Vollständige Version anzeigen : Erfahrungen mit Planetengetriebe
Hallo,
hat irgendjemand Erfahrungen mit einem Planetengetriebe in Modellhubschraubern? Ist so was machbar? Beim "Großen" funktioniert das ja auch perfekt. Kompakte Bauweise und alles in einem Antriebsstrang. Sollte doch eigentlich beim "Kleinen" auch funktionieren.
Ich kenne bei Modellhubschraubern nur das Getriebe Genesis-Getriebe zur Richtungsumkehr.
Grüße aus S
Jörg
hi,
Das Planetengetriebe der linksdrehenden Genesis ist nicht nur zur Richtungsumkehr, sondern ersetzt auch eine Getriebestufe (Ich glaube 1:5,3?).
Das ding ist echt ein technischer Leckerbissen, wunderbar leise und langlebig.
Warum das sonst keiner verbaut leigt wohl in erster linie an den hohen kosten, dem höheren Gewicht und daran, das die Leute lieber drehende Zahnräder sehen möchten! :))
Ein Planetengetriebe direkt auf den Motor zu setzen sitwohl aus Schwerpunktgründen nicht so das wahre, beim E heli aber evtl denkbar?
worauf willst du denn mit der Frage hinaus, oder wo und wie hättest du denn gerne ein Planetengetriebe?
VRquaeler
06.03.2004, 17:13
Hi Fobbel,
es gibt bzw. gab durchaus noch andere Hubschrauber, die mit Planetengetriebe ausgestattet sind. Suche doch mal hier indiesem Forum nach Imperio. Ich vermute ebenfalls, das hauptsaechlich die hoeheren Ansprueche an die Toleranzen und die damit verbundenen Fertigungskosten eine groessere Verbreitung verhindern.
Gruesse aus NL, Sascha
freshking16
06.03.2004, 17:39
Kann mir mal jemand bitte erklären wie ein Planetengetriebe aussieht und funktioniert? Ein Bild währe eventuell auch hilfreich.
Vielen Dank.
Ein Planetengetriebe ist ein Getriebe, welches aus:
- einem "normalen" Zahnrad in der Mitte (Sonnenrad)
- 3 Zahnräder darum herum (deren Achsen miteinenader verbunden sind) (Planetenräder)
- einem Innenzahnrad um das Ganze nochmals drumrum (Hohlrad)
Dies nennt sich "einfacher Planetensatz"
Dazu gibt es noch Doppelte Planetensätze und sog. Ravigneaux- bzw. Simpsonsätze, welche quasi 1,5 fache Sätze durch zusammenlegen von Bauteilen sind.
Je nachdem, was man also Antreibt bzw. wo der Abtrieb sitz und welches Bauteil mit was (Antrieb, Abtrieb, Geäuse) festgeblockt wird kann man mit diesem Getriebe unterschiedliche Übersetzungen und Drehrichtungen hestellen.
Verwendung oft in PKW-Automatikgetrieben.
Riesenvorteil:
Planetengetriebe sind gleichachsige Getriebe ohne weitere (Vorgelege-) Wellen. Sie bauen also nur in die Länge (und das sehr kurz) und kaum in die Breite.
Und Hubispezifisch wirds hier:
http://h.kuppinger.bei.t-online.de/doku/Doku-B.pdf
Hi,
auch in der 30er Klasse gab es schon mal Planetengetrieb im Antriebsstrang: beim Space Baron.
Ich hab mir auch mal einen Schrauber im 10ccm-Format mit sowas gebaut und kann folgende Erfahrungen wiedergeben, die es m.E. nicht erstrebenswert machen ein Planetengetriebe einzubauen:
1. Fertigungsaufwand ist sehr hoch und damit ist die Geschichte natürlich teuer
2. Wärmeentwicklung ist nicht unerheblich. D.h. der Wirkungsgrad ist deutlich geringer als bei einer normalen Zahnradpaarung
3. Das Übersetzungsverhältnis ist nicht besonders groß. d.h. schon ab 1:6 wirds wieder sehr groß und eine zweite Übersetzungsstufe muß rein. Deshalb sind bei den "Echten" meistens mehrere hintereinander.
4. realtiv hohes Gewicht
Vorteile: Klein und leise
Albert
@all
Vielen Dank für die Infos,
dachte ich mir doch schon fast. Dann steht ja der Konstruktion nichts mehr im Wege. Plane in meinem neuen scale heli ein Planetengetriebe einzusetzen.
Über die Fortschritte könnt ihr Euch auf meiner Page informieren.
Grüße Jörg
GunKorsky
10.03.2004, 10:56
Hallo Albert,
wie kommst Du darauf, dass beim Planetengetriebe der Wirkungsgrad deutlich geringer sein soll, als bei einer normalen Zahnradpaarung?
