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Vollständige Version anzeigen : Heckwelle Uni Wartung?


Ballod,Christoph
07.03.2004, 21:54
Hallo Profis,
ich höre bei meiner Heckwelle (Uni Expert 98), beim Hochdrehen und Auslaufen besonders, ein rhythmisches, metallisches Klicken, von dem ich annehme, daß es daher kommt, daß die Welle im Heckrohr "anschlägt." Das Heckrohr hat ohnehin einen Knick, also kann das ganz normal sein. Falls nicht, kann/muß man die Welle irgendwie justieren? Ich hab´sie so übernommen, wie sie beim Vorgänger eingestellt war, aber der ist mit nem 60er geflogen, er hat das wahrscheinlich garnicht hören können. Jetzt ist ein Actro 32/4 drin, jetzt hört man jedes Nebengeräusch. :P Spiel hat der HeRo jedenfalls keines-das Getriebe scheint ok.
Christoph

heliminator
07.03.2004, 23:20
Hallo Cristoph,
prüfe mal, ob eines der beiden Kunststofflager, in denen die 2mm Welle geführt wird, nach vorne im Rohr "gewandert" ist.
Ist mir zweimal passiert, bis ich mir nun angewöhnt habe, die Lager mittels einer durch das Heckrohr gedrehten 2,2*6,5 Blechschraube gegen das Verrutschen im Rohr zu sichern.
Wenn die Lager wandern, kann sich die Welle weiter ausbauchen, was mit ziemlicher Sicherheit irgendwann demnächst zum Bruch führt.
Das Heckrohr gedanklich in drei Abschnitte aufteilen, an den beiden Teilungspunkten die Lager positionieren und mit Schrauben fixieren.
Dann hört auch das Geklapper wieder auf.

Gruss,
Thilo

Stephan Schrade
08.03.2004, 09:30
Hallo Christoph,
aber die Länge nicht genau dritteln, denn sonst gibt es Resonanzprobleme.
Ein, zwei Zentimeter daneben liegen. Alle Abstände zwischen den Abstützstellen
müssen unterschiedlich sein.

Ciao
Stephan

Ballod,Christoph
08.03.2004, 10:09
Hallo zusammen,
vielen Dank, das werd´ich versuchen. Wie komme ich am besten da ran? Ich hatte den HeRo noch nie ab. Vorne die Verschraubung lösen und Heckrohr abziehen?
Schöne Grüße
Christoph

heliminator
08.03.2004, 11:51
Hallo Christoph,
ja, leider kommst Du nicht darum herum, sowohl das Heckrohr abzunehmen, als auch den Heckrotor abzuschrauben.
Sonst könntest Du nämlich nicht beide Lagerpositionen prüfen.
Und wenn eine Lagerposition geändert werden muss, so kriegt man das eben nur durch komplettes Herausschieben und wieder Einsetzen hin.
Ziehen geht nicht..
Zum Herausschieben nehme ich übrigens einfach einen Meterstab, falls nix anderes zur Hand ist.

Wenn um die Mechanik ein UNI Star gebaut ist, so wird mit ziemlicher Sicherheit vorne eine Klemmhalterung sein, mit einer M3*16 Schraube unterhalb des Rohres.
Vorsichtige Naturen schrauben durch die Klemmvorrichtung übrigens auch noch die schon oben erwähnte Sicherungsschraube 2,2*6,5 um ein Verdrehen des Rohres zu verhindern.
Wenn schon, denn schon: die vierte Schraube dann noch durch den Heckrotorhalter, dann kann sich auch der Heckrotor nicht mehr verdrehen.
Aufpassen bei der Schraubenlänge: die kann leicht mal an der Kupplung schleifen.
Evtl. so etwa 1,5 mm von der Schraubenspitze abknipsen.

Den Heckrotorhalter selbst kannst Du drauflassen, um den Heckrotor abzubauen genügt es, die drei Schrauben zu lösen, die in Richtung des Heckrohres verlaufen.

