PDA

Vollständige Version anzeigen : Wellenleistungsturbine für Helis


Steffen K
24.02.2002, 14:18
Hallo zusammen,

habe mit großem Interesse alle Beiträge
zum Turbinenantrieb gelesen.
Leider haben alle bis jetzt eingesetzten Turbinen
einen entscheidenden Nachteil:
es sind Strahlturbinen die auf Schub ausgelegt sind.
Besser wäre eine Turbine mit einer Arbeitsstufe im Abgasstrahl.
Das heißt , ein weiteres Rad sitzt im Abgasstrahl und wird
durch diesen angetrieben.
Dadurch kann das Kerntriebwerk nicht beschädigt werden wenn
mal die Arbeitsstufe blockiert.
Außerdem dreht die Arbeitsstufe nicht ganz so hoch ca.80000min.
Hat einer von Euch Lust mal so ein Teil zu bauen
oder ist vielleicht schon dabei?
Wer hat bereits Erfahrungen mit derartigen Turbinen.
Ich möchte längerfristig eine Turbine für 3m Helis bauen.
Also,Turbinenfreaks,lasst mal was von Euch hören,wäre doch
gelacht wenn man sowas nicht selbst auf die Beine stellen
könnte.

Gruß

Steffen

Michael Stenger
24.02.2002, 17:55
Hi Leute,

Jürgen Schwing fliegt eine 2-Wellenturbine auf seiner LAMA !!
Das ist genau das was Ihr meint..

Das gerät ist aber etwas teuer.
Leider kenn ich den Link momentan nicht.

Viele Grüße
Michael Stenger

24.02.2002, 20:24
Hallo!

Schau mal bei www.jets.at/pjw.html

Das ist eine Wellenleistungsturbine.

Gruß, Jan

Jörg
24.02.2002, 20:46
Moin,

ist sie zwar, aber nicht nach obiger Definition[img src=icon_smile_wink.gif border=0 align=middle].


Gruß
Jörg

Jürgen Schwing
24.02.2002, 20:59
Hallo,

der Link zu meiner Hompage:

http://www.hobbycopter.de

schaut unter Projekt Turbine.

Die Turbine ist eine MW54 mit einer 2. Arbeitsturbine (Welle mit Turbinenrad) die geregelt konstant mit 50000 U/min dreht. Die Leistungsturbine dreht zwischen 80000 U/min (Leerlauf) und 150000 U/min (Vollast). Die Hauptrotordrehzahl liegt bei 1200 U/min. Der Restschub liegt bei ca. 50g! Die maximale Abgastemperatur liegt bei ca. 490°C. Die maximale Wellenleistung der Turbine liegt bei knapp 4KW.
Z. Zt. wird das Getriebegehäuse geändert und ein Lieferant für das Abgasrohr gesucht. Im Mai sollten die Tests dann alle abgeschlossen sein.

Viele Grüße
Jürgen

http://www.hobbycopter.de

Bernd Pöting
25.02.2002, 07:58
Hallo Jürgen,
ich würde mich sehr freuen, wenn du mit deiner Lama zum 1. Pöting-Turbinen-Heli-Meeting kommst.
Das Treffen findet am 16. und 17. März in Littfeld statt.

Liebe Grüße
Bernd

Michael Stenger
25.02.2002, 13:10
Hallo Jürgen,

wie Bernd schon sagt, ich würde auch mal gerne die Lama sehen ( wir haben mal deswegen telefoniert..).
Ich bring meine LAMA mal mit zur \" Anprobe \" :-))

Viele Grüße
Michael Stenger

03.03.2002, 11:44
Hier einige Grundlagen zu Ein- und Zweiwellenturbinen:

Grundsätzlich kamen in den 50er Jahren zuerst Einwellentriebwerke auf. Der Vorteil liegt in der einfacheren Konstruktion und Lagerung. Man kommt mit zwei Lagern aus. Diese Triebwerke arbeiten tadellos und benötigen naturgemäß eine Fliehkraftkupplung. Wir selbst betreiben eine Alouette II SE 313 B mit Artouste II Triebwerk. Der einzige Nachteil liegt in einem etwas höheren Verbrauch im Teillastbereich, etwa 20% mehr, aber wie gesagt nur bei Teillast. Das ist der Hauptgrund, warum sich später Zweiwellenturbinen durchgesetzt haben.
Ein weiterer Grund ist, daß eine Zweiwellenturbine etwas schneller hochgefahren werden kann und weniger zum Verdichterpumpen tendiert. Das ist z.B. für Helikopter, die auf Kommando eingesetzt werden(Militär, Rettung) von Vorteil.
Diese Ziele sind für den Modellflug irrelevant. Hier zählt einzig und allein die Einfachkeit, Zuverlässigkeit und die Gewichtsbilanz. Die PJ-W Wellenleistungsturbine ist mit 1.300 Gramm inclusive Integralzahnradgetriebe und Kupplung ein superleichtes Triebwerk mit gleicher Leistung wie andere Hersteller.
Bei einem Crash nimmt üblicherweise die integrierte Kupplung das Spitzenmoment auf, in den meisten Fällen bleibt die Turbine unbeschädigt und die ORBIT Steuerung stellt ab.
Zusätlich ist ein Zahnrad im Integralturbine aus Sonderkunststoff gefertigt und stellt eine weitere Sicherung dar, die leicht gewechselt werden kann und das restliche Triebwerk schadlos hält.
Auch bei einem Zweiwellentriebwerk sind solche Vorkehrungen notwendig, auch das eine Abgasturbinenrad stellt eine große Schwungmasse dar, die bei einem Crash abgefangen werden muß.

Peter Jakadofsky

03.03.2002, 12:39
gestern habe ich den turbinenheli PJW zum zweiten mal fliegen gesehen. war schon die vorführung im sept 2001 in punitz beeindruckend, so muß ich sagen, staunten wir dieses mal noch mehr: noch nie habe ich einen heli mit soviel power fliegen gesehen. und noch dazu alle erdenklichen kunstflugfiguren.

die techn. daten, soweit mir bekannt:
gewicht 8.5kg
rotordrehzahl 1670rpm
turbinendrehzahl konstant 80.000rpm
max pitch 10.5°

ein technischer leckerbissen
[img src=\"http://www.rcuniverse.com/attachment.php?s=&postid=53836\" border=0]

mec

Steffen K
03.03.2002, 15:51
Hallo zusammen,

ich bin der Meinung,das man
bei einer zweiwelligen Turbine auf
die Kupplung verzichten kann.
Außerdem Peter mußt Du die Zwischenwelle
des Integralgetriebes auch lagern,somit
kommst Du auch auf 4 Lager wie bei einer
Zweiwelligen.
Das Gewicht einer Zweiwelligen dürfte auch
nicht größer sein da z.b. Integralgetriebe
und Fliehkraftkupplung wegfallen.
Somit halte ich den Aufbau einer Zweiwelligen
im Vergleich zur PJW für unkomplizierter.

Gruß

Steffen

Es gibt viele zu packen,tun wir`s ihnen an!

06.03.2002, 21:46
Theoretisch alles richtig!
Ich habe die schwierigen Lagerstellen, die extrem hohe Drehzahlen und Temperaturen ertragen müssen gemeint. Zwischenwellen lassen sich mit herkömmlichen Lagern verwirklichen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Lösungen diesen Sommer noch zu sehen sein werden.
Wir werden auf jeden Fall in Sinsheim vertreten sein und erwarten dort einiges an Diskussionen zu diesen Themen.

Viele Wellen(äh...Wege) führen nach Rom

JakadofskyJetEngines