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Vollständige Version anzeigen : Wer gibt mir kleine Akku-Kunde


tommo
01.03.2004, 08:30
Hallo,

ich habe einen Robbe Lader 5. Als Sender- und Empfängerakkus NiMh und als Startakku einen 12V 7A Bleiakku.

Die Formel zum laden der NiMh-Akkus weiß ich (Kapazität * 1,4 / Ladestrom = Ladezeit), wie sieht das mit dem Bleiakku aus?

Kann ich die Akkus auch laden, wenn sie nicht ganz leer sind? Muß ich sie dann über die gesamte Zeit (als wären sie leer) laden?

Wie lagere ich Sie am besten, voll oder leer?

Gibt es eine günstige Gelegenheit, die Akkus zu entladen?

Fragen über Fragen :rolleyes:

viele Grüße,
Thomas

Running Man
01.03.2004, 08:41
Wahrscheinlich meinst Du NiMH-Akkus.

Der Bleiakkus ist voll, wenn kein Strom mehr fließt, da dieser mit Konstantspannung geladen wird. Einfach über Nacht ans Ladegerät hängen. Morgens ist er dann voll. ACHTUNG: Man braucht ein anderes Ladegerät bzw. eine andere Einstellung des Ladegeräts als bei den NiMH Akkus. Der Blei-Akku sollte möglichst immer voll sein, aber nicht ewig am Ladegerät hängen lassen.
Sender und Empfänger-akkus werden eigentlich immer voll oder halbvoll gelassen, wie sie nach dem Fliegen halt eben sind. Ab und zu im Winter mal ganz leer machen (Entladen mit Automatiklader) und wieder ganz aufladen. Am Lader dazu auf die NiMH-Einstellung gehen.

Leolo
01.03.2004, 10:56
Hallo Thomas!

Der Lader 5 hat (soweit ich weiß) keinen Konstantspannungsausgang (nur Konstantstrom), da wirst du also bei dem Bleiakku nicht weit kommen.
Schau da nochmal in der Betriebsanleitung nach.

Zur Lagerung:

NC-Akkus: Leer
NiMH, PB : Voll

Auf kurz oder lang ist ein Automatiklader wohl die komfortablere Variante...

Grfuß,
Leonhard

Frank Miehe
01.03.2004, 14:54
Hallo Thomas,

zum entladen kannst du eine Glühlampe nehmen.
so 12Volt / 10 oder 21 Watt, was du gerade hast.
Die Lampen findest du im Kfz.


Viele Grüße
Frank

Uli Haslinde
01.03.2004, 15:01
Bleiakkus halten nur, wenn sie richtig geladen werden. Sie sollten immer gleich nachgeladen werden und auch voll gelagert werden.

Mit dem einfachen Robbe Lader wird der Akku ständig überladen und ist bald kaputt.

Es gibt preiswerte Steckerlader von Robbe, Graupner oder Conrad speziell für Bleiakkus, die mit Konstantspannung laden. Die kann man auch problemlos am Akku lassen bis zum nächsten Flugtag.

heliwasp
02.03.2004, 15:39
NiMH Akkus müssen (im Gegensatz zu NiCD Zellen) immer randvoll geladen gelagert werden!!!
Da sie diese Ladung allerdings verlieren, müssen sie in regelmäßigen Abständen geprüft und nachgeladen werden.
Bei Lagerung von leeren NiMH Akkus zerstören sich die Zellen chemisch selbst.

Das auch der Bleiakku immer voll gelagert werden muss wurde ja bereits erwähnt.

Nur NiCD Akkus sollten leer gelagert werden...

Greets heliwasp

Bee
02.03.2004, 16:48
Hi,

ein Bleiakku wird sehr wohl mit Konstantstrom geladen: Nämlich genau so lange, bis 2,3V pro Zelle erreicht sind. Dann geht es mit konstanter Spannung weiter.

Gruss
Micha

tommo
02.03.2004, 17:17
Hallo Micha,

dann kann ich meinen Bleiakku ja doch mit dem Lader5 "aufpumpen".

Wie lange muß ich ihn denn hängenlassen?

mfg,
Thomas

Uli Haslinde
02.03.2004, 17:26
Das weiß eben keiner, außer vielleicht Bee?

heliwasp
02.03.2004, 18:18
dann kann ich meinen Bleiakku ja doch mit dem Lader5 "aufpumpen".
Wie lange muß ich ihn denn hängenlassen?