Gruss,
Thilo

Ballod,Christoph
09.03.2004, 21:57
Vielen Dank für die guten Tips,
ich werd´am Wochenende mal mein Glück versuchen. Hab´den Heli nicht hier. So wie es sich anhört werd´ich erst mal den Heckrotor abschrauben, und die Welle mal bewegen. Vielleicht ist ja nur das hintere Lager "gewandert", und kommt mit ein bißchen gutem Zureden zurück... :) dann wird´s festgenagelt .. :evil:
schöne Flüge
Christoph

heliminator
09.03.2004, 22:20
Hi Christoph,
nee, da wandert nix von alleine zurück.
Aber, so schlimm ist die ganze Geschichte auch wieder nicht.
Ich hab mir die Heckrotorwelle sozusagen noch mal durch den Kopf gehen lassen ...
Schubstange vom Heckservo am Heckrotor-Umlenkhebel lösen.
Den Heckrotor abschrauben. Den Heckrotor an der Welle DRANLASSEN.
Mit der Welle bzw. der vorderen Kupplung beide Lager nach hinten ziehen.
Dabei das hintere Lager ganz herausziehen.
Die Soll-Position des vorderen Lagers festlegen und abmessen.
Vorderes Lager wieder einschieben, am besten mit dem Meterstab, dann hat man gleich die Position bis auf den Millimeter genau.
Hinteres Lager ebenfalls wieder einfädeln, nach Feststellen der Sollposition auch dieses Lager mit dem Meterstab in Position schieben.
Lager mit Schrauben sichern, Kupplung der Heckrotorwelle vorne auf den Abtrieb aufschieben, Heckrotor verschrauben, fertig.

Hört sich wirklich nicht so schlimm an, oder?

Gruss,
Thilo

Ballod,Christoph
11.03.2004, 21:59
Hi Thilo,
o.k., Danke nochmal. :) So sollte es mit dem geringsten Aufwand hinhaun´...Samstag wird´s gerichtet- das soll es sowieso regnen.. ;(
Christoph

Michael.Nord
20.03.2004, 09:35
Hallo Christoph,

und - war die Aktion erfolgreich ? Ist das Klappern jetzt weg ?
Ciao, Michael

Ballod,Christoph
21.03.2004, 22:01
Hi Thilo, Hi Michael,
faul wie ich bin :P , hab ich nur mal den Heckrotor hinten abgeschraubt. Das hintere Lager war direkt vor dem Ende des Rohres (also wohl nach hinten gewandert...) Ich hab es soweit es ging nach vorne geschoben (ca 20 cm) sitzt jetzt etwa unterm Höhenleitwerk. Zuerst hab ich aber das vordere Lager (das war etwa 10 cm zu weit vorne) durch ziehen der Heckwelle nach hinten verschoben.
Die Schlaggeräusche sind weg. Ich hab jetzt nix mehr gebohrt oder fixiert, werd´einfach von Zeit zu Zeit prüfen, war ja ganz einfach behoben.
:) Hoffentlich hab´ich auch bald mal Mut ein bißchen zu versuchen, was die Mechanik kann. Momentan schwebe ich nur so rum und gewöhne mich ans Steuerverhalten von dem Teil.
schöe Grüße und gute Flüge
Christoph

heliminator
21.03.2004, 23:01
Hallo Christoph,
schade um die verpasste Gelegenheit.
Nun weisst Du, vermute ich mal, leider nicht mehr, wo die Lager genau sitzen.
Daher besteht nun kaum die Möglichkeit, die Lager einfach gegen "Abwandern" zu sichern.
Somit musst Du immer wieder mal nachsehen und dazu den Heckrotor abschrauben.
Vorsicht: wenn die Lager zu weit auseinander sitzen, wie in Deinem Fall, besteht die Gefahr, dass die Welle durch zu starke Ausbiegung bricht.
Und das muss sich nicht erst durch das Klappern oder Klingeln rechtzeitig ankündigen.
Die Lager festzuschrauben hat, so glaube ich, schon seinen Sinn und dauert keine 5 Minuten.
Dann ist zumindest eine Unsicherheit weg.
Wäre doch schade, wenn mitten im schönsten Schwebeflugtraining auf einmal der Heckrotor aussetzt.
Soll aber andererseits auch gut für das Reaktions- und Autorotationstraining sein..

Gruss,
Thilo

Ballod,Christoph
22.03.2004, 12:14
Hi Thilo, ich weiß halt nicht, warum das hintere Lager nicht weiter reinzuschieben ging. Ich hab schon das Loch für die Schraube gebohrt, und mit nem Stift "gesichert", damit ich das Lager dagegen schieben und positionieren kann. Vielleicht ein Grat innen an der Stelle, wo die Höhenleitwerksschraube sitzt? Wollte keine Gewalt anwenden ... Ich wer´d aber nochmal versuchen, nächstes WE.
Vielen Dank und schöne Grüße
Christoph

heliminator
22.03.2004, 22:26
Hall Christoph,
klar, wenn Du das Heckrohr anbohrst, gibt es da praktisch immer einen Grat nach innen.
Und wenn die Bohrung weit vom Rohrende entfernt ist, wirst du den Grat auch nur schwer entfernen können. Das ist dann etwas Gepfriemel :)
Aber mit einem schlanken Bastelmesser und etwas Geduld kommt man auch dort voran.

