Vollständige Version anzeigen : selbstverlötete Servokabel - OK?
Geronimo
16.10.2002, 02:13
Jetzt hab ich mal eine "Gewissensfrage" an euch.
Ich richte mir gerade nebenbei einen gebrauchten SkyFox her. Beim Verlegen der Servokabel (JR/Uni) sind die meisten Servo-Kabel zu kurz, sodass ich diese mit einer Verlängerung versehen wollte. Dabei wären diese selbst bei der kürzesten erhältlichen Verlängerung noch um ein vielfaches zu lang gewesen. Da ich keinen kilometerlangen Kabelverhau liebe, bin ich auf die glorreiche Idee gekommen, die Stecker vom Originalkabel abzuzwicken und selbst mit Servokabel (gibts ja käuflich zu erwerben) in genau der richtigen Länge zu verlängern. Ich dachte mir ich übernehme das aus meiner Flächenfliegerei, denn da hab ich das auch immer so gemacht (seit Jahren ohne Probleme).
Allerdings hab ich jetzt Gewissensbisse, da bei einem Heli die Vibrationen vermutlich doch wesentlich größer sind und deshalb meine Lötungen eventuell aufbrechen könnten?
Handwerklich gehe ich so vor: Kabel abzwicken, jedes Kabelende ca. 3mm abisolieren und parallel zueinander mit einem 12Watt-Kolben verlöten. Darüber kommt pro Litze ein kleiner Schrumpfschlauch und das ganze Kabelpaket wird dann noch einmal mit einem größeren Schlauch eingeschrumpft. Das trägt zwar ein wenig auf, wirkt aber recht vertrauenserweckend. Die Servokabel binde ich dann im Bündel mit einem Kabelbinder an das Chassis, nachdem ich über den kompletten Kabelbaum zur Schonung an dieser Stelle einen aufgeschnittenen Schlauch gewickelt habe.
Originalsteckungen (Stecker --] Buchse) sichere ich übrigens auch mit einem Schrumpfschlauch gegen Herausrutschen.
Wie geht denn ihr in einem solchen Fall vor. Vermeidet ihr grundsätzlich das Verlöten von Servokabel oder ist das durchaus üblich? Oder verwendet ihr nur Originalverlängerungen?
Danke für eure Mühe.
Geronimo
Klaus G.
16.10.2002, 06:01
Hallo Geronimo,
So wie du es beschrieben hast ist es voll in Ordnung mache es auch so wenn ein Servokabel zu kurz ist. Früher als ich noch Multiplex Sender und Empfänger flog, habe ich alle Servos immer auf Multiplex umgelötet. Habe immer Graupner Servos benutzt. Mit den gelöteten Kabel ist nie was passiert.
Gruß Klaus
Hallo,
habe auch schon sehr viele Servo- und Akkukabel gelötet. Nie etwas passiert. Die Lötstellen halten mehr aus als man glaubt. Und die Vibrationen im Heli gehen eher auf die Elektronik als auf die Kabel und Lötstellen. Die Kabel müssen am Heli gut befestigt sein und nicht in der Luft rumwackeln, aber versteht sich eigentlich von selbst.
Viel Spaß mit dem Fox.
Gruß Misha
Hallo,
ich bin richtig froh, dass Du das geschrieben hast, da viele immer noch große Angst vor Lötstellen haben.
Vorausgesetzt die Lötstelle ist sauber gemacht, hält die sicher länger als der Heli, und wesentlich länger als jede Steckverbindung. Meine Helis sind ausschliesslich so verdrahtet.
Vorsicht ist nur angebracht, wenn man nicht weiss wie eine gute Lötstelle aussieht, denn zu kalt hergestellte Lötverbindungen brechen leicht. Also immer auf eine glatte und glänzende Öberfläche achten und die Drähte auf keinen Fall bewegen wenn das Lötzinn noch flüssig ist.
viele Grüße
Kurt
Geronimo
16.10.2002, 08:37
Klar pass ich auf, dass ich keine KALTE Lötung produziere. Diese Problematik ist mir schon klar. Ich hatte aber die Befürchtung, dass das Kabel im Übergang zwischen flexibel und starr (verzinnte Stelle) abvibriert, denn oft hats unterschiedliche Kabelqualitäten zwischen ursprünglichem Kabel (z.B. dünnes, flexibles am Servo) und der neuen Verlängerung (dicke Litze mit mehr Querschnitt). Ist das kein Problem?
Geronimo
Roland Fiedler
16.10.2002, 09:09
Hallo Geronimo,
so wie ich es verstehe hast Du, wenn Du das Kabel abschneidest, die 3 Lötstellen nebeneinander liegen.
