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Vollständige Version anzeigen : Ersatzteile selber bauen?


Wolke
25.07.2008, 12:47
Hallo zusammen,

aus aktuellem Anlass wollte ich mal Fragen wie ihr die Wartung und Pflege von eurem Heli handhabt.

Es passiert ja immer mal dass einzelne originale Erstsatzteile unverhältnismäßig teuer sind oder grade auf unbestimmte Zeit nicht verfügbar sind. Sicher kann man da mal auf Erstsatzteile von einem Heli gleicher Klasse oder besser noch von einem der Baugleich ist ordert. Aber wie sieht das mit selbst hergestellten Ersatzteilen aus?

Sicher gibt es Teile die nur schwer oder überhaupt nicht improvisierbar sind. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen einen Servo oder Lager selber zu bauen. Aber vergleichbare Lager sind sicher auch aus anderen Fachbereichen zu beziehen.

In meinem Fall war ich gestern akut „Fluggeil“ war. Soweit kein Problem also setzt ich mich direkt nach der Arbeit dran das Maschinchen wieder in Stand zu setzten. Dabei fällt mir auf das ich in der Schadenstatistik 2 Teile übersehen hatte. Ein Dämpfungsgummi fehlte und das Rotorkopfzentralstück war weg. Die Dämpfergummis waren und sind nicht lieferbar, das Zentralstück unverhältnismäßig teuer und nur als Satz mit dem ganzen Rotorkopf zu beziehen.

Naja die Sucht:
Also bin ich hin und hab statt der original Dämpfergummis einen Gummischlauch genommen, leicht unter Hitze verpresst bis er versiegelt war und auf meine Maße passte. Super; Problem gelöst. Passten perfekt und warn stabil genug um den Anschlag der Blattlagerwelle an den Rotorkopf komplett zu verhindern. Schwieriger war die Herstellung des Zentralstücks. Ich hatte jedoch noch eine Rotorwelle als Ersatzteil, der im Außendurchmesser genau passte. Die 1,5 mm Bohrung für die Engelsschraube war auch vorhanden, also musste ich diese Bohrung nur auf 3 mm erweitern. Kein Problem, eben das Werkstück eingespannt, ausgebohrt, gestutzt und entgratet. Fertig war das Zentralstück, naja fast, ich musst noch die Bohrung polieren, damit die Blattlagerwelle auch drehbar war, aber trotzdem kein spiel hatte.

Das Ende vom Lied:
Schließlich war das Teil fertig und musste nur noch eingestellt werden. Also Raus auf die Wiese und siehe da. Perfekt, auf Anhieb. Kurz gestestet ob ein „Flattern“ bei schnellen Pitchwechsel auftritt und los geht’s.
Krach bum Kradara Peng … Bei dem ganzen Hickhack hatte ich die Blattlager andersrum montiert und es nicht bemerkt. Pitch und Roll vertauscht, Pitch hatte ich durch Negierung in der Funke kompensiert, Roll nicht. Erst nachdem ich die Plastiktüten gefüllt hatte wurde mir langsam klar wo das Problem gelegen haben muss.

Morgen geht’s weiter, wenn die Teile da sind. Hab leider nicht das Werkzeug eine Blattlagerwelle zu drehen, zu wuchten und das Gewinde einzubrechen.

Aber wie schon gefragt, was kann man improvisieren, was sollte man tunlichst unterlassen und wie sind eure Erfahrungen?

Gruß
Michel

pbskat
25.07.2008, 13:12
Hmm, eine interessante Frage: Ersatzteile selbst bauen?

Vom handwerklichen Können und der Ausrüstung her wird wahrscheinlich der Grossteil von uns imstande sein, den überwiegenden Teil der Heliparts selbst zu machen. Es gibt aber meiner Meinung nach gewichtige Gründe dagegen:

- Man muss ein System gründlich verstehen, um die Wirkweise der einzelnen Komponenten zu begreifen und dann entsprechend nachbauen zu können. Vom Maschinenbau her sind RC-Helis weit am Limit konstruiert, was Parameter wie Materialfestigkeit, Wandstärken, Gewicht, usw. betrifft. Nur weil ein Dämpfergummi aus Gummi ist, wird er wahrscheinlich andere Eigenschaften haben als das selbe Teil aus einem Stück Gartenschlauch. Nur weil ich einmal einen Baukasten zusammengeschraubt habe, masse ich mir nicht an, das gesamte System, und schon gar nicht die einzelnen Komponenten zu verstehen.

