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Vollständige Version anzeigen : Rotorblätter selbstgebaut


coptery
01.01.2011, 19:00
Selbstbau von Rotorblättern

Hallo Leute

bevor ein Sturm der Entrüstung wie "das macht doch keinen Sinn" und so weiter losbricht, möchte ich erst mal meine Motivation erklären.

Wer meine kleine Lama mit Hauptriemenantrieb und mein großes Lama Projekt mit Motor huckepack kennt, weis das ich immer versuche, den Helis meinen eigenen Stempel aufzudrücken. Obwohl, oder gereade weil ich Elektroingenieur bin, habe ich kein sonderliches Interesse, etwas an den elektronischen Komponenten zu basteln. Was mir aber viel Spass macht, ist die Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Mechanikteilen meiner Helis. So habe ich mir mittlerweile auch einen Maschinenpark zugelegt zu dessen Kosten ich mir mehrere TDR's hätte kaufen können. Würde mir aber nicht so viel Spaß bereite wie etwas selbst entworfenes und gebautes in die Luft zu bringen. Einer, der den Eiffelturm aus Zündhölzchen nachbaut kauf sich auch keinen bei Revell. Höchstens zum Abmessen.

Nun aber zu den Hauptrotorblättern. Solange ich die Dinger für 15€ das Paar gekauft habe, kam es mir auch nicht in den Sinn, hier etwas selber zu machen. Seit dem ich auf auf meiner kleinen Lama Blätter für 80€ ( Dreiblattsatz 325mm von Spinblades mit 18mm Blatttiefe wegen Scale) daraufhabe kommt man schon in's Grübeln ob "einmal Garageneck und nicht mehr zurück" 80€ wert sind.

Hier meine Lama 450 mit den Spinblades.

http://img710.imageshack.us/img710/1720/p1140237q.jpg (http://img710.imageshack.us/i/p1140237q.jpg/)


Für alle die mehr zu meiner kleinen Lama wissen wollen

http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=58948499nx7974&t=19985&highlight=stubenflieger


So war die Überlegung verlockend, sich die Dinger selbst zu machen. Meine Recherchen im Internet zum Selbstbau von Blättern waren nicht sehr ergiebig. Einzig von Modelltechnik Jung war eine Art Bauanleitung im Netz.

http://www.modelltechnik-jung.de/Diverses/rotorb/Rotorblatt.html

Allerdings findet man zur Technik des GFK/CFK Kompositbaus jede Menge Informationen im Netz. Auch die Hompages der Materiallieferanten haben hier teilweise einen reichhaltigen Fundus. Meine Materialien habe ich bei http://www.hp-textiles.de/ bestellt. Die Lieferung war immer innerhalb von zwei bis drei Tagen bei mir zuhause.

Die folgende Beschreibung soll keine Aufforderung sein, Blätter zu bauen. Wer dies dennoch tut, tut dies auf seine eigene Verantwortung.

Als erste muß man sich klar werden, was man haben möchte. In meinem Fall war es ein Dreiblattsatz, der ähnlich der von Spinblades verfügbaren
Blätter ist. Also 325mm lang, 18mm tief, tragendes Profil und nicht sher biegesteif. Per CAD habe ich das Rotorblatt konstruiert. Hier lege ich Wert darauf dass ich die Spinblades nicht mit einer Abformtechnik kopiert habe. Geringe Biegesteifigkeit sorgt dafür, dass die Blätter im Stillstand sogar etwas runterhängen. Auf der kleinen Lama habe ich einen starren Kopf, was etwas weichere Blätter erfordert.

Aus dieser CAD- Konstrutkion entstand dann die Konstruktion der beiden Formhälften. Ich habe zum Glück Beziehungen die es möglich machen, eine ALU-Form zu bauen. Hierbei realisiert eine Formplatte die Unterseite und die Andere die Oberseite des Rotorblattes. Die beiden Formplatten
wurden dann entsprechend der Konstruktion aus dem Vollen gefräst. Das dauert mehrere Stunden. Wenn ich das bezahlen müsset könnten wir das nicht machen. Nach dem Fräsen beginnt die mühsehlige Handarbeit. Die Formnester müssen mit verschieden grobem Schleifpapier glattgeschliffen und anschließend poliert werden. Das Ergebnis kann man im flogenden Bild sehen. Hier schon mit einem begonnen Blatt.

http://img191.imageshack.us/img191/7966/p1140545n.jpg (http://img191.imageshack.us/i/p1140545n.jpg/)


Man erkennt die drei Nester und die 8 Bohrungen bzw Gewinde M10 mit denen die Formhälften nach dem Einlaminieren verschraubt werden. Drei
weitere 10'er Bohrungen sind vorgesehen um die beiden Formhälften mit Stiften vor dem Verschrauben perfekt zu justieren. Da wo bei den Blätter die Blattschraube durchgeht, befindet sich in den Formplatten eine Bohrung mit 4mm Durchmesser. Diese Löcher werden vor dem Laminieren mit kleinen Alustiften auf Passung verschlossen. Diese Stifte haben nach innen zeigend eine kleine Spitze die in das Blatt gleich eine Zentrierung für das Bohren formt.

Vor dem Lamieren steht das behandeln der Form mit Trennmittel. Es gibt hier Wachse, Spray's oder Lacke. Bei einer nicht saugenden Aluform kann man gut mit Wachs arbeiten. D.h. alle Flächen der Form die mit dem Harz in Berühung kommen, werden mehrfach mittels weichem Lappen mit dem flüssigen Wachs eingerieben. Ist das Lösungsmittel verdunstet, wird das Wachs auspoliert.

Als erstes kommt in alle Formnester das Deckschichtharz. Dieses hat eine höhere Viskosität und verhindert dadurch ein Zusammenlaufen am
tiefsten Punkt der Form. Es klebt wie Honig an der Form. In das Deckschichtharz eingerührte Farbpigmente machen es besonders zäh. Das Einbringen habe ich mit einer aus einer Eisbox geschnittenen Spachtel gemacht. Furchen die man hier unweigerlich reinzieht verlaufen nach kurzer Zeit wieder. Man muß aber trotzdem versuchen, eine möglichst homogene aber dünne Schicht einzubringen die bis zur Formtrennlinie hochreicht. Und viel Zeit hat man auch nicht. Man muss auch darauf achten, nicht die Wachsschicht zu verletzen.

Das von mir verwendete Harz hat eine Topfzeit von 28 Minuten. Das bedeutet dass man es maximal so lange verarbeiten kann. Dann muß man erst mal ca. 2 Stunden warten bis diese Deckschicht "angeliert" ist. Das bedeutet, sie sollte nicht mehr weich aber noch klebrig sein.

Jetzt geht es an denn Innenaufbau der Blätter. Die Gewebe sollten schon vorher möglichst genau mit Schablonen zugeschnitten sein. Das bedeutet dass die Gewebelagen beim Einlegen nicht über die Formtrennebene hinausragen dürfen da sonst hier die Fasern später hervorstehen würden. Ich habe ein Glasfasergewebe mit 200g/m² verwendet. Das Zuschneiden erfolgt mit einer normalen Papierschere. Allerdings sollte man dabei unbedingt eine Atemschutzmaske aufsetzen. Bei den Blättern habe ich in jedes Nest erst ein 45°Grad und dann ein 0° Gewebe eingelegt. Das ist immer das selbe Material aber mit anderer Orientierung der Fasern zugeschnitten. Für die ersten Versuche habe ich auf Kohlefasern verzichtet, da diese fünf mal so teuer sind wie Glasfasern. 45° bedeutet, dass die Fasern im +/- 45° Winkel zur Längsrichtung des Blattes laufen. Diese Schicht ist für die Torsionssteifigkeit des Blattes verantwortlich. Bei der 0° Ebene laufen die Fasern längs und quer zur Längsrichtung des Blattes. Diese Ebene ist für die Biegesteifigkeit verantwortlich.

Nachdem das Laminierharz (dünnflüssiger als das Deckschichtharz) angemischt ist hat man 40 Minuten Zeit für den Innenaufbau. Erst gießt man etwas Harz auf die noch klebrige Deckschicht und legt dann die erste Matte ein. Diese wird dann festgedrückt, gewalzt oder was auch immer so dass sie fest an der Deckschicht anliegt und das Harz durch das Gewebe steigt. Dann wird sofort mit der zweiten Lage weitergemacht. Man muß richtig aufpassen, dass man nun auch das Gewebe mit der anderen Faserrichtung verwendet. Wenn die ganze Sache zu trocken wird, dann kann man ja noch etwas Harz nachgießen. Wie schon einmal erwähnt, die Gewebelagen dürfen nicht über die Kante hinausragen, sollen aber innen jeden Winkel des Blattes erreichen. Dies gilt besonders für den Bereich der Blattschraube.

Jetzt kommt der Rowing!!!!! Ein wichtiges Element, dass das Blatt durch die Fliehkräfte nicht reißt. Die Gewebelagen sind nicht ausreichend stabil um den Bereich um die Paddelschraube zugfähig genug zu machen. Bei einem 450'er sind das 80 bis 150N je nach Drehzahl. Das entspricht dem Gewicht eines Eimers voll Wasser. Der Rowing ist ein Faserstrang auf der Rolle der von der Blattspitze an der Nase entlang, um das Auge und wieder zurück auf die nasse Gewebelage gelegt wird. Dies sollte man sicherheitshalber in beiden Blatthälften machen.

Die beiden Formnester sollten jetzt schon bündig voll sein. Aus einem Styrodur Material (Isoliertapete) schneide ich jetzt einen schmalen Streifen, den ich in eine! Formhälfte lege. Der Streifen verdrängt beim Zusammenklappen der Form das Harz nach aussen und sorgt so dafür, dass im Randbereich auch sicher eine Verklebung stattfindet. Hier werde ich mal versuchen, noch mehr Gewebelagen einzubringen und auf den Schaumkern zu verzichten. Erst bei größeren Blättern hilft der Schaumkern Material und Gewicht zu sparen. Er liegt auch mittig im Blatt und somit in einer Zone, die weder auf Torsion noch auf Biegung belastet ist.

Am Blattende im Nasenbereich habe ich jezt ein paar Gramm Blei eingebracht. Das sorgt für ein nachlaufendes Blatt und macht den Heli damit weniger agil. Auf jeden Fall sollte man immer versuchen, alle Blätter gleich schwer zu laminieren und das Blei auf jeden Fall an der gleichen Position einzubringen da sont der dynamische Schwerpunkt ein Problem macht.

Jetzt kann endlich zusammengeklappt werden. Keine Angst, das Harz ist so Zäh, dass es nicht sofort rausläuft. Mit den M10 Schrauben werden
die beiden Formhälften zusammengezogen. So richtig mit Schmackes daß das überschüssige Harz an allen Seiten austritt. Die Formplatten
müssen unbedingt plan zusammenliegen weil es sonst unterschiedlich dicke und schwere Blätter mit unterschiedlichem Auftrieb gibt.

Jetzt wird die Form noch aussen gesäubert und dann kann man 24 Stunden auf das Ergebnis warten. Zeit, schon neue Gewebelagen zuzuschneiden.

.....

