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Vollständige Version anzeigen : Winterprojekt endlich fertig -> Baustufenbilder


freyenb
02.04.2007, 07:53
Hallo Scale-Gemeinde,

heute möchte ich Euch mal mein Winterprojekt vorstellen, daß ich Anfang März fertiggestellt habe.
Wie ohnehin viele wissen, betreibe ich seit 2001 eine Agusta A109 Power von Graupner elektrisch mit Plettenberg-Motor und 27 NiMH Zellen / 10S2P LiIo-Akkus.

Hier mal ein Bild der Agusta, wie es die meisten von Euch bestimmt schon mal irgendwo in diesem Forum gesehen haben.

http://galerie.heckrotor.de/albums/userpics/10015/PICT2959_681x511.JPG

Ich habe beim Bau der Agusta bewust auf eine Lackierung verzichtet, einerseits um Gewicht zu sparen, andererseits, wusste ich ja noch nicht, wie lang der Rumpf meine Lernphase überlebt...

Nun, er hat bis im Herbst letzten Jahres ohne Schäden überstanden, weshalb ich also bis dahin ohne Lackierung (nur mit etwas "Finish") unterwegs war. Also, wie oben erwähnt, hatte ich letzten Herbst eine mißlungene Notlandung (defekter Akku), bei der der Heli flach, aber mit enormer Sinkgeschwindigkeit aufschlug. Dabei sind am Rumpf einige Risse enstanden, die es zu reparieren galt. Nach der Reperatur und der Überlegung, wie man die Risse optisch verschwinden lassen kann, hab ich mich dann dazu entschlossen, ein "Winterprojekt" draus zu machen und den Rumpf zu lackieren. Und wenn ich mir schon die Arbeit antue, sollten auch noch die Oberfläche mit einigen Scale-Details versehen werden. Viele Anregungen dazu habe ich übrigens aus diesem Forum bekommen.
Es sollte also eine Lackierung eines existierenden Vorbildes werden, die mit relativ wenig Aufwand und geringen Mitteln (Sprühdosen vom Autozubehör) zu bewältigen ist. Dabei viel meine Wahl auf dieses Exemplar:

http://www.dgualdo.it/t7nik-dg-001-wall.jpg

Im folgenden habe ich also einige Baustufen-Bilder angehängt, die den Fortschritt meines Vorhabens dokumentieren. Nachdem ich nicht alle Baustufenphotos im Netz habe, habe ich jeweils zwei davon an einen Betrag angehängt.

freyenb
02.04.2007, 07:54
Also, hier sieht man die erfolgte Reparatur der Risse und Schäden, die bei dem Absturz entstanden sind. Ich habe von der Innen-Seite nach Abschleifen der Obefläche mehrere Lagen Glasfaser-Gewebe aufgebracht und mit UHU Endfest 300 getränkt. Ein Heißluft-Fön leistet dabei gute Dieste, den Klebstoff flüssig zu machen.

freyenb
02.04.2007, 07:56
Anschliessend musste nach und nach sämtliche Farbe abgeschliffen werden und Unebenheiten beseitigt werden. Auch die Trenn-Nähte des Rumpfes wurden plan geschliffen und -wo nötig- gespachtelt. Diese Schleiferei hat einige Zeit und Nerven in Anspruch genommen...

freyenb
02.04.2007, 08:01
Danach kamen dann einige Scale-Details drann, die ich mir überlegt bzw. vom Original abgeschaut habe. Es wurden z.B. einige Lüftungsgitter nachgebaut, die Lufteinlässe im hintern Teil des Doghouse nachempfunden und das Luftleitblech auf der Backbordseite des Heckauslegers aus einem Hartholzrest nachgebaut.

Einie weitere größere "Baustelle" waren die Blechstösse, die ich ebenfalls imitieren wollte. Hierzu habe ich mir folgende Methode ausgedacht: Zunächst habe ich alle Blechstösse, die ich anhand von Bildern des Originals zusammengesucht habe, mit Bleistift und Lineal auf den Rumpf übertragen. Danach wurde dickes Klebeband direkt an die Bleistift-Linie aufgebracht. Mit einer Dreikant-Feile habe dann vorsichtig am Klebeband entlang die Blechstösse in die Oberfläche eingefeilt. Das gibt wunderbar gleichmässige "Blechstösse", die sogar um leichte Biegungen sehr gut aussehen. Aber Vorsicht, nur das Gelcoat anfeilen, nicht ins GFK, man würde somit die Festigkeit des Rumpfes schwächen.
Auf diese Art habe ich die meisten Blechstösse, aber auch Wartungsklappen imitiert.
Anschließend wurde grau grundiert. Um Gewicht zu sparen, habe ich nur in dem Bereich grundiert, wo später blau lackiert werden sollte. Da die Rumpf-Unterseite weiß lackiert werden sollte, habe ich hier auf die Grundierung verzichtet.

