem Servo (Materialstärke des Isoschaumes). Vor dem Einbau des Servos hatte ich es fast ganauso gamacht, nur ohne Isolierschaum (Isolierung von Wasserleitungen). Der Abstand des Empfängers und des Kabelbündels zum Servo ist also sehr gering.
Könnte es sein, dass ein Digitalservo wesentlich mehr (hochfrequente) Störstrahlungen verursacht, und so den Empfänger derart stört, dass einerseits falsche Steuerimpulse ausgegeben werden und andererseits ein Gegensteuern unmöglich wird ?
Was meint Ihr dazu?
Dietmar W.
08.11.2003, 23:40
Hallo,
ich hatte so ein ähnliches Problem mit dem DS 8700G und C19 Empfänger.
Sobald das DS 8700 angesteckt war zappelten alle Servos etwas, egal welcher Kreisel oder direkt am Empfänger.
MfG Dietmar
Christian Kuhlmann
09.11.2003, 00:19
Hey Dietmar!
Auweiah!
Ich habe die Tage schon von dem kleinen Mißgeschik gehört.
Aber schön wenn du den Heli wieder fast flugfähig hast.
Aber nun zu deiner Frage.
Ich habe bisher nur von Störungen durch "defekte" Servos gehört.
Das Digiservos Störeinflüsse haben ist mir nicht zu Ohren gekommen.
Ich hoffe aber das sich hier noch ein HF-Techniker oder Wissender ;)
zu Wort meldet, denn in vielen Hubi´s laufen die gebündelten Kabelstränge dicht
an Empfänger oder Antenne vorbei.
Sollte uns die Digitaltechnik da vor neue Probleme stellen?
Gruß
Christian
Hallo,
denn in vielen Hubi´s laufen die gebündelten Kabelstränge dicht
an Empfänger oder Antenne vorbei.
Viel besser. Der Strom zu den Servos geht sogar direkt über die Platine des Empfängers. Insofern ist es sicherlich denkbar, dass es da einen Zusammenhang gibt. Auf der anderen Seite gibts jede Menge solcher Kombinationen im Einsatz, die ohne Probleme funktionieren. Vielleicht war das aber genau der Tropfen, der das Faß zum überlaufen brachte.
Sollte uns die Digitaltechnik da vor neue Probleme stellen?
Ich denke mal, das weniger die Dgitaltechnik das Problem ist. Eher die Art der Motoransteuerung (Pulsbreitensteuerung) bei den meisten (allen???) Digitalservos.
Das ganze funktioniert so ähnlich wie ein elektrischer Fahrtregler, die volle Betriebsspannung wird in kurzer Folge ein/aus geschaltet (einige 100 Hz). Das gemeine dabei ist, dass man für gute Wirkungsgrade im Motor und in der Steuerelektronik möglichst "eckige" Stromimpulse erzeugt, was ein schön breitbandiges Störsignal zur Folge hat. Und schliesslich fließt der gepulste Strom zur Versorgung der Servos direkt durch den Empfänger.
@Dietmar:
Ist das Nickservo bei Dir zufälligerweise auf Kanal 1 am Empfänger?
Ansonsten versuche mal, den Heli möglichst unverändert wieder zusammenzubauen und mach mal einen Reichweitentest. Dabei am besten die Servos mit der Hand etwas belasten, so dass sie auch Strom ziehen. Das Ergebnis wäre sicher für eine Menge Leute hier sehr interessant. Wenns wirklich daran liegen sollte, kannst Du eigentlich nur versuchen die Stromversorgung der Servos ausserhalb des Empfängers abzuwickeln.
Viele Grüße,
Holger
FaHrStUhL
09.11.2003, 09:59
Hi Dietmar,
versuch mal die Servos NUR mit der Signalleitung mit dem Empfänger zu
verbinden, und die Stromleitungen direkt mit dem Akku zu verbinden.
Ich weiß nicht mehr wo ich den Tipp gelesen habe, aber dabei gings
hauptsächlich um das Zittern am Heckservo mit GY401 + DigiServo. Aber
ich denke das gilt auch für andere Digiservos im System, da ja die Ströme
nicht mehr durch den Empfänger müssen...
schwaabbel
09.11.2003, 10:09
Digiservos auf dem Gas , aber am 401 ein Graupner DS, womöglich noch im DIGI Mode ?
