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Vollständige Version anzeigen : Flugverhalten Mille


Tusi
27.11.2001, 11:05
Hallo Millegemeinde

Nach meinen ersten Rundflügen mit dem neuen Mille ist mir aufgefallen, dass ich beim schnellen Vorwärtsflug und beim schnellen Abstig gehörig Nick drücken musste, damit sich der Heli nicht aufbäumt. Laut Erfahrungen in den Foren sollte dies nicht der Fall sein.

Der Rotorkopf ist genau nach Anleitung zusammengebaut worden und schwebte praktisch ohne zu trimmen einwandfrei. (Lilapaddel mit Zusatzgewichten in der Mitte und Rotorblätter Evo FAI 60er/690
von BBT)

Woran könnte diese Aufbäumerscheinung liegen ?
evt. Paddeleinstellwinkel ?

Freue mich auf ein Feedback
Gruss Tusi

Christian Rose
27.11.2001, 11:40
Hallo,
das Aufbäumen liegt an den Evolution Blättern. Mit halbymetrischen Evolution-Blättern (ich fliege sie selbst auf meinen beiden Futura Nova)sollte man den Heli kopflastig fliegen. Ich weiß nicht wie fortgeschritten du im Kunstflug bist, aber am besten siehst Du es wenn Du eine Rolle fliegst. Der Heli bäumt sich dann sehr stark auf.
Jetzt hast Du zwei Möglichkeiten das Phänomen zu beseitigen:
1. Soviel Blei in die Nase geben bis das Phänomen verschwindet (sind aber ca. 120gr)
2. Am Heck Gewicht sparen: CFK-Heckrohr+Streben+Zahnriemenantrieb (von Jürgen Schwing)

Ich fliege Variante 2 und mußte nur geringfügig Blei (ca. 20gr.) in die Nase geben. Zusätzlich solltest Du andere Paddel mit einer längeren Paddelstange montieren-dann verbessert sich der Geradeausflug erheblich. Ich fliege auf meinen F3C Helis eine 555mm Paddelstange und Paddel von die Paddel Nr. 602 von SAB mit einem Gewicht von 40gr. Zusätzlich habe ich die X-Cell Tariergewichte ungefähr in der Mitte der Paddelstange montiert. Der Heli schwebt damit sehr ruhig und präzise, selbst bei einer geringen Schwebeflugdrehzahl (ich fliege je nach Windverhältnissen zw. 1300 und 1400upm) und ist im F3C Kunstflug mit 2000upm ausreichend wendig und hat sehr gute Geradeausflugeigenschaften.

Viele Grüße
Christian

Tusi
27.11.2001, 14:33
Hallo Christian

Vielen Dank für deine Antwort.
Zur Information: Ich habe schon ca. 100 Gramm Blei zugegeben und der Heli ist leicht kopflastig.

Ich werde die zweite Variante ausprobieren.Habe zu Hause noch Paddel CFK SAB 40g Nr. 601 herumstehen. Zudem werde ich die Gewichte auf der Stabistange ganz nach aussen befestigen.

Dazu gleich noch ne Frage:
Tritt dies nur mit den besagten Evolution Blättern auf und/oder was gibt es für Alternativen ?

Besten Dank und Gruss
Tusi

Christian Rose
27.11.2001, 16:18
Hallo Tusi,
wenn Du schon 100gr. Blei drin hast versuch es zuerst mal mit den anderen Paddeln. Evtl. stelle die Paddel um ca. 1° - 1,5° (JA NICHT MEHR!!!) an. Ich habe 1° positive Anstellung bei den SAB Paddeln.
Zu den Alternativen:

ich habe bisher folgende halbsym. F3C Blätter geflogen:
1. Die besagten BBT
2. TG Contest-hier tritt ebenfalls das Phänomen auf
3. Hirobo WC Carbon 680mm die Schränkung des Blattes wirkt sich positiv auf das Flugverhalten auf, es ist sehr ruhig-allerdings muß auch kopflastig geflogen werden. Die Blätter sind mir aber zu teuer (1 Satz über 450DM)

Das Phänomen tritt bei allen halbsm. Blättern auf-es ist profilbedingt. Bei einem vollsym. Blatt z.B: MS Composit F3C ist das Phänomen nicht feststellbar.