Das Ergebnis kann man auf folgenden Bildern sehen.

freyenb
02.04.2007, 08:04
Danach sollten - wie vorher auch schon - die Nieten des Originals nachempfunden werden. Hierzu habe ich mir die Weißleim-Methode ausgesucht, da ich hier schon gute Erfahrung gemacht habe und sowieso nicht "super-scale" bauen wollte (im korrekten Maßstab sind die Weißleim-Nieten wohl zu groß). Hierbei habe ich selbstklebendes Zierband als Lineal verwendet, um gerade Nieten-Reihen hinzubekommen. Das sieht dann so aus:

freyenb
02.04.2007, 08:05
Hier habe ich die gelben Streifen auf den hellen (weißen) untergrund mit Revel-Farbe aufgepinselt (hierbei wurde mit Zierband abgeklebt). Aufgrund des hellen Untergrunds musste ich nicht sooft nachlackieren, um genügend Deckkraft zu bekommen.
Hierbei musste ich feststellen, dass es unmöglich ist, über die Weißleim-Nieten hinweg so abzukleben, daß man saubere Lackgrenzen bekommt. Im Bereich der Nieten hat die Farbe das Klebeband unterlaufen und unschöne Grenzen hintelassen. Dieses Problem hat mich viele Nerven und Mühen gekostet, da ich unzählige male mit feinsten Pinseln nacharbeiten mußte. Heute würde ich an der Stelle, wo die Lackgrenzen später sein werden, die Nieten weglassen und ganz zum Schluß vor dem Aufbringen des Klarlacks die restlichen Nieten setzen und mit dem Pinsel nachträglich einfärben. Unterm Strich wäre das nicht so zeitaufwändig und vor allem schöner geworden. Naja, beim nächsten mal....

freyenb
02.04.2007, 08:06
Hier habe ich Montage-Stellen des Notwasserungs-Systems (Emergency Floatation) mit GFK-Platinen-Material nachempfunden. Die Plättchen sind in senkrechte Schlitze eingepasst und von innen mit Epoxy eingeharzt.

freyenb
02.04.2007, 08:08
Hier habe ich die Einstiegstritt-Leisten zumindest "Semi-Scale" nachgebildet. Im Original sind dies um 2x 90 Grad abgebogen, was mir mit keinem Rundmaterial geglückt ist. So wurden die Halter auch aus Platinen-Material und die Tritte selbst aus 6er Alu-Rohr gefertigt. Folgende Photos zeigen die Einstiegsleisten, die Höhenleitwerke und das Heck-Abschlussstück nach dem Grundieren:

freyenb
02.04.2007, 08:10
Im nächsten Schritt nach letztem säubern der Oberfläche wurde der Rumpf zum Lackieren der Unterseite abgeklebt. Auch hier war jetzt bereits abzusehen, daß weißer Sprühnebel im Bereich von Nieten unter die Abklebung kommen wird, was aber bei diesem Arbeitsgang egal war (die blaue Farbe überdeckt das dann eh wieder).

Die folgenden Bilder zeigen die Fortschritte beim Lackieren der Unterseite:

freyenb
02.04.2007, 08:11
...hier sieht man schön die Oberflächendetails unter dem weißen Lack:

freyenb
02.04.2007, 08:13
Jetzt wurden die Unterseite des Rumpfes sorgfältig abgeklebt und diverse Öffnungen verschlossen. Die zuvor auflackierten gelben Streifen habe ich mit klarem Tesafilm geschützt (die überstehenden Ränder des Tesafilms wurden mit einem scharfen Messer exakt an der Lackgrenze abgeschnitten).

Nach mehreren Lackierdurchgängen sah der Rumpf schon bedeutend "anders" aus. Ich habe versucht, mit dem blauen Metallik-Lack möglichst sparsam zu sein, um Gewicht zu sparen. Wie ich später feststellen musste, ist die Lackierung an manchen Stellen nicht deckend genug geworden (wolkig). Das muß ich beim nächsten mal besser hinkriegen. Für den Anfang aber bin ich recht zufrieden.

