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Vollständige Version anzeigen : Motor ändert Drehrichtung??!!??


Martin Achter
11.02.2003, 16:08
Heute ist mir das gleich drei mal hintereinander passiert!!!

Ich habe den Motor angelassen (richtig herum!!!). Dann habe ich das Modell auf den Startplatz gestellt und wollte den Motor hochdrehen lassen. Aber irgendwie wollte der nicht recht. Außerdem hätte bei der Drehzahl die Kupplung längst greifen müssen... Bis ich dann gemerkt habe, daß sich der Rotor ganz langsam rückwärts gedreht hat. Da habe ich sofort das Gas weggenommen und kurz vor dem Abstellen des Motors, dreht er sich urplötzlich wieder richtigherum, und tut so, als wäre nie etwas gewesen??!!??

Mir ist durchaus bekannt, daß sowas gelegentlich vorkommen soll, aber gleich dreimal hintereinander... ?(

Was mich noch viel mehr wundert ist, daß die Abgase trotzdem noch hinten rauskamen und nicht aus dem Vergaser - das müssen ja brutale Fehlzündungen gewesen sein.

Ich verwende keinen Resodämpfer, der eventuell zu kurz sein könnte. Wie bekomme ich das Problem also in den Griff???

Trau mein Maschinchen gar nicht mehr anzulassen. Habe kurz den Zylinderkopfdeckel abgeschraubt: sieht noch alles normal aus (der Motor, OS 46 FX-HG, hat jetzt gerade 1,5 Liter durch und wurde bisher nur mit 3/4 Gas geflogen).

Zusatzfrage: Wie sieht es bei Euch mit der Kühlung aus? Meiner erreicht bestimmt keine 100°C - zumindest verbrenne ich mir die Pfoten nicht!!! Ist das bei Euch im Winter auch so (bei mir heute -3°C)?

Roland1281
11.02.2003, 16:17
Servus!

Gerade bei neuen Motoren kommt es oft vor, dass sie gerne rückwärts anlaufen.
Am besten ( schätze mal du hast nen Starter mit Freilauf ) wenn du merkst, dass er anspringt, bleibe noch ca 3 - 5 Sekunden auf dem Startknopf drauf, sodass der Starter weiterläuft und der Motor nicht verkehrt anlaufen kann.
Lt deinem Profil studierst du Maschinenbau??
Dann erklär mir doch bitte wie sich der Rotor verkehrt zu drehen anfangen kann, wo doch ein Freilauf eingebaut ist. Das einzige was passieren kann ist, dass der Motor hochtourt, da er keinen Widerstand beim Gasgeben hat, aber da stellt man ihn eh gerne wieder ab, da man eh sofort hört dass was nicht stimmt.
Deine zweite Frage - mit den Abgasen - habt ihr bei eurem Studium keine Kolbenmaschinen? Normalerweise doch schon, oder?? Das einzige was sich ändert ist die Drehrichtung des Kolbens, was soll das am Ansaugtakt bzw am Auspufftakt des Motors ändern? Die Ein- und Auslassfenster sind ja immer noch an der selben Stelle.

MfG
Roland

Määnzerbub
11.02.2003, 16:18
Hi Martin

3 mal Glück gehabt :D

Nein passiert schon mal, besonders wenn der Motor fett steht (frag mal die Rossiflieger) und/oder der Motor neu ist.

Er läuft dann zwar von der Drehrichtung her falschherum,saugt aber immer noch am Vergaser an
(sonst würde er ja nich laufen,bekäme ja Abgas)

Die Steuerzeiten Kurbelwellendrehschieber und Zylinderkanäle stimmen natürlich nicht wegen falscher Drehrichtung.

Passieren kann aber nichts dabei

gruß Määnzerbub

Steffen Schröck
11.02.2003, 16:21
Dann erklär mir doch bitte wie sich der Rotor verkehrt zu drehen anfangen kann, wo doch ein Freilauf eingebaut ist.
Er hatte ja geschrieben "ganz langsam". Is bei meinem Rappi auch so, wenn ich falsch herum mit der Hand am Heckrotor drehe, dreht sich der Hauptrotor auch nur ganz langsam. Aber wirklich nur minimal ;)

Martin Achter
11.02.2003, 16:36
Zunächst mal danke für Eure beruhigenden Worte!

@Roland:

Daß der Rotor auch rückwärts lief lag ganz klar daran (hat Steffen auch schon gemeint) daß der Freilauf einen geringen Innenwiderstand hat! Habe aber zunächst geglaubt die Kupplung würde nicht so recht greifen wegen Schmutz oder so...

