Vollständige Version anzeigen : 2,4GHz und Amateurfunk...
randyandy
24.01.2008, 17:57
Mal eine Frage an die Amateurfunker unter uns.
Laut Wikipedia darf ein Amateurfunker mit A-Lizenz mit 75Watt auf 2.4GHz senden. Im Falle eines Falles sehe ich da doch recht alt aus, wenn ich mit meinem Fasst-System und 90mW dem gegenüberstehe? Grundsätzlich falsch oder wie oder was?
Bin da etwas verunsichert und hoffe auf Aufklärung.
Hi!
So schlimm ist das nicht. Erstens ist das 2.4GHz Band relativ breit, so dass deine FASST Anlage eine freie Frequenz finden sollte. Und zweitens nimmt die Feldstärke auf Distanz rapide ab. Zusätzlich bist du mit deinem Sender verhältnismässig nahe am Empfänger.
Gruss
Mathias
JMalberg
24.01.2008, 19:55
Drittens nutzen alle GHz-System eine eineindeutige Sendernummer (GUID)
(Ist doch so bei korrekten Sendemodulen?)
Drittens nutzen alle GHz-System eine eineindeutige Sendernummer (GUID)
(Ist doch so bei korrekten Sendemodulen?)
Sorry Jürgen, aber die Amateurfunker verwenden wohl kaum IDs. Vorallem werden auch analoge Systeme verwendet.
Und die GUIDs der RC-Sender nützen bei Störungen so oder so nichts nur das wechseln der Frequenz.
Grüsse
Mathias
Sorry Jürgen, aber die Amateurfunker verwenden wohl kaum IDs.
:autsch: Ja eben und deshalb werden die auch wohl kaum den Empfänger ansprechen können, denn der akzepiert nur die Befehle des passenden Senders - das ist doch der Kick an der Sache.
elythomaslumber
24.01.2008, 21:16
...aber was der Empfänger in der Zeit, in der er keine dekodierbaren Signale kann?
Unabhängig davon ist der Amateurfunkbetrieb im 2.4GHz Band sehr gering. Allerdings ist das 2.4GHz Band halt ein unreguliertes und da tummeln sich auch Bluetooth und bekanntermaßen WLAN. Netterweise stört aber mein WLAN nicht meinen Blade CX2.
Dennoch warte ich erst mal ab, was so die Praxis sagt. Würde auch gerne umsteigen, primär aber erst mal für den Hallenflug, zumal aufgrund der Dämpfung durch die Wände hier relative Sicherheit herscht.
Grüsse
Hartmut
...aber was der Empfänger in der Zeit, in der er keine dekodierbaren Signale kann?
ja nix halt, aber dann ist eventuell der Sender hinüber oder das Modell außer Reichweite.
Ich versteh die Frage nicht, oder steht mir irgendeiner auf der Leitung ?
prinzipiell stimmt die Angst schon.
Wenn wirklich mal ein Amateurfunker, der auch noch zufällig auf 2,4 Ghz sendet - was sehr selten ist und sich auch nicht ändern wird in nächster Zeit - direkt am Modellflugplatz aus seinem Auto heraus funkt, dann kann es schief gehen. Der Empfänger sieht dann nur noch das ungleich stärkere Signal, mit dem er aber nichts anfangen kann, da es vermutlich analog und ohne jegliche ID ist und geht auf "hold". Von dem Signal des Fernsteuersenders bekommt er nichts mehr mit. Da ist es völlig egal, ob es ein 100mW Signal ist oder nur 10mW. Beide haben keine Chance durchzukommen. Das Sendesignal des Amateurfunkers ist auch kein gepulstes Signal, sondern ein Dauerträger solange gesendet wird. Damit wird einfach der Eingangskreis des Flugzeugempfängers dicht gemacht.
Die gleiche Diskussion gab es schon, als die ersten 435 Mhz - Anlagen als das Nonplusultra angepriesen wurden. Zu jener Zeit habe ich bei einem Bekannten, der Verbindungen über den Mond als Reflektor (!) macht eine derartige Anlage getestet. Er hatte mit Sondererlaubnis eine Ausgangsleistung von fast 2 KW an einer Antennengruppe, die aus 16 Yagis (entspricht den üblichen Fernsehantennen). Wenn da ein Flugmodell in 500 m Abstand durch die Strahlungskeule geflogen wäre, hätte der Empfänger auch nichts mehr gemacht - außer er wäre im Eingang etwas warm geworden.