Dann bis morgen

coptery

athome
01.01.2011, 19:24
Danke Coptery,
für diesen Bericht! Tja ich kann dir sehr nachfühlen. Auch ich versuche immer wieder meinen Modellen meinen Stempel aufzudrücken! Zur Zeit gerade wieder bei einer meiner Agustas. Rotorblätter habe ich bis dato noch nicht hergestellt.
Hast du die
Ich weiss von Norbert alias Nopost123 das er immer mal wieder Blätter baut: ich weiss nicht ob du sein Album hier (http://www.rc-heli.de/board/album.php?albumid=615)kennst!
Aber ist schon immer wieder toll wenn einem so ein kleiner Geniestreich gelingt -_-! Da schaut man dann gerne über den Preis der Werkstatt und der Maschinen hinweg:lol:

Gruss Lukacs

BERND BOTTKE
01.01.2011, 19:26
Servus coptery,
was soll ich sagen,als alter Eigenbauhelimechaniker,nur eines:
1a Form,so wie Du da ran gehst,mit diesem now hau,da kommen sehr gute Blätter aus Deiner Form raus.
Hast Du ein bestimmtes Profil genommen?
Ein Kollege und ich ,wir hatten vor einiger Zeit mit normalem Formenharz eine Form laminiert,die ist bei weitem nicht so profimäßig geworden wie Deine,aber für einige Blätter,mit 710mm Länge,reichts.
Also dann,bin schon auf das Ergebniss gespannt,Grüsse Bernd

coptery
02.01.2011, 17:45
nach 24 Stunden kommt der Augenblick der Wahrheit. Da das Harz auch in die Gewindegänge der Schrauben eingedringt ist das Fußarbeit mit einem langen Inbusschlüssel. Es wundert nicht, wenn die Form nach dem Entfernen der Schrauben trotzdem noch nicht auseinandergeht. Das Harz sollte zwar bei gutem Wachsen nicht am Alu kleben aber durch das Fehlen von Luft werden die Formhälften sehr gut zusammenhaften. An einer Stelle der Form befindet sich ein Gewinde durchgängig in nur einer Formhälfte. Da in der anderen Formhälfte an dieser Stelle kein Loch ist, kann man mittels einer Schraube die beiden Formhälten auseinander drücken. Es genügt hier eine ganz kleine Kraft und die beiden Formplatten springen förmlich auseinander. Alternativ kann man auch mit etwas Flachem zwischen die beiden Formhälften fahren.

Die Blätter liegen aber immer noch satt in einer der beiden Formhälften. Jetzt kann man mit einem Stift den Einsatz der die Position des Schraubloches am Blatt markiert hat ( wir erinnern uns an die kleinen Alustifte) von hinten herausdrücken oder schlagen und die Blätter sollten sich hervorragend lösen.

Das zwischen den Blättern verteilte Harz sollte eine Dicke von nur wenigen 1/100mm aufweisen und kann einfach abgerissen werden. Mehr Harz im Zwischenraum zwischen den Blättern bedeutet, dass die Form nicht richtig geschlossen war. Ein paar Feilstriche an der Vorder und der Hinterkante des Blattes und bis zum Erstflug ist nur noch das Durchbohren des Auges und das Auswuchten der Blätter.


http://img835.imageshack.us/img835/7219/p1140627.jpg (http://img835.imageshack.us/i/p1140627.jpg/)

Man erkennt den Unterschied zu den original Spinblades nur am Fehlen des Logos auf den Blättern. Im Augenblick sind sie noch etwas weicher. Carbongewebe ist aber schon bestellt. Da sollte nochmal was gehen. Wenn ich anstatt der 2x2 Lagen 2x3Lagen reinmache und auf den Schaumkern verzichte wird's noch mal härter. Die Torsionssteifigkeit ist schon jetzt zufriedenstellen.


Bin mit den neuen Blättern auch schon geflogen. Ich konnte nur mal kurz Indoor schweben.

Der Wirkungsgrad

original Spinblades 175mAh/min
original Stubenfliege Flügel 194mAh/min

das bedeutet ca. 10% mehr Strom. Gar nicht so schlecht. Ich denke wenn ich an der Drehzahl wieder etwas nach unten komme wird noch etwas besser. Den Joker den ich noch im Ärmel habe ist die Verbesserung des Profils an der Hinterkante. Das macht Laune zum Weitermachen. Die 525mm Länge ist schon in Arbeit.

Aber noch einmal. Do not eat und jeder der es nachmacht, tut dies auf eigene Verantwortung.


Wie's weitergeht?
ich versuche gerade die Methode GFK-Form. Hier kann man ohne Zugriff auf eine Fräsmaschine die Form für Blätter mit Materialien aus dem
Baumarkt herstellen. Es sollen damit demnächst Blätter mit 520mm Länge und 30mm Blatttiefe entstehen. Das ist für mein Projekt

http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=58948499nx7974&t=20289&highlight=stubenflieger


Bis dann

coptery

Hazelnut
02.01.2011, 18:20
Danke coptery,
ein sehr interessanter und wertvoller Bericht aus dem man auch für andere Projekte etwas lernen kann!
Grüße,
Stephan

Albert
03.01.2011, 00:42
Hi,
interesanter Bericht und gutes Ergebnis.

Erinnert mich so an meine Lackiererei, für die Ausrüstung könnte ich mir viele lackierte Hauben kaufen, aber die wären nicht so wie ich sie will.

Albert

coptery
03.01.2011, 15:45
In den letzten beiden Folgen habe ich beschrieben wie man mittels ALU-Form zu Rotorblättern kommt. Das ist natürlich nicht von jedem machbar da das Fräsen der Formen ca. 1000€ kostet wenn man keine Beziehungen hat. Ich habe aber schon angedeutet, dass ich noch den Rotorblattbau mit einer GFK-Form beschreiben werden.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man hat das original-Blatt das man nachbauen will. Dann wird das Originalblatt wie allgemein bekannt bis zur Trennebene in ein beschichtetes Brett eingelassen. Den Spalt verschließt man z.B. mit Wachs. Dann kann mann die Hälfte des Rotorblattes welche herausschaut überlaminieren und bekommt eine Form. Dann wird das Brett entfernt und die andere Seite des Rotorblattes überlaminiert. Die beiden Formhälften werden verstiftet und mit Löchern zum zusammenschrauben versehen. Dann läuft wieder alles so wie mit der Aluform.

Wesentlich interessanter finde ich, wie man zu einem Rotorblatt kommt wenn man kein Original hat. Wie in meinem Fall ist das Blatt das ich brauche nirgends verfügbar. Assymetrisch, 525mm lang und 30mm tief. Das Blatt soll für meine 600'er Lama sein. Meine Blatthalter sind schon 100mm, somit komme ich auf einen 600'er.

1. Herstellung des Urmodells.

Nachdem ich zwei Formhälften machen will, brauche ich natürlich auch kein komplettes Urmodell des Rotorblattes. Ich kann gleich das Trennbrett und die entsprechende Urform für jede Seite des Rotorblattes getrennt aufbauen. Im folgenden beschreibe ich das für eine Seite (Oberseite des Rotorblattes)

Ich schneide mir ein Brett mit 600mm Länge und 50mm Breite aus einer 20mm MDF-Platte. Darauf baue ich mit Polyesterspachtelmasse (aus dem Baumarkt beim Autozubehör) die obere Hälfte des Rotorblattes auf. Damit dies schön gleichmäßig auf der ganzen Länge wird habe ich mir eine Schablone aus Sprerrholz gemacht. Die Schablone hat eine 50mm Aussparung so dass ich sie über das ganze Brett ziehen kann. Mittig in der Aussparung ist das Profil der oberen Hälfte des Rotorblattes ausgefeilt. Ich ziehe nun mit der angemischten Polyesterspachtelmasse mittig über das ganze Brett eine Raupe in der geahnten Dicke. Dann fahre ich mit der Schablone über das Brett und bekommen schon in erster Anäherung das Profil. Das ist die Art, mit der Stukkateure Bodüren an den Wänden und Decken machen. Natürlich werden nach dem ersten Areitsgang noch einige Lunker und Riefen in der abgzogenen Masse sein. Wenn diese hart ist, dann können noch weiter gleiche Arbeitsgänge erfolgen. Das Auge und den Randbogen des Blattes habe ich dann freihändig modelliert. Mehrere Schleif- und Spachtelgänge schließen die Anfertigung des Urmodells einer Rotorblatthälfte ab.

http://img602.imageshack.us/img602/6711/p1140535.jpg (http://img602.imageshack.us/i/p1140535.jpg/)

Für die Anfertigung der anderen Rotorblatthälfte mache ich ebenfalls ein Brett und eine Schablone. Hier ist natürlich absolut wichtig, das Profil gleich breit und an der gleiche Position zu machen. Die Urformen werden so gut wie möglich poliert. Polyesterspachtelmasse lässt sich mit feinem Schleifpapier und grobem Stoff hervorragend schleifen und Polieren. Beim Schleifen möglichst immer mit Schleifklotz arbeiten um ebene Flächen hinzubekommen. Die Kanten beim Übergang zum Trennbrett müssen sauber gefertigt und scharfkantig sein. Hier kann man mit allem arbeiten, Cuttermesser, Feilen, scharfkantige Aluklötze und vieles mehr.

Das Rotorblattauge erhält da, wo später die Schraube durchgehen soll eine Kegelsenkung. Das realisiert dann in der Form gleich eine kleine Spitze die die Stelle zum Bohren im Blatt markiert. Anschließend werden die beiden Bretter mit den aufgebrachten Profilen mit Acryllack aus der Sprühdose lackiert. Hier ist darauf zu achten, dass keine Tropfnasen und eine absolut makellose Oberfläche der Urmodelle entstehen. Kleine Unebenheiten in der Spachtelmasse werden durch das Lackieren noch behoben. Wichtig ist ebenfalls eine vollständige Beschichtung der Flächen der Holzbrettchen die rings um das Urmodell des Blattes hervorschauen. Hier wollen wir ja später Trennwachs aufbringen und die Form drauflaminieren. Eventuelle soll mit dieser Urform ja noch einmal eine Form erstellt werden wenn man mehrere Formen braucht oder der erste Versuch schief
geht. Ich habe einen weißen Acryllack verwendet. So kann ich beim Auftragen der schwarzen Deckschicht der Form sehen ob irgendwelche Fehlstellen in der Deckschicht sind.

http://img263.imageshack.us/img263/8255/p1140629.jpg (http://img263.imageshack.us/i/p1140629.jpg/)

Die Fehlstellen im Lack auf dem Baubrett wo das Holz etwas gesaugt hat kann ich erst morgen beheben da ich dazu die Kontur des Rotorblattes selbst abdecken möchte. Das Rotorblatt ist schon spiegelglatt.

So, so weit bin ich bis jetzt. Das ist ein Lifebericht und Ihr könnt meine Fortschritte oder MIßerfolge verfolgen. Mein Zeitplan sieht vor, bis Ende dieser Woche die Formen auf die Urformen zu laminieren.

coptery

DUCDUC
03.01.2011, 17:34
Toll, das sich jemand mal an dieses Thema wagt und dann auch veröffentlicht.

Ich hsbe den Gedanken auch schon lange, traue mich aber noch nicht so recht daran.

Frage: macht es nicht (gerade bei etwas grösseren Blättern) Sinn, den Styrokern gleich in Profilform herzustellen?

Immerhin wird der Kern in den dünneren Randbereichen ja etwas gestaucht und übt dann permanent Druck aus, was möglicherweise eine Profiluntreue nach sich zieht!

Ferner kann man so wahrscheinlich, da der Kern das Blatt weitgehend ausfüllt, Harz sparen und das Gewicht senken.

gruss jürgen

coptery
03.01.2011, 17:45
schäumen könnte man machen, aber dann braucht man noch einmal eine Form. Bei größeren Blättern kann man aber auch schon an Schneiden des Kerns denken. Da der Kern keine Zugkräfte aufnimmt, kann man ihn auch aus mehrern Segmenten machen wenn man keine so lange Styroporsäge hat.

Übrigens, wo kämen wir denn hin, wenn alle das gleiche machen. Und warum soll ich mich nicht trauen einen laufenden Prozess zu veröffentlichen. Meine Überlegung ist, hier auch konstruktive Kritik zu bekommen was mich möglicherweise vor Fehlern bewahrt.



coptery

wirbelwind
03.01.2011, 20:32
Hallo,

bei größeren Blättern (ich würde sagen, ab 60er Mechanik) kommst du praktisch nicht mehr ohne einen geformten Stützkern aus.
Die Farbe der Kerne ist nicht unbeding ideal :lol:, die Härte des Hartschaumes ist jedoch genau richtig... :pressh:

Gruß Klaus.