Teuerer Heli , aber C19 Empfänger bzw. Futabe DS ??
Gruß Frank
Horex1200
09.11.2003, 12:08
Hallo,
ich bins nochmal...
Wie Holger geschrieben hat, könnte die Pulsbreitensteuerung der Motoren eine Ursache sein, die zu zusätzlichen Störfrequenzen führt. Genau das dachte ich auch, als ich den Thread eröffnet habe.
@Holger:
Das Nickservo steckt auf Platz 2. Die Stromversorgung erfolgt über einen Graupner Schalter, der mittels zweier (dicker) Y-Kabel an den Empfänger gesteckt wurde (Kanal 1 und 6, das sind die beiden Rollservos). So kann der Strom, der über den Empfänger fließt die Servos und den Kreisel auf Kanal 2-5 optimal versorgen. Der Strom für die Rollservos braucht nicht über die Platine im Empfänger fließen.
@FaHrStUhL:
Es geht hierbei nicht um Zittern, sondern darum, dass während dieser "tollen Loopingvorführung" nichts, aber auch garnichts mehr ging. Ich hatte versucht, als der Heli auf dem Kopf stand negatives Pitch zu geben, um nach dem erhofften Ende dieser Störung den Heli wieder unter Kontrolle zu bekommen. Leider ging da GARNICHTS.
Aber der Tipp hätte wirklich den Vorteil, dass (wenn diese Impulsartigen Ströme störend für den Empfänger sind) der Empfänger "stromseitig" entkoppelt wird. Aber, wie sieht mit der direkten Einstrahlung aus (nicht über die Leitungen)?
@Schwaabel:
Mit dem "DS" beim Graupner Servo meine ich, dass es ein Digitalservo ist. Dieses wird NICHT im Digitalmodus betrieben.
Was ist gegen einen Doppelsuper-Empfänger einzusetzen (bitte keine Diskussion über PPM/PCM, darüber gibts genug...)? Ausserdem warum nicht am Gas ein Digitalservo einsetzen, statt eines alten Analogen mit sehr viel Spiel (S3001), wenn man eines übrig hat?
Ich werde wohl erst einmal meinen "alten, bewährten" PPM Einfach-Empfänger einbauen, um die Fehlerquelle Empfänger auszuschießen. Weiterhin werde ich wieder mein "altes", analoges Gasservo einbauen, um so die direkte Einstrahlung des digitalen Gasservos auf den Empfänger auszuschießen.
Ausserdem werde ich mal mit dem Empfänger und einem oder zwei Servos rumprobieren, ob es bei Belastung zu Störungen kommen kann. Dies werde ich aber nicht im meinem Heli ausprobieren.
Vielen Dank schonmal für Eure Antworten.
Hi Dietmar,
Das Nickservo steckt auf Platz 2. Die Stromversorgung erfolgt über einen Graupner Schalter, der mittels zweier (dicker) Y-Kabel an den Empfänger gesteckt wurde (Kanal 1 und 6, das sind die beiden Rollservos). So kann der Strom, der über den Empfänger fließt die Servos und den Kreisel auf Kanal 2-5 optimal versorgen. Der Strom für die Rollservos braucht nicht über die Platine im Empfänger fließen.
Schade, hätte gut in die Theorie gepasst. Meistens ist nämlich Kanal 1 am stärksten von der Störung betroffen, da der Empfänger nicht "mitbekommt", wann das Impulstelegramm anfängt. Ansonsten wäre es vielleicht hilfreich, nicht die Rollservos, sondern das Heckservo (hinterm Kreisel) separat zu versorgen, da es mit Sicherheit den meisten Strom zieht.
Viele Grüße,
Holger
Heli-Horst
11.11.2003, 08:22
Hi,
beim Vereinskollegen ist es 2 mal passiert, dass offensichtlich der Empfänger in "fail safe" gegangen ist, zum Glück war das in ausreichender Höhe und er konnte den Rappen wieder abfangen. Aber auch hier, nix ging mehr, alle Servos und Elektronik waren neu und der Kreisel 401 mit S9250. Stromversorgung über Halbleiterschalter. Leider ist der Fehler noch nicht gefunden worden, kann es nicht sein, dass das Servo 9250 zuviel Strom zieht und es dann zum Spannungseinbruch kommt oder die Störstrahlen dadurch versärkt werden?