Ich schneide die einzelnen Litze in ca. 6-7mm Stufen ab. Dadurch liegt die Lötstelle immer sicher neben der isolierten Nachbarlitze. Dann braucht man nur noch einen Schrumpfschlauch über die 3 Lötstellen ziehen und hat nicht so einen dicken "Klumpen" im Kabel. [!--emo&:))--][img]http://rc-heli.local/forum_101/html/emoticons/happy.gif\' border=\'0\' valign=\'absmiddle\' alt=\'happy.gif\'][!--endemo--]
Hallo,
auf eine Sache sollte man noch achten: vor und hinter der Lötstelle sollte das Kabel flach am Chassis befestigt sein. Lötet man direkt am Stecker ("freifliegende" Lötstelle), zerfusselt die Litze mit Vorliebe an der Stelle, wo gerade kein Zinn mehr hingekommen ist. Ansonsten würde ich sagen, Löten ist sicherer als Stecken, zumal ich schon einige gekaufte Verlängerungen mit Wackelkontakt hatte.
Grüße,
Holger
Original von Geronimo
Wie geht denn ihr in einem solchen Fall vor. Vermeidet ihr grundsätzlich das Verlöten von Servokabel oder ist das durchaus üblich? Oder verwendet ihr nur Originalverlängerungen?
Hallo,
ich mache es genau so wie Du. Eine Lötung ist allemal besser als eine Steckverbindung. Allerdings hat es auch was für sich, die fliegenden Steckverbindungen einfach einzuschrumpfen.
Liebe Grüsse,
Patrick
Geronimo
16.10.2002, 18:20
@Roland
Die Idee hatte ich auch schon, das Kabel in abgestufter Form zu kappen. Aber ich "treffe" die richtige (bei beiden Kabel synchrone) Länge meist nicht und dann ist eine Litze immer länger / kürzer als die andere. Das sieht dann erst recht Sch... aus. 8o
Christian Rose
16.10.2002, 18:34
Hallo,
nachdem mir bei meinem Nova im Frühling diesen Jahres mal ein vermeintlicher Heckservoschaden eine gehörige Putzaktion an meinem B-Modell bescherte (mußte aus einem Looping notautorotieren weil plötzlich das Heck nicht mehr auf meine Steuerbefehle oder die des Kreisels reagierte =] Der Heli blieb ganz mußte aber etwas geputzt werden. Da gab es eine mittelgroße Schlammpfütze am Rand vom Flugplatz und genau die hab ich bei der Landung getroffen. :D )
Also nach dem Abnhemen der Verkleidung mal kurz am Kupplungsstecker des Verlängerungskabels gewackelt (Kabel war sauber verlegt, da kann eine Vibration eigenlich gar nichts machen)=] Servo ging kurz wieder um nachher wieder den Dienst zu quiertieren. Also zu Hause den Stecker genauer untersucht und siehe da: Ein Kontaktstift des Kupplungssteckers steckte noch im Servostecker - einfach abgebrochen oder abvibriert.
Seitdem bei Heckservokabel da (da es das einige ist was ich verlängern muß) gelötet.
Gruß
Christian
Hi,
du schreibst , dass du die Kabel parallel verlötest.
Ich verdralle die Enden immer miteinander , dann ist das beim Löten nicht so ´ne Wackelei 8)
Grüsse René
Hallo,
@Geronimo: Da du an der fraglichen Stelle 2 Schichten Schrumpfschlauch drüber hast, werden da wohl kaum Relativbewegungen auftreten.
@René: Wenn du die Enden verdrillst, hast du da noch´n dickeren Klumpen... Außerdem kannst du dabei schnell mal ´n paar Fasern der Litze abreißen, unter schlechten Umweltbedingungen (viel Strom/Spannung, viel feucht) zerlegt´s dir dann auch die anderen nach und nach. Und überhaupt: Wieso Wackelei? Ich denke, ´ne ruhige Hand ist schon mal Voraussetzung für´s Hubschrauberfliegen, oder? ;)
Grüße, Kai.
Hi ,
da ist nichts dicker ;) , die abisolierten Enden werden über Kreuz aufeinandergelegt und die überstehenden Enden in Richtung der Isolierung des jeweils anderen Kabels gewickelt.
Ich hoffe , es kommt einigermassen verständlich rüber :D
und wenn der Lötstelle doch mal kalt werden sollte :D , fällt die Sache auch nicht gleich auseinander.
Grüsse René
HeliInvasion
17.10.2002, 21:48
Hallo Zusammen !!!
Da bin ich doch mal richtig froh, das dieses Thema hier angesprochen wird. Irgendwie habe ich mich nie gedraut diese Thematik los zu werden.
Wäre das nicht grundsätzlich auch eine Möglichkeit die zu langen Servokabel / Kreiselkabel zu kürzen? Da in meinen Modellen die Kabel oft zu lang sind, und ich die Kabelverlegerei hasse, war ich schon oft kurz davor dieses zu tun.
Gib es da Erfahrungen ? Oder vielleicht doch eher nicht ?
Wenn die Lötstelle nach dem Löten schön glänzt hast Du nichts zu befürchten. Ist die Oberfläche aber unregelmässig und matt, ist der Bruch vorprogrammiert.
Hallo André,
Seitenschneider raus und ab mit den zu langen Drahtschleifen. Jede Lötstelle hat meine Hubis noch um ein vielfaches überlebt (was nicht an der kurzen Lebensdauer meiner Helis liegt. Zumindest heute nicht mehr, früher vielleicht schon mal).