DUCDUC
04.01.2011, 17:42
Hallo,

bei größeren Blättern (ich würde sagen, ab 60er Mechanik) kommst du praktisch nicht mehr ohne einen geformten Stützkern aus.
Die Farbe der Kerne ist nicht unbeding ideal :lol:, die Härte des Hartschaumes ist jedoch genau richtig... :pressh:

Gruß Klaus.

Okay, die Farbe ist grenzwertig;D

Hast Du schon mal was über Deine Blätter geschrieben?

Wenn nicht, machs bitte!!:lieb:

coptery
04.01.2011, 18:38
Die Farbe des Stützkerns spielt keine Rolle, wenn mann eine gefärbte Deckschicht hat. Ich fände es auch toll, wenn noch weitere Berichte über "richtigen Modellbau" kämen. Endlose Tests von China Importen langweilen irgendwie.


coptery

Maximilian.T
04.01.2011, 19:13
Hallo Coptery,

schöner Bericht, war sehr interessant zu lesen. Ich hoffe du kannst deine Blätter immer weiter perfektionieren und bekommst perfekte Ergebnisse (nicht, dass deine Blätter jetzt schon nicht sehr gut wären!!! :hallihall:)

Gruß Maximilian

coptery
05.01.2011, 11:21
Gestern hatte ich ja die beiden Urmodelle (wohlgemerkt eines für die Oberseite des Rotorblattes und eines für die Unterseite des Rotorblattes) lackiert.

Nun habe ich um die Urmodelle einen kleinen Rahmen gebaut der höher ist als die höchste Erhebung (Blattauge)

http://img143.imageshack.us/img143/7395/p1140632.jpg (http://img143.imageshack.us/i/p1140632.jpg/)


Jetzt wurde ordentlich Trennwachs auf alle Flächen gegeben und nach dem Abtrocknen auspoliert.

In den Rahmen kam nun mit schwarzen Pigmenten versetztes Deckschichtharz.

http://img33.imageshack.us/img33/9225/p1140634.jpg (http://img33.imageshack.us/i/p1140634.jpg/)

Jetzt muss man ungefähr zwei Stunden warten bis das Harz geliert. In dieser Zeit habe ich vier Glasfaser-Gewebestreifen geschnitten die in den Rahmen passen.

Mit Laminierharz habe ich dann die vier Streifen auf die noch klebrige Deckschicht laminiert.

http://img205.imageshack.us/img205/702/p1140635f.jpg (http://img205.imageshack.us/i/p1140635f.jpg/)



Mit Polyester Spachtelmasse möchte ich die Unebenheiten bis zur Oberkante des Rahmens ausgleichen und dann eine stabile MDF-Platte draufkleben. Dies soll dann das Rückgrat der Form werden.

Und dann, so Gott der in seiner Freizeit sicher auch Helis fliegt will, werde ich die Urform entformen. Da wird sich zeigen, ob ich gut gewachst habe.

coptery

wirbelwind
05.01.2011, 18:15
Hallo,

Hast Du schon mal was über Deine Blätter geschrieben?

Wenn nicht, machs bitte!!

Nun, ich habs mal vor langer Zeit (http://www.rc-heli.de/board/showthread.php?t=31165) probiert, aber die einen haben sofort gewarnt, wie eigenlich immer, wenn einer was macht, was nicht alle machen... ;)
Die anderen waren eher - so hatte ich das Gefühl - gelangweilt... :hollau:

Die Farbe des Stützkerns spielt keine Rolle...
Waaaasss? Du bist sicher einer, der dann auch die schön rot und blau eloxierten Tuningteile nicht zu schätzen weis... :lol2:

Aber mein Senf zum Thema:
Zum Eigenbau von Rotorblättern gabs mal von Klaus Weise in der ROTOR 2/90 einen Artikel. Seitdem haben eigentlich (fast) alle - die ihre Geheimnisse verraten wollten - nur davon abgeschrieben. Der Artikel von Jung ist nahezu eine 1:1 Kopie.
"Fast", das schließt eindeutig nopost123-Norbert aus, denn er hat eigene Ideen und teilt sie auch mit anderen... :cool:

Den Formenaufbau habe ich bisher ähnlich wie coptery gemacht. Zuerst das Urmodell, dann die Trennebene, dann einen Formenrand, dann - und das fehlt mir irgendwie bei coptery - die Passdübel und die Verschraubungshülsen.

Das Laminiernen beginnt mit dem Formenharz, angelieren lassen, ich streue dann Glasfaserschnitzel drauf (Kupplungsschicht) und dann kommt ein symmetrischer Lagenaufbau mit Gewebe.

Bei den angefügten Bildern habe ich zum ersten mal mit Laminierkeramik gearbeitet, davor (siehe letztes Bild) habe ich als letzte "Lage" ein Stahlprofil angeordnet. Das hat den großen Vorteil, dass man beim Zusammenfügen mit Schraubzwingen pressen kann, ohne etwas kaputt zu machen.

Wenn ich wieder eine Form mache, dann kommen auch Gewindehülsen und auf der Gegenseite Blechscheiben rein, um die Formen schonend öffnen zu können.

Ich hoffe es waren ein paar Anregungen dabei,
schöne Grüße
Klaus.

coptery
05.01.2011, 18:31
Halleluja, der Herr hatte ein Einsehen

die Entformung der Form von der Urform (hoffentlich verstehen das alle) hat funktioniert. Anschließend habe ich die Form mit Styrolharz-Spachtelmasse auf ein Brett geklebt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Dicke des so entstandenen Sandwiches überall gleich ist.

http://img375.imageshack.us/img375/3830/p1140638.jpg (http://img375.imageshack.us/i/p1140638.jpg/)


Jetzt hat die Form natürlich noch etwas Nacharbeit mit Schleifen, Polieren und Wachsen bekommen. Schleifen mit Schleifleinen, Polieren mit Polierpaste und Wachsen mit Trennwachs. Ist natürlich nicht soooo toll wie ein gekauftes Blatt, aber eine J52 fliegt auch mit Wellblech.

Gerade entsteht die zweite Form, morgen wird diese aufs Brett geklebt. Beide Formen passend verstiften und Löcher durchbohren um zusammenzuziehen. Vielleicht habe ich ja auch ein paar Einschlagmuttern. Dann steht der Produktion des ersten Blattes nichts mehr im Wege. Carbongewebe und Carbonrowing ist gekommen. Da ich jetzt eine Einfachform habe, komme ich mit meinem 28Minutenharz auch nicht mehr so in Zeitnot.

Etwas Probleme macht mir noch der Nachlauf. Den kann ich nur experimentell ermitteln und dann beim nächsen Blattsatz verändern.

Weiterhin beschäftigt mich die Frage, ob ich bei einem 4mm dicken Blatt überhaupt einen Schaumkern reinmachen soll oder mit Carbonlagen auffüllen und ganz innen einfach Harz.

Zu den Anmerkungen von Wirbelwind.

Der Unterschied beim Urmodell ist, dass ich jeweils ein Urmodell der Oberseite und der Unterseite auf einem eigenen Trennbrett aufgebaut haben.

Das Verstiften ist natürlich bei mir auch noch zu lösen.

Coptery

Amok
05.01.2011, 19:24
Toller Bericht, ... ich lese still mit...

@Klaus: was sind das denn für Blätter ;)

Welcher Kopf gehört dazu? Der Vario hat doch nur eine Bohrung.
Oder Machst du ein neues Zentralstück?

mfg
Amok

wirbelwind
05.01.2011, 19:52
@Klaus: was sind das denn für Blätter ;)

Hallo Thomas,

das müsstest du doch wissen... :lol:

Gruß Klaus.

Amok
05.01.2011, 21:19
Ich schätze mal StaFlex ;)

mfg
Amok

nopost123
08.01.2011, 21:43
Hallo Dieter
Meine Glückwunsch zu deinem sehr schönen Bericht und dem Entschluss die Rotorblätter selber zu bauen. Den Innenaufbau von Rotorblättern kann man auch anders gestalten. Bei meinen Rotorblättern verwende ich 5,5mm Alurohr als Holm. Das Alurohr geht aber nicht bis zum Blattanschluß durch. Ca. 20 cm davor hört das Rohr auf. Diesen Bereich im Blattanschluß lasse ich biegeweich(Schlaggelenk). Das Rohr erhöht die Torsionsfestigkeit des äußeren Blattbereiches. Die Fliehkräfte (ca, 3500N) stabilisieren den inneren Blattbereich. Hier muß nur die Zugfestigkeit auf der sicheren Seite sein. Der Rotordurchmesser meiner Drei und Vierblattsätze liegt bei 1580mm, entspricht also nach heutiger Definition der 700er Klasse. Wichtig ist das entfetten des Alurohres mit Aceton vor der Verklebung und anrauhen mit einer Feile Hieb 1. (Dazu wird die Feile diagonal auf das Rohr aufgelegt und unter dem Druck der Feile das Rohr gedreht. Dies ist zu wiederholen bis man hinten angekommen ist. Meine Blätter baue ich nach wie vor hohl auf. Dazu verwende ich Glasgewebeband das in der Form gestaffelt überlappt wird. Die Mehrblattsätze haben ca. 44mm Tiefe, Der Zweiblattsatz für die Bell 47 62mm (Rigid). Um die Torsionsfestigkeit zu erhöhen kann man auch einfach ein Glasgewebeband an den Enden anfassen und die Faserrichtung auf 45° ziehen. So legt man das dann in die Form ein. Ich tupfe übrigends die Lagen immer mit einem Borstenpinsel ein. Jeder Abeitsschritt ist protokolliert und der Harzanteil für jede Lage festgelegt. Zur Trimmung gieße ich mir eine "Bleinase" die ungefähr der Profilform entspricht und vorab gewichtsmäßig optimiert wird. Dadurch erreiche ich einen Schwerpunkt der zwischen 0 bis max 2mm Vorlauf liegt. Das Alurohr eignet sich auch sehr gut zum Auswiegen. Wenn du es am Randbogen heraussehen läst kann ggf. im Rohr Gewicht eingeklebt werden. Ein schöner Nebeneffekt dieser Bauweise scheint zu sein das die Blätter bei einem Crash nicht abbrechen. Sie verwinden sich, zerbrechen aber nicht. Die Blätter sind zwar deshalb trotzdem Schrott, aber es fliegt nichts durch die Gegend.

mfG

Norbert

nopost123
09.01.2011, 17:41
Hallo Dieter
Als Ergänzung habe ich noch ein paar Schnitte von Bruchmustern und als Beispiel die Laminierpläne eingestellt. Als Deckschicht verwende ich das gleiche Harz, das jedoch mit einer Farbpaste eingefärbt wird. Der 2. Harzansatz mit Thixotropiermittel wird ebenfalls eingefärbt. So kann man mit wenig Aufwand recht ordentliche Ergebnisse erreichen und kommt mit einer Harzsorte aus. Durch die verschiedenen Variationen des Blattaufbaues kann man die Flugeigenschaften eines starren Rotorkopfes sehr gut beeinflussen.

mfG

Norbert

DUCDUC
09.01.2011, 19:40
Danke für die vielen Infos Norbert, ich lese interessiert mit.

Ich habe schon einige Erfahrungen mit GfK-Verarbeitung, irgendwann baue ich sicher auch mal eigene Blätter.

