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Alt 01.08.2016, 01:41   #1
osiris81
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Standard Rotorblätter richtig auswuchten

Hi,

ich habe mich in letzter Zeit ein bisschen mit dem Auswuchten von Rotorblättern befasst und möchte das Ganze hier mal zusammenfassen.

Die Theorie dahinter ist, wie sicher vielen bereits bekannt, hier sehr gut beschrieben:
http://www.olliw.eu/2012/blade-balancing/

Ich möchte mich zur Theorie auch gar nicht weiter äussern, sonder nur zeigen, wie ich das Momentan in der Praxis umsetze

Kurz zusammengefasst müssen wir ja zwei Dinge erreichen:
1) Gewicht der Blätter muss identisch sein
2) Die Blätter müssen in Balance sein

Zuerst kurz zum Messen des Gewichts:
Mit den kleinen 200-X Gramm Waagen muss man vor allem bei grösseren Blättern aufpassen, wie man das Blatt auf die Waage legt. Kurz gesagt: Der Blattschwerpunkt muss in der Mitte der Waage liegen.

Dazu muss zuerst der Schwerpunkt jedes Blattes markiert werden (auf Stift rollen), zusätzlich hilft es, auf der Waage die Mitte zu markieren.

Hier als Beispiel drei mal dasselbe Blatt gemessen, einmal richtig, zweimal falsch (Das Blatt lag bei jeder Messung nur auf der Waage und kam nirgends sonst an). Das sind knapp 0.3 Gramm Unterschied, bei 2 Blättern also bis zu 0.6 Gramm!



Weil letzthin noch die Kritik kam, dass das Wuchten nichts bringt und die erste Fliege die Arbeit zunichte macht, hier nochmals dasselbe Blatt von allen Rückständen befreit (und da war einiges drauf )



Also nur 0.05 Gramm weniger, beim anderen Blatt waren es 0.04 Gramm, insgesamt verursachte die ganze Verunreinigung also genau 0.01 Gramm Gewichtsunterschied und das ist nun wirklich vernachlässigbar.

Zum Ausbalancieren verwende ich nun ausschliesslich Methode B:



Die Blätter werden dabei mit Hilfe der Tischkante ausgerichtet:



Das Bild ist von vlk, vielen Dank für den Tipp nochmals!

So, nun aber zum Auswuchten:
1. die Blätter werden gewogen, das leichtere Blatt wird markiert, ich nenne dieses nun Blatt1, das Schwerere ist Blatt2
2. die Blätter werden auf die Auswuchthilfe geschraubt, nun gibt es zwei Fälle

I) Das leichtere Blatt (Blatt1) geht nach oben


Die Blätter kommen nochmals auf die Waage, auf dem leichteren Blatt wird nun der Gewichtsunterschied mit einem Stück Tesa am Blattende korrigiert (entweder so lange probieren bis es passt, oder ausrechnen, wieviel Tesa es dafür braucht).
Die Blätter wieder auf die Auswuchthilfe schrauben. Wiederum gibt es zwei Fälle:
I.1) Blatt1 geht nun nach unten: Tesa abmachen und weiter innen (Richtung Wurzel) wieder ankleben, dies solange machen, bis die Blätter in Waage sind. fertig. Wer sicher sein will, kann sich die Position des Tesa markieren und nochmals (identische Länge) neues Tesa draufmachen.
I.2) Blatt 1 geht immer noch nach oben: wie Fall II behandeln, jedoch Tesa bei Blatt 1 am Blattende, bei Blatt2 an der Wurzel

II) Das leichtere Blatt (Blatt1) geht nach unten



Die Blätter kommen nochmals auf die Waage, auf dem leichteren Blatt wird nun der Gewichtsunterschied mit Tesa an der Blattwurzel korrigiert.
Die Blätter wieder auf die Auswuchthilfe, Blatt1 geht natürlich immer noch nach unten! Nun identische Längen von Tesa bei Blatt1 an der Wurzel, bei Blatt2 am Blattende aufbringen. Den Vorgang so lange wiederholen, bis die Blätter in Waage sind. fertig.

Fall II ist insbesondere bei Heckrotorblättern sehr ungünstig, da der Unterschied zwischen Wurzel und Blattende wenig ausmacht und deshalb unter Umständen viel Tesa benötigt wird, bis die Balance stimmt.
Angehängte Grafiken
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