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Alt 17.09.2018, 21:38   #261
Helibri
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Natürlich hab ich den Heli ganz aufgebaut gehabt (ohne Haube) und probegeschwebt, bevor ich alle Fotos hatte. Dann dachte ich: jetzt haste schon ne ganze Menge Fotos gemacht, eigentlich könnte man mal eine Serie in Bauschritten posten. Außerdem waren etliche Sachen provisorisch zusammengeschustert, die ich nochmal zerlegen und richtig machen musste.

Zum Glück hab ich das gemacht! Da waren ja solche Sünden drin. Z.B. keine Schraubensicherung an der Blattlagerwelle... verheerend.
Während das eine leicht zu behebende Nachlässigkeit war, ist der richtig heftige Goof gleich am Anfang passiert, denn hier sind die Teile die es nicht geschafft haben und neu gemacht werden mussten:
543DDB57-520C-49EE-8512-B9A032CC3E63.jpg

Am Augenfälligsten sind die Rahmenwangen, die waren 2,5mm zu niedrig. Begriffen habe ich das erst, als ich den Motor mit Riemenrad drin hatte und das so garnicht mit den Riemenführungsrollen fluchten wollte. Nach eifrigem hin und her messen war klar, dass die Riemenrollen 1,5mm zu tief saßen. Das war erst mal nicht nachzuvollziehen, da auf dem Skizzenblatt alles zusammenpasste. Bis ich irgend wann nach endlosem Starren auf den offensichtlichen Fehler bemerkte, dass auf der ursprünglichen Skizze der Motor eine um 1,5mm zu geringe Höhe hatte.

Warum?? Das Ding ist um den Motor drumrumkonstruiert. Dann hab ich es gefunden. Die Hauptmontageplatte ist 1,5mm stark. Und auf Millimeterpapier ist natürlich die Frage, lege ich die Ober- oder die Unterkante auf die Führungslinie. Da hab ich mich wohl nochmal umentschieden, nachdem das Rechteck für den Motor schon gemalt war und danach quasi in der Hauptplatte drinsteckte.
Als nächstes musste ich feststellen, dass die Hebel der Taumelscheibenservos mit dem Stator des Motors, der direkt auf der anderen Seite untergeschraubt war, kollidierten. Also musste ich noch einen Millimeter Höhe spendieren. Dazu später mehr. Das war das Ende von Kaiju 3.0.

Das zweite Karbonteil war ein Lagerdeckel auf dem oberen Lagerstern. Der ist einem zusätzlichen Millimeter Bewegungsfreiheit der Taumelscheibe gewichen. Das Lager habe ich anders gesichert.

Die Aluteile:
- vordere Rahmenspange, schlampig gebohrt. Die M2 Gewinde der Schrauben von unten und von der Seite sind kollidiert.
- die hintere Haltespange für die obere Hauptplatte. Gleichzeitig die Basis für die Taumelscheibenführung oben und die Riemenführungsrollen unten. Und die letzteren mussten ja 2,5mm runter, also das Teil musste 2,5mm in der Höhe zulegen.
- die vordere Haltespange für das Heckrohr, gleichzeitig Heckservohalterung. Und das Heckservo halten wars, das Gewinde von der vorderen Heckservohalteschraube war zu kurz und ist kaputtgegangen. Teil neumachen.
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Alt 18.09.2018, 21:37   #262
Helibri
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Ja ... dann war das Ding wieder zerlegt und ich dachte, leg doch mal einfach sämtliche Teile der Mechanik für ein hübsches Bild auf (2).
682DFC75-9F02-4FB6-8E37-F1A3A2306BF6.jpeg

Außer ein paar Unterlagen und Distanzhülsen, glaube ich, gibt die Suche nach einem Modell mit weniger Teilen kaum Treffer. Die Schraubenzahl habe ich zwar deutlich reduziert, sind aber immer noch rund 50.


Zum weiteren Aufbau (3):
Der erste Schritt ist offensichtlich. Das wichtigste Aluteil wird mit dem wichtigsten Karbonteil verschraubt.
EB995D79-FE93-49A7-A4B8-5AE7B9EBB9A8.jpeg

Die Aluspange hält die Hauptplatte, bietet die Anschraubpunkte für die Taumelscheibenführung und unten die Montagepunkte für die Riemenführungsrollen. Die Spange sitzt möglichst dicht beim Motor um wenig Elastizität zwischen Motor und dem Abfangen der Drehmomente am Rahmen zu bringen. Das bedeutet allerdings, dass die Riemenführungsrollen etwas dichter ans Riemenrad kommen, als ich das bei anderen Helis gesehen habe. Das heißt, der Riemen wird stärker umgelenkt. Mal schauen, ob es was ausmacht.
Riemenrollen sind vom Blade 300X/CFX, auf Distanzbuchsen gesetzt, die aus einer verbogenen 3mm Blattlagerwelle geschnitzt sind.
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Alt 20.09.2018, 21:14   #263
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Im nächsten Schritt (4) wird’s schon interessant: hier werden bereits die Taumelscheibenservos eingebaut.
7F17512E-6BDA-4043-84D8-16E1F4ECC88A.jpeg

Ist leider ein kleiner Catch22, an bestimmte Schrauben kommt man nicht dran, wenn die Servos drin sind. Auf die 9mm Servos bin ich per Zufall gestoßen. Ich hab schon eine Weile mit der Idee geliebäugelt, feste Verbindungsknochen vom Servo zur Taumelscheibe einzusetzen, um Länge, Teile und Gewicht zu sparen. Was ich auftreiben konnte waren welche mit 18mm Mittelpunktabstand der Anlenkkugeln. Über den standardmäßigen 12mm breiten Servos wars damit verdammt eng für die Taumelscheibe. 9mm brachten 1,5mm mehr Luft und damit ging’s. Auf dem Papier sind die Servos genau so schnell wie typische 12mm Taumelscheibenservos, aber Papier ist geduldig. Es bleibt ein Experiment.