Da sind Eure Berichte Gold wert!!

gruss jürgen

coptery
09.01.2011, 21:26
Vielen Dank für die Info's, das hilft mir sehr weiter.

leider war ich in der vergangenen Woche etwas gebremst durch Renovierungsarbeiten in meinem Haus. Ich konnte nur die Form für die 500mm Blätter fast fertigmachen.

Danke Jungs für eure Tips

hab auch meine kleine Lama geerdet. Eigentlich ist nur das Landegestell durch einen kontrollierten Absturz geschrottet. Wie kams?

Also meine kleinen Spinblade-Kopien (325) aus der Aluform drauf und dann los. Schon beim Schweben habe ich gesehen, dass über Nick und Roll eine Schwingneigung da war. Beim Anregen mit dem Knüppel hats immer gedämpft nachgewippt. Ausserdem hat man entgegen den original Blättern einen wesentlich größeren Konuswinkel gesehen. Also Blätter zu weich? Wußte ich auch schon vorher beim Test über der Schreibtischkante. Als ich diese Blätter gebaut habe hatte ich noch kein Carbon. Ich habe dann immer vorsichtig meine Runden gedreht

Dann, ein Akku war noch nicht leer, bin ich etwas zu schnell senkrecht nach unten gegangen . Heli fängt an über NIck und Roll an zu schwabbeln. Weniger Pitch sorgt dafür, dass der Heli schneller fällt, mehr Pitch sorgt dafür dass das Schwabbeln stärker wird. Innerhalb einer Sekunde habe ich alle noch möglichen Tests durchgeführt und Optionen abgewogen. Ok, dann eben kontrollierter Absturz direkt vor meine Füße.

Ich werde es mit den Blätter noch mal versuchen und die Regelparameter des 3Digi etwas zurücknehmen.

Coptery

nopost123
09.01.2011, 21:50
Hallo Dieter
Ein größerer Konuswinkel entsteht auch wenn dein Blattschwerpunkt weiter innen liegt. Die Zentrifugalkraft ist dann ja geringer und die Biegebelastung der Blätter nimmt zu. Statt des CFK-Gewebes kann man das Blatt auch sehr gut durch GFK oder CFK-Rovings im Nasenbereich versteifen. Wichtig ist aber immer die passende Bleimasse am Blattende. Schwerpunkt sollte > 50% und der Vorlauf bei möglichst 0 mm sein.

mfG

Norbert

michamerlin
09.01.2011, 22:00
nach 24 Stunden kommt der Augenblick der Wahrheit. Da das Harz auch in die Gewindegänge der Schrauben eingedringt ist das Fußarbeit mit einem langen Inbusschlüssel.

mal ein kleiner tip dazu von mir.
ich habe zwar nur eine dreiteilige gefräste aluform um profile in CFK herzustellen, aber der tip funktioniert auch bei rotorblättern.
ich fette die gewinde und die schrauben einfach dünn mit handelsüblichem mehrzweckfett ein. dann lösen sich die schrauben ganz leicht wieder.

gruß micha

coptery
12.01.2011, 19:23
Hallo Leute

ich bin darauf gestoßen, dass man die Aussenhülle nicht mit Gelcoat sondern auch mit Acryllack aus der Spraydose einbringen könne. Allerdings muß man dabei mind. 24 Stunden warten bis der Lack komplett ausgehärtet ist. Dannach geht es mit den Laminaten weiter. Hat jemand schon einmal damit Erfahrungen gemacht? Wir der Lack dabei auf das Trennwachs aufgesprüht oder geht das nur mit Trennlack?

Übrigens habe ich jetzt die zweite Formhälfte entformt. Jetzt gehe ich gerade daran, das Bleigewicht herzustellen.

Vielleicht werde ich am Wochenende in die Form laminieren.


CotperY

DUCDUC
12.01.2011, 21:43
Acryllack habe ich in diesem Zusammenhang noch nicht gehört, was ich aber gehört habe, ist, dass 2K-Lack in die Form gespritzt wird und dass vorher in die gewachste Form Trennlack gespritzt wurde.

Auf Wachs wird kein Lack vernünftig aufzutragen sein!

michamerlin
14.01.2011, 01:27
. Hat jemand schon einmal damit Erfahrungen gemacht?

hier gibt es sowas. die helfen auch sicher bei fragen weiter.
ich selbst habe das noch nicht versucht.

http://www.hp-textiles.com/shop/index.php?cat=c784_In-mould-coating--IMC-Lack-.html&XTCsid=654a223628a43795d1b93b749897fd84

micha

pfeiferl
14.01.2011, 14:23
Hallo coptery,

Ein paar Infos zum Lakieren in die Form.

Hab jahrelang meine F3B Modelle auch in die Formen lakiert.

1. Wachs in der Form:
wenn es gut poliert ist, gibt es kein Problem mit Augen oder Zusammenlaufen des Lacks.

Wenn Du ein Wachs hast, das gut trennt, dann ändere Deine Vorgangsweise nicht!
Anderes Auftrage, Trocknen, Polieren kann schon dazu führen, daß dein System nicht mehr richtig trennt. never change a winning...........!

Probier zuerst am Formenrand Neues aus.
z.B: neues Wachs-polieren- Lackieren(den Rest aber abdecken)- Harz und Gewebe drauf- Härten, je nach Harzsystem- abziehen- freuen/ärgern ;D

Lacke:
im Prinzip kannst Du alle Lacke auch Acryllacke aus der Dose verwenden.
Warum normal 2K-Lacke? Sind widerstandsfähiger gegen Lösungsmittel/Sprit und dergl.
2K Lacke sind härter als Akryl und können dünner-leichter gespritzt werden.

Wann auf Lack laminieren?

Hochglänzende Lacke haben Silikone, die beim Härten an die Oberfläche wandern.
Wenn so ein Lack ausgehärtet ist, geht das Harz damit keine Verbindung mehr ein und der Lack schält sich später ab.
Passiert auch manchen Profis, wenn sie zu lange warten.

Die beste Zeit direkt auf einen Lack zu laminieren ist, wenn der Lack gerade nicht mehr klebt, aber noch weich ist. Am Formenrand probieren.

Wenn Du nicht gleich zum richtigen Zeitpunkt laminieren kannst, einen Nebel mit Füller drauf lackieren, dann kannst Du auch weiterbauen, wenn der Lack durchgehärtet ist. Ist aber unnützes Gewicht.....

Bei matten PU-Lacken, sind normal Möbellacke, kannst Du auch bei durchgehärtetem Lack weiter arbeiten. Sind aber weicher wie 2 K Lacke.

Die Oberfläche Deiner Bauteile wird mit dieser Art der Lackierung nur so schön wie auch Deine Form glänzt!

Dicker lackiert, kannst Du auch die Oberfläcke mit Naßschliff mit 2000er Papier verbessern.

Den besten Glanz bekommst Du, wenn Du zuerst eine ganz dünne Schicht falblosen Lack reinmachst, antrocknen lassen und dann die Farbe drauf, wieder antrocknen lassen und dann weiter. Gewicht?!

Entscheidend ist das exakte Einhalten der einzelnen Trocken und Härtezeiten um einen guten Verbund zu schaffen.

Viel Erfolg weiterhin, Grüße, Georg

coptery
14.01.2011, 18:29
Das mit dem Lackieren ist scheinbar garnich so abwegig. Werde ich mal probieren. Vielen Dank für die Infos.

coptery

nopost123
14.01.2011, 20:14
Hallo Dieter
Solltest du dich erst einmal mit der Blattaufbau- und Laminat-Technik beschäftigen wollen, so kann man mit Farbpasten recht gute Ergebnisse erreichen. Bei meinen Blättern verwende ich rot bzw. grau. Grau passt mehr zum Vorbildähnlichen aussehen und läst sich gut laminieren.Es wird erst dünn eine vorwiegend deckende 1. Schicht eingestrichen. Geliert die Deckschicht streiche ich eine weitere eingefärbte Schicht mit Andickung von Baumwollflocken. Nur soweit andicken das kein Harz mehr abläuft. Jetzt wird in einem Rutsch mit dünnflüssigem Harz weiterlaminiert.

Viel Erfolg beim weiteren Experimentieren

mfG

Norbert

cappy
15.01.2011, 11:18
Ich verstehe zwar nur die Hälfte von dem was ihr hier schreibt, aber meinen Respekt für Eure Arbeit habt ihr!

coptery
23.01.2011, 07:15
Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert


http://img510.imageshack.us/img510/9647/p1140639.jpg (http://img510.imageshack.us/i/p1140639.jpg/)

Das erste Blatt ist der Form entschlüpft.

Länge: 500mm
Tiefe: 30mm
Dicke: 3,7mm

Gewicht: 66g (davon 14g Blei)
Vorlauf: 0°
Blattanschluß: 6mm dick, 3mm Bohrung

Oberfläche: Deckschichtharz Gelcoat weiß eingefärbt.
Laminat unten: 1Lage 45°, 1Lage 0°
Laminat oben: 1Lage 45°, 1Lage 0°, 1Lage 45°
Auge mit Messingeinlage
50K Rowing um Messing herumgelegt bis in die Blattspitzen geführt
Kein Schaumkern sondern mit Harz und weiterem 50k Rowing komplett gefüllt.

Ich werde jetzt noch ein paar Blätter machen, aber dann wird es Zeit, wieder an meiner großen Lama weiter zu bauen. Wahrscheinlich werden wir den Bau einer 3fach Form aus Alu angehen. Da zieht sich der Bau eines Blattsatzes nicht über mehrere Tage hin.

Demnächst werde ich aber noch das Ersetzten der Deckschicht durch Einbringen einer Lackschicht in die Form ausprobieren. Es ist relativ schwierig eine dünne gleichmäßige Schicht Gelcoat in die Form einzubringen. Bei zwei Stunden Gelierzeit läuft das Harz auch immer wieder an die tiefste Stelle der Form. Lack in meheren Lagen aufgesprüht hält auch auch den mehr oder weniger senkrechten Stellen der Form. Bei 3,7mm Blattdicke nimmt mir die Deckschicht aus Gelcoat auch zu viel vom Volumen weg. Lieber mehr Glasfaserlagen.

Jezt bin ich gerade am Überlegen, wie ich einen Zugtest durchführen kann.
Bei 66g und einer geplanten Drehzahl von 1200U/min ist doch eine Zugkraft von 500N am wirken. Ich denke hier an eine Hebelmechanik mit einem Übersetzungsverhältnis 1:10 und einem Eimer Wasser den ich definiert befülle. Am Fixlager ist das Blatt im Auge befestigt, auf der anderen Seite irgendwie durch Klebestreifen (Gaffatape) auf Ober- und Unterseite. Einen Sicherheitsfaktor von 2 möchte ich schon haben.


Dieter

nopost123
26.01.2011, 20:09
Hallo Dieter
Den Zugtest kannst du mit einer Hebelmechanik gut durchzuführen. Dieses Verfahren wende ich auch immer an zum Testen von Rotorkopf-Komponenten. Ich verwende dazu ein Hebelverhältnis von 1:20. (Bei 1T wird mir das Gegengewicht zu schwer.) Das Prinzip mit dem Wasserbehälter funktioniert auch sehr gut. Mach auf jeden Fall auch einen Langzeittest mit z.B. 30% Überlast. Ich habe es schon erlebt das nach Stunden sich dann ein Bauteil "zerlegt" hat. Dieser Test simuliert die Alterung eines Bauteiles.
Deine angepeilte Drehzahl von 1200 U/min hat mich erstaunt. Das ist sehr niedrig. Ich habe mal einen Rotordurchmesser von 1,12m angenommen. Dabei würde sich eine Blattspitzengeschwindigkeit von 253 km/h einstellen. Meine Rotoren betreibe ich bei 1,58m DRM mit 370 bis 450 Km/h. Meine sehr leichte große Bell 47 hat bei 800 U/min und 1,82m RDM eine Drehzahl von 273 Km/h. Ab 1700 U/min dürftest du aber bei Blattspitzenwerten von > 350 U/min eine gute Steuerfolgsamkeit ohne "Unarten" erwarten dürfen. Niedrige Blattspitzenwerte erfordern im Allgemeinen eine sehr weiche Dämpfung der Schlagbewegung. Desweiteren vergrößern sich die Schwenkwinkel der Blätter deutlich.

mfG

Norbert

coptery
30.01.2011, 17:13
So Leute,

alle die dachten, ich gebe auf, muß ich leider entäuschen. Nun die Lama im augenblicklichen Stand mit Rotorblättern "Do it yourself". Rotordurchmesser ist nun 1220mm.