Wie oben schon erwähnt, ist jede Steckverbindung ein erheblich höheres Risiko als eine gute Lötverbindung.
Was man halt lernen muss ist, wie man zwei Drähte, das Lötzinn und den heißen Kolben mit nur zwei Händen gleichzeitig halten kann ohne zu wackeln. Ist aber alles machbar.
Grüße
Kurt
Bernhard Heck
18.10.2002, 00:40
Hallo,
Kabel kürzen ja oder nein ist wohl Geschmacksache. Außerdem kommts auf das Modell an. Bei meinem Mille habe ich lediglich das Heckservokabel gekürzt, alle anderen kann man schön im Vorbau verstecken. Beim NT habe ich alle, auch die vom Kreisel umgelötet, wegen die Optik.
Hab auch schon NT´s von top Piloten gesehen mit einem fürchterlichen Kabelwust. Gut fliegen konnten sie trotzdem. 8)
Grüße Bernhard
Geronimo
18.10.2002, 00:44
OK - also eins ist mir hier ganz klar geworden. Das Löten der Servokabel ist durchaus allgemein üblich und technisch "unbedenklich", ja sogar eher schon empfehlenswert, wenn man es handwerklich sauber macht.
Das beruhigt mich doch ungemein, denn genau darum gings mir bei meiner Frage. Deshalb DANKE an alle, die hier geantwortet haben.
Geronimo
Techniken wurden ja schon ausgeibig erklärt.
Ich für meinen Teil länge die Kabel grundsätzlich passend ab. Zusätzlich die einzeln Strippen noch sauber "umwickeln" und fertig: www.steingmbh.com/kl/kabel.jpg
Bei dem hohen Stromverbrauch unserer Servos können die Kabel nicht kurz genug sein.
Zudem tausche ich die (meist) dünnen Anschlüsse nach der Garantiezeit der Servos(!) gegen stärkere aus. Passende Flachbandkabel gibts im Elektronikhandel, als Größen ... ab AWG28 aufwärts.
DAS empfehle ich aber nur versierten Elektronikern!
Torsten K.
18.10.2002, 12:46
Hi
Gegen das Verwackeln gibt es etwas.
Ich benutze SIE, da ich recht viel löte ...
... die dritte Hand !!!
[img src=\"http://www.wdk1.de/Heli-Forum/3-Hand/3-Hand.jpg\"]
Chris.Weiss
18.10.2002, 14:02
Hallo Bernhard!
Ach dass Du mich als Top-Pilot bezeichnest ist aber nett :D 8) :] :P
j/k ;)
HeliInvasion
18.10.2002, 19:45
Hallo Zusammen !!!
Vielen Dank für die Info´s. Da werde ich mal ne Bestellung bei Conrad aufgeben und mir den passen Kolben zulegen. Endlich sind die langen Winterabende gerettet ! Jetzt weiß ich, was ich zu tun habe ! [!--emo&:))--][img]http://rc-heli.local/forum_101/html/emoticons/happy.gif\' border=\'0\' valign=\'absmiddle\' alt=\'happy.gif\'][!--endemo--]
Hallo André,
nich vergessen: Die Seite mit dem Kabel dran ist meist die kalte :D :D :D
Ach ja, wenn du sowieso losziehst: Nimm was vernünftiges, am besten mit Temperaturregelung, Ersa oder Weller oder so, mit vernünftigen Dauerlötspitzen. Das Geld ist gut angelegt. Hab´ mich früher selbst ständig über miese Lötkloben geärgert und manche verzunderte Lötung gerbraten (´Gott gebe dass es klebe´). Seit ich jedoch vor 10 Jahren mal 200 DM für´n ordentliches Gerät hingelegt habe, ist das alles gegessen.
Grüße, Kai.
HeliInvasion
18.10.2002, 23:01
Hallo Kai !
Danke für die Tips. Ich wunderte mich schon immer warum mein Kolben 2 Lötspitzen hat. ?( Diese Seite kommt in die Steckdose und die Andere wird heiß. :D :D :D
Wolfgang Neumann
21.10.2002, 21:12
Hallo,
wie sieht es bei den Herstellern eigentlich mit der Garantie aus, wenn man die Kabel kürzt? ?( Stehe nämlich gerade vor der Eintscheidung, ob ich bei meinem neuem Logo 10 die Kabel kürze. Speziel die Kabel vom Kontronikregler zum Motor könnten um gute 4 cm gekürzt werden. Auch einige Servos (Hitec HS85BB+) sowie der 3D Gyro von Robbe könnten eine kleine Beschneidung gebrauchen. Da ja die Garantie nun überall 24 Monate beträgt muss man dies ja mal abwägen. Den ersten Servoausfall hatte ich nämlich schon. Zum Glück im Stand bei Kopfjustagen ist bei einem Servo das Getriebe zerbrösselt (wurde aber vom Händler sofort ausgetauscht / Materialfehler / ich hoffe das kommt bei Hitec nicht öfter vor 8o ).
Was habt ihr denn da für Erfahrungen mit den Herstellern und der Garantie.
Gruß
Wolfgang
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