- Haftungsfragen: wer haftet, wenn ein selbst gebauter Bauteil eine Fehlfunktion des Systems RC-Heli zur Folge hat und dadurch jemand verletzt oder gar getötet wird? Du kannst sicher sein, dass in so einem Fall eine ganze Armada von Rechtsanwälten und Gutachtern des Herstellers und Importeurs diese Frage ganz genau ausleuchten werden, und die Folgen will ich mir gar nicht ausdenken.

- Ich habe kein Problem, im T-Rex Schrauben oder Beilagscheiben des Raptors zu verwenden, ein Zentralstück, das elementare Teil des Rotorkopfes, selbst bauen zu wollen halte ich aber für fahrlässig. So gesehen hattest du Glück, dass du Pitch und Roll vertauscht hast und das Ding ehebaldigst geerdet hast. Besser als wenn dir ein Rotorblatt 10 cm aus der Stirn ragen würde... :pressh:

Mit dem Zusammenbau der Teile aus der Tüte würde ich also warten, bis alle Ersatzteile eingetroffen sind. ;)

LG Peter

Pylonracer
25.07.2008, 13:39
Also ich mache mir soviele Teile wie möglich aus Alu selbst, zumibdest das was fräsbar ist. Gut muss dazu sagen, durch meine Selbstständigkeit im Werkzeugbau habe ich auch entsprechende CNC Maschinen zur Verfügung um Hoch Präzise Teile selbst fertigen zu können. Manche Ersatzteile haben schon Schwindelerregende Preise, da ist mir einfach das Geld dann zu schade, weil ich weiß was sowas in der Herstellung kosten darf. Ist aber nicht bei allen teilen so. Manche Sachen kauf ich dann auch, weil die so billig sind, das es sich nicht rechnet die Maschine einzuschalten und ein Programm zu schreiben. Die meisten Billigteile von vergleichbaren Modellen passen eigentlich auch sehr gut. Allerdings ist das Material meisten minderwertiger, aber wenn ich ehrlich bin auch nicht wesentlich schlechter. Für normales fliegen definitiv genauso geeignet wie Original. bei hartem 3D Einsatz wäre ich etwas skeptisch. Ist alles eigentlich nur eine Frage des Geldes. Also für Anfänger sind die Nachbauteile denke ich am besten geeignet, da sie billig sind. Wenn man bei jedem Absturz dann 150 euro in der 450er Klasse auf den Tisch legen soll, ist man als Anfänger schnell bedient von dem Hobby. Bei mir kostet ein Absturz am 450er Rex in der Regel 40-50 euro mit Billigteilen.

Gruß Frank

Wolke
25.07.2008, 14:56
Erstmal danke für die Beiträge.

Bei Aluteilen, grade wenn Sie von kundiger Hand gefertigt werden sehe ich auch nicht so das Problem. Schließlich wirst du keine "Billigrohmaterialen" verwenden sondern guten Werktstoff. Als gelernter Maschinenbauer weisst du ja auch genau welche Behandlung den Werktstoff verändert/belastet. Das ist ein Vorteil den ich nicht habe.

GARTENSCHLAUCH ... Oh man, klar konnte meine Aussage so deuten, aber das tat schon weh :)

Natürlich geht die Sicherheit vor. In jedem Aspekt dieses Sportes. Die Gefahr ist einfach, das ich die Situation falsch einschätze. Nach dem Motto: Ich hab doch alles bedacht, und dann kam alles anders.

Deshalb komme ich wohl nicht umhin mir einzugestehen, das ich mit meinem Handeln unwägbarkeiten aufgeworfen habe, die auch wieder gewissenhaftem Arbeiten zu potenziellen Gefahrenquellen werden können.

Sicher könnte ich jetzt Argumentieren warum mein Handeln in diesem Fall keine Gefahr für mich oder andere Teilnehmer, die nicht in der nähe waren, bestanden hat. Trotzdem kann ich von mir nicht behaupten die genauen Belastungsgrenzen der erstellten Teile ermessen, getestet und belegt zu haben. Daher besteht natürlich immernoch ein Risiko.