Es bleibt spannend. Ein bisschen gedreht haben die Blätter sich schon. Da ich allerdings noch keine Zugtests gemacht habe, ließ ich die ganze Sache sehr verhalten mit 3S etwas laufen. Das ist schon was anderes als meine kleine 450'er Lama (ist mit den selbstgemachten Blättern ja schon geflogen). Ich bekomme langsam Respekt vor dem Großen. Jetzt wird es Zeit, dass es beim Heck weitergeht.

http://img440.imageshack.us/img440/9299/p1140642.jpg (http://img440.imageshack.us/i/p1140642.jpg/)

Übrigens habe ich mal das "IN MOLD Painting" versucht. Natürlich noch ausserhalb des Blattbereiches, aber es funktioniert. Ich habe einen Bereich mit Acrylfarbe aus der Spühdose eingefärbt. Dann den Lack 24 Stunden durchtrocknen lassen. Anschließen drüber laminiert. Nach dem Aushärten des Laminates nimmt das Epoxy die Farbe beim Entformen mit. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass gut gewachst und poliert wurde. Es hat mich gewundert, dass der Acryllack aus der Dose schön gleichmäßig auf der gewachsten Oberfläche der Form liegengeblieben und nicht zusammengelaufen ist. Ich werde auch noch einen Versuch mit PU/Acryllack machen. Der soll strapazierfähiger sein als der normale Acryllack.


@ nopost123.
Ich fliege bei der kleinen Lama im Bild eine Drehzahl von 1600/min. Da sollte ich bei dem großen Brummer schon deutlich drunter gehen können. Mal sehen.


Dieter

pfeiferl
30.01.2011, 19:32
Hallo Dieter,

ein kleiner Tip noch, wenn Du den Lack durch trocknen läßt.

Wisch mit einem Lappen mit Aceton flott über den gehärteten Lack kurz bevor Du drauf laminierst.

Damit geht das Harz eine bessere Bindung zum Lack ein und der Lack wird nicht so leicht abblättern.

Viel Glück und alles Gute weiterhin, Georg

coptery
18.03.2011, 21:17
So Leute, lange Zeit wars ruhig um dieses Projekt. Der Thread heisst eigentlich "Rotorblätter selbstgebaut". Ich will aber mal ein bisschen zeigen, was ich mit den Rotorblättern gemacht habe und wie's mit dem Gesamtprojekt weitergeht.

http://img20.imageshack.us/img20/9042/foto0152tw.jpg (http://img20.imageshack.us/i/foto0152tw.jpg/)


jetzt war ich das erste mal im Freien. Nur ein bisschen schweben. Ein gigantisches Gefühl für jemanden, der bisher nur 450'er geflogen ist. Für alle, die's bis jetzt nicht verfolgt haben. Der Heli ist selbst konstruiert und gebaut. Das besondere ist das Antriebskonzept mit dem Motor huckepack dort, wo er eben bei einer Lama hingehört. Selbst gemacht sind Rahmen, Wellen, Taumelscheibe, Zentralstücke, Blatthalter, Blätter!!! und so weiter.
Kaufteile sind Motor (HK), Sender (DX7) Empfänger (Orange 6ch), Stabi (3digi) Servos (Graupner DES) und natürlich Halbzeuge, Zahnräder und Lager.

Stromverbrauch: 300mAh/Minute bei 3,5kg Abfluggewicht (inkl. Akku)

kann mir mal jemand sagen, wo ich im Vergleich zu anderen 600'er Helis liege. Durch eine Abmagerungskur will ich auf jeden fall noch ein paar hundert Gramm runter. Die Kanzel (wird tiefgezogen) bringt nichts mehr dazu, weil ich jetzt aufgrund der Aufbauweise (bis auf den Akku und Blei alles hinter dem Schwerpunkt) 0,5kg Blei in der Nase habe.

Bei der Drehzahl bin ich irgendwo zwischen 1500 und 1800 /min. Ich konnte es noch nicht genau messen. Auf jeden Fall ist das Geräusch genial. Wenn der Heli auf dem Boden steht, dann biegen sich die Blätter am Ende 5cm nach unten.

Was ich noch machen will:
Alles noch leichter, Scaleteile wie Kanzel, Tankatrappe, Heckschürze, Heckausleger aus Edelstahlrohr hartgelötet, Beleuchtung und vieles mehr. Bis jetzt war ja gar nicht klar, ob das Ding überhaupt in die Luft kommt. Aber jetzt bin ich wieder richtig motiviert.

Natürlich muß ich das Flugverhalten sicher noch optimieren. Soll ja richtig ruhig und stabil in der Luft liegen. Bei Fahrt soll der Heli nicht aufsteigen, sich bei Pitch nicht drehen und vieles mehr.

Die Bauzeit bis jetzt war ca. 1/2 Jahr.

Wenn es jetzt noch eine Heliturbine in der Größe der Kolibri oder kleiner gäbe, könnte man auf dumme Gedanken kommen. Ich habe mir schon mal ein Buch über den Selbstbau von Turbinen zugelegt. Ihr wisst ja, "from stock" interessiert mich eigentlich garnicht. Billig ist's auch nicht. Die Teile mit einigen Übermengen haben mich so viel gekostet wie ein 600'er aus dem Laden. Über die Kosten für die Drehbank und die Fräsmaschine will ich garnicht mehr nachdenken. Aber das wollte ich schon immer mal haben.

Allerdings kosten mich jetzt neue Rotorblätter nach einem Unfall gerade mal drei Stunden Arbeit und 3€.


Dieter

nopost123
18.03.2011, 21:45
Hallo Klaus
Schön zu sehen das es bei dir weiter geht. Die 300mA/min ist schon o.K. Mehrblattrotoren brauchen schließlich für mehr als zwei Blätter Strom.

mfG

Norbert-_-

Klaus13
21.03.2011, 10:00
Stromverbrauch: 300mAh/Minute bei 3,5kg Abfluggewicht (inkl. Akku)

kann mir mal jemand sagen, wo ich im Vergleich zu anderen 600'er Helis liege.


Hallo Dieter,

mit den 300 mA liegst Du m.E. sogar sehr gut. Meine AS350 mit 600er Mechanik und 3-Blattkopf liegt eher so bei 500-600 mA/min, ist allerdings auch etwas schwerer.

Gruß Klaus

coptery
23.04.2011, 23:18
So Leute

mittlerweile ist es ein bisschen weitergegangen. Es sieht ja toll aus, wie die Rotorblätter im Stand runterhängen. Ich hatte meinen Heli aber mal im Auto weil ich nach der Arbeit meinen Kollegen das Dingens mal zeigen wollte. Aber, oh schreck, die Blätter sind aufgrund der Wärme so weit runtergekommen, dass eines das Heckrohr gestreift hat. Ich konnte dann zwar fliegen indem ich dieses Blatt vor dem Anlaufen des Motors auf das Heckrohr gelegt haben. Die eine Runde war dann ausreichend, dass die Fliehkraft die Blätter in die Waagerechte gebracht hat. Allerdings ist das Flugverhalten auch etwas schwammig.

Deshalb habe ich mir jetzt noch Blätter mit Carbon anstatt Glasfaser gemacht. Die sind jetzt bocksteif und fliegen sich auch definierter. Um noch mehr Carbon möglichst weit nach aussen zu bringen habe ich auf das Gelcoat verzichtet und sofort in die Form laminiert. Die dabei entstandene Carbonoptik ist zwar noch verbesserungswürdig und braucht jetzt noch eine Lackschicht hinterher drüber.

Habt ihr mir einen Tip, welcher Lack (möglichst aus der Dose) schnell trocknet und kratzfest ist. Dann spare ich mit in Zukunft das ganze Gerödle mit dem Gelcoat und bringe noch mehr Carbon in die Form.


Dieter

OnkelKai
23.04.2011, 23:26
Hallo coptey!

Ich habe eben auch so ein Projekt am laufen. Ich hatte mir einfach mal im Baumarkt eine Dose Lack besorgt und in die Form gesprüht. Ich hatte dann den Lack mal 4 Tage auslüften lassen. Erstaunlicher weise hat sich die Lackschicht super mit dem Laminat verbunden und hat die Eigenschaften eines Autolackes halt. Wenn du magst gehe ich morgen mal in den Keller und schau was das genau für ein Lack ist.

Gruß Kai

coptery
24.04.2011, 06:11
Hallo Kai

klar interessiert mich, was das für ein Lack ist.

Dieter

PuraVida
24.04.2011, 09:29
Super Bericht(e)!

Ich habe sie sehr gespannt gelesen!

Respekt!

LG
Ernst

OnkelKai
24.04.2011, 11:40
So hab eben mal geschaut und es ist der CLASSIC Buntlack aus dem OBI.
Ich kann momentan noch nicht sagen wie es dann ausschaut mit dem Lack wegen der
Ölbeständigkeit, und wie es sich auf Dauer an der Blattwurzel verhält. Da ich momentan lieber
fliegen gehe, werde ich denke ich noch ne weile brauchen bis ich die ersten fliegbaren Prototypen habe. Wobei das in deinem Fall mit dem Öl eher eine untergeordnete Rolle spielen wird :)

Ich kann ja wenn ich mal soweit bin ein Thema über meine Rotorblätter aufmachen und berichten.
Mein T-Rex 700 wartet auch schon sehnsüchtig auf seine neuen Löffel :)


Gruß Kai

smartrobert
02.10.2011, 10:16
Dieser Thread hat ein sehr spezielles, aber auch hoch interessantes Thema, mit hohen Motivationsfaktor für alle Selbermacher. Jetzt wo es wieder ein wenig kälter wird, würde ich gerne dieses Theam wieder aufleben lassen, denn der Winter ist ja die Zeit zum Bauen.

So interessiert mich zum Beispiel brennend, wie die beiden Blatthälften miteinander verbunden werden? Naß in Naß? Oder erst beide Schalen trocknen lassen, und danach diese verkleben? Mit oder ohne Überlappung des Gewebes?

Wie verhält es sich mit Eueren Erfahrungen mit entsprechenden Stützkernen? Machen diese erst ab einer bestimmten Blattlänge einen Sinn?

Wenn die Festigkeit mit einem Sicherheitsfaktor gerechnet wird, sollte man da auch einmal eine mechanische Belastungsprobe machen? Wie wäre denn da der mechanische Aufbauß zum Test?

Robert

coptery
02.10.2011, 11:08
Hallo Leute

ich laminiere naß in die beiden Formhälften. Das Gewebe ist dabei an den Rändern mindestens bündig bzw. sogar ein bisschen höher als die Form. Da die Blätter bei mir nur 3mm dick sind, mache ich keinen Stützkern sondern gieße noch soviel Harz rein, dass dies auch bündig ist. Dann wird zusammengeklappt und mit Schraubzwingen verpresst. Überschüssiges Harz wird nach aussen gedrückt. Dadurch klafft zwar die Form etwas auf, aber das ist maximal 1/10 mm. Ich habe somit einen Stützkern aus Harz.

Ich denke mal, ein Stützkern aus Schaum macht bei einem gewissen Volumen sind, wenn man das Gwicht reduzieren will. Ansonsten ist ein Stützkern aus Harz genauso gut.

