Vollständige Version anzeigen : Geringe Drehzahl des MP-RIGID
Carsten aus LA
05.03.2009, 07:37
Hi,
ich bastel selber gerade an einem sehr leichten 700er rum. Ebenfalls mit VStabi. Ich bin gerade bei 3680 Gramm. :jippiyeah:
Allerdings schaffe ich es kaum, mit der Drehzahl in einen vernünftigen Bereich zu kommen. Entweder ich müller unter 1300 U/Min durch die Gegend, was aber zum richtig Kunstfliegen nicht spaßig ist. Was dann auch wieder geht ist über 1700, was aber eigenlich zu viel ist und nur Energie ohne Ende braucht.
1600 wäre meine Zieldrehzahl, aber da taumelt der Heli wie verrückt. Weichere Dämpfung fällt aus, da ich ja VStabi fliege und die Regelung damit nicht so gut klar kommt.
Wie ist das Problem mit dem Taumeln beim MP Rigid gelöst?
D@nke im Voraus!
Jan Henseleit
05.03.2009, 08:45
Hallo Carsten,
das ist wirklich eine interessante Frage, die Du da stellst.
Dazu kann ich Dir folgendes sagen:
Diese Taumelbewegungen treten bei bestimmten Drehzahlen zwangsläufig bei relativ leichten und starren Hubschraubern auf. Interessanterweise liegt der kritische Drehzahlbereich auch beim Rigid so um die 1600 U/min am Kopf.
Du kannst dieser Resonanzerscheinung nur durch eine etwas weichere Dämpfung begegnen, was aber nach unseren jetzigen Erfahrungen keinen negativen Einfluss auf die V-Stabi (V4) performance hat.
Aufpassen, eine nicht optimal eingestellte 3-Achsenstabilisierung kann diesen Effekt noch verstärken.
Ein ganz wesentlichen Einfluss auf das Erscheinen dieser Taumelbewegungen hat übrigens der statische Blattspurlauf. Du musst dazu mal den jeweiligen Abstand der Rotorblattspitze zum Heckrohr messen. Um so geringer die Differenz ist um so weniger neigt der Hubschrauber zum Taumeln. Unter Umständen reicht manchmal schon ein Montieren der Blätter auf dem jeweils anderen Blattgriff aus um bessere Ergebnisse zu erzielen.
Ansonsten kann man bis zu einem bestimmten Grad durch etwas weichere Dämpfung Abhilfe schaffen. Probiere auch mal andere Blätter aus, falls Du nicht weiterkommst. Aber wie schon gesagt ist bei den leichten und steifen Systemen nie ganz auszuschließen, dass es Drehzahlbereiche gibt, die nicht so gut gehen.
Ich habe im Laufe der vielen Jahre immer wieder hauptsächlich mit solchen Problemen zu tun gehabt. Unsere Hubschrauber werden in einem recht großen Drehzahlband von ca. 1200 bis 2100 U/min betrieben. Es drehen sich viele Teile, die sich gegenseitig beeinflussen, so dass es immer zu irgend welchen Resonanzerscheinungen kommen kann. Unter Umständen lässt es sich auch einfach nicht umgehen, diese Drehzahlen im Betrieb zu vermeiden.
Da reicht oft schon eine Anhebung oder Absenkung um 50 U/min, um aus diesem kritischen Bereich herauszukommen. Dies stellt gerade bei E-Helis mit den gut funktionierenden Reglern auch kein Problem dar, so dass man damit leben kann.
Ich hoffe, dass ich Dir mit meinen Ausführungen weiterhelfen konnte.
Gruß Jan Henseleit
Hallo,
was denkt Ihr von diese hybrid Dämpfer mit weiche und harte Dämpfug (so wie hier: http://www.realraptors.co.uk/shop/index.php?main_page=product_info&cPath=65&products_id=647)
Wäre es nich eine Lösung, ich meine weiche Dämpfung im schweben und harte Dämpfung für Kunstflug, 3D, usw ..
Gruß aus Frankreich
Frederic.
Carsten aus LA
05.03.2009, 11:07
Hi,
mein "700er" ist ein verstärkter und verlängerter T-Rex 600. Ursprünglich sollte das ein leichter Fotoheli werden; unter 4 KG, damit man noch ein KG Nutzlast hat, ohne eine Aufstiegsgenehmigung zu benötigen. Ich möchte ihn weiterhin mit den gleichen 3700 10s Akkus fliegen, die ich in meinem normalen 10s VStabi Rex fliege.
Das Mistding flog dann aber bei den ersten Tests so gut, dass die Idee mit der Kamera etwas in den Hintergrund geriet.
Witzig ist auch flogende Beobachtung. Als die Akkubefestigung noch total schlabberig mit Tape und so war, gab es viel weniger Probleme mit dem Taumeln, als jetzt wo die Draht / Kabelbinder Provisorien mehr und mehr durch steife Kohlefaser Teile ersetzt werden. Doch wieder Blumendraht???