Was bei fehlerhaften Originalbauteilen auch immer bestehen kann. Nur dann bin ich nicht verantwortlich wenn mir mein Rotorblatt 10cm im Kopf steckt. Dann ist der Hersteller schuld, und mein Weib kann mein Begräbniss von JP zahlen lassen.
Wobei der Hersteller idr sicher Gefahrenquellen besser einschätzen und ausschließen kann, als ich in meinem Bastelkeller.

Jetzt bin ich mal neugierig geworden und werde mir mal das Zentralstück vom Rex und Raptor angucken ...

Irgendwie stehe ich dem immernoch ambivalent gegenüber. Die Frage ist wohl: Kann ich für meine Arbeit die Hand ins Feuer legen? ... ich fürchte mangelns Erfahrung kann ich das nicht, also heisst es warten.

Gruß
Michel

pbskat
25.07.2008, 16:00
Hallo Wolke, ich habe nicht behauptet, dein Dämpfer wäre aus einem Gartenschlauch gewesen, das war eine Metapher für die Tatsache, dass gleiches Material und Aussehen noch lange keine Garantie für gleiches Funktionieren sind.

Aber ich bin froh, dass du aus der Diskussion den richtigen Schluss gezogen hast. :dance: :lieb:

LG Peter

Fly-So-High
25.07.2008, 16:08
Also da ich die nötigen Möglichkeiten und Fähigkeiten habe baue ich auch alles was geht selbst - meist endet das dann in Blattlagerwelle,Hauptrotorwelle,Heckrotorwelle & Paddelstange, ab und an auch nen Alufrästeil. Das CFK Zeugs ist mir der Aufwand zu groß um es selbst zu fertigen das kaufe ich dann doch lieber da ich keine CNC Maschinen habe.
Kommt aber auch immer auf Form und Material des originalen Bauteiles an ob man es fertigen kann, aber gerade in der 15ccm Klasse lohnt sichs muss ich sagen.

Marcel

MarkusM
01.08.2008, 15:24
Moin!

Ich persönlich sehe absolut keinen Unterschied darin, Heli-Teile aus Industrieller Fertigung oder eigener Anfertigung zu verwenden.

Vorausgesetzt die Fertigkeiten, Fähigkeiten, die benötigten Werkzeuge und das passende Material sind vorhanden.

Leider habe ich weder die Zeit, noch alle benötigten Werkzeuge um einen Heli komplett selbst zu bauen. Aber zutrauen würde ich mir das schon, inclusive Motor ;)

Ausnahmen bilden eigentlich nur Kunststoffspritzteile, da wäre der Aufwand zum Nutzen dann doch viiiiel zu groß.

Aber Dreh-, Fräs-, und laminierte Teile? Warum nicht....

Fabian727
30.08.2008, 00:52
moin alle zusammen,

vom Rotorkopf lass ich meine Finger, da mir das dann doch zu gefährlich wird und
noch kaum Erfahrung habe. Grundsätzlich aber warum nicht, wenn es sich rentiert und rechnet :-D. Meine Heckrotorflosse hab ich auch schon selbst ausgesägt mit meinen knapp 16 Jahren.

Steffen 2.0
30.08.2008, 00:58
Ich bau auch öfters selbst, allerdings beim Rotorkopf bisher noch nichts, teils da die maschienen gefehlt haben, teils weil ich nicht denke die Toleranzen zu schaffen... Aber sonst bau ich soviel wie möglich selbst, hab schon mehrer GFK platten verheitzt :D (z.B. Auto Dämpferbrücke, T-rex direktanlenkung, heckumlenkhebel usw.)

Erik Heller
30.08.2008, 01:11
Hi,

1. Kauf dir die Trueblood Dämpfer bei fw
2. Kauf dir ein Zentralstück bei fw (Kost einzeln 32€)

So macht 37€. Ist das wirklich zuviel? Rechne mal aus was es kostet wenn er wegen deinen selbst gebauten Teilen runterkommt (mal ganz davon abgesehen dass eins Person zu Schaden kommen könnte).

MfG Erik

Sycorax
30.08.2008, 01:26
Bau was sich bauen lässt. Was denkst Du, wie Plöchinger und Konsorten angefangen haben ? Heute kaufen die Leute die Acrobat's, 3D NT, MP etc. und keiner wundert sich, daß dort auch nur einzelne Personen hinter stecken und keine großen Konzerne.
Wenn es ordentlich ausgeführt ist, spricht nichts dagegen Teile selbst nachzubauen. Machen die Chinesen täglich und drehen Dir auch jeden Schrott an.

