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Vollständige Version anzeigen : E-Motor richtig einlaufen lassen?


Markus M.
21.11.2002, 09:09
Hallo zusammen,

diesen Winter wollte ich an schlechten Tagen nicht nur am Simulator verbringen. So habe ich mir einen Piccolo Pro bestellt. (Hoffentlich ist das keine Spinnerei [!--emo&:))--][img]http://rc-heli.local/forum_101/html/emoticons/happy.gif\' border=\'0\' valign=\'absmiddle\' alt=\'happy.gif\'][!--endemo--] ) Bisher fliege ich nur Verbrenner-Helis, habe also mit E-Motoren und deren Schaltung noch nichts am Hut. Wer kann mir Tips geben, wie man am besten einen E-Motor einlaufen läßt? ?(

Vielen Dank für Eure Hilfe, Markus...

Määnzerbub
21.11.2002, 09:24
Moin

In der Anleitung meines Piccolo stand zimlich genau drin wie er eingelaufen werden soll.
also ohne last einige Akkus, ich mußte meinen fast 1,5 stunden laufen lassen before er sauber lief ohne die Steuerung zu stören.

Einige specialisten hängen den Motor in destiliertes wasser und lassen ihn darin einlaufen,das hab ich aber noch nicht probiert.

Gruß Määnzerbub

Junior
21.11.2002, 09:53
Hallo Leute,
ich kann nur davor warnen, den Motor in dest. Wasser ein-
laufen zu lassen. Es funktioniert zwar ganz gut, aber mann muss den Motor dann komplett zerlegen und alle Lager mit Pressluft ausblasen und absolut trocknen.
Wir haben das mal vor Jahren bei der Glattbahn Eutopameisterschaft Elektro 1:12 probiert und dann blieb der Wagen mitten auf der Geraden mit einem Kreischen einfach stehen. Uns sagte man damals, der Motor müsse mit einer Krippenbatterie eingelaufen werden (Ohne Gewähr) und das würde dann reichen

ChaosB99
21.11.2002, 10:46
Hi!
Also ich lass meine Pic-Motoren immer in WD40 einlaufen! Gibts im Baumarkt deines vertrauens ;) !

joebro
21.11.2002, 23:06
Nun betreibt man schon E-Helis - gleich welcher Größe - um dann wieder eine Ölsardine im Heli zu haben ? Is nich euer Ernst, oder ?
Man hängt den Motor an zwei Strippen in einen 15W40-Ölkanister von Aral und lässt den Motor an 4.8V 5 Stunden lang mit dem Ritzel das Öl umquirlen, darf man sich das so vorstellen ? :rolleyes:

Gruß und Grübel ?( Jörg

Geronimo
21.11.2002, 23:52
Also - üblich ist folgende Methode:

Den Motor ohne Last (also kein Prop oder Getriebe) mit ca. der halben Nennspannung mehrere Stunden einlaufen lassen. Idealerweise nimmt man dazu ein Labornetzteil bei dem die Spannung geregelt werden kann. Beim Einlaufen ab und an einen Tropfen Öl auf die Lager geben. Dann wird er sofort merklich leiser. Beim Einlaufen darauf achten, dass er nicht zu heiß wird (Pausen einlegen - abkühlen lassen).

Mit der Methode hab ich die besten Erfahrungen gemacht. Sinn und Zweck dieses Vorgehens ist, die Bürsten und den Kollektor einzuschleifen, damit man einen möglichst optimalen Sitz der Bürsten erreicht. Damit erzielt man den bestmöglichsten Wirkungsgrad bei möglichst wenig elektr. Verlusten, da das Bürstenfeuer gering bleibt.

Wenn man beim Einlaufen lassen mit der Spannung zu hoch geht, oder ihn unter Last betreibt (Strom steigt) entstehen durch das Bürstenfeuer "Einbrennlöcher" in den Kollektoren, die die Auflagefläche verkleinern und somit im späteren Betrieb wenig Stromfluss (und somit weniger Leistung) erlauben. Die Kollektoren sind ein für alle mal "vorgeschädigt". Der Motor wird nie mehr seine volle Leistung erzielen. Auch erzeugen diese Löcher im Betrieb wiederrum verstärktes Bürstenfeuer, was die Situation zunehmend eskalieren läßt. Im Extremfall baut der Motor dann rel. schnell ab.

Wenn der Motor Kühlöffnungen hat, kann man das Kohlefeuer beim Einlaufen beobachten und wird bemerken, dass dieses zunehmend geringer wird. Auch sieht man gut, ob die Kohlen bereits sauber anliegen. Leider sieht man aber beim Piccolo-Motor nix, weil der zu ist. X( Also muss man nach Gefühl arbeiten.