Nichtsdestotrotz benutze ich eine DX7 (EU-Norm) und habe nur Positives gegenüber meiner vorherigen MX16 zu berichten. Der Amateurfunk spielt sich in den höheren Frequenzen auf 144 MHz und 435 MHz ab. Mobile 2,4 GHz - Geräte gibt es nur einer verschwindend geringen Zahl (weltweit). Auch Heimstationen sind an ein paar Fingern abzuzählen.
Gruß Gerhard
P.S. DC6VQ (Amateurfunker) :lol:
Wings Only
25.01.2008, 07:10
Hi,
In Amerika haben 2G4-Rx dichtgemacht, wenn ein Ambulanzfahrzeug vorbeifuhr. Die haben nämlich 2G4-Sender mit ca. 4W auf Dauerstrich, um Kreuzungsampeln bei Annäherung automatisch entsprechend zu schalten.
Und das Problem mit hochwattigen Profi-Sender für Reportagen aus Hubschraubern ist auch bekannt.
Wenn wir die verwendeten Frequenzen im Bandplan vergleichen, überschneiden sich die
Anwendungen eh "nur" um 50 MHz, was im gesamten 13cm-Band wirklich wenig ist:
Funkamateure verwenden 2320 - 2450 MHz; WLAN 2400 - 2500 MHz!
Also sprechen wir von dem Teil 2400 - 2450 MHz.
Und genau da befindet sich der Up-/Downlink zum/vom Amateursatelliten,
noch dazu mit der Betriebsart Amateurfernsehen, welches wieder seine Sendeleistung
von besagten max. 75 Watt auf einige MHz verteilt.
Nebenbei bemerkt ist eine Endstufe für 75 Watt nicht ganz billig, deshalb werden
die meisten weit unter den 75 Watt bleiben. Außerdem verwendet man hierfür
i.d.R. immer Antennenschüsseln, welche die Funkstrahlen in einem sehr engen
Korridor bündeln, in den das Modell erstmal reinfliegen UND entsprechend
lange drinbleiben muß! Der Durchmesser so eines Korridors wir in Flughöhe vermutlich
keine 5m Durchmesser haben...
Allerdings haben natürlich die Skeptiker recht: die theoretische Möglichkeit der
Beeinflussung ist gegeben - wenn auch äußerst unwahrscheinlich!
Übrigens findet sich im Bandplan der Hinweis, dass die Zuteilung für Funkamateure im
13cm-Band sekundär ist! Das bedeutet, jeder Funkamateur MUSS sich vor dem Beginn
seiner eigenen Aussendung erst vergewissern, dass diese Frequenz auch frei ist!!!
Leider konnte ich gerade nicht die definitiv verwendeten Frequenzen für RC-Anlagen finden,
denke aber die laufen konform mit dem WLAN. Falls ich mich irre, bitte ich um Richtigstellung!
Quellen
Bandplan des DARC: http://www.darc.de/vus/daten/13cm.pdf
Frequenzen WLAN/RC: http://de.wikipedia.org/wiki/ISM-Band
elythomaslumber
25.01.2008, 08:49
ja nix halt, aber dann ist eventuell der Sender hinüber oder das Modell außer Reichweite.
Ich versteh die Frage nicht, oder steht mir irgendeiner auf der Leitung ?
Hi Arnie,
der 2.4GHz Empfänger kann nur die Signale dekodieren, die nicht gestört sind. Erhält er also über einen Zeitraum nur Signale eines Senders in einer ausreichend hohen Feldstärke, welcher nicht in der Modulationsart/Norm des 2.4GHz Fernsteuersignals arbeitet, so versucht er auch permanent diese (erfolglos) zu dekodieren. Erst wenn die gewollten Signale aus Deinem Sender wieder mit einer genügenden Feldstärke den Empänger erreichen, kann er diese wieder dekodieren.
Wie aber schon Loisl beschrieb, ist die Wahrscheinlichkeit einer Störung bedingt durch die Art der Antennen bzw. Verwendung im Amamteurfunkbereich eher gering. Die Sache mit dem sekundären Dienst bzw. der Auflage für den Funkamateur ist wohl eher theoretisch zu sehen... also genauso, wie Du verpflichtet bist, vor Antritt der Fahrt mit dem Auto die Belecuhtung zu kontrollieren...
Grüsse
Hartmut
also genauso, wie Du verpflichtet bist, vor Antritt der Fahrt mit dem Auto die Belecuhtung zu kontrollieren...
