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Alt 16.03.2018, 16:32   #31
<<Philipp>>
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Zitat:
Zitat von Thomas L. Beitrag anzeigen
endlich jemand der es richtig versteht !
Prinzipiell kann man die Turnübung mit den von der Seite gesehen gleich lang projizierten Hebeln mit jedem Winkel machen, der größer als 90° ist (vom Nickhebel aus gemessen). Je größer der Winkel, desto kürzer sind die Hebel. Gegen 90° hin würden sie natürlich grotesk lang werden.

135° drängen sich deswegen auf, weil man die Hebellänge leicht rechnen kann:
Ein Quadrat von der Seitenlänge des Kugelkopfabstandes des Nickhebels zur Achse der Rotorwelle, seine Diagonale ist der Abstand der Rollhebel Kugelköpfe.
Also Nickhebel mal Wurzel aus zwei und fertig.

Mit 140° werden die Rollhebel kürzer und stehen seitlich nicht so weit über. Man muss sich halt bei der Dimensionierung mehr plagen.

Für den symmetrischen Ablauf der Rollbewegung ist der Winkel belanglos, er muss nur links und rechts gleich groß sein.

Zwischen rein Nick und rein Roll ist sowieso ein ewiger Mischmasch, sobald man von 120° abweicht.

LG, Philipp
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rainerX (19.03.2018)
Alt 19.03.2018, 11:05   #32
rainerX
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Hallo,
Bei dem Typ 140°(1:1) handelt es sich um einen Mischer für Taumelscheiben mit symetrischer Anlenkung von Roll und Nick, die z.B. bei Modellen der Marken Shape, JR und ThunderTiger verwendet wird. Eine gebräuchliche Bezeichnung hierfür ist auch 135° TS. Mit diesem TS Typ gibt es keine Pitschinteraktion, wenn Nick betätigt wird, weil die Hebelwege an allen Anlenkpunkten identisch sind und somit die Servos gleichgroße Ausschläge machen.
(Quelle Freakware/BeastX)
Diese Auswahlmöglichkeit bietet z.B. das BeastX
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_____________________________
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Alt 19.03.2018, 11:37   #33
<<Philipp>>
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Standard Man müsste jetzt ...

Zitat:
Zitat von rainerX Beitrag anzeigen
Mit diesem TS Typ gibt es keine Pitschinteraktion, wenn Nick betätigt wird, weil die Hebelwege an allen Anlenkpunkten identisch sind und somit die Servos gleichgroße Ausschläge machen.
... nur noch herausfinden, was das - abgesehen von subjektiven Eindrücken - bringen soll.

Wie gesagt, für den sehr fragwürdigen Gewinn der Synchronität bei EINER EINZIGEN Steuerrichtung, zahlt man gegenüber der 120° Anlenkung den Preis der Asynchronität bei allen anderen.

LG, Philipp
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Alt 19.03.2018, 14:23   #34
Thomas L.
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Standard AW: Korrekte Auswahl/Programmierung der TS

Zitat:
Zitat von &lt;&lt;Philipp&gt;&gt; Beitrag anzeigen
zahlt man gegenüber der 120° Anlenkung den Preis der Asynchronität bei allen anderen.
verstehe das nicht, würdest du das bitte genau (verständlich) erklären ?

Grüßle Thomas
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Alt 19.03.2018, 18:49   #35
<<Philipp>>
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Standard Das ist eigentlich ...

... nur eine Wiederholung dessen, was ich zuvor schon geschrieben habe:

Das Grundproblem:

Bei der 135° Anlenkung sind die beiden Rollhebel Kugelköpfe an der Taumelscheibe um Wurzel aus zwei, also rund um das 1,4 fache weiter von der Achse der Rotorwelle (und damit vom Zentrum der zentralen Kugel der Taumelscheibe, also dem Drehpunkt zyklischer Auslenkungen) entfernt als der Kugelkopf des Nickhebels.

- In der Projektion genau von der Seite betrachtet (und nur da), ergibt das gleiche wirksame Hebellängen aller Lastarme in der Nickfunktion.

- Das bedeutet gleiche Laufzeiten der Servos, um beliebige Positionen einer Auslenkung auf rein Nick anzufahren - theoretisch.

- Praktisch arbeiten aber auf einer Seite zwei Servos gegen einen Servo auf der anderen.

- Nur unter der unrealistischen Annahme, dass die Laufgeschwindigkeit von Servos völlig unabhängig von ihrer Belastung ist, kann man erwarten, dass die 135° Anlenkung auch im praktischen Einsatz so frei von kollektiven Einstreuungen ist, wie es sich auf der Werkbank darstellt, wenn man ohne nennenswerte Last den Knüppel schnalzen lässt.

- De facto werden sich zwei Servos gemeinsam gegen dieselbe Last schneller bewegen als einer allein, wenn sie alle an gleich lange Arme arbeiten, was ja das Grundprinzip dieses Konstruktes ist. Die Kraftarme (also die Hebel an den Servos) müssen gleich lang sein, sonst funktioniert die kollektive Blattverstellung nicht sauber.

- Synchronität der (wohlgemerkt reinen Nick-) Bewegungen also theoretisch und ohne Last ja, mit Last ist´s aber damit auch gleich wieder vorbei. (Dieser Effekt tritt bei der 120° Anlenkung mit umgekehrten Vorzeichen in Erscheinung: Die hier kürzeren Laufwege der Rollservos werden dadurch zum Teil kompensiert, dass diese an ungefähr um den Faktor 0,7 kürzere Lastarme arbeiten, stärker durch Last gebremst werden als der Nickservo.)