So habe ich bei mir eine doppelte Stromversorgung (zwei Schalter + Kabel parallel) aufgebaut und eine Spannungsanzeige mit installiert, hierbei kann man doch einen Spannungseinbruch beobachten, wenn nur eine Schalter eingeschaltet ist!
Gruss
Onkel Hotte
Horex1200
11.11.2003, 17:11
So hallo nochmal,
ich habe in der Zwischenzeit mal ein wenig "trocken" gestestet:
Ich habe den betroffenen Doppelsuper-Empfänger mal ausserhabl des Modells mit einem Akku und einem Servo betrieben. Dabei habe ich die Antenne des Empfängers aufgewickelt, um eine schlechtere Empfangslage zu simmulieren. Das angesteckte Servo (ein FS250S neu) habe ich an Kanal 2 gesteckt. Die Spannungversorgung direkt daneben.
Beobachtung:
Selbst wenn man das Servo direkt auf dem Empfänger liegt kommt es nicht zu Störungen, es sei denn, das Servo wird angesteuert (Knüppel bewegen). Dann passiert etwas komisches. Das Servo fängt dann an zu zappeln. Dieses Zappeln führt dazu, dass sich die ganze Geschichte nur langsam wieder beruhigt.
Ich habe den Eindruck, dieser Effekt ist stärker, wenn das Servo belastet wird.
Natürlich ist eine Gegenprobe mir einem analogen Servo sinnvoll... dies werde ich noch nachholen.
Mein Fazit:
Diese Effekte sind sicher nicht zu unterschätzen. Der Abstand aller Servoleitungen sowie der Abstand der (digitalen) Servos zum Empfänger sollte besser so groß wie möglich sein.
Ich werde also wieder mein "altes" S3001 einsetzen, da aufgrund der Kabellängen nur schlecht ein größerer Abstand machbar ist.
schwaabbel
12.11.2003, 11:10
Jetzt hast du mit dem FS250 zwar den Anhaltspunkt, das dieses Servo stört, aber es ist auch nicht umsonst eines der preiswertesten.
Kannst du das mit 9250 oder ähnliches wiederholen ?
gruß Frank
Hallo Dietmar,
ich habe gestern abend auch mal experimentiert, Versuchsaufbau ähnlich Deinem. Allerdings habe ich ein S9253 und einen MPX-Pico 4/5, der bei mir wegen seiner schlechten Empfangsleistungen zum "Werkstattempfämger" degradiert wurde, verwendet.
Ergebnis: die Empfangsleisung ist mit stehendem Servo genauso schlecht wie mit (belastet) laufendem, ich kann keinen Zusammenhang feststellen, obwohl ich einen erwartet hätte.
Fazit: allgemeine Aussagen sind nicht möglich, aber offenbar gibt es kritische Kombinationen. Vielleicht ist aber auch gerade der DS-Empfänger da störanfälliger (habe leider keinen mit PPM), da er ja eine Mischstufe mehr hat. Vielleicht hauen gerade in diesen Frequenzbereich die Störungen vom Servo rein. Probier mal einen anderen Empfänger aus.
Viele Grüße,
Holger
Das "zappelnde" Verhalten kannst Du oft bei PPM beobachten -
und wie schon oft hier besprochen, kann das gut sein oder schlecht.
Das ist Grunde die PPM vs. PCM Diskussion.
Der Einfluss der Servoelektronik auf den Empfangsteil ist
zumindest was den EMV Bereich angeht vernachlässigbar.
Probleme können immer dann auftreten wenn z.B.
- jede Menge Servos benutzt (10+) werden
- grosse Mengen CFK verbaut wurden
- lange Stromversorgungskabel oder geringer Querschnitt
- Antenne zu nah am Gehäuse verlegt ist
- Knack Impulse entstehen (gelockerte Verbindungen,
Dämpfer an Heckstrebe, ...)
Joerg
P.S.
Im Übrigen: "Es kommt gar nichts mehr an!" - bei PPM eher selten
da dort die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger "analog"
erfolgt, während bei PCM ein Protokoll abläuft, was bei Störungen schon
mal zu beleidigten Reaktionen auf der Empfänger Seite führen kann (für
1-2 sec.). Streng genommen ist die Kommunikation zwischen Sender
und Empfänger natürlich immer "analog" - es kommt halt auf die
Interpretation an.
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