Bzgl der Haftung: Alles kein Problem. Wir betreiben ModellBAU und insbesondere unsere Versicherungen decken genau diesen Bereich ab.

pbskat
30.08.2008, 09:53
Bau was sich bauen lässt. Was denkst Du, wie Plöchinger und Konsorten angefangen haben ? Heute kaufen die Leute die Acrobat's, 3D NT, MP etc. und keiner wundert sich, daß dort auch nur einzelne Personen hinter stecken und keine großen Konzerne.
Wenn es ordentlich ausgeführt ist, spricht nichts dagegen Teile selbst nachzubauen. Machen die Chinesen täglich und drehen Dir auch jeden Schrott an.


Einerseits hat sich die Weltkugel doch schon ein wenig weitergedreht, seit "Plöchinger und Konsorten" in der Garage begonnen haben und andereseits denke ich schon, dass auch diese Herrschaften mittlerweile doch industriell fertigen (lassen), da sie sonst wahrscheinlich preislich nicht mehr mithalten könnten.

Bzgl der Haftung: Alles kein Problem. Wir betreiben ModellBAU und insbesondere unsere Versicherungen decken genau diesen Bereich ab.

Diese Argumentation bezieht sich auf reinen Sachschaden. Decken die Versicherungen auch das Gewissen ab, wenn jemand mit der Tatsache fertig werden muss, dass wegen eines selbst gebauten Teiles ein anderer Mensch ein Leben lang im Rollstuhl verbringen muss, oder schlimmer, ums Leben gekommen ist?

LG Peter

MarkusM
01.09.2008, 00:09
Hallo Peter!


Diese Argumentation bezieht sich auf reinen Sachschaden. Decken die Versicherungen auch das Gewissen ab, wenn jemand mit der Tatsache fertig werden muss, dass wegen eines selbst gebauten Teiles ein anderer Mensch ein Leben lang im Rollstuhl verbringen muss, oder schlimmer, ums Leben gekommen ist?

LG Peter

Ist es denn besser, die Verantwortung dazu auf einen anderen zu schieben?

Den Hersteller?

Auch der kann pfuschen oder ein Teil durch die Prüfung rutschen lassen.
Materialfehler usw.

Du machst es Dir mit dieser Aussage sehr einfach...

pbskat
01.09.2008, 10:48
Ich denke nicht, dass ich es mir sehr einfach mache, wenn ich für Sicherheit und gegen potenziell gefährliche Basteleien eintrete, aber das mag jeder sehen, wie er will...

Und ja, ich will die Verantwortung für professionel, mit Sachkenntnis und industriell / handwerklich richtig hergestellte Ersatzteile auf den Hersteller schieben. Ich erwarte, dass ich für mein Geld ein Teil bekomme, das die Funktion, für das es konstruiert wurde, hinlänglich gut und sicher erfüllt.

Ist das nicht der Fall, gehe ich davon aus, dass das gesetzlich Rahmenwerk den Hersteller / Importeur zumindest zwingt, für schuldhaft entstandene Schäden gerade zu stehen.

Es ist mir klar, dass das alles recht theoretisch ist und in der Realität eher komplex ist. Und bei einem Unfall mit Personenschaden würde ich mich wahrscheinlich nicht viel besser fühlen, wenn das versagende Teil vom Hersteller gewesen ist und nicht von mir. Aber ein bisschen vielleicht doch... :pressh:

LG Peter

EHeli
01.09.2008, 11:14
eine andere sache ist hierbei auch noch zu bedenken:
durch ungeeignete materialwahl, egal ob jetzt bei zugekauften tuningteilen oder selbstgemachten stücken können sich kräfte in einen andere bereiche der mechanik verlagern, welche dafür nicht ausgelegt sind, oder sollbruchstellen beseitigt werden.

nunja, es heisst modellbau, also darf auch gebaut werden.
aber es schadet sicher nicht, wenn man weiss was man tut ;)

schöne grüsse
h.

Wolke
01.09.2008, 13:03
Hallo zusammen,

ich finde es klasse das hier noch argumentiert wird. Und den Statusquo kann ich super nachvollziehen.

