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Vollständige Version anzeigen : Joker "nickt" ?


Aleister
27.03.2004, 10:46
Hallo zusammen,

Habe heute ! meinen ! Joker ! zum ersten Mal gestartet !!!!
(Letzte Woche im EBay ersteigert) ... Soweit alles wunderbar ... allerdings "nickt" der Joker im Flug (also wirkliches richtiges Nicken so mit Heck hoch, Nase runter und das mit ca. 1Hz Frequenz).. das beginnt irgendwann nach dem Starten und hört dann erst wieder bei der Landung auf ... es ist jetzt auch nicht total extrem ... er nickt um ca. 10 Grad ...
Fällt irgendjemandem dazu was ein ???

Ein paar Daten:
Servo´s 3*9202
Gyro: 601 mit 9251
Motor Actro 24-5
Akku: LiPoly (allerdings nur 9 Zellen ... die Drehzahl konnt ich noch nicht messen da mein Drehzahlmesser mit den schwarzen CFK Blättern nicht klarkommt ...)

Danke
Ralf

Stefan Wachsmuth
27.03.2004, 11:01
Hallo

In welcher Flugsituation kommt das vor, und welche Dämpfergummis hast du drinne?

Aleister
27.03.2004, 11:26
Hi Stefan,

Flugsituation: Beim "Kennenlernschweben" ... (also reines vorsichtiges Schweben vor mir)...

Dämpfergummis ?? (Sagt mir jetzt so erstmal gar nix ... ist aber auch kein Wunder .. weil "jokerfrischling" ...)

Danke
Ralf

freshking16
27.03.2004, 11:28
Er meint die Dämpfergummis im Rotorkopf. Die hat (fast) jeder Hubschrauber

Aleister
27.03.2004, 11:37
Hi Freshking,

Danke für die Erklärung ..

In dem Fall "Standard", sprich ich habe hier nichts geändert .... ???

Ralf

Running Man
27.03.2004, 12:24
Zuerst würde ich mal die Drehzahl messen und den Blattspurlauf kontrollieren.

Von wo kommst Du? Vielleicht kann dir jemand aus der Nachbarschaft helfen?

Running Man
27.03.2004, 12:26
Die Drehzahl kannst Du messen, in dem Du auf BEIDE Blätter einen weißen Streifen mit Selbstklebefolie klebst. Ist sowieso besser für die Erkennung der Fluglage.

Stefan Wachsmuth
27.03.2004, 12:28
Hallo

Wenn du die harten Gummis drinne hast, liegt es daran. Solltest vieleicht mal kontrollieren.
Vieleicht mal den Verkäufer fragen, welche Gummis drinne sind.
Standart sind glaube ich die weicheren.
Wenn du die harten hast, solltest du dir mal die weicheren besorgen.

Klaus G.
27.03.2004, 13:11
Verändere mal deine Schwebedrehzahl in Richtung höher und auch mal niedriger. Da müsste sich dann etwas verändern wenn das Problem von der Rotorkopfhärte kommt. Dessweiteren wird jedes Gummi bei der zur Zeit noch herrschenden Kälte etwas Spröde. Vielleicht ist das Problem weg, wenn die wärmere Jahreszeit beginnt.

Lukas
27.03.2004, 14:41
Hi!

Mit den 9Zellen Lipoly ist die Drehzahl des 24-5 am Kopf zu niedrig (wenn Du ein 24-er oder 25-Ritzel drin hast, bzw. dafür die Dämpfungsgummis, so wie die anderen schon geschrieben haben, zu hart.
Bei 25-Ritzel hast du erfahrungsgemäß dann etwa 1200 bis 1300 u/min am Kopf (unter Last, nicht bei 0°Pitch !!). Da brauchts die weichen O-Ringe.


Bye
Lukas

Aleister
27.03.2004, 15:40
Hallo allerseits,

also ich sehe schon ... der erste Schritt muss sein die Rotorkopfdrehzahl zu messen bzw. zu variieren ....
Ausserdem war es heute morgen noch ziemlich kalt (+1 Grad) ... dafür aber fast windstill ...

Vielen Dank an alle für die ausführlichen Tipps ....

Ralf

Aleister
28.03.2004, 19:04
Hallo allerseits,

als "Abschluss" des Threads:
Heute konnte ich die Kopfdrehzahl messen, diese lag (bei ca. -5 Pitch) bei 1250 U/min ....