Hier das Resultat:

freyenb
02.04.2007, 08:14
...schön zu erkennen sind die Oberflächendetails, wie Blechstösse, Lüftungsgitter und Wartungsklappen-Verschlüsse...

freyenb
02.04.2007, 08:15
Anschliessend wurde vorsichtig der Tesafilm von dem gelben Streifen wieder abgezogen, die Lackgrenzen -wo nötig- nachgebessert und Wasserschiebe-Bilder auf den Metallik-Lack aufgebracht.

freyenb
02.04.2007, 08:16
Zuletzt wurde noch der Klarlack auf den blauen Metalik-Lack aufgetragen.
Hierbei habe ich leider folgendes falsch gemacht. Ich habe auf die immitierten Wartungsklappenverschlüsse vor dem Klarlack silbergraue Farbe vorsichtig aufgebracht und nicht gewartet, bis dieser durchgetrocknet war. Als dann der frische Klarlack aufgetragen war, mußte ich feststellen, daß die silbergraue Farbe angelöst wurde und über die Grenzen der Verschlüsse lief!

Später konnte ich dann den Fehler mit einem feinen Pinsel zum Glück wieder beheben. Man lernt dazu....

Dies kann man bei diesem Bild schön sehen:

freyenb
02.04.2007, 08:17
Die folgenden Bilder sind nach dem "Auspacken" des Rumpfes und Abziehen diverser Abklebungen entstanden. Na, fürs erste mal kann sich das doch sehen lassen...

freyenb
02.04.2007, 08:18
...hier sieht man schön die detailierte Oberfläche ...

freyenb
02.04.2007, 08:18
Entspurt: Hier habe ich die bereits lackierten Einstiegsleisten angebracht. Dazu wurden auf jeder Seite 4 senkrechte Schlitze in den Rumpf gefeilt. Auch die Einstiegsleisten sind dann von der Rumpf-Innenseite her eingeharzt.

freyenb
02.04.2007, 08:19
Danach wurde das Einziehfahrwerk, die komplette Mechanik, der Rotorkopf, der Heckrotor, Scale-Kleinteile, die Fensterscheiben usw, usw.... wieder eingebaut / angebaut und die letzten Abziehbilder auf die weiße Rumpfoberfläche angebracht

Heißersehnt steht sie nun komplett zusammengebaut endlich auf der Werkbank:

freyenb
02.04.2007, 08:20
... und noch ein paar...

freyenb
02.04.2007, 08:20
...und nach erfolgreichen Reichweitentest wurde dann endlich nach einer langen "Heli-Durststrecke" der zweite Erstflug durchgeführt.

Hier ein paar Bilder von einem schönen Flugtag im März:

http://galerie.heckrotor.de/albums/userpics/10015/IMG_2088_klein.JPG

http://galerie.heckrotor.de/albums/userpics/10015/IMG_2089_klein.JPG

http://galerie.heckrotor.de/albums/userpics/10015/IMG_2100_klein.JPG

http://galerie.heckrotor.de/albums/userpics/10015/IMG_2096_klein.JPG


Übrigens: Ich habe natürlich den Heli vor und nach der Lackierung gewogen, um den Gewichtszuwachs durch Lackierung und Scale-Elemente erfassen zu können.
Dabei konnte ich erleichtert feststellen, daß der Lack nur ca. 80g Mehrgewicht und die Einstiegsleisten ca. 20g Mehrgewicht mit sich bringen und somit in für E-Flieger durchaus erträglichen Rahmen bleiben.


So, ich hoffe, ich habe niemanden gelangweilt. Ich habe jedoch mit diesem Winterprojekt jede Menge Erfahrung gesammelt, die ich hier mit diesem Forum jedem zugänglich machen möchte.



Bis bald,

Bernd.

DerMitDenZweiLinkenHänden
02.04.2007, 09:18
Hallo Bernd!

Sieht ja erstklassig aus! Und ein schöner Bericht!

Ich hätte da noch 2 Fragen:
-- wie hast du das Zierband so schön rund bekommen bzw. hast du da zuvor vorgezeichnet?
-- wo ist die Empfängerantenne?