Demnächst machen wir eine Form aus Alu. Die wird dann mit Inbusschrauben zusammengezogen. Um das Formnest kommt ein Graben, dass das überschüssige Harz nicht rausoder in die Gewinde Läuft.

Dieter

smartrobert
02.10.2011, 11:28
Hallo Dieter

einen Stützkern aus Harz bedeutet doch, dass jetzt massive Kunsstoffblätter mit einer Aussenummantelung aus Gelcoat und GfK entstehen? Mit anderen Worten könnte ich mir den Aufbau eines solchen Rotorblattes doch wie bei einem Klapppropellers aus GfK (CfK) vorstellen, den wir bei den Elektrosegler verwenden.

Diese Blätter müssten dann doch sehr steif sein. Wie verhält es sich dann mit den Schlagbewegungen des Helis? Wenn ich mich richtig erinnere, dann wolltest Du die Blätter Deiner Lama doch etwas weicher bauen, weil der Einbau eines Schlaggelenkes im Rotorkopf nicht so leicht realisierbar war. Hast Du den Rotorkopf darauf angepasst?

Viele Grüße Robert

Robert

coptery
02.10.2011, 13:40
Hallo Robert
Die Steifigkeit eines Rotorblattes kommt nicht aus dem Kern. Die Biegesteifigkeit erreichst du mit den Gewebelagen oben und unten. Die Torsionssteifigkeit durch diagonal eingelegte Lagen. Der Kern selber trägt absolut nichts zur Steifigkeit bei sondern ausschließlich die Zugfestigkeit der Lagen. Wenn du ein Rotorblatt nach unten biegen willst, dann müssten die Längsfasern oben ja länger werden. Das lassen diese aber aufgrund ihres Eleastizitätsmoduls (eben nicht elastisch) nicht zu und behindern so die Biegung nach unten. Genauso ist es bei einer Biegung nach oben mit den längsliegenden Fasern auf der Rotorblattunterseite. Wenn du ein Blatt verdrehen willst, dann behindern dies die diagonal liegenden Fasern. Wichtig ist dabei, dass die Lagen auf der Oberseite eine gute Verbindung zur Unterseite haben. Diese erreichst du aber wie gesagt mit naß zusammenpressen der beiden Blatthälften. Dabei sollte dann möglichst wenig aber genügend Harz an der Berührstelle der Ober- und der Unterschal sein.

Mein Blattaufbau ist folgendermaßen von oben nach Unten.
längs/diagonal/längs/diagonal/Harzkern mit Rowing /diagonal/längs/diagonal/längs

Der Rowing läugt von der Blattspitze um das Auge und zurück zur Blattspitze.

Im Augenblick fliege ich keinen Kopf ohne Schlaggelenk. Aufgrund der Fliehkräfte bewegen sich die Blätter trotz Schlagen nur minimal auf und ab. Immernin ziehen bei einem 600'er die Blätter mit einer Kraft von ca. 800N nach aussen. Selbst sehr steife Blätter haben bei einer Länge von einem halben Meter noch genügend Elastizität um das Schlagen in gewissen Grenzen mitzumachen. Inwieweit sich dies auf die Geräuschentwicklung bzw. Laufkultur auswirkt kann ich im Augenblick nicht sagen da ich meine steifen Carbonblätter zerstört habe und nun die weichen GFK Blätter fliege.

Dieter

nopost123
02.10.2011, 22:51
Hallo Helifreunde
Bitte nicht den Schwerpunkt des Rotorblattes vernachlässigen. Der Schwerpunkt des Rotorblattes sollte wie bei einem Flugzeug kurz vor dem Auftriebshöchstpunkt liegen. beim Stabilosen Heli ist das i.d.R. der Drehpunkt des Blattes. -1 bis -2 mm sind noch tolerabel. Ein ausgießen des Blattes führt automatisch zu "Schwanzlastigen" Rotorblättern. Solche Rotorblätter neigen zu starken "AUFBÄUMTENDENZEN" im Schnellflug bzw. starker Windempfindlichkeit. Die Agilität auf Pitch hingegen nimmt zu. Ich baue meine Rotorblätter bis zu einer max. Tiefe von 62 mm alle ohne Stützkern. Nähere Infos findet ihr in meinen Alben. Der Schwerpunkt liegt zwischen 0 bis max. -2mm Schwerpunktrücklage. Als Torisionselement und Stützmateriel verwende ich ein passendes Alurohr. Wer besonders biegeweiche Rotorblätter für niedrige Drehzahlen benötigt läst das Alurohr 200mm vor der Blattwurzel enden. In diesem inneren Rotorblattbereich sind nur Rovings und Matte, kein Stützmaterial vorhanden. Für die Prüfung der Zugfestigkeit habe ich eine spezielle Prüfvorrichtung gebaut. Thread unter Sicherheit von Mehrblattköpfen - RC-Heli Community (http://www.rc-heli.de/board/showthread.php?t=180158)
Alle meine Rotorblätter fliege ich problemlos ohne Stabilisierung, allerdings kein 3D.
siehe auch: http://www.youtube.com/watch?v=5UX7O8fAS_s&feature=mfu_in_order&list=UL

mfG

Norbert

smartrobert
03.10.2011, 08:03
Der Schwerpunkt liegt zwischen 0 bis max. -2mm Schwerpunktrücklage

Bedeutet dieses, dass der Schwerpunkt bis max. 2 mm hinter der Drehachse des Rotorblattes liegen darf, dieses von der Rotorblattnase aus betrachtet?

Welche Profil (Symetrisch und S-Schlag) wäre zu bevorzugen?

Ist der Aufbau des Rotorblattes (Gewebetyp/Lagen) Deines Rangers im Album beschrieben, oder ist dieses eher eine allgemeine Beschreibung zum Bau eines Blattes?

Viele Grüße,

Robert

nopost123
03.10.2011, 21:39
Hallo Robert
Zu Frage eins: Ja, der Drehpunkt ist von der Blattbefestigung in Richtung Blattende zu sehen. Der Nachlauf sollte also nicht mehr als 2mm Rücklage betragen.
Zu Frage zwei: Die Wahl des Profiles ist abhängig von dem Einsatzzweck. Kunstflugblätter werden sinnvollerweise mit einem vollsymetrischen Profil gebaut, Scale wird mit S-Schlag oder tragenden Profilen ausgerüstet. Bei meinen Helis verwende ich S-Schlag bei den 1,8m Rotoren und ein NACA 2415 bei den Mehrblattsystemen.
Zu Frage drei: Der Vorschlag in meinem Album ist ein typischer Durchschnittswert. Je nach Rotorsystem kann man ja die Eigenschaften des Blattes durch den Lagenaufbau und die Bleieinlage samt Alurohr beeinflussen. Einige Muster habe ich dem Thread angehängt.
Viel Spaß beim Nachbauen.

mfG

Norbert

nopost123
03.10.2011, 21:52
Hallo Robert
Noch zwei weitere Archivblätter.

mfG
Norbert

Blattschmied
05.10.2011, 20:29
Hallo Zusammen

Muss auch sagen sehr schöner Bericht.Ich selber habe auch mal Rotorblätter gefertigt habe es dann eingestellt. Grund war das die Mitbewerber immer günstiger wurden und auch die Blätter von der Qualität besser wurden.

Aber schön zu lesen das es noch Leute gibt die sich damit befassen. Anbei ein Foto aus alten Tagen ich kann vieleicht auch den einen oder anderen Tip geben......."

Gruß Fred

wirbelwind
06.10.2011, 06:40
Hallo,

@Fred: Es wäre wirklich toll, wenn du ein wenig "aus deinem Nähkästchen plaudern" könntest. Es gibt ja doch einige unterschiedliche Ansätze und Auslegungen und ich finde es gut, wenn man auch von anderen lernen kann und nicht alle Erfahrungen selbst machen muss. :lieb:
Von welchem Rotor stammt der Abschnitt auf der rechten Seite deines Bildes?

Viele Grüße
Klaus.

Blattschmied
06.10.2011, 17:24
Hallo Klaus

Ja es wurde ja schon viele Dinge über den Blattaufbau geschrieben. Zum Schnitt durchs Rotorblatt stammt aus einer KA 28 wollte mal wissen was die Russen so in ihren Blättern drin haben. Ist im Prinzip genau der Aufbau wie ihn Norbert beschrieben hat.Es gibt so viele Dinge über man Auskunft geben kann,wie kann ich helfen frag einwach was........."!"

Gruß Fred

wirbelwind
07.10.2011, 14:12
Hallo Fred,

also was immer wieder Anlass zu Diskussionen gibt ist die Blattform. Während man bei den symmetrischen mit der NACA 00xx-Serie eigentlich wenig verkehrt machen kann, sieht es bei den "tragenden" Profilen schon anders aus...
Welche Erfahrungen hast du mit den Profilen gemacht? Die NACA 240xx sind leider nicht "druckpunktfest"... S-Schlag? Ja, aber welche?

Ich denke, für die Allgemeinheit von Interesse wäre auch die Anordnung des Gewichts. Üblich sind Ø 4 - 5 mm Blei-Drähte im äußeren Drittel des Blattes (60er/700er Größe)... Hast du eine ähnliche Ausführung gewählt?

Wie auch oben schon diskutiert: Stützstoff. Ich denke ab einer bestimmten Größe ist (bei einer herkömmlichen Ausführung ohne Alu-Rohr) ein Stützkern schon interessant? Als Material extrudiertes PS oder PU, da die "professionellen" Stützstoffe wie z. B. Herex für Modellbau nicht gerade einfach zu bearbeiten und auch etwas teuer in der Anschaffung sind?

Ja und natürlich der Gewebeaufbau. Seit dem ROTOR-Artikel von Klaus Weise Anfang der 90er wird der Aufbau (GFK) von aussen nach innen mit: 80 g/m², 163 (oder 220) g/m² und im vorderen Bereich ein Gewebeband und/oder Rovings als die Lösung von verschiedenen Leuten angegeben. Wie siehts du das?
Hast du 45°/45° Lagen zur Verbesserung der Torsionssteifigkeit verbaut?

Es gibt so viele Dinge über man Auskunft geben kann,wie kann ich helfen frag einwach was........."!"

Naja, Fragen gäbe es da wirklich noch viele ... :lieb:

Interessant ist der Aufbau des russischen Blattes. Ich kannte bisher eigentlich nur westliche Muster. Aber hier scheint es so zu sein, wie im Modellbau: Jeder kocht sein eigenes Süppchen... :lol:


Viele Grüße
Klaus.

Amok
07.10.2011, 23:14
Hat eigentlich schon mal jemand Versuche mit geschränkten Blättern gemacht?

Also innen stark tragend, mitte weniger und außen High-Speed-Profil?

mfg
Amok

wirbelwind
08.10.2011, 07:47
Hallo Thomas,

ja, auch im Modell gab es das schon. Auch unterschiedliche Blattbreiten und Blattdicken.

Unterschiedliche (sehr geringe Differenzen) Profile und nach außen hin kleinere Anstellwinkel sind ja bei den Originalen üblich. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass bei den "Großen" die Auslegung für den Reiseflug erfolgt, während wir im Modell ja ständig wechselnde Flugzustände (bei manchen nur Zustände :lol2: ) haben, weshalb man nicht wirklich einenen vernünftigen Kompromiss für die Blattverwindung finden kann....
Außerdem, wenn man sich die Profilunterschiede z. B. bei der EC 135 anschaut, dann wären die im Modell nicht zu realisieren (unabhängig davon, dass die Originalprofile ohnehin nicht für eine Verkleinerung taugen würden).


Viele Grüße
Klaus.

Amok
08.10.2011, 11:48
Schade.