Jein! Nur wenn die Akkuspannung überwacht und rechtzeitig abklemmt wird. Auch sollte der Ladestrom zum Ende hin niedriger werden. Das passiert aber bei Konstantstromladung nicht. Der Akku wird nicht optimal gewartet und neigt zum gasen.

Greets heliwasp

Bee
02.03.2004, 18:47
Hi,

genau so ist es. Du kannst den Akku solange laden, wie die Spannung 2,3V pro Zelle nicht überschreitet. Lädst Du weiter, so fängt der Akku an zu gasen, und das ist nicht besonders gut.
Du kannst mit Hilfe einer kleinen Zusatzschaltung aber die Ausgangsspannung Deines Laders extern auf 13,6 V (Sollest Du einen 6 Zellen Bleiakku haben) begrenzen.
Du brauchst:

IC1: 7812, oder 78S12
P1: Poti mit 1kO
C1 und C2 keramisch, 100nF
C3 und C4 Elko, 470uF oder mehr, C3 darf ruhig seeeehr gross sein

Pinbelegung von IC1: 1...Eingangsspannung, 2..."Masse", 3....Ausgang
Zwischen "-"-Ladegerät und "Masse IC1" lötest Du das Poti. C1 und C3 zwischen Pin1 und "-"-Ladegerät und C2 und C4 zwischen "-"-Ladegerät und Pin3. (Die Kondensatoren stabilisieren Eingangs- und Ausgangsspannung und verhindern das Anschwingen des ICs) Nun misst Du mit einem Multimeter die IC-Ausgangsspannung. Mit dem Poti läßt sie sich auf 13.8V einstellen.
Das war's schon: Die Strombegrenzung übernimmt Dein Ladegerät und die Spannungsbegrenzung übernimmt der 7812.

Eine Bitte noch: Wenn das, was ich hier angedeutet habe alles klingt, wie ein Dorf in Böhmen, dann laß' bitte die Finger davon! Bitte statt dessen einen Bekannten, der sich mit Elektronik etwas auskennt, die Schaltung für Dich zu bauen. Ich hab' keine Lust, auf ein Posting: "Hab's probiert. Irgend etwas ist schief gelaufen. Nun liege ich im Krankenhaus und meine Bude ist abgebrannt."

Gruss
Micha

Berthold Pätzold
02.03.2004, 19:02
Bei Lagerung von leeren NiMH Akkus zerstören sich die Zellen chemisch selbst.



wer sagt denn sowas, alle NIM Akkus werden ja leer verkauft und liegen leer im Regal beim Händler., und wer weiß wie lange die da schon liegen ?(

da müssten meine ja längst tot sein !!!!! X(

sind sie aber nicht :P

Uli Haslinde
02.03.2004, 19:03
So gehts auch, wenn auch die generelle Begrenzung auf die Ladeschlußspannung eine sehr lange Ladezeit (Tage!) ergibt.

Ich empfehle immer noch ein spezielles Steckerladegerät, sowas gibts schon ab 12,50 € (z.B. bei Conrad) . Die laden den Akku nach dem vorgeschriebenen Konstantspannungsverfahren.

heliwasp
02.03.2004, 19:18
wer sagt denn sowas, alle NIM Akkus* werden ja leer verkauft und liegen leer im Regal beim Händler., und wer weiß wie lange die da schon liegen* ?(

da müssten meine ja längst tot sein !!!!! X(


Ich hatte das so in meinem ET Studium gelernt (ansonsten muss sich hier wohl ein Chemiker äussern). :))

Meine aber irgendwo mal gelesen zu haben, dass gerade die neueren Generationen der NiMh-Zellen auch leer lagerfähig sein sollen...

GReets heliwasp

Bee
02.03.2004, 19:32
@Uli: Die Konstantspannungslader haben in der Regel eine Strombegrenzung eingebaut. (Hat der 7812 auch, allerdings liegt die bei 1A, ist also für Akkus zwischen 5Ah und 15Ah geeignet)
In der Tat geht der Ladestrom beim Bleiakku durch die Ladung mit einer konstanten Spannung asymptotisch gegen Null, was in der Theorie eine unendliche lange Ladedauer ergibt. Es ist aber unerheblich, ob dies durch die Konstantspannung eines "Fertigladers" oder durch die Konstantspannung des 7812 hervorgerufen wird.....
Vorgeschrieben ist bei Bleiakkus allerdings nicht das Laden mit konstanter Spannung, sonder eine Ladung, wie ich sie zuvor beschrieben habe: Konstante Spannung mit Strombegrenzung auf 1/10C. Sprich: Ladebeginn: Konstantstrom, ab erreichen der Ladeschlussspannung: Konstantspannung. So wird der Akku in der kürzest möglichen Zeit voll, ohne Kapazität durch Gasen zu verlieren.