Schließlich tragen wir alle Verantwortung in unserem Hobby. Und eben der sollte jeder, so gut es halt geht, gerecht werden. Sicherlich hat jeder schonmal eine alternative Schraube verwendet. Oder Teil geflickt, die gerissen oder anderweitig beschädigt waren.

Mit der Zeit wird wohl jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, seine Erfahrungen machen, was geht und was eben nicht. Und diese Grenze verschiebt sich halt mit wachsenden Kenntnissen und einem gutteil Erfahrung.

Dabei ist die kritische Diskussion für mich ein "Augenöffner". Hier hab ich schon viel gelernt, was ich nicht durch ausprobieren hätte erfahren wollen. Aber ich habe auch schon schwierige Erfahrungen gemacht, welche die mich haben vorsichtiger werden lassen.

Daher stehe ich nicht auf dem Standpunkt jeder wie er will. Sondern viel eher; Stell dich anderen Fachkundigen und erfahre ob das so ok sein kann, wenn ich schon selber baue. Schließlich kann ich einen Fehler in letzter Konsequenz nie ganz ausschließen.

(Mir ist letzte Woche die Engelsschraube im Flug gerissen. War ein Originalteil und zuvor nicht auffällig. Passiert einfach.)

Gruß
Michel

Kholdstare
01.09.2008, 14:38
- Haftungsfragen: wer haftet, wenn ein selbst gebauter Bauteil eine Fehlfunktion des Systems RC-Heli zur Folge hat und dadurch jemand verletzt oder gar getötet wird? Du kannst sicher sein, dass in so einem Fall eine ganze Armada von Rechtsanwälten und Gutachtern des Herstellers und Importeurs diese Frage ganz genau ausleuchten werden, und die Folgen will ich mir gar nicht ausdenken.

Tschuldigung, aber du glaubst jetzt nicht im Ernst dass im Falle einer Tötung ein Gutacher die Dämpfergummis untersucht ob die original sind? Jetzt nich im Ernst, oder? Rechtlich ist es ein SPIELZEUG und dafür bist du verantworlich, ob jetzt da selbstgebaute Teile dran sind oder nicht.

Für unsere Teile gibt es weder Teilegutachten, noch TUEV noch Materialgutachten. Und einen Rechtsanwalt interessiert es absolut gar nicht, ob das jetzt ein 49.90 $ von chinesischen Kinderhänden gefertigter Walkera oder ein highend edel tuning heli acrobat se war.

Gruss, Philipp

Sebastian
01.09.2008, 15:43
eine andere sache ist hierbei auch noch zu bedenken:
durch ungeeignete materialwahl, egal ob jetzt bei zugekauften tuningteilen oder selbstgemachten stücken können sich kräfte in einen andere bereiche der mechanik verlagern, welche dafür nicht ausgelegt sind, oder sollbruchstellen beseitigt werden.

nunja, es heisst modellbau, also darf auch gebaut werden.
aber es schadet sicher nicht, wenn man weiss was man tut ;)

schöne grüsse
h.


Moin!

Ich denke e-heli trifft es hier am besten.
Ein paar von uns haben sicherlich den Hintergrund um Teile selbst zu fertigen.
Da die Baugruppen unserer Helis sowieso aus einzelnen einfachen Teilen bestehen gibts da sicher Möglichkeiten.

Mir würde sich nur die Frage stellen warum ich mich Stunden in den Keller stellen soll und mir z.B. ein paar Mischhebel fräse,wenn die nur ein paar € kosten
und passen.

Die Kollegen von uns die Werkzeug und Ahnung haben machens sicher sowieso,
bauen sich mal nen Servohalter,Heckstreben oder mal ne Finne oder bauen sich sogar Seitenteile.

Aber ich denke selbst diese lassen die Finger von bewährten Teilen
von Rotorkopf und Heckrotor.

Gerade in der heutigen Zeit,wo unsere Freizeit immer knapper wird
und die E-Teile schon relativ günstig sind,ist es meist einfacher sie einfach zu kaufen oder vorhandenes mit einfachen Mitteln "anpasst".


