PDA

Vollständige Version anzeigen : Spurlaufproblem


W123
22.06.2002, 16:10
Hallo Rappi Flieger,

mein Spurlauf macht mich verrückt. Unglaublich aber war, er ändertsich während des Fluges, und zwar nicht ein wenig, sondern um geschätzte 8-10 cm!!!
Dies geschieht immer bei einem bestimmten Manöver. Der Hubi schwebt hoch bis ca. 15m Höhe, dann verringere ich den Anstellwinkel, um einen Sinkflug einzuleiten. Sofort läuft die Spur, die vorher perfekt gestimmt hat, auseinander. Es gibt ein brutales Geräusch und eine Vibration, bei der man ANgst hat, daß es die Mechanik zerreißt.
NAch dem Absetzen des Schraubers kann man sofort wieder abheben, der Spurlauf stimmt dann wieder.
Da ich trotz intensiver Suche keinen direkten Fehler finden kann, habe ich den Verdacht, daß das brachiale Spiel des Rotorkopfes von bis zu 3mm !!! (unter anderem lassen sich die Blatthalter in sich bewegen, so daß der Anstellwinkel um 1-2 Grad differiert, ist das bei Euch auch so?)für das Phänomen verantwortlich ist.
Hat jemand ähnliches erlebt? Was kann man zur Behebung unternehmen? Der Kauf einer neuen Mechanik paast nämlich nicht gerade in mein Studentenbudget hinein.
Bin für jede Antwort dankbar.

Ciao Markus

Henning Piez
22.06.2002, 16:26
Hi Markus..

das ist ein altes leidiges Thema beim 30/50er... Das Tolle ist, manche Piloten haben das Prob manche nicht. Die ami´s nen das "Blade Flutter". es tritt auf wenn man den 0 grad pitch bereich durchfliegt.

es gibt viele theorien die eine linderung versprechen. das grösste Prob sind angeblich die Blatthalter mit zuviel spiel... hier sollte man laut amis mit natron und CA das ganze unterfüttern, damit die lager enger sitzen. ebenfalls dürfen die mischerarme die auf der stabiwippe sitzen absolut kein spiel haben. falls die lager nicht mehr gut sind. - raus damit...

W123
22.06.2002, 17:15
Moin Henning,

danke für die prompte Antwort. Ist ja interessant, daß dies ein bekanntes Problem ist.
Werde mal versuchen, das Spiel zu verringern und mir auch mal die Lager anschauen.

Ciao Markus

[one heli, no woman] geht leider auch ;-)

martin_fuerst
22.06.2002, 19:09
Hi,

Ja, schon bekannt - aber manche hatten
es nie, ich schon!
Mehr dazu auf meiner Page (unter Raptor ;) )

22.06.2002, 19:44
Hi Markus,
ich habe das Problem auch kürzlich erstmalig.
Nachdem ich das Spiel zwischen RK-Zentralstück und dem
Alustück, durch das die Paddelstange läuft beseitigt habe,
war alles wieder OK.

Gruss,
Patrick

23.06.2002, 20:47
Nach meiner Erfahrung scheinen leichte Rotorblätter das Problem zu verstärken.

Rüdiger
25.06.2002, 14:12
Moin! ;-)

Drucklager von Conrad und Radiallager von Vario, schon gehts ohne "Basteleien", hatte ich hier auch schon mal geschrieben, hier´s der URL dazu:

http://www.rc-heli.org/forum/thread.php?threadid=1042&boardid=50&page=2

hth,

rüdiger

AndreasW
26.06.2002, 09:12
Hi,

es gibt mehrere Möglichkeiten, daß Problem zu lösen. Welche konkret funktioniert ist vorher nicht definitiv festzulegen, leider.

Folgende Möglichkeiten gibt´s (wenn vorher nahezu Spielfreiheit erreicht und nicht genutzt hat):

Die Methode von Rüdiger

Die Blatthalter auf der Blattlagerwelle um 180° drehen und von vorne anlenken (hat bei manchen auch funktioniert).

Die Methode von Martin.

@Patrick: Wie hattest Du denn Spiel zwischen den Teilen und wie hattest Du es beseitigt?
Bei mir war mal der Lagersitz auf der einen Seite im RKZSt ausgeleiert, seitdem ich das Lager eingeklebt habe ist alles i.O.

Grüße

Andreas

Jürgen Pieper
27.06.2002, 09:46
Genau das gleiche Phänomen habe ich auch gerade gehabt, aber nicht so stark ausgeprägt. Ich habe den Raptor.60.

Bei mir war das Problem sofort gelöst, nachdem ich die Anlenkgestänge zu den Blatthaltern incl. der zugehörigen Kugelpfannen ausgetauscht habe.
Wahrscheinlich war bei einem ein Gewindegang (an Gestänge oder an Kugelpfanne) ausgeschlagen, so dass sich ein Gestänge unter Last wohl verlängert hat.
An den Gestängen ist so nichts zu erkennen. Aber nach dem Austausch ist der Spurlauf perfekt und bleibt auch so.