Ich werde evtl mal versuchen, das Heck noch etwas leichter zu machen; die Akkus weiter nach oben zu setzen, um die Masse weiter ins Zentrum zu bekommen. Evtl. werde ich auch mal 710er Stickbangers testen, aber vorher versuch ich mal, die Blätter und Grips anders zu matchen. Leider ist das ein Schweinegepopel mit den Mikado Plaste Grips mit den Distanzplättchen.
Hmmmm, hört sich nach ner Resonanz an, wobei sich die Energie der Schwingung in dem losen Akku vernichtet.
Je fester du der Akku nun machst desto mehr gehen die Schwingungen ins Chassis wo sie sich nicht vernichten können.
Ich kenne dies nicht von Helis, aber wir haben ähnliches im Maschinenbau. Versuch doch mal den Akku etwas flexibler aufzuhängen. Oder den Resonanzbereich in eine Drehzahl zu schieben die du nicht brauchst, durch eine andere Dämpfung oder eventuell durch eine Verstärkung am Chassis.....
Aber wie gesagt, ich kenn das nunr vom Maschinenbau.
Gruß Rainer
klauskolb
05.03.2009, 12:08
Hallo Carsten,
Ich werde evtl mal versuchen... ...die Akkus weiter nach oben zu setzen, um die Masse weiter ins Zentrum zu bekommen.
Theoretisch könnte man die Akkus ja rechts, links und vor der Rotorwelle unterbringen.
So könnte man die Akkus auf der Höhe des Heckrohres unterbringen, oder vielleicht sogar noch weiter oben - das wäre ja mal interessant, wie so ein Heli rollt und nickt und piroflippt.
Für die Haube müsste man sich evtl. vom Airbus Beluga was abgucken ;)
Hallo Carsten,
das ist wirklich eine interessante Frage, die Du da stellst.
Dazu kann ich Dir folgendes sagen:
Diese Taumelbewegungen treten bei bestimmten Drehzahlen zwangsläufig bei relativ leichten und starren Hubschraubern auf. Interessanterweise liegt der kritische Drehzahlbereich auch beim Rigid so um die 1600 U/min am Kopf.
Du kannst dieser Resonanzerscheinung nur durch eine etwas weichere Dämpfung begegnen, was aber nach unseren jetzigen Erfahrungen keinen negativen Einfluss auf die V-Stabi (V4) performance hat.
Aufpassen, eine nicht optimal eingestellte 3-Achsenstabilisierung kann diesen Effekt noch verstärken.
Ein ganz wesentlichen Einfluss auf das Erscheinen dieser Taumelbewegungen hat übrigens der statische Blattspurlauf. Du musst dazu mal den jeweiligen Abstand der Rotorblattspitze zum Heckrohr messen. Um so geringer die Differenz ist um so weniger neigt der Hubschrauber zum Taumeln. Unter Umständen reicht manchmal schon ein Montieren der Blätter auf dem jeweils anderen Blattgriff aus um bessere Ergebnisse zu erzielen.
Ansonsten kann man bis zu einem bestimmten Grad durch etwas weichere Dämpfung Abhilfe schaffen. Probiere auch mal andere Blätter aus, falls Du nicht weiterkommst. Aber wie schon gesagt ist bei den leichten und steifen Systemen nie ganz auszuschließen, dass es Drehzahlbereiche gibt, die nicht so gut gehen.
Ich habe im Laufe der vielen Jahre immer wieder hauptsächlich mit solchen Problemen zu tun gehabt. Unsere Hubschrauber werden in einem recht großen Drehzahlband von ca. 1200 bis 2100 U/min betrieben. Es drehen sich viele Teile, die sich gegenseitig beeinflussen, so dass es immer zu irgend welchen Resonanzerscheinungen kommen kann. Unter Umständen lässt es sich auch einfach nicht umgehen, diese Drehzahlen im Betrieb zu vermeiden.
Da reicht oft schon eine Anhebung oder Absenkung um 50 U/min, um aus diesem kritischen Bereich herauszukommen. Dies stellt gerade bei E-Helis mit den gut funktionierenden Reglern auch kein Problem dar, so dass man damit leben kann.
Ich hoffe, dass ich Dir mit meinen Ausführungen weiterhelfen konnte.
Gruß Jan Henseleit
Hallo Jan,es ist erstaunlich das Du trotz Deiner vielen Arbeit noch Zeit findest um uns solche Tipps zukommen läßt.Das heißt 2 mal Hut ab.Ich bin ein Fan von Dir.Alfred Veigel aus dem Schwabenland
HeliInvasion
05.03.2009, 12:18
Hallo Carsten,
was das "gepopel" beim Blattwechsel mit den Mikado Blatthaltern betrifft, kann ich Dir vielleicht einen kleinen Tip geben.
Ich klebe die Plättchen immer mit einen Tropfen Sekundenkleber am Blatt fest. Hält gut genug zum montieren. Beim Wechsel lassen sich die Plättchen leicht lösen, wenn sie nicht schon vorher lose sind. Die Klebereste kann man rückstandsfrei entfernen.
Dann probiere mal schön weiter ! :)
Grüße
André
Hallo Jan,
ist der RIGID denn mit 1350 umin noch gutmütig zu Schweben bzw. normaler Rundflug?