Ich wäre echt an Blättern interessiert, die sich so schön verbiegen im Schwebeflug, wie bei der großen. Also wo quasi ein Konuswinkel im Schwebeflug entsteht. Und natürlich unser allseits bekanntes Problem mit dem Flexbeam ;)

Aber jetzt fängt ja wieder die Bastelsaison an. Vielleicht geb ich mich mal dran...

mfg
Amok

sandokan
08.10.2011, 12:47
Also innen stark tragend, mitte weniger und außen High-Speed-Profil?

Meinst Du eine aerodynamische Schränkung (also z.B. durch Profildicke, Nasenradius, Lage des Nasenfußpunkts usw.) oder die geometrische Schränkung durch höhere Anstellwinkel auf der Innenseite?

So oder so, es wäre super interessant, sich so an einem guten Rotorblatt zu versuchen. Vielleicht sollte man damit beginnen, existierende Blätter mal zu analysieren, um abzuschätzen, welchen Aufwand die Hersteller bereits betreiben...

Blattschmied
08.10.2011, 15:11
Hallo Klaus

Du willst es genau wissen ......!
Die Blätter die ich befertigt habe wie du sie auf dem Foro siehst stammen aus den 90 iger Jahren, schon Damals habe ich weiße Rotorblätter einfach nur hässlich gefunden.

Ich fertige nur mit Stützkern wie du es schon selber geschrieben hast von Klaus Weise
Ist das Aufbau identisch außen 80 gramm Leinen dann 163 gramm Leinen 45 Grad geschnitten und eine 100 gramm zum Abschluss Köper und dann hat das ganze den Vorteil beim zusammenschrauben verpresst sich alles schön .

Zur Bleieinlage die habe ich immer selber gegossen um den Schwerpunkt weit nach außen zu bekommen wie möglich.Auch habe ich die Stützkerne immer selber geschnitten. Ich weiß nicht was du mit Prfessionellen Stützstoff meinst. Da kochen doch alle nur mit Wasser Helitec nimmt Stüropor, JR auch, Ich habe immer die Grünen festen Dämmplatten aus dem Baumarkt genommen, gute Erfolge damit erzielt.Diese nahme ich noch heute......grins!


Gruß Fred

wirbelwind
09.10.2011, 09:44
Hallo,

@Fred: Danke für deine Antwort.

Du willst es genau wissen ......!
... ja ... ;)
Ich weiß nicht was du mit Prfessionellen Stützstoff meinst. Da kochen doch alle nur mit Wasser ...
Nunja, mit "professionell" meinte ich Stützstoffe, wie sie auch im Original (z. B. Bo 105 usw.) Verwendung finden. Meist sind dies PVC-Hartschäume (wie z. B. Herex). Franz Orthofer (OF vor Heinz Hofmann) hat in seinen Blättern solches Material verwendet. Es ist aber nicht mit einer Styroschneide zu schneiden sondern muss gefräst werden.
Ich habe aber auch schon festgestellt, dass die meisten nur PU-Schaum verwenden...::)
Kannst/willst du noch etwas zum Thema Profilauswahl beitragen? :aehm:

Ich wäre echt an Blättern interessiert, die sich so schön verbiegen im Schwebeflug, wie bei der großen. Also wo quasi ein Konuswinkel im Schwebeflug entsteht.
Kein Problem: Biegeweiche Blätter nehmen (keine CFK-Prügel; z. B. Alu-Blätter) und runter mit der Drehzahl, dann hast du einen schönen "umgestülpten Regenschirm".

Und natürlich unser allseits bekanntes Problem mit dem Flexbeam
Wo ist das Problem? -_- Ohne Flexbeam gäbe es Probleme... :lol2:

Vielleicht sollte man damit beginnen, existierende Blätter mal zu analysieren...
Mitte der 90er gab es mal einen Bericht, wo jemand Rotorblätter im Windkanal vermessen hat und Kennlinien erstellt hat. Insbesondere auch im Hinblick auf verschiedene Randbogenformen. Die Messergebnisse waren eindeutig, die Wirkung am wirklich fliegenden Modell jedoch mehr als ernüchternd...
Ich habe mal vor geraumer Zeit Rotorblattdaten (Geometrie, Schwerpunktlage,...) von etwa 70 verschiedenen Blatttypen zusammengetragen bzw. selbst vermessen und verglichen. Ergebnis: Es ist alles vorhanden, von extremen Vor- oder Nachlauf über sehr weit innen- bis sehr weit außenliegendem Schwerpunkt, Blattbefestigung vor, auf oder hinter dem Druckpunkt usw.
Ich habe den Verdacht, dass die Weiterentwicklung rein über dem Absatz geht. Die Blätter die gut verkauft werden sind die Grundlage für neue Blätter...


Gruß Klaus.

sandokan
09.10.2011, 12:23
Mitte der 90er gab es mal einen Bericht, wo jemand Rotorblätter im Windkanal vermessen hat und Kennlinien erstellt hat. Insbesondere auch im Hinblick auf verschiedene Randbogenformen. Die Messergebnisse waren eindeutig, die Wirkung am wirklich fliegenden Modell jedoch mehr als ernüchternd...
Ich habe mal vor geraumer Zeit Rotorblattdaten (Geometrie, Schwerpunktlage,...) von etwa 70 verschiedenen Blatttypen zusammengetragen bzw. selbst vermessen und verglichen. Ergebnis: Es ist alles vorhanden, von extremen Vor- oder Nachlauf über sehr weit innen- bis sehr weit außenliegendem Schwerpunkt, Blattbefestigung vor, auf oder hinter dem Druckpunkt usw.
Ich habe den Verdacht, dass die Weiterentwicklung rein über dem Absatz geht. Die Blätter die gut verkauft werden sind die Grundlage für neue Blätter...

Ah, das ist interessant. Und auch nachvollziehbar. Die Neuentwicklung eines Rotorblatt-Profils wäre auch eher sowas wie ein irre interessantes Hobby-Projekt mit offenem Ausgang. Sicherlich müsste man zunächst eine Art Lastenheft erstellen. Dort sollten gewünschte Eigenschaften erstmal definiert und für vorhandene Blätter ermittelt werden (ca und cw-Werte - evtl. veränderlich über die Blattlänge - geometrische Größen, Gewicht, erreichbare Höchstdrehzahlen usw). Wenn man etwas Flugerfahrung mit den Blättern hat, könnte man da bereits feststellen, welche messbaren Werte spürbaren Einfluss auf das tatsächliche Flugverhalten haben.

Wie gesagt, es wäre einfach interessant, aber vermutlich würde es sehr lange dauern, bis man auf dieser Basis ein neues Blatt fertig hätte und der praktische Nutzen bezüglich Herstellungskosten und Flugeigenschaften ist natürlich erst recht völlig offen.

wirbelwind
09.10.2011, 13:06
Hallo Martin,

Sicherlich müsste man zunächst eine Art Lastenheft erstellen. Dort sollten gewünschte Eigenschaften erstmal definiert ... werden ...
genau das ist aber das eigentliche Problem.

Ist es bei den "Großen" schon problematisch (oder besser gesagt: ein riesen Kompromiss) die Aerodynamik des Blattes für die vorkommenden Flugzustände auszulegen, so dürfte das im Modell noch etwas problematischer sein. Schwebeflug, Rundflug, Kunstflug, 3D-Flug ... im Geschwindigkeisbereich von 0 km/h bis ??? und einem Abfluggewicht von ??? bis ???

Aufgrund der relativ geringen Flächenbelastung dürften sich auch entsprechende Maßnahmen nicht wirklich so zeigen, wie sie die Auslegung vermuten lässt.

Aber,
... eher sowas wie ein irre interessantes Hobby-Projekt ...
dem kann ich nur zustimmen.

Viele Grüße
Klaus.

nopost123
09.10.2011, 16:43
Hallo liebe "Modellbauer".
Der Bau eines Rotorblattes ist ein sehr, sehr interessantes Gebiet. Wer es schon einmal gemacht hat weiß wovon ich rede. Die letzten Beiträge haben (unabsichtlich?) ein ganz wichtiges Thema angeschnitten. Das Lastenheft! Früher hätte ich geschrieben - "die Konstruktionsidee". So wie man ja auch nicht irgend einen Heli baut sondern ganz bestimmte Vorstellungen hat in Bezug auf den Einsatzzweck, Größe, Antrieb, Gewicht etc. ist es auch beim Rotorblatt. Ich muß mir im klaren sein was das Blatt können soll. Hier kommen die Parameter des Modells für das es ja sein soll ins Spiel. Gewicht des Helis, Blattzahl, Drehzahl, Rotorkopf...um nur einige, aber sehr wichtige Punkte zu nennen. Der Lagenaufbau des Rotorblattes richtet sich genau nach diesen Anforderungen aus. Ein Blatt für sehr niedrige Drehzahlen ist nun mal nicht für hohe Drehzahlen zu gebrauchen und umgekehrt. Ich muß also vorher wissen was ich denn erreichen will. Deshalb sind Angaben zum Laminataufbau auch immer vor diesem Hintergrund zu betrachten. Nicht zuletzt ist die technologische Umsetzbarkeit nicht zu vernachlässigen. Wer keine UNI im Rücken und einen High Tech Betrieb an der Hand hat kann auch mit einfachen Mitteln viel erreichen. Lieber eine einfache, aber reproduzierbare Lösung als eine vieleicht aufwändigere, aber kaum reproduzierbare umsetzen. Rotorblätter selber bauen heißt in Kleinserie zu arbeiten. Zum Schluß folgen noch die Sicherheitstests und die Flugerprobung. Auch diesen Abschnitt darf man nicht vergessen. Selbstgebaute Rotorblätter können dafür aber die Lösung für ein Rotorsystem sein. Großserienhersteller können sich nun mal aus marktwirtschaftlichen Gründen nur an der Masse orientieren. Sonderlösungen sind zu individuell.

mfG

Norbert

coptery
01.11.2011, 08:50
Hallo Leute

ich habe mir für meine Lama wieder Rotorblätter (600'er) aus CFK gebaut. Mit den Blättern aus GFK die ich bis jetzt geflogen habe, hatte ich folgendes Verhalten.

Wenn ich mit Gaskurve fliege, also auch im Gleichtflug die Drehzahl runternehme war alles normal. Sobald ich aber mit konstanter Drehzahl geflogen bin haben im flachen Gleitflug die Blätter angefangen zu schwirren (ca. 5cm aus der Spur). Ich denke mal, die waren auf Torsion nicht steif genug. Nun habe ich Blätter mit CFK gemacht. Die sind nun brutal steif auf Torsion. Jetzt bin ich mal gespannt. Hoffentlich klart es heute noch auf für einen Testflug.

Einen weiteren Trick möchte ich euch nicht vorenthalten. Beim Versuch, die Blätter im Backrohr bei 60° zu tempern (die Steifigkeit erhöht sich wesentlich schneller als bei Raumtemperatur) hat mich meine Frau der Küche verwiesen. Ich habe es ja auch eingesehen. Woher jetzt konstant 60° nehmen? Ich habe dann an meiner Zentralheizung am Vorlauf ein Stück Isolation abgenommen, die Blätter drumgepakt und mit ein paar Lagen Zeitungspapier isoliert. Man muß aufpassen, dass die noch nicht ausgehärteten Blätter dabei nicht verspannt werden. Auf jeden Fall waren die nach 12 Stunden Tempern bockhart. Ich werde mir jetzt da etwas verschließbares aus Styropor dranbauen. Wehe, meine Frau versucht, da ihren Kuchen zu backen.

Dieter

wirbelwind
01.11.2011, 09:09
Hallo Dieter,

wir hatten uns mal eine einfache "Temperkammer" gebaut, die schließlich so aussah:

Dämmplatten aus Hartschaum (PU oder PS) einfach mit Nägel an der Kante zusammengesteckt, so, dass diese einen "Kasten" ergaben. (Man kann die Platten nach Gebrauch einfach wieder auseinandernehmen und platzsparend lagern)

Darin lag das GFK-Teil und Wärme wurde über einen normalen Föhn, der in einem Loch einer Platte steckte, zugeführt.