Vorgehensweise prinzipiell: die Lager sind ca. 15 mm lang. Man schiebt also mit dem Meterstab ein Lager zum Beispiel 600 mm weit in das Heckrohr ein.
Nach Adam Riese ist dann die Mitte des Lagers 607,5 mm vom Ende des Rohres entfernt.
Dort bohre ich einfach ein 2 mm Loch quer in das Heckrohr und in den äusseren Ring des Lagers. 2,2*6,5 mm Schraube 'rein, fertig.
Das zweite Lager 250 mm weit einschieben, Bohrung bei 257,5 mm, Schraube, fertig.
Grossartig Stifte oder ähnliches als Anschlag zu setzen, ist bei der beschriebenen Vorgehensweise nicht notwendig.

Gruss,
Thilo

Ballod,Christoph
23.03.2004, 11:28
Danke Thilo,
das war noch eine Frage, wie die Lager beschaffen sind . Ich dachte, die sind nur aus Kunststoff und vielleicht 5 mm breit. So wie Du es beschrieben hast, werd´ ich mich mal an die Fixierung machen. Ich berichte dann nochmal, ob´s auch geklappt hat.
Schöne Grüße
Christoph

heliminator
23.03.2004, 11:43
Hi Christoph,
ich habe die Lager auch nicht mehr ganz genau in Erinnerung, aber es sind definitiv Kunststoffringe, denen auch das Schieben über einen Grat hinweg nichts ausmachen sollte.
Ob sie nun 5 oder 15 mm lang sind, ändert auch nix mehr am Prinzip :-)

Beim Starrantrieb sieht es ein bisschen anders aus, da sind auf dem Umfang der Lager jeweils zwei Gummiringe angebracht, die sollte man tatsächlich nicht über eine scharfen Grat wegschieben, da sie sonst natürlich beschädigt würden.

Gruss,
Thilo

Michael.Nord
26.03.2004, 16:34
Hallo Christoph, hallo Thilo,

habe die Sache gerade bei meiner Uni-Mechanik überprüft. Mir wäre fast die Spucke weggeblieben: die hintere Lagerung war nicht mehr 300mm sondern 450mm vom hinteren Rohrende entfernt.

Das gibts doch gar nicht ! Die Mechanik ist gerade mal 15 Minuten gelaufen. Hab ich da einen Baufehler gemacht ? Ich kann mir gar nicht vorstellen, daß innerhalb einer so kurzen Zeit das Lager so extrem rutscht ?(

Wie auch immer, jetzt gehe ich genau den Weg, den Du (Thilo) beschrieben hast. Die Führungshülsen sind übrigens außen gemessen 10mm lang bei einer Gesamtlänge von 15mm (inkl. hervorstehende Lagerung innen). Also werd ich mit Blechtreibschrauben die Hülsen ein für alle mal befestigen...
... jedenfalls solange bis mir das erste Mal die Heckwelle reißen wird :D

Danke also für die ausführliche Beschreibung.
Ciao, Michael

heliminator
26.03.2004, 17:17
Hi Michael,
ich vermute mal keinen Baufehler.
Was hier seinen Beitrag geleistet haben wird, sind Toleranzen.
Manchmal mögen die Lager fester sitzen, manchmal eben relativ locker.
Vibrationen und evtl. Öl/Fettnebel tun ein Übriges.

Wenn ich das nicht schon bei zwei Helis erlebt hätte, einmal mit Bruch der Heckrotorwelle (zum Glück 2 Sekunden vor dem Abheben),
würde ich ja auch nicht so drauf drängen, das Problem ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen...

Gruss,
Thilo

Michael.Nord
26.03.2004, 20:40
Hallo Thilo,

ja - Fett und Öl könnten evtl. dafür gesorgt haben. Ich hatte gemäß Baueinleitung die HeRo-Welle minimal eingeölt (Korrosionsschutz) und bei den Drehzahlen kam vielleicht ein wenig an die Innenwand des Heckrohres. Mich hat es nämlich auch schon gewundert, daß die Lager relativ leicht herausgezogen werden konnte und vom damaligen Einbau hatte ich mehr Reibungswiderstand in Erinnerung.

Wie auch immer - jetzt sind sie bombenfest. Sollten die Graupners vielleicht mal in ihre Bauanleitung aufnehmen.

Servus aus München, Michael