Das die Abgase trotzdem hinten hinaus kamen konnte ich mir schon selber erklären, deshalb meine Bemerkung: "das müssen ja brutale Fehlzündungen gewesen sein!"
In diesem Zusammenhang habe ich einen Rückwärtslauf aber noch nie erlebt. Habe früher ein RC-Car betrieben. War da mal mit nem Kumpel (sein Car hatte nen 3,5ccm mit Seili) auf der Piste. Ihm ist das damals auch passiert: Der Motor drehte sich ca. 2-3 Sekunden rückwärts, wobei die Abgase aus dem Vergaser kamen. Wahrscheinlich befanden sich noch zündbare Spritreste im Dämpfer, die angesogen wurden, und nach 2-3 Sekunden aufgebraucht waren.

@Alle:

Woran liegt es denn, daß sowas gerade bei neuen Motoren vermehrt passiert? Wegen der noch hohen Komporession und dem daraus resultierndem Zurückschlagen des Kolbens beim Anlassvorgang?

Roland1281
11.02.2003, 16:43
Hallo!

Hoffe du hast mich vorhin nicht falsch verstanden, war sicher nicht böse gemeint.
Bei neuen Motoren ist es so, dass wenn sie so halbwegs "voll" sind ( Verbrennungskammer ) entsteht eine sehr hohe Kompression, was bei den älteren Motoren fast nie vorkommt, da die Kolbenringe schon leicht verschlissen sind und daher bei zu grosser Kompression gerne einen Teil des Sprits nach unten durchlassen.
Daher zündet der Motor ganz kurz, was sich so anhört als ob er anspringen wird.
In Wirklichkeit zündet er aber vor dem oberen Totpunkt des Motors da eben der Zünddruck erreicht ist, wodurch der Kolben "rückwärts" geschleudert wird und daher sehr gerne rückwärts anläuft, was man aber auf Standgas ausser an der Drehrichtung des Lüfterrads kaum merkt, erst beim Gasgeben.

MfG
Roland :P

Martin Achter
12.02.2003, 18:11
Also mittlerweile glaube ich wirklich, daß mein Knatterchen rückwärts besser läuft als vorwärts!!! Habe das Problem bis vor kurzem noch nie gehabt. Heute hatte ich echt Mühe, das Ding dazu zu bewegen, vorwärts zu drehen!

Ich verwende noch keinen Freilauf an meinem Starter, da ich bis jetzt der Meinung war, daß der Startmotor (Ohne Getriebe) beim Anspringen des eigentlichen Motors mitdreht (was er ja eigentlich auch tut).

Verwendet ihr durchweg alle einen Freilauf am Startadapter?

Wenn ich mir demnächst einen Freilauf anschaffe, werde ich meinen Hubi nämlich nur noch mit dem Akkuschrauber anlassen. Der Umgang mit dem Startakku, den Kabeln und dem Elektromotor ist ja brutal nervig!!! X( Wie sehne ich mir da den Seilzugstarter meines RC-Cars herbei...) Ein Akkuschrauber hingegen ist da wesentlich kompakter (Die Drehzahl bekommt er auch hin.. Habe mit ihm schon einen erfolgreichen Motorstart geschafft - richtig herum sogar...)
Was sagt Ihr dazu? Wenn es dagegen keine massiven Argumente gibt, werde ich mein Startacessoir nämlich wieder verhökern :] !!!

Leolo
12.02.2003, 19:53
Anlassen mit Akkuschrauber? Na wenn das gut klappt, stelle ich meinen E-Starter und die schwere Bleibatterie auch in Ecke! Geile Idee, hat da wer weiterreichende Erfahrungen gemacht?

Gruß,
Leonhard

firehead
12.02.2003, 20:14
@Leolo

Anlassen mit Akkuschrauber ist kein Problem, mach es selber so, allerdings sollte es nicht gerade n 30er sein, da du mit dem Schrauber nicht auf die nötige Anspringdrehzahl kommst, außer er hat vielleicht vorher gelaufen und wurde nur zum auftanen abgestellt!

Martin Achter
12.02.2003, 20:20
@firehead:

Mein Akkuschrauber packt das ohne Probleme (von Metabo) bei nem 46er OS. Muß mir halt nur noch nen Freilauf dazwischen klemmen!!! Mit nem Seilzugstarter liegt die Umdrehungsgeschwindigkeit noch viel niedriger, und es funzt.

felix
12.02.2003, 21:32
Hallo zusammen,

ich starte meine Motoren schon lange mit einem Akkuschrauber; und zwar kleine , wie mein TT36, und auch den grösseren SX91. Dank des guten Drehmoments dreht der Schrauber auch im Winter den 15er locker durch. Und die Drehzahl ist kein Thema, schliesslich werfe ich alle meine Motoren mit Propeller von Hand an und das ist bestimmt langsamer als die 900 min-1 des Akkuschraubers.

Mich wundert, dass das nur wenige machen, wo es doch so einfach und praktisch ist: von einem Inbusschlüssel den Winkel absägen, ins Bohrfutter einspannen, fertig!