Geronimo

SRLIOF
22.11.2002, 08:33
Hallo,
es gibt viele möglichkeiten, einen E- Motor einlaufen zu lassen, von denen schon einige beschrieben sind, aber gaaaanz wichtig ist es, egal wie man einlaufen lässt, den Motor zu kühlen, den ein E- Motor wird auch ohne Last mit der Zeit heiss, und dann schmieren die Kohlen auf dem Kollektor und der Widerstand zw. den beiden steigt an.
Gruß aus Limburg
Stefan Reusch

ChaosB99
22.11.2002, 10:30
Hi!

@joebro: Wer lesen kann ist klar im Vorteil ;) ! Ich hab geschrieben WD40 nicht 15W40 :D !
Das gibts auch nicht bei Aral sondern im Baumarkt *gg*!

Guckst du HIER!!

Markus M.
22.11.2002, 11:00
Danke für Eure Antworten,

speziellen Dank auch an Geronimo. Ich denke wir treffen uns jetzt wirklich mal, eventuell bei dem Münchner Stammtisch, wie vorgeschlagen.

Muß aber zugeben, habe doch etwas verdutzt geschaut, als ich lesen musste, die Motoren in dest. H2O oder Öl einlaufen zu lassen. Aber man lernt ja nie aus :D

JaWu
22.11.2002, 11:45
Ich habe auch schon von der Wassermetode gehört. Meines Wissens nach wird sie schwerpunktmäßig von den Impellerfliegern und den 400er Pylonfliegern eingesetzt. Der Vorteil ist, das der Motor optimal gekühlt wird, und das ganze bei höherer Spannung in kürzerer Zeit durchgeführt werden kann (so die Begründung meiner Quelle :D). Allerdings wird in diesen Fliegerkreisen auch nicht von sonderlichen Standzeiten der Motoren ausgegangen (ca. 10-15 Flüge).
Was Du erreichen willst ist doch sicher ein langlabiger Motor, der möglichst geringe Störimpulse aussendet!? Hierzu ist eine optimale Anlegung der Bürsten an den Kolektor nötig. Wird der Motor zu früh, zu stark belastet, so entsteht ein verhältnismäßig großes Kolektorfeuer durch ungünstigen Kontakt.
Mein Tip um die Kohlebürsten optimal einzuschleifen:
Treibe die Motorwelle des einzulaufenden Motors über einen anderen Motor (z.B. aus der Restekiste :D ) an. Um die Temmperaturentwicklung am einzulaufenden Motor zu verringern, ist ein PC-Lüfter recht günstig. So läst du den Motor eine Zeit Lang einlaufen, bis die Bürsten optimal am Kolektor anliegen. Zwischendurch sollter der Motor zum abkühlen immer mal wieder angehalten werden und mit Druckluft oder ,wenn es die Lungen hergeben, durch pusten von angefallenem Kohlestaub der Bürsten befreit werden. ;)

Hoffe es hilft und viel Spaß mit dem Pico!

Walker
22.11.2002, 13:09
Hi,

Bürstenmotoren im Wasser (muß kein dest. Wasser sein) einlaufen zu lassen, hat sehr viele Vorteile.

Die Motoren werden mit niedriger Spannung im Wasser einlaufen lassen bis die Kohlen überall anliegen.

Das dauert je nach Motor ca. 1 - 15 Minuten, muß man halt dauernd kontrollieren.

Man sollte das nur bei Motoren mit Gleitlager machen.
Bei offenen Kugellager sollte es aber eigentlich auch keine Probleme geben.
Bei hochwertigen Motoren ist das Einlaufen ja meistens sowieso nicht notwendig.

Wenn die Motoren aus dem Wasserbad genommen werden, darf man sie nicht laufen lassen, bis sie vollkommen trocken sind, da sich sonst der Kollektor mit Kohlenschmiere zusetzt.

Wenn der Motor gut getrocknet ist (Heizung oder wenns schneller gehen soll im Backofen) muß man die Lager wieder ölen.

Bei der Trockeneinlaufmethode hab ich schon festgestellt, daß selbst nach 24 Stunden die Kohlen immer noch nicht anliegen.
Bei der Wassermethode geht das Ganze wesentlich schneller und effektiver und hat keinerlei Nachteile für den Motor in Bezug auf die Lebensdauer, im Gegenteil.

Bei uns im Verein hat sich das im Wassereinlaufen fast bei allen E-Fliegern durchgesetzt und wir haben nur positive Erfahrungen damit gemacht.

Tschau
walker