Ich bekomme (hoffentlich bald) ein Paar der neuen halbsym. BBT F3C Blätter (die mit den abgewinkelten Randbogen)-die sollen noch besser sein als die Evolution.
Ich bin mit den Eigenschaften des Evolution Blattes eigentlich von Anfang an sehr gut zurechtgekommen. Da ich meine beiden novas komplett mit CFK Chassis und Zahnriemenheckantrieb ausgerüstet habe stören mich die 20-30gr. Blei in der Rumpfnase nicht.

Viele Grüße
Christian

Roland_K
27.11.2001, 22:36
Hallo Tusi,
Hallo Christian,

Ich denke das aufbäumen mit halbsymetrischen Rotorblättern ist ein zwar unerwünschter aber aerodynamisch bedingter Nebeneffekt bei halbsymetrischen Blättern.

Ich würde dir empfehlen vollsymetrische Blätter zu verwenden, welche sich nicht nur im gesamten Pitchbereich, sondern auch im Vorwärts-, Rückwärts-, Seitwärts-Flug absolut symetrisch, nämlich neutral verhalten.

Der MillenniumII Rotorkopf wurde (abgeleitet vom SE Kopf) für vollsymetrische Rotorblätter abgestimmt, speziell für die von Bob und damals noch von Curtis geflogenen NHP Blätter. Damit fliegt er auch neutral.

Ich denke, daß halbsymetrische Blätter für die heute üblichen FAI-Figuren sinnvoll sind, aber die Vorteile die man gewinnt muß man eben auch mit Kompromissen erkaufen (Schwerpunkt, aufbäumen, etc).

Ich persönlich setze die NHP Razor Blades 710mm Länge ein (Webra P75) und darf sagen daß ich dafür den Pitchwert im Vergleich zu den Standard NHP 710mm um 1,5° anheben konnte. Das Flugverhalten ist absolut neutral und die Geschwindigkeitsspektrum enorm.

Zusammenfassend möchte ich anmerken, daß ein auf 3D abgestimmter Kopf zuerst mit den empfohlenen Komponenten (Paddel und Rotorblätter) geflogen werden sollte, bevor man ihn für andere Einsatzzwecke \"optimiert\". Nur so läßt sich ausschliessen, daß nicht andere \"Fehler\" zu einem schlechten Flugverhalten führen.

bis dann

Roland

Christian Rose
28.11.2001, 16:13
Hallo Roland,

die Razor Blätter sollen wirklich sehr gut sein; auch die vollsym. MS Composit funktionieren tadellos, aber ich bleib fürs F3C bei den halbsym. BBT.

Viele Grüße
Christian

PS: Obwohl der Nova-Rotorkopf sehr gut für beide Flugstile (F3C/3D)geeignet ist hab mir mittlerweile selbst einen Rotorkopf speziell für F3C konstruiert, welcher auch sehr gut funktioniert 8original ist nur noch die Taumelscheibe und der Pitchkompensator aus Alu, darüber ist keine Schraube mehr original.

Roland_K
28.11.2001, 16:32
Hallo Christian,
sehen will!!!!!
wie sieht den dein Kopf aus?

Gruß Roland

Christian Rose
29.11.2001, 10:04
Hallo Roland,
kurze Beschreibung des Kopfes:
Ganzmetallkonstruktion, untenliegende Paddelstange, Mischungsverhältnis ca. 1:0,9 und getrennte Blattlagerwelle.
Ich schick dir heute eine Mail mit einem Foto.

Viele Grüße
Christian

Andreas Schweitzer
04.12.2001, 12:12
Hallo Kollegen,

wenn ich noch meinen Senf dazugeben darf:

Die halbsymmetrischen Blätter von TG verhalten sich völlig unauffällig. Der Schwerpunkt des Hubschraubers hat auf das Aufbäumverhalten nicht den geringsten Einfluss, denn dann müsste dies beim Rückwärtsfliegen durch den nun hintenliegende Schwerpunkt passieren und das tut es nicht.