Ich habe dann das Controlpanel "voll aufgedreht" (auf ca. 90%) und damit 1390 U/min erreicht .... Parallel dazu war es heute wesentlich wärmer (ca. 12 Grad)

--> KEIN Nicken mehr !

Der 9 zeller LiPo scheint bezüglich der Spannung doch etwas schwach zu sein, ich werde hier mal ein 27-er Ritzel anstelle des 25-er ausprobieren .... der Actro sollte eigentlich stark genug sein, oder ??
Ansonsten ist der LiPo schon klasse ... nach etwa 16 Minuten Flug heute (allerdings ruhiger Schwebeflug) hat der Lader gerade mal 4100 mah eingeladen ... bei 8800 mah MaxKapazität ... :-)

Grüsse
Ralf

Running Man
28.03.2004, 22:45
Sieh´ zu, dass Du noch eine Zellengruppe dranhängst, um auf 10 Zellen zu kommen. (So richtig Spaß macht der Joker bei 1600 U/min.)

@Stefan: Welche Pitchwerte und Drehzahl fliegst Du eigentlich im Kunstflug?
Bin heute geflogen und habe im RüFlu festgestellt, dass Minus 9° bei 1600U/min nicht reicht. Ich denke, für rasante Steigflüge auf dem Rü sollten es schon an die -12° sein, oder? Die Joker-Anleitung schlägt für 3D nämlich nur -9° vor.

Gerd Guzicki
29.03.2004, 00:39
Hallo,

bei dem "Nicken" handelt es sich um eine sogennante "gegenläufige Starrkörpereigenfrequenz", die ein Hubschrauber bei einer bestimmten Rotordrehzahl beschreibt, indem der Rumpf entgegen der Rotordrehrichtung umlaufend Kreisbewegungen beschreibt, also auch um die Längsachse (Roll), nur hier kann man es nicht so gut sehen, da quer ja kein langer Ausleger als "Zeiger" vorhanden ist. Diese Eigenfrequenz ist physikalisch völlig normal und verstärkt sich durch folgende Parameter:

- Je härter die Dämpfungsgummis sind, umso höher muss die Rotordrehzahl sein, um ein Nicken zu verhindern. Im Winter ist der Effekt ausgeprägter als im Sommer (Temperatur-Gummihärte).
- Ebenso ist diese Resonanzamplitude bei einem starr aufgebauten Hubschrauber mit Ganzmetallrotorkopf ausgeprägter als bei einem Spritzgussmodell.
Faustregel: Je weicher etwas ist, desto weniger prallt es von der Wand zurück, gegen die man es wirft.
- Eine Unwucht besonders im Rotorsystem (aber auch an drehenden Teilen des Antriebs/Getriebes wirkt anregend und, trifft man die Resonanzdrehzahl genau, vertärkt es die Amplitude zusätzlich.
- Ein festes Anziehen der Blätter erhöht diese Nicktendenz ebenfalls deutlich.

Die Abhilfe ergibt sich einfach aus folgenden Punkten (am besten in dieser Reihenfolge) und ist allgemein gültig, also nicht nur für den Joker:

1. Rotorblätter soweit lösen, dass ein Druck mit einer Küchenwaage von etwa 400g ein Wegschwenken bewirkt.

2. Die kleinste Rotordrehzahl so einstellen, dass der Hubschrauber oberhalb dieser Resonanzdrehzahl betrieben wird, in der Praxis also etwa mit mindestens 1300 1/min bei den Standard-O-Ringen und 1400 bei den harten 3D O-Ringen (sie sind nicht schwarz, sondern Anthrazit-Grau und werden beim Joker nur auf besonderen Kundenwunsch verwendet, beim Acrobat sind sie Serie). Im Winter sollte hierfür die Drehzahl etwas höher gewählt werden als im Sommer.

3. Auswuchtung von Rotorblättern und Paddelebene sowie Geradheit der Hauptrotor- und Blattlagerwelle überprüfen.

So eingestellt dürfte nichts mehr Nicken. Wie gesagt, es handelt sich hier um eine physikalische Gegebenheit, die mehr oder weniger stark ausgeprägt bei jedem Hubschrauber entweder zu beobachten ist oder künstlich erzeugt weden kann.

Gerd