Gruss
Micha

SRLIOF
02.03.2004, 20:05
Hallo,

Theorethisch habt ihr beide recht, aber in der Praxis ist ein Konstantspannungsverfahren das richtige, es kann durchaus sein das ein Bleiakku die 13,8 Volt nicht mehr erreicht, deswegen muss er nicht Defekt sein. Wenn man den mit Konstantstrom nach Bee lädt, ist er aber auf jeden Fall hin, bei K-Spannung ist dann der Strom schon so weit unten das nichts mehr passieren kann.
Die Chemischen Hintergründe kenne ich nicht, aber seitdem ich meine Bleiakkus mit einem Pegasus von UI Lade, das nach einem mod. K-Spannungsverfahren lädt habe ich keine defekten Starterakkus mehr die vorher fast jedes Jahr tauschen musste.

Gruß
Stefan

Uli Haslinde
02.03.2004, 20:23
@ Bee:

Das weiß ich schon. Die Steckerlader laden aber nicht mit 13,8V, sondern mit bis zu 15V bis der Akku voll ist. Erst dann wird die Spannung auf Erhaltung reduziert.

Die Strombegrenzung dieser Ladegeräte dient dem Schutz des Netzteiles des Ladegerätes, hat also nichts mit einem Konstantstromladeprozess zu tun. Auch der einfache Robbelader wird bei Deiner Schaltung keinen konstanten Strom liefern.

Im übrigen ist es dem Akku egal, ob er mit konstantem Strom geladen wird oder nicht. Offene Bleiakkus können mit dem zigfachen Strom ihrer Kapazität geladen werden und auch Bleigelakkus sind da recht aufnahmebereit.

Auf meinem Panasonic 7,2 Ah- 12V steht:

( ins Deutsche übersetzt)

Konstant Volt Ladung

bei zyklischem Gebrauch : 14,5 - 14,9 V (25°C) (Anfangsstrom kleiner 2,88 A )

bei Bereitschafts Gebrauch : 13,6 - 13,8 V (25°C)


Der zulässige Anfangsstrom liegt also erheblich über den üblichen 1/10 C. Man kann den Akku aber schon mit ein paar hundert mA ruinieren, wenn man die Spannungen nicht genauestens begrenzt. Deswegen lädt man eben mit Konstantspannung überall auf der Welt.

Meiner Erfahrung nach sind die einfachen Steckerlader sehr praktisch. Man kann sie in der Nähe der Startbox einstöpseln und läßt das ganze bis zum nächsten Flugtag vor sich hinladen. Auch eine Woche ist dabei kein Problem.

Der angesprochene Robbe Lader dürfte mit oder ohne Schaltung mit dem Bleiakku an seiner Leistungsgrenze sein. Man kann deshalb kaum alle Akkus zugleich laden. Das ist nicht sehr praktisch. Abschließend kostet die Schaltung auch ein paar Euros, da wäre wohl ein separater Steckerlader sinnvoller.

Nun noch folgende Anmerkungen (Off topic):

Hier fragt doch offenbar ein Neuling unserer Sparte. Ich versuche immer deren Blickwinkel einzunehmen und eine nachvollziehbare, preiswerte Lösung anzubieten. Warum gelingt das so selten? Warum entsteht immer eine akademische Diskussion, bei der der Fragende bald den Faden verliert? Wäre es nicht erstrebenswert die ursprüngliche Fragestellung nicht aus dem Auge zu verlieren? Vielleicht sollte man doch mal wieder das Thema FAQ ins Auge fassen, zumal das stereotyp immer wieder die gleichen Diskussionen sind.