Vor einem Jahr gab es einmal einen grösseren Fred über die Startprobleme von 15er im Winter und wie man Starter tunen kann; Getriebe anbauen, mega Batterien usw. Ich habe die Akkuschrauberlösung auch gepostet, das fand aber keine Resonanz, wahrscheinlich sieht es zuwenig professionell aus :D :D :D

Gruss von Felix

helirup
12.02.2003, 21:44
Hi,

rückwärts laufender Rotor kann auch bedeuten, dass die Kupplung auf der Motorwelle durchrutscht.

Rupert

Kurt
12.02.2003, 21:58
Hallo,

könnte es vielleicht sein, dass die Kerze zu heiss ist und daher der Motor vor dem oberen Totpunkt schon zündet ?
Falls Du eine kältere hast probiers mal, wäre interessant obs was hilft.

Grüße
Kurt

Martin Achter
12.02.2003, 22:16
@Rupert:
Nein, die Kupplung rutscht bestimmt nicht auf der Motorwelle, da das Lüfterrad direkt in die Kupplkung greift, und der Starter in das Lüfterrad (Uni-40). Würde die Kupplung rutschen, so könnte ich das Ding folglich nicht anwerfen.

@Kurt:
Verwende die empfohlene OS 8. Das mit der kälteren Kerze habe ich mir auch schon überlegt (muß aber erst noch eine besorgen). Bedenke aber, daß wir es jetzt Winter haben (bei mir zur Zeit ca. -3°C), wie kalt muß dann erst die Kerze erst sein, die ich dann im Sommer zu verwenden habe?!? Außerdem läuft die Kiste (läuft sie erst mal richtigrum) ziemlich gut mit der OS 8 (Läuft sogar rückwärts ziemlich gut damit :loeblich: )... Zudem ist mein Leerlauf jetzt schon so hoch, daß nicht mehr viel fehlt bis die Kuplung greift. Bei kälterer Kerze, werde ich dann wahrscheinlich den Leerlauf nicht mehr unter die Kupplungsdrehzahl bekommen - aber Probieren geht über Studieren :tongue:...

Das nächste Mal versuche ich das Gemisch mal magerer zu stellen (momentan noch recht fett, weil Bock neu...), dann dürfte eine nicht so hohe Kompression anliegen, die den Kolben in der Startphase wieder zurückschlagen läßt!

SandroT
12.02.2003, 23:39
hallo Zusammen

ein motor sollte immer vor dem oberen totpunkt zünden.
bei den meisten pkw´s ist dies von ca. 6° v.ot bis ca 32° v.ot.
ich nehme an, dass dies auch bei unseren motörchen der fall
sein dürfte.

beim anlassen den starter erst wegnehmen, wenn der motor
nachhaltige laufwilligkeit zeigt.
bei meinem rossi65 passierte es auch ab und zu, dass
der motor rückwärts lief.
dies aber nur, wenn ich den motor nicht sauber
gestartet habe.
ein freilauf am starter ist sicher nicht verkehrt!

Roland1281
13.02.2003, 08:34
Hallo!

Es ist schon richtig, dass bei den meisten Motoren die Zündung knapp zuvor erfolgt, aber bis sich das komplette Gemisch entzündet hat ist es meistens ( sollte zumindest bei richtig eingestelltem Motor so sein) knapp nach OT.
Der Zündzeitpunkt bei normalen VKM ist aber drehzahl und lastabhängig. Bei normalen Auto-Motoren erfolgt dies duch eingespeicherte Zündkennfelder, welche von den Chiptunern begeistert abgewandelt werden.
Bei hoher Drehzahl ist immer mehr Vorzündung, damit bei konstanter Brenngeshcw. des Gemisches der höchste Verbrennungsdruck knapp nach OT erreicht wird.
Genáu da haben wir aber das Problem der Modellmotoren:
Durch die irrsinnig hohe Betriebsdrehzahl und die vergleichbar kleine Startdrehzahl sollte das Gemisch erst wesentlich später zünden, da man aber keine elektronisch verstellbare Zündung wie bei grossen Motoren hat kann man das ganze System eben nur für eine Drehzahl - eben die Betriebsdrehzahl nachher festlegen.
Was aber eben beim Starten gerne zur verfrühten Zündung durch hohe Kompression führt.
Da nützt auch keine kältere Kerze was, da es eben nicht auf die Kerzentemperatur sondern auf den Druck in der Brennkammer ankommt. Die Temperaturunterschiede sind da eher zu vernachlässigen.

MfG
Roland :P

leuschy
02.05.2006, 22:53
hallo Zusammen

ein motor sollte immer vor dem oberen totpunkt zünden.
bei den meisten pkw´s ist dies von ca. 6° v.ot bis ca 32° v.ot.
ich nehme an, dass dies auch bei unseren motörchen der fall
sein dürfte.


Genau,

der Zündzeitpunkt liegt unmittelbar vor OT (Frühzündung) und deshalb kann es passieren das der Motor plötzlich rückwärts läuft