Gruß Sebastian

Schneipe
01.09.2008, 16:29
zitat...Gerade in der heutigen Zeit,wo unsere Freizeit immer knapper wird
und die E-Teile schon relativ günstig sind,ist es meist einfacher sie einfach zu kaufen oder vorhandenes mit einfachen Mitteln "anpasst".

nun ja, das sieht derjenige der das know-how und maschinerie daheim hat, etwas anders....
ich, zb., hab meine hauptrotorwelle und blatthalterwelle vom rex 450 meinem kumpel gezeigt,
er lächelte nur müde über das original material.....werde demnächst dann wohl mit titanwellen fliegen....
solchen leuten geht es sicherlich nicht nur um die paar euro zu sparen, sondern um "modellbau"

JMalberg
01.09.2008, 19:15
Rechtlich ist es ein SPIELZEUG und dafür bist du verantworlich, ...
Wieso bist du dir da soooo sicher?

Seit der Modellflug als Sport eingestuft wurde ist es zumindest mal ein Sportgerät.

Vergleich es mal mit einem Sportbogen; der wird eher als Waffe gesehen als dass es ein Spielzeug ist.

Weiter schau mal in das Luftrecht hinein: Da wird bei einem Absturz nicht von einem manntragenden Flugzeug unterschieden.

Insofern bin ich froh, dass noch kein Versicherungsadvokat sich dieser Thematik mal näher angenommen hat.

EHeli
01.09.2008, 23:19
Die endgültige verantwortung und entscheidung zur inbetriebnahme trägt wie bei manntragenden objekten der pilot selbst.
hier im modellbau ist er zusätzlich noch erbauer, mechaniker, wartungstechniker...
(eigentlich ists ja genau das, was das hobby so interessant macht, wenn wir uns ehrlich sind)
darum schadets auch nicht wenn man zumindest ein bisserl ahnung von der materie hat, nix ahnung hilft im ernstfall als argument bei gericht recht wenig ;)
egal, ob jetzt mit selbstgebauten oder fertigen teilen, es ist verantwortung mit dem hobby verbunden.
wer sich dessen bewusst ist, kann eigentlich nichts falsch machen.
schöne grüsse
h.

Kholdstare
02.09.2008, 11:16
Meine Rede. Zumindest hier in der Schweiz verhält es sich rechtlich so, dass ich legal ein Modellfluggerät bis 30kg starten darf. Ob der Hersteller nun in China oder in Deutschland weilt - oder ob ich das Gerät selber erbaut habe, spielt bezüglich Verantwortung keine Rolle. Ist auch gut so, resp. nicht anders zu handhaben.

Mein 'primäres' Hobby ist Tuning von Autos (Massstab 1:1) - da sieht es dann schon ganz anders aus. Anbauteile ohne Beiblatt / Tuev / Abnahme sind illegal, rechtlich gesehen erlischt der Versicherungsschutz bei nicht eingetragenen tech. Aenderungen am Fahrzeug, da muss man schon aufpassen was man tut. Daher bin ich froh, dass 'Modellbau' noch rechtliches Niemandland ist.

Gruss, Philipp

Vulcano
07.09.2008, 18:02
Daher bin ich froh, dass 'Modellbau' noch rechtliches Niemandland ist.

Gruss, Philipp

Vergiss es! Niemandsland, das ich nicht lache.

Ungeachtet der Tatsache, dass Modellflugzeuge gemeinhin als "Spielzeug" betrachtet und als solches behandelt werden, sind es, sobald sie in der Luft sind, dem rechtlichen Sinne nach Luftfahrzeuge und somit Teilnehmer am Luftverkehr und unterliegen, ungeachtet ihres Spielzeugcharakters, zwangsläufig den Bestimmungen des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG), der Luftverkehrsordnung (LuftVO) und der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO).

§ 1 LuftVG

Freiheit des Luftraums; Begriff des Luftfahrzeugs
(1) Die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge ist frei, soweit sie nicht durch dieses Gesetz, durch die zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften, durch im Inland anwendbares internationales Recht, durch Verordnungen des Rates der Europäischen Union und die zu deren Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften beschränkt wird.

(2) Luftfahrzeuge sind
1. Flugzeuge
2. Drehflügler
3. Luftschiffe
4. Segelflugzeuge
5. Motorsegler
6. Frei- und Fesselballone
7. Drachen
8. Rettungsfallschirme
9. Flugmodelle
10. Luftsportgeräte
11. sonstige für die Benutzung des Luftraums bestimmte Geräte, sofern sie in Höhen von mehr als dreißig Metern über Grund oder Wasser betrieben werden können.

Raumfahrzeuge, Raketen und ähnliche Flugkörper gelten als Luftfahrzeuge, solange sie sich im Luftraum befinden.