Nachdem ich alles am Heli, was sich bewegt, kontrolliert habe und auch alle Wellen i.O. waren, und auch nirgends Spiel ist wusste ich nicht mehr weiter. Bis mir ein befreundeter Heli-Pilot den Tipp mit den Gestängen gab.

Ich wollts vorher nicht glauben, da man an den Gestängen ziehen und zerren konnte, ohne dass irgendein Fehler zu erkennen war.
War die einfachste Lösung.....

martin_fuerst
27.06.2002, 13:50
Hi,

Die Blatthalter auf der Blattlagerwelle um 180° drehen und von vorne anlenken (hat bei manchen auch funktioniert).

"Headflip"
Es ist meiner Meinung nach der Lösungsweg,
welcher gegen die konstruktive Auslegung des Kopfes geht.
Die Rappi -Rotorkopfkonstruktion ist mit einer
Delta3 Auslegung konstruiert worden, die ja fliegerisch
auch was bringen soll!
Dreht man jetzt einfach die Blatthalter, dann beseitigt
man ev. die "Blade-Flutter Symptomatik" indem die
an sich richtig beabsichtigte Blattverstellung beim Schlagen
auch wieder eher zufällig richtig wirkt und nicht zu den besagten Problemen führt,am Sinne der Konstruktion von Hr.Taya geht es aber dann vorbei - d.h.: Delta wirkt
dann eigentlich verkehrt...
Besser, Blatthalter spielfrei und der Kopf fliegt
so wie er sollte!


LG
Martin

AndreasW
28.06.2002, 07:21
Hallo Martin,

sicherlich hast Du recht.
Aber wen stört´s wenn danach der Heli ohne Flattern genauso gut fliegt? Dann ist´s wohl egal ob der delta noch richtig oder falsch wirkt. Letztlich ist das Ergebnis doch wichtig.

Bei der Hummel weiß auch noch keiner wirklich warum die fliegen und in der Luft bleiben. Die Hummel stört´s nicht und fliegt einfach ;)

Grüße

Andreas

martin_fuerst
28.06.2002, 09:44
Hallo Andreas,

Du hast ja Recht, denn meine Erfahrungen
sind 99% aus der Praxis u. nicht aus Theorie.
Trotzdem verbessere ich Fehler ungerne
mit Fehlern.
Aber eines ist mir klar - fast egal wie - Haupsache
man kriegt das Flattern weg und man ist zufrieden
mit dem 30er Kopf!

LG
Martin

AndreasW
28.06.2002, 12:29
Hallo Martin,

denke Du hast mich richtig verstanden.
Weiß, daß Du reichlich Heli-Erfahrung hast (Deine Seiten sind sehr Informativ) und nicht nur theoretisch Heli fliegst ;) .

Es ist meiner Meinung nach nur so, daß man ruhig die erfolgsversprechenden Methoden zur Beseitigung aufführen sollte.

Die von mir aufgezählten sind nunmal diejenigen die am geeignesten erscheinen, zumindest gemessen an der Zahl derjenigen die sie erfolgreich angewendet haben.

Ich habe bis jetzt nicht mit diesem Problem zu Kämpfen gehabt (Glück gehabt :D ), habe aber in mehreren Foren u.a. auch in den USA die Diskussionen um dieses Problem verfolgt weil mich halt alles rund um den Rappi (und nicht nur um den) interessiert.

Ob durch die Verdrehung der Blatthalter die Flugeigenschaften negativ beeinflusst werden kann und will ich nicht beurteilen, nur diejenigen die mit dieser Methode erfolg hatten haben nix negatives berichtet (vielleicht waren sie auch zu glücklich kein Blattschlagen mehr zu haben :D )

Ich werde auch keine Wertung über die drei Methoden abgeben, nur soviel daß sie eben die meisten Erfolgsaussichten haben.


Denke meine Überlegungen sind jetzt transparenter

Freundliche Grüße

Andreas

martin_fuerst
28.06.2002, 16:12
Hallo Andreas,

Alles klar, war ja auch nicht als Kritik
Deiner 3 Lösunswege gemeint ;)


@Markus
Solltest Du es noch nicht wegbekommen haben:
Wenn die Blätter die 10-15cm auseinendergehen
bitte den Pitchknüppel nicht vor lauter Angst
"stehenlassen" - ein beherzter +Pitchausschlag
bringt Dich sofort aus dem "Zustand".
(kräftiges Pichservo ist kein Nachteil)
Wenn Du wartest bis es alleine aufhört (hab ich
am Anfang auch gemacht) ist oft die Blattlagerwelle
auch noch leicht krumm.

LG
Martin