- Betrachtung der notwendigen maximalen Ausschläge der drei TS Servos:

Voll Nick heißt Nickservo auf Anschlag in die eine Richtung, die Rollservos laufen die gleiche Strecke (den gleichen Winkel) in die andere, das ist ja der angeblich so tolle Kniff der 135° Anlenkung.
Während aber der Nickservo jetzt eben wirklich auf Anschlag ist, bei KEINEM zyklischen Manöver weiter läuft, müssen die Rollservos zusätzlichen Ausschlag liefern, wenn jetzt zu voll Nick auch noch Roll gesteuert wird.


- Da im Alltag des Helifliegens zweifellos alle Richtungen zyklischer Ausschläge vorkommen, rein Nick (schon gar voll und schnell) eher selten vorkommt, müssen also die Rollservos die meiste Zeit bei zyklischen Eingaben längere Strecken, größere Winkel laufen als der Nickservo. Diese Mehrwege entsprechen etwa ihren um Wurzel aus zwei längeren Lastarmen an der Taumelscheibe.

- Weitere Wege brauchen aber mehr Zeit, und schon wieder ist´s Essig mit der Synchronität der Steuerbewegungen.

- Es ist natürlich auch Stress fürs FBL System, wenn es zwei Servos abgesehen von zwei Steuerrichtungen ständig auf weitere zyklische Reisen schicken muss als den dritten.

- Lediglich bei rein Roll läuft die Sache synchron, das trifft aber auf jede denkbare Winkelanordnung von drei Servos zu. Die Roll Arme müssen dazu einfach nur gleich lang sein.

LG, Philipp
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ariane1197 (21.03.2018), rainerX (19.03.2018), Thomas L. (19.03.2018)
Alt 19.03.2018, 19:41   #36
Thomas L.
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Standard AW: Das ist eigentlich ...

Zitat:
Zitat von <<Philipp>> Beitrag anzeigen
- Praktisch arbeiten aber auf einer Seite zwei Servos gegen einen Servo auf der anderen.
ja, nun verstehe ich besser was du meinst, aber das würde auch bedeuten, dass wenn ich bei einer 135° Anlenkung schnell voll Pitch gebe, also die Taumelscheibe in voller Geschwindigkeit nach oben fährt, dass dann die Taumelscheibe, wegen der ungleichen Kräfteverteilung, (allein arbeitendes Nickservo hinten, gegen zwei Rollservos vorne) leicht nach hinten kippt und erst dann, wenn sie oben angekommen und zum Sillstand gekommen ist, wieder neutral steht. Das würde bedeuten dass der Heli beim schnellen voll Pitch geben eine, mehr oder weniger, minimale Neigung nach hinten macht, was er aber bei mir noch nie machte bei einer 135° Anlenkung. Auch nicht vor Jahren mit Paddeln also ohne FBL. Dafür sind unsere heute verwendeten Servos viel zu stark und schnell.
Ich sehe in einer 135° Anlenkung keine Nachteile. (durch eigene Erfahrung, schon von der Paddelheli Zeit.)

Grüßle Thomas
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Alt 20.03.2018, 00:08   #37
<<Philipp>>
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Zitat:
Zitat von Thomas L. Beitrag anzeigen
Ich sehe in einer 135° Anlenkung keine Nachteile. (durch eigene Erfahrung, schon von der Paddelheli Zeit.)
... damit war über einen Hirobo Teampiloten in meinem Verein, der drauf geschworen hat. Sein Chef, Rüdiger Feil, war natürlich ebenfalls überzeugt davon, und ich hab mit beiden wiederholt und auch recht ausführlich darüber diskutiert, und am Ende stand immer etwas in der Art, wie Du es jetzt gebracht hast: "Aber es funktioniert ..."

Wenn man es durchdenkt, funktioniert die Sache, OBWOHL sie technischer Mumpitz ist.

Du hast recht, die 135° Anlenkungen werden wohl bei harschen kollektiven Eingaben etwas zyklisch einstreuen, genauso wie bei 120° Anlenkungen die kollektive Einstreuung bei Nick schnalzen lassen am Stand selbst bei modernen, schnellen, starken HV Setups erkennbar ist, wenn auch vielleicht nur in Zeitlupen Studien.

Ich denke halt, sowohl das eine wie das andere (wie all das zuvor beschriebene) ist nicht ausgeprägt genug, dass es sich gegen alle aerodynamischen und massebedingten Trägheiten durchsetzen kann, weswegen es nicht spürbar ist - außer man will es spüren.

Wirklich logisch bei einem System, das mit annähernd gleicher Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit in alle Himmelsrichtungen gesteuert wird, sind jedenfalls nur Konstruktionen, die auch in alle Himmelsrichtungen gleichberechtigt aufgebaut sind. Und da gibt´s im Wesentlichen heute bei CP Helis nur mehr 120° mit drei oder 90° mit vier Servos.

Es gibt halt auch Firmen, die gewisse Merkmale zur Philosophie erklärt haben und die ohne viel zu überlegen weiter und weiter bauen. Irgendwer hat irgendwann etwas ins Familienwappen geschrieben, die Fans haben sich daran gewöhnt, also wird man nix ändern, solange nicht wirklich gravierende Gründe dagegen sprechen. Man kann ja nicht erwarten, dass in Prospekten immer nur die reine Wahrheit steht ...

Mein Kumpel hat mittlerweile übrigens zu Gaui gewechselt. Seine anfänglichen Bedenken, dass es da keine 135° Grad Taumelscheiben mehr gibt, waren nach dem ersten Flug vergessen!

LG, Philipp
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