Wichtig ist, dass die Paddelgewichte so groß sind, dass sich die Blätter aufgrund der Druckpunktwanderung nicht aufstellen können und die Paddelstange \"wegdrücken\".(das tun fast alle, außer S-Schlagprofile - Prinzip Nurflügler). Der Heli sollte auch mit hoher Geschwindigkeit ohne \"Hochzureissen\" durch einen Looping gehen. Die Originalpaddelstange mit Gewichten 8 g und 45 g Paddel geht ohne weiteres, die Lilapaddel sind zu leicht. Ich fliege 3-D mit 5000 mm Stange, 45 g schweren Mikado-Kunststoffpaddel und 8 g Gewichten (etwa 2/3 Position auf der Stange). Minimal größere Einmischung der Paddelstange. Geht mit verschiedenen Blättern einwandfrei. Mit der Einstellung kann man auch sehr gestreckt fliegen. Ein optimaler Kompromiss, wie ich finde.

Der Schwerpunkt wirkt sich eigentlich nur bei Rollen bzw. Trimmung im Rückenflug aus oder bei z.B. bei senkrechtstehenden Flugzuständen (Tendenz zu Nickbewegungen). Der Schwerpunkt kann so gewählt werden, dass die Kiste in Normal-wie im Rückenflug bei gleicher Trimmung und gleichen Pitchwerten gleich schnell ohne Höhenverlust fliegt.

Ich habe hier auf ca. 1,5 cm vor der Hauptrotorwelle optimiert.

Grüsse

Andreas

millebob
04.12.2001, 13:41
Hallo Andreas und auch Hallo zusammen,

habe bei meiner Nova den Schwerpunkt auch deutlich vor der Rotorwelle. Wie äussert sich das denn beim Rückwärtsfliegen? Dann liegt er ja zu weit hinten. Ansonsten hatte ich vorwärts mit symmetrischen Blättern, auch mit leichten Paddeln, weder beim Mille noch bei der Nova irgendwelche Probleme. Die HT-Blätter finde ich sehr gut.

Viele Grüsse,

Robert

Kirneh
04.12.2001, 14:32
Hi Robert,

beim Rückwärtsfliegen ist es eher vorteilhaft, wenn der Schwerpunkt hinter der Rotorwelle liegt. (zumindest soweit ich weiss)
Ist eben genau umgekehrt zum Vorwärtsfliegen.


Gruss
Henrik

Markus Zander
05.12.2001, 09:20
Hi Andreas,
eine 5000 mm lange Paddelstange habe ich noch nicht probiert, wie bekommst du den Heli denn ins Auto?[img src=icon_smile_big.gif border=0 align=middle][img src=icon_smile_big.gif border=0 align=middle]
@ Tusi
Ich fliege auf meinem Nova die Standard-Paddelstange, 480 mm, mit Vario 3-D Paddel, ca 25 g und TG Competition Blätter,200g, vollsymetrisch.Die Ausschläge auf Roll und Nick habe ich mechanisch zurückgenommen ( 2. Loch von innen am Servohebel )bei 100 % Servoweg. Die Taumelscheibe hat aber noch einen Ausschlag von ca 90 % , das Roll und Nickverhalten ist trotzdem voll ausreichend. Bei der Standardeinstellung kam der Motor bei Vollausschlägen an seine Grenzen. Jetzt läuft er bei allen Ausschlägen sauber durch, was sich im Kunstflug absolut positiv bemerkbar macht.Alles wirkt ruhiger.( vielen Dank an einen sehr guten Piloten, der mir dieses empfohlen hat)
Durch den Einbau eines 2000 Sanyo und 20 g Blei in der Nase ist er leicht Kopflastig, hiermit und den TG Blättern läuft er geradeaus wie auf Schienen. Ist er Neutral im Schwerpunkt rollt er etwas unsauberer.
Diese Werte die ich zur Zeit fliege , habe ich innerhalb einer ganzen Saison Schritt für Schritt erflogen. Man sollte wirklich immer nur eine Komponente ändern und wieder testen. Schnelle umfangreiche Änderungen führen meistens zu schlechteren Ergebnissen, da sich zu viele Parameter ändern und nichts mehr reproduzierbar ist.
Gruß Markus

Tusi
05.12.2001, 12:41
Zuerst vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Wie oben beschrieben habe ich nun die CFK Paddel von SAB 40g Nr. 601 montiert und die Gewichte auf der Padelstange 2/3 nach aussen gelegt. Und siehe da, der Heli ist nicht wieder zu erkennen.