Damit nun das ganze nicht "abraucht", hatten wir in der Kammer einen Thermostat, der zwischen Föhn und Verlängerungskabel in die Netzleitung gesteckt war.

Hat prima funktioniert, wobei ich auch sagen möchte, dass ich dieses Teil nie ganz aus den Augen gelassen hatte, bis der Föhn wieder vom Netz war.... :pressh:
Vorteil einer solchen "Wärmekammer" ist, dass die Wärme wirklich von allen Seiten an das Teil kann. Positioniert man den GFK nicht unmittelbar vor dem Luftstrom, so ist auch eine nahezu gleiche Wärmeverteilung gegeben.

Viele Grüße
Klaus. :hallihall:

coptery
01.11.2011, 09:52
Ich habe mal einige Fragen zur Form

bis jetzt baue ich meine Rotorblätter ja in einer, über einer Urform laminierten GFK-Form. Wir (mein Kumpel und ich) wollen nun eine ALU-Form anfertigen da die GFK-Form doch etwas verschleißt. Das haben wir schon bei den 325mm Blättern gemacht. Dankenswerter Weise haben wir Zugang zu CNC-Maschinen.

Nun meine Fragen.

Habt ihr um das Formnest eine umlaufende Vertiefung um überschüssiges Harz vom Verpressen aufzufangen?

ist das Formnest an einer Seite oder an einigen Stellen einen kleinen Spalt offen um überschüssiges Harz in die Auffangnut gelangen zu lassen oder gehen die Formplatten Null auf Null zusammen wenn die Form geschlossen wird?

Macht jemand Blätter so, dass die Matten über das Nest herausragen, miteinander verpresst und dann nach dem Entformen beschnitten werden?

Ich spare mir mittlerweile das Gelcoat und lackiere die Blätter hinterher. Geht schneller beim Laminieren und bringt bei meinen dünnen Blättern die Matten weiter nach aussen.

Hat jemand Erfahrung mit Epoxi-Hartschaum, den man nach dem Laminieren flüssig in die Form bringt. Man wartet ein paar Minuten, bis der Schaum die Konsistenz von Rasierschaum hat und schließt dann die Form.


Noch kein kleiner Tip von mir. Ich habe das Auge in beiden Formhälften mit einem kleinen ALU-Stift mit 6mm Durchmesser versehen. Innen hat der Stift gleich einen Kegel, der die Zentrierung zum nachträglichen Bohren erzeugt. Wenn die Form nun geöffnet wird, dann hängt das Blatt ja meistens in einer der beiden Formhälften. Nun kann ich von hinten mit einem Körner den Stift nach innen klopfen und das Rotorblatt wird mit dem Auge aus der Form gedrückt. Man muss so nicht mit irgendwelchen Klingen rummachen. Nach dem Säubern der Form muß dieser Stift nur wieder innen bündig positioniert werden. Der Stift hat eine Passung, dass er sich beim Schließen der Form nicht verschiebt.

Dieter

wirbelwind
01.11.2011, 10:10
Hallo Dieter,

Habt ihr um das Formnest eine umlaufende Vertiefung...
Bisher nicht, da ich auch ausschließlich GFK-Formen habe und da würde der Rand zum Ausbrechen neigen. Ich weis von einem "namhaften" Hersteller, dass dieser überwiegend auch ganz "ordinäre" GFK-Formen verwendet und auf "Null" zusammenpresst.
Wenn du allerdings die Form selber - und ohne große Kosten - herstellen kannst, würde ich so eine Rinne machen. Euocopter macht es auch so. :lol:

...bringt bei meinen dünnen Blättern die Matten ...
Ich weis zwar sehr gut was du meinst, aber vielleicht sollte hier der Hinweis für nicht so Erfahrene erlaubt sein: Bei Rotorblättern und ähnlich beanspruchten Bauteilen kommt ausschließlich Gewebe zum Einsatz. Matten sind für die Autoreparatur...

Gibt es eigentlich einen besonderen Grund, warum du nicht die "Bohrung" gleich mitlaminierst? Bei mir sind in der Form Löcher, wo die Blattbohrung sein soll. Beim Laminieren kommt in jede Formhälfte ein (längerer) Stift. Beim Einlegen der Rovings können diese nun um die Stifte gelegt werden. Werden die beiden Formen verbunden, wird von einer Seite der Stift weitergedrückt, bis der andere herausfällt und somit ein Stift durchgeht...

Gruß
Klaus.

coptery
01.11.2011, 10:50
Hallo Klaus

ich laminiere an die Stelle, an der ich anschließend bohre eine Messingscheibe (8mm Durchmesser 3mm dick) ein. Diese wird dann später durchbohrt und soll die Kräfte besser verteilen. Den Roving 50K lege ich um die Messingscheibe.

Dieter

wirbelwind
01.11.2011, 11:15
Hallo Dieter,

das zeigt wieder einmal, dass viele Wege zum Ziel führen... ;)

Ich schiebe über den Stift eine Messinghülse, so habe ich auch eine Verstärkung an der Blattbohrung. So wie ich es sehe, ist deine Lösung beim Laminiervorgang einfacher zu handhaben, meine Lösung danach, da ich nicht mehr passgenau bohren muss.

Was für eine Form von Gewichtseinlage verwendest du? Selber gegossen, Rundstangen, Gardinenblei ... ???

Gruß Klaus.

nopost123
01.11.2011, 11:16
Wenn ich mit Gaskurve fliege, also auch im Gleichtflug die Drehzahl runternehme war alles normal. Sobald ich aber mit konstanter Drehzahl geflogen bin haben im flachen Gleitflug die Blätter angefangen zu schwirren (ca. 5cm aus der Spur). Ich denke mal, die waren auf Torsion nicht steif genug.

Hallo Dieter
Deiner Beschreibung nach fangen die Blätter im Bereich nahe 0° Pitch an zu "schwirren". In diesem Zustand werden sie aber gar nicht auf Torsion beansprucht. Ich vermute eine zu große Rücklage des Blattschwerpunktes. Die Folge ist, dass die Blätter nicht mehr wissen ob sie nach oben oder unten das immer vorhandene Spiel der Blattanlenkung ausnutzen sollen. In Folge dessen geht die Blattspur auseinander. Dieser Effekt wird möglicherweise auch verursacht wenn die Blattbohrung etwas zu weit nach hinten verrutscht ist. Dann Liegt der Drehpunkt zu nahe am Auftriebsmittelpunkt bzw. schon dahinter. Bei meinen Blättern für gemäßigte Drehzahlen verwende ich ca 27% bis 30% Bleieinlage im Verhältnis zur Gesamtblattmasse. Wie sieht dein Massenverhältnis aus? Ist die Blattbohrung leicht hinter der dicksten Profilstelle?

mfG

Norbert

coptery
01.11.2011, 12:40
Also das Gesamtgewicht meiner Blätter beträgt 64g. Davon entfallen 19g auf das Bleigewicht. Das Bleigewicht ist in einer Silkonform selber gegossen. Somit passt es sehr gut in die Nase. Dies ergibt dann so gut wie keinen Vorlauf am Blatt.

Das beschriebene Problem mit dem Schwirren hatte sich mit den Carbonblättern erledigt. Die Formulierung "hatte" benutze ich, da ich meinen Heli gerade geschrottet habe. Die Blätter waren praktisch noch warm vom Tempern.

http://img72.imageshack.us/img72/3294/foto0261b.jpg (http://imageshack.us/photo/my-images/72/foto0261b.jpg/)

Im Augenblick habe ich keine Lust, den Heli genauer zu untersuchen.

Dieter

nopost123
01.11.2011, 18:43
Hallo Dieter
Mein aufrichtiges Beileid. Wie du dich jetzt fühlst kann ich nur erahnen. Nach so viel Mühen (und auch ersten Erfolgen) vor einem "Trümmerhaufen" zu stehen ist sehr, sehr bitter. Lass den Schock jetzt erst einmal sacken (vieleicht mit einem guten Tropfen...:snack:) und geh dann in ruhe an die Ursachenforschung. Deinem Text entnehme ich das die Blätter gut liefen. Ist da ein Rotorblatt weggeflogen? Ein Blatthalter ist ohne jegliche Blattreste?

Ich hoffe das du schnell über diesen Rückschlag hinwegkommst.

mfG

Norbert

coptery
01.11.2011, 19:10
Hallo liebe Trauergemeinde

mir geht es ganz gut. In dem betreffenden Blatthalter war schon noch ein Rest von ca. 3cm. Sieht man auf dem Bild nicht. Diese Schäden sind definitiv beim Einschlag entstanden.

Schadenbilanz ist erstellt

drei Hauptrotorblätter
eine Blattlagerwelle mit Blatthalter
ein Delrin Tellerrad
Anschluß Heckausleger zum Hauptrahmen
Kabinenboden

Die Servos haben zum Glück nichts abgekommen. Auch die Kanzel konnte ich wieder einfach ausbeulen. War nur nach innen gedrückt.

alles in allem ein Materialpreis von ca. 15€ (inkl. Rotorblätter :) ) und Arbeit für 10 bis 20 Stunden
dies ist jetzt ein Anlaß, die Antriebswelle zum Heck auf den Gitterrohrrahmen zu legen und nicht dazwischen
das hat mich sowieso schon immer gestört.

Ich habe schon etwas rumgelötet. Geht super obwohl lackiert. Die Farbe brennt es lokal weg und mit Flußmittel lötet es sich einwandfrei. Ein Hoch auf Stahlrohr.

Ich bin mir nun nicht mehr sicher ob es nur ein Steuerfehler war. An einem Blatthalter fehlt die Kugel die daran angeschraubt war. Das könnte der Grund gewesen sein, warum ich den Heli nicht mehr unter Kontrolle gebracht habe. Ob die Kugel dann wegen der Fliehkraft aus der Pfanne geflogen ist?

Dieter

nopost123
01.11.2011, 19:37
Ob die Kugel dann wegen der Fliehkraft aus der Pfanne geflogen ist?
Hallo Dieter
Freut mich das du den ersten Schrecken verdaut hast. Wie meinst du das mit dem herausfliegen der Kugel aus der Pfanne? Ist doch normalerweise umgekehrt.
Ist die Kugel abgebrochen oder aus dem Gewinde herausgedreht?
Konntest du noch testen ob die neuen CFK-Blätter das Schwirren nicht mehr hatten?

mfG

Norbert

coptery
01.11.2011, 19:51
Hallo Norbert

das Schwirren war definitiv weg. Ich bin auch fast zwei Akkus mit den neuen Blättern geflogen.

Beim Blatthalter fehlt die Kugel, die M2 Gewindestange, die Sicherungsmutter und das Abstandsröhrchen Misteriös. Ich hätte erwartet, dass bei einem Verlust der Sicherungsmutter im Flug mindestens die Kugel in der Pfanne bleibt. Wenn es die Kugel beim Crash aus der Pfanne gerissen hat, dann wundert es mich wiederum, dass sie am Blatthalter nicht mehr verschraubt ist.

Eine abenteurliche Erklärung ist, dass sich die Schraube am Blatthalter gelöst hat, dann ist die Gewindestange nach aussen geflogen, blieb aber an der Taumelscheibe hängen und die Kugel hat sich mitsamt der Schraube aufgrund der Fliehkräfte aus der Pfanne verdünnisiert.

Es wird sich nicht mehr ermitteln lassen, ob erst die Kugel verschwunden ist und dann der Absturz kam oder umgekehrt. Finden werde ich die im Acker sowieso nicht mehr.


Dieter