Nur mit dem Unterschied dass du beim Auto wirklich aktiv außenrum gehen müstest um der Vorschrift zu genügen.
Beim Funkgerät drücke ich nicht zuerst auf die Sendetaste und schalte dann erst die Funke ein.
Deshalb komm ich eigentlich gar nicht umhin eine vorhandene Sendequelle zu hören/sehen...
Aber wie immer, soll es ja auch Leute geben die das aktiv ignorieren... Von daher ist dein
Vergleich natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen.
randyandy
25.01.2008, 09:16
Ahja, vielen Dank erstmal für die teilweise recht ausführlichen Beiträge. Ich denke mal, dass ich mit meinen 600er eher durch eine Störung im Kopf eine "Spatenlandung" vollziehe als die durch einen Funkamateur verursachte... :unsure:
Die Sache mit dem sekundären Dienst bzw. der Auflage für den Funkamateur ist wohl eher theoretisch zu sehen...
Ausserdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Amateurfunker dein Signal garnicht "hört" ziemlich gross... ;D
Wie schon geschrieben wurde, dürfen die Amateurfunker nicht das gesammte ISM-Band auf 2.4GHz benutzen. So hat der RC-Sender die Möglichkeit, sich auf einen freien Kanal "zurück zu ziehen".
So gesehen ist das 2.4GHz-Band immernoch Störungssicherer als 35MHz.
Grüsse
Mathias (kein Amateurfunker, aber HB9er in der Familie *-_-)
Ausserdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Amateurfunker dein Signal garnicht "hört" ziemlich gross... ;D
Hm - einerseits hat der Funker ja seinen Antennen so dimensioniert dass er auf dem Mond das Grass
wachsen hört und geringste Feldstärken für ein glückliches Gespräch reicht.
Wenn er nun das Signal aufgrund von Ausbreitungsbedingungen, Abschattungen oder Richtantenne nicht hören kann,
kann man das mit ziemlicher Sicherheit auch in umgekehrter Richtung unterstellen.
Auch hier gilt wieder: keine Regel ohne Ausnahme...
Wenn er nun das Signal aufgrund von Ausbreitungsbedingungen, Abschattungen oder Richtantenne nicht hören kann,
kann man das mit ziemlicher Sicherheit auch in umgekehrter Richtung unterstellen.
Das würde ich so nicht sagen. Bei uns in der Schweiz dürfen Amateurfunker auch auf 2.4GHz, Sender betreiben, die eine Leistung von 1KW am Ausgang haben. Nur schon mit einer 10dB Antenne, was in diesem Frequenzbereich relativ wenig ist, erreicht man eine Abgestrahlte Leistung von ca. 10KW. Auf Grund der höheren Leistung werden auch Reflektionen erhöht und dann sind Abschattungen, welche vielleicht für die 100mW ausreichen, nicht mehr so schwer zu überwinden.
:o 1KW am Ausgang!?!? OK, da hast du wohl recht! :lol:
Wings Only
25.01.2008, 10:07
Hi,
der laut EN 300 328 für Fernsteuerungen erlaubte Bereich ist im mit 100mw FHSS und 10mW/1Mhz DSSS nutzbaren Bereich von 2G4 bis 2G454 voll vom Amateuerfunk verwendbar.
Wo liegt denn da das Problem? Wir dürfen von 2.4 - 2.4835 GHz.
PS. Amateurfunk ist von 2.300 - 2.450Ghz...
PPS. Ich muss mich korrigieren, es sind 100W Ausgangsleistung, die erlaubt sind. Trotzdem sind 100W am Sender ein Vielfaches, von unseren Leistungen.
Wings Only
25.01.2008, 10:41
Schau Dir mal das Bild genau an!
Über 2G454 ist nur mehr 1/10 der unteren Leistung erlaubt.
Und wenn eine Anlage nur als SRD zugelassen wird, ist prinzipiell nur 10mW zulässig, egal wie die Spread ausschaut.
vielleicht bei euch... :P
Bei uns gilt:
http://www.luebi.ch/upload/bakom.GIF
Wings Only
25.01.2008, 16:12
Auch wenn "bei euch" und "bei uns" und Frankreich und Italien und..... Unterschiedliches gilt,
ist der vom Amateurfunk freie obere Bereich 29 MHz, nicht mehr. Also 29 von 83.5, sprich nur rund ein Drittel! >:D
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