Bee
02.03.2004, 21:01
Hi Uli,

würde man Deinem Vorschlag folgen, wären die Antworten auf eine "Dummy"-Frage für "Advanced"-Leser von vorne herein uninteressant, da einem "Dummy" entsprechen leicht verdauliche Antworten gegeben werden.
Das interessante hier im Forum ist doch, dass man nie im Voraus weiss, wer mit welchem kleinen Trick ein Problem einfach lösen kann, das ein "Dummy" in den Raum stellt. So bleibt das ganze auch für einen "Advanced"-Leser interessant.

Ausserdem bestreite ich, dass die Frage nach der "richtigen" Ladetechnik nur von akademischem Interesse ist: Immerhin werden und wurden eigene Mikrocontroller für das Laden von Bleiakkus entwickelt.
Wenn Du mit "akademisch" allerdings die Suche nach den letzten 5% des Optimums beim Laden meinst, dann ist unsere Diskussion tatsächlich nur von akademischem Interesse.

Meiner Meinung nach ist der Grund, in billigen Ladegeräten Bleiakkus ausschliesslich mit konstanter Spannung zu laden, einzig und alleine das Geld: Ein Festspannungs-Netzteil läßt sich für ein paar Euro herstellen und viel leichter verkaufen, wenn man angibt: "Geeignet für Akku-Kapazitäten von 2-300Ah". Nicht zuletzt auch (und hier gebe ich Dir Recht), weil man mit zu vielen Details einen potentiellen "Dummy"-Käufer möglicherweise abschreckt.

Wenn derjenige, der die Anfangsfrage gestellt hat ein "Dummy" ist, darf er sich gerne ein 08/15-Steckerlader kaufen. Wenn er sich mit Elektronik etwas auskennt, kann er sich leicht für 2€ oben genannte Schaltung nachbauen.

Problemlos kannst Du Deinen Panasonic mit mehr als 1/10C laden; selbst wenn sie dabei etwas gasen und Kapazität verlieren: Panasonics haben tatsächlich eine höhere Kapazität, als die angegebene Nennkapazität (sind auch teuer genug). Die meisten "Billig-Typen" überforderst Du damit.

Wie auch immer sich Thomas entscheiden wird:Genügend Infos hat er jetzt sicher 8)

Gruss
Micha, der jetzt Feierabend macht

tommo
02.03.2004, 21:04
Hi Uli,

da hast Du aber mal genau ins Schwarze getroffen. Wenn ich das alles lese fange ich auch gleich an zu gasen :)) . Ich glaube es ist das beste wenn ich mir den Steckerlader von Conrad bestelle und es als "Dummy" mal einfach so hinnehme. Ihr meint doch den STECKERLADER AL 300 PRO, oder? Worin liegt denn der Unterschied zum AUTOMATIK-STECKERLADER AL 600 außer den 5,-€. brauch ich den?

viele Grüße,
ein verwirrter Thomas :loeblich:

P.S. Eine FAQ-Seite fände ich als Neuling sehr hilfreich!!

Bee
02.03.2004, 21:11
@Thomas: Wennn Du gast, dann solltest Du den Strom etwas runterdrehen ;) , oder weniger Kohl essen :P

Gruss
Micha

Running Man
03.03.2004, 00:20
@Advanced Bee

Ich finde, Ulli hat recht. Etwas mehr praxisbezug wäre schon nicht schlecht. Schließlich ist das ein Fliegerforum und kein Elektronikerforum.

PS: Komme selbst aus der Ecke, finde aber, man muss nicht immer alles durch die Lupe anschauen. Ab und zu mal locker bleiben und einfach nur fliegen.

Rüdiger
03.03.2004, 06:22
Moin Gemeinde,

ne Akku-FAQ gibt´s schon, zwar nicht hier, aber in meiner "Heimat", der Newsgroup de.rec.modelle.misc.

Der URL dazu: http://www.drmm.de/index.php?page=daten/fa...aq/akku_faq.php (http://www.drmm.de/index.php?page=daten/faq/akku_faq.php)

Der URL zur Gesamt-FAQ: http://www.drmm.de


Btw: NiMHs kommen vorgeladen vom Hersteller. Liegen sie ungeladen beim Händler herum, verlieren sie stark an Kapazität. Pbs leiden, wenn sie ständig am Lader hängen.

hth,

Rüdiger

tommo
03.03.2004, 11:42
Hi Rüdiger,

vielen Dank, sehr hilfreich, diese FAQ-Seite, vorallem für mich als "Dummy". Werde mal ausführlich drin stöbern.

vlg,
Thomas