Tschüs

Kurt

freyenb
02.04.2007, 09:51
Hallo Kurt,

danke für die Blumen. Freut mich, wenn's gefällt.... :-[

Zu Deinen Fragen:

(1) Die Grenzen zwischen blau und weiß und auch für den gelben Streifen habe ich mit 1.5er Zierband freihand aufgebracht. Ich habe es zwar bestimmt 20 mal wieder abgezogen, bis es mir gefallen hat und auch noch symetrisch war, aber letztlich war mir das Ergebnis gut genug.

(2) Mit der Antennenverlegung habe ich mich schon mehrmals intensiv beschäftigt. Ich schreibe Dir in Deinem speziellen Beitrag meine Erfahrungen, damit die Anderen, die das Thema verfolgen, auch was davon haben.

Übrigens: Gerade von Deinen Internetseiten habe ich viel gelesen und Anregungen mitgenommen. Sehr schön gemacht!

Viele Grüsse,

Bernd.

rc_hari
02.04.2007, 12:34
Hallo Bernd,

super Baubericht - herzlichen Glückwunsch.
Ich hatte selber auch 'ne Agusta (die blau-weisse mit der Tyrolean-Lackierung in der Bildergalerie). Ich habe sie allerdings kürzlich verkauft, weil ich wieder zur 3D-Fliegerei wechsle.
Aber für's Auge gibt's nix schöneres als einen Scale-Heli.
Zur Antennenverlegung - ich habe bei meiner Agusta die Antenne von der Empfängerbox gerade runter aus dem Rumpf geführt und dann unten am Rumpf entlang mit Klebeband in gleicher Farbe festgeheftet. Hatte damit keine Störungen.

Gruß Harald

dokktor
02.04.2007, 12:47
Super schöner Heli!!!

Jetzt fehlt nur noch der paddellose Kopf mit V Stabi... ;)
Ist ja zZ Mode.

Gruss Ingo

rc_hari
02.04.2007, 12:50
Aber Ingo,

auf 'ne echte Agusta gehört natürlich ein 4-Blatt-Kopf ;).

Gruß Harald

freyenb
02.04.2007, 13:09
auf 'ne echte Agusta gehört natürlich ein 4-Blatt-Kopf .


...da muß ich Euch natürlich unbedingt rechtgeben!

Wenn da nicht der Preis und die schlechteren Flugeigenschaften wären... :(

Viele Grüsse,

Bernd.

Fantus
02.04.2007, 13:16
Wenn da nicht der Preis und die schlechteren Flugeigenschaften wären... :(


Och, mit nem VStabi merkt man nix von schelchteren Flugeigenschaften, dass mit dem Preis aber dann umso mehr

freyenb
02.04.2007, 13:21
Och, mit nem VStabi merkt man nix von schelchteren Flugeigenschaften

Oha, Mißverständniss !!!!

Mein Kommentar bezog sich auf einen konventionellen Vierblatt-Kopf! Mit Zweiblatt-Kopf und V-Stabi dürften die Flugeigenschaften eher besser sein, oder?

Viele Grüsse,

Bernd.

Michael.Nord
20.04.2007, 23:00
Hallo Bernd,

sieht klasse aus. Ich freue mich schon drauf, den Heli bald live zu sehen. Grüße, Michael

Ovid
22.04.2007, 16:39
Super schönes Ergebnis!

AlexG
22.04.2007, 17:56
HI!

sehr schön gemacht gratuliere!
nur das einzige was nicht ganz passt sind die dunklen scheiben und ein cockpit fehlt ;)

RV
22.04.2007, 18:29
Die will ich in Dietzenbach fliegen sehen!

Dafür räume ich dann auch die 3D-ler mal beiseite ...

Pitiplatsch_us
06.06.2007, 05:38
Super Beitrag
Gerade weil ich auch habe will sowas -_-
Und da ich noch nie irgendwas Scale maessiges gemacht habe, ist diese
Documentation wirklich ueberwaeltigend.

Und der Heli um so mehr. ;D

mfelder
06.06.2007, 12:13
Hallo Bernd

Erst mal gratulation zu Deiner tollen Arbeit! Ich habe selber noch einen Ecureuil Rumpf im Keller, der wohl im Winter (oder in der nächsten Regenzeit) in Angreiff genommen wird.
Bei meinem letzten Projekt war ich von meiner Grundierung nicht überzeugt, und der Lack haftet nicht fest genugt.

Welche Produkte, va. für Grundierung hast du Benutzt?

Und welches Set-up fliegst Du (Lipos, Regler, Motor)?

Vielen Dank für die Info,
Marcel

Marcel