In einem Video wurde ja schon mal so eine Drehzahl geflogen und auf die Betriebsgeräusche verwiesen.
LG Mike
Roman H.
05.03.2009, 17:22
Was mit der Drehzahl (und weniger!) alles geht, hat uns Robert bei unserer Indoorgaudi 2009 gezeigt:
http://www.rcmovie.de/video/fdd4ed2836bdb521bea7/Robert-Sixt-mit-dem-neuen-Three-Dee-Rigid-Indoorgaudi-2009
:jippiyeah::dance:
Was mit der Drehzahl (und weniger!) alles geht, hat uns Robert bei unserer Indoorgaudi 2009 gezeigt:
http://www.rcmovie.de/video/fdd4ed2836bdb521bea7/Robert-Sixt-mit-dem-neuen-Three-Dee-Rigid-Indoorgaudi-2009
:jippiyeah::dance:
Was das sind nur <1350 umin. Ist ja Hammer.
LG Mike
Roman H.
05.03.2009, 18:34
Robert weiß seine Drehzahlen ja leider immer nicht, aber er schätzt so ca. 12000rpm - ein paar Prozent weniger im Sender und der Motor wär garnicht erst angelaufen:lol:;D
Hi Roman.
Du meinst wohl 1200. Jan hat ja gem. Rotor Magazin ein Eagletree recorder. Robert soll sich den mal mit
einem Sensor borgen.
Gruss
Sacha
siXtreme
05.03.2009, 19:11
Ok, ok, ich werd morgen mal messen...
Heut ist´s schon zu Dunkel.
Gruß Robert
Roman H.
05.03.2009, 19:15
Ups, das ist dann doch eine Null zuviel:unsure::hollau: Kanns leider nichtmehr ändern, sollen natürlich 1200rpm sein - wenn überhaupt:lol:::)
Sebalexx
05.03.2009, 19:41
Tach,
ein Vereinskollege hatte in einem Logo 14 der aller ersten Serie (labberchassis) auch ähnliche Probleme. Der Akkubereich war dort sehr flexibel, bei bestimmten niedrigen Drehzahlen fing er an sich aufzuschwingen, mit steigenden Ausschlägen (erinnerte an Rodeo-Reiten).
Lösung war damals ein unten verkürztes Chassis, mit zusätzlichem Aufhängungspunkt der Akkuplatte, bei dem der Akkubereich deutlich steifer war.
Also genau die andere Richtung wie oben schon mal erwähnt... :hollau:
Ist einfach sehr komplex und viele Wege "können" zum Ziel führen, geht ja nur darum einen bestimmten Resonanz-Frequenz-Bereich so zu verschieben, dass er nicht mehr stört.
Aus dem Grund, dass der Akku eine recht große Masse hat und nicht unbedingt "fast" unkontrolliert schwingen sollte, wird er z.B. beim Shark und auch bei Suzi-Hans oben im Chassis fixiert und sitzt damit direkt am steifer ausgelegten Hauptteil der Mechanik. Womit der Akkuschacht nur noch Akkuschutz (ok nur beim Shark ;)) und Landegestellträger ist, jedoch im Flug keine wirkliche Masse tragen und am schwingen hindern muss.
bis denn
Sebastian
Carsten aus LA
05.03.2009, 21:18
Komisch nur, dass die Schwingungen bei mir stärker werden, je steifer der Heli wird.
Sebalexx
06.03.2009, 00:50
Tach,
wenn der Akku vorher sogar mit Spiel oder extrem weich befestigt war, war er ja fast entkoppelt, hängt der Akku z.B. übertrieben gesehen an einem Seil am Hubi, hat er keinen Einfluss mehr. (Edit: Zumindest auf das Schwingungsverhalten des Chassis an sich)
Ist er jedoch irgendwo an der Mechanik richtig befestigt, gehört er zu der schwingenden Masse und da macht dann eine härtere oder weichere Anbindung und die Dimension der Masse wieder einen Unterschied.
Im obigen Beispiel war der Akku steif an der Mechanik befestigt, die Seitenplatten waren jedoch so flexibel, dass der Akku im niedrigen Drahzahlbereich schwingen konnte. Mit der steiferen Mechanik kann er dies sicherlich immer noch, dies aber eben in einem anderen Drehzahlbereich - wenn dies dann 2600 am Kopf wären stört es also nicht mehr.
Du bist jetzt eben genau in dem Bereich, in dem es nicht passt.
Wenn an der Akkubefestigung keine einfache Änderung möglich ist, ist es sicherlich einfacher die Kopfdämpfung zu verändern, da können z.B. bei identischer Dämpfung auch weichere oder härtere Rotorblätter eine Rolle spielen.
Ausserdem das Mechanikgewicht im Verhältnis zum Rotorgewicht.
Beispiel Logo 400, die bereits in den anderen Logos und sogar im extrem bauähnlichen Logo 10 verwendeten Dämpfungen haben im 400er nicht funktioniert und es musste eine angepasste Version erstellt werden.
Flybarless sollte die Dämpfung schon immer so hart wie möglich sein, muss aber natürlich so weich wie nötig ausgelegt werden.
bis denn
Sebastian
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