Der Geradeausflug bei 1750 Upm ist wie auf Schienen. Ich muss auf Nick praktisch nichts korrigieren. Um die gleiche Wendigkeit zu erzielen, musste ich ca. 10% mehr Ausschläge auf der Taumelscheibe haben als mit den original Lilapaddeln.

Beim Schwebeflug musste ich die Drehzahl von 1350 Upm auf 1500 Upm erhöhen. Bei den 1350 Upm fing der Heli an, sich ein wenig aufzuschaukeln. Bei höheren Drehzahlen ist dieses Phänomen weg. Der Schwebeflug ist mit den neuen Paddeln absolut stabil und auf schnelle Piruetten muss weniger auf der Taumelscheibe korrigiert werden.

Der Austausch der Paddel hat sich für mich gelohnt.
Gruss Tusi

Christian Rose
05.12.2001, 14:27
Hallo Tusi,
um das Phänomen des Aufschaukelns bei niedrigen Drehzahlen zu vermeiden, probiere mal eine weiche Dämpfung des Rotorkopfes. Erreicht wird das durch Entfernen einer Passcheibe auf der Rotorwelle.

Ich fliege jetzt meine beiden Novas nur noch mit den Eigenbaurotorköpfen-damit ist der Heli im Schweben wesentlich stabiler und ruhiger-im Kunstflug ist er ähnlich wie die robbe Rotorköpfe (wie auf Schienen) nur die Rollrate ist nicht mehr so hoch da durch die längere Rotorwelle das Mastmoment erhöht ist, aber für die F3C Rollen (Doppelrolle und Rollen gegengleich) reicht sie voll und ganz aus. Als Drehzahlen fliege ich mit diesem Rotorkopf folgende: Schweben 1350upm, Kunstflug 2000upm.

Viele Grüße
Christian

Andreas Schweitzer
05.12.2001, 14:49
Hi zusammen,

neidisch auf meine 5000 mm Paddelstange?[img src=icon_smile_wink.gif border=0 align=middle]. O.k. 0 zuviel.

hier kurz zum Thema Rückwärtsfliegen und Schwerpunkt. Ideal ist z.B. für eine Rolle, wenn die Maschine über den Schwerpunkt und nicht über den Trim Fahrt aufnimmt. Wenn hier der Schwerpunkt stimmt, dann bäumt sich der Heli im Rücken nicht auf, was er tut, wenn die Fahrt über die Tiefentrimmung erfolgt. Man kann immer nur einen Kompromiss eingehen, sowohl für Trimmung wie auch für den Schwerpunkt. So wird dann evtl. notwendig sein, bei Rückwärtsrollen das Nick stärker auszusteuern, damit man keine Fahrt verliert. Aber ansonsten ist das ganze harmlos, probieren geht über studieren! Wer Vorwärtsrollen optimieren möchte, kann mal mit geringer Einmischung von Roll auf Nick experiementieren.

Schütteln beim Schweben: Ich habe die dicken Unterlagscheiben auf der Blattlagerwelle rausgemacht, damit läßt sich selbst bei kälteren Temperaturen die Schwebedrehzahl stark absenken. Nachteile hat das aus meiner Sicht keine. Bei Hope gibt es eine verlängerte Blattlagerwelle, dann kann man die dicken Scheiben wieder verwenden, weil es die dünnen gerne verbiegt.

Übrigens an alle Piloten mit Futura-Rotorköpfen: Die Rotorkopfbefestigungsschraube darf nicht über die Mutter rausschauen, sonst kann es beim Pirouettenüberschlag das Paddelgestänge aushängen. (Ist mir passiert, die Schraube war original). Läßt sich in der Werkstatt nachvollziehen.

Grüße

Andreas