Hohes Drehmoment bei kleinem Bauraum und sehr guter Wirkungsgrad sollen die wesentlichen Vorteile von Planetengetrieben im klassischen Maschinenbau sein. Auch eine hohe Wärmeentwicklung kommt mir seltsam vor. Vielleicht hat ja was nicht zusammengepaßt?
@Jörg,
melde Dich halt mal, damit wir weitermachen können. Mein Rumpf steht inzwischen kurz vor dem Abformen ;)
Bis dann!
Gunther
gleching
11.03.2004, 10:48
@ Gunther
Welcher Rumpf steht kurz vor dem Abformen (bin halt neugierig)? Lass mich raten: Sikorsky "Big Deuce", nicht wahr? :D
PS: Habe die 212-Paddel erhalten (danke) und die Ebay-Bewertung abgegeben.
Gruß Guido
gleching
11.03.2004, 11:08
@Jörg
Zum Thema Planetengetriebe: Das in der Mitte befindliche Ritzel nennt sich "Sonnenrad" (ist auch das Zahnrad, welches i.d.Regel den Getriebeeingang darstellt, muss aber nicht), die darumlaufenden 3 Zahnräder nennen sich "Planetenräder". Der Trick ist nun, dass die Umlaufdrehzahl (und nicht die Eigendrehzahl) der 3 Planeten, durch eine gemeinsame drehende Lagerplatte abgegriffen und somit untersetzt wird. Man nimmt 3 Planetenräder (in 120°-Anordnung), weil sich die Lagerplatte (Abtrieb) unter Last dadurch genau über dem Sonnenrad zentriert und die Zahnfllankenbeanspruchung um den Faktor 3 gesenkt wird (ist ja logisch). Dass äussere Hohlrad muss natürlich feststehen (ist ja auch logisch). Also, wenn man möglichst kompakt und geräuscharm einstufig hoch untersetzen will, stellt das Planetengetriebe die beste Bauform dar. Eiziger Nachteil: Recht hoher Fertigungsaufwand (´ne Menge Lager) und dadurch nicht ganz billig.
Gruß Guido
gleching
11.03.2004, 11:24
@Jörg
Habe noch eine Eigenschaft (Vorteil?)des Planetengetriebes vergessen: Es findet keine Drehrichtungsumkehr statt.
Gruß Guido
Bernhard
11.03.2004, 11:34
Findet man ein Planetengetriebe nicht auch in E-Seglern vorne am Motor oder sind das etwa normale Geriebestufen??
Nur mal so aus interresse
Güßle Bernhard
gleching
11.03.2004, 13:02
@Bernhard
Ja, die gibts auch für E-Motoren mit Wellen-Durchmessern 4, 5 , 6 mm. Hersteller sind z.B. Reisenauer, Kruse, Simprop.
Gruß Guido
GunKorsky
11.03.2004, 17:47
Hallo Guido,
richtig geraten! 8)
Danke für Deine positive Bewertung. Werde mich gleich revanchieren.
Bis bald mal wieder!
Gunther
P.S. Schick mir doch mal Bilder von Deinen Bell 212, Ich würde mich freuen!
gleching
11.03.2004, 21:21
@Gunther,
Musst Dich noch ein wenig gedulden. Ich fliege auch Fläche und habe momentan noch ´ne Weihe 50 (Antiksegler) und eine Fournier RF 4 (Motorsegler) in der Pipeline. Aber danach kommen die beiden TwinJets dran! :P
Sobald es Bilder gibt (ich hoffe in ca. 3 Monaten), werde ich sie zum Besten geben (versprochen) :rolleyes: !
Gruß Guido
Hi Günther,
du hast recht, daß ein industriel gefertigtes Getriebe relativ leicht läuft. Aber halt nicht leichter als eine einstufige Untersetzung, was ja logisch ist, da ein Planetengetriebe nicht nur aus 2 Zahnrädern besteht. Und dieser Wirkungsgradverlust äußert sich in einer Wärmeentwicklung (die bei echten Helis sich übrigens in einem Ölkühler fürs Getriebe äußert ) die durch die geringe äußere Oberfläche des Getriebes auch fühlbar ist. Bei einem offenen Zahnrad werden diese Verluste im Modellhelibereich nicht fühlbar sein (messbar sicherlich) aufgrund der guten Kühlung
Aber für ein Scalemodell sicherlich erste Wahl, wenn man vorbildlich bauen will. deshalb werd ich das vor ~ 10 Jahren gebaute Prototypenplanetengetriebe sicherlich nicht wegwerfen, denn irgendwann werd ich auch mal ruhiger und hab viel Zeit um was richtig scales zu bauen
Albert
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