Wie man sieht, trägt der Lagerstern ein mit Senkschrauben gehaltenes Domlager und bietet die Anschlagpunkte für die punktsymmetrisch angebrachten Servos. Die Anordnung ist gegenüber der Kaiju 1 Version gedreht, es schien günstiger, die Taumelscheibenführung nach hinten zu legen. Die Servos erlauben allerdings nicht, die Anlenkkugeln an den Hebeln unten anzuschrauben. Kein Platz. Anlenkkugeln oben erforderten allerdings, die Servos auf einen größeren Radius zu schieben. Das baute alles zwar superflach, aber noch breiter als bisher schon! Sei’s drum ... doch dann das nächste Problem: der Lagerstern würde noch größer sein müssen, zu groß um aus meinem Rundmaterial geschnitzt zu werden und dann auch schwerer.
Lösung: Distanzhülsen, damit bin ich auch etwas weniger eingeschränkt falls ich doch andere Servos brauche.

Lagerstern samt Servos verschrauben, das hintere Servo steckt unter der Taumelscheibenführung und der Aufkleber musste weg weil 0,1mm zu dick. Dann noch die äußeren Halteklemmen der Rollservos und die mittlere Haltespange für die Hauptplatte montieren, die das Nickservo hält. Wie gesagt müssen dummerweise genau jetzt die Servos am Lagerstern unter die Taumelscheibenführung und auf die hintere Haltespange bereits montiert sein, die Teile blockieren sonst die Halteschrauben der Servos am Lagerstern. Andererseits kommt man an die Schrauben von den Teilen nicht mehr ran. Die sind durch das Servo unter der Taumelscheibenführung blockiert.
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Alt 22.09.2018, 15:09   #264
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Als nächstes der Motor (5): Was für eine Schlacht!

Erster Akt:
Der geneigte Leser erinnert sich an die Flanschkupplung, die ich für den Test des Martin Motors im ersten Kaiju hingeschustert hatte.
WIN_20180321_17_18_47_Pro.jpgWIN_20180322_14_58_14_Pro.jpg

Das alles, weil bei dem Motor die Welle mit der Glocke als 6mm Aluzapfen integriert ist und deswegen die Hauptrotorwelle nicht durch den Motor Geführt werden konnte.
WIN_20180321_17_17_08_Pro.jpg

Ging, weil Anschraubpunkte auf der Oberseite der Glocke zur Verfügung stehen, normal vorgesehen zur Befestigung von Dohnenpropellern. Jetzt sollte der Motor aber mit Glocke unten montiert werden, blöd wenn der Hauptrotor oben sein soll. Das Mittel der Wahl war, die 4mm Hauptrotorwelle durch die Glocke durchzuziehen. Also durchbohren.
Das geht garnicht.
Zumindest nicht ohne eine gescheite Drehmaschine.
Hab ich aber nicht.


Oben in der Glocke war die 4mm Zentrierbohrung. Unten war im Wellenzapfen zentral ein M2.5 Gewinde um die Glocke gegen die Statorlagerung zu sichern. Zuerst habe ich versucht, diese Gewindebohrung als Zentrierung für eine Wellenbohrung zu nehmen und mit 3.5mm auf der Standbohrmaschine vorzubohren. So konnte man die Glocke wenigstens umgekehrt sauber und eben auf den Bohrtisch legen. War natürlich nicht zentrisch hinterher und ich hab die Bohrerei von dieser Seite abgebrochen.

Nach einigem Überlegen bin ich darauf gekommen, die Glocke am Wellenzapfen ins Bohrfutter zu spannen und den 4mm Bohrer auf dem Bohrtisch im kleinen Schraubstock zu spannen. Dann habe ich eine ganze Weile dafür investiert, den Bohrer möglichst genau in die axiale Flucht mit dem Bohrfutter zu bringen. Nicht ganz leicht, wenn an der labberigen Bohrmaschine nichts wirklich im exakten Winkel steht. Nach der Vorbereitung dann Glocke und Bohrer endgültig eingespannt und an der in der Glocke vorhandenen Zentrierbohrung angesetzt.

Vorsichtig gebohrt.

Wäre die verhauene Bohrung auf der anderen Seite des Wellenzapfens nicht gewesen, hätte es womöglich exakt gepasst! So ist der Bohrer beim Austreten ganz leicht verrutscht. Nachdem die so entstandene kleine Kante am Bohrungsaustritt mit der Feile bearbeitet war ging’s dann aber und ich konnte die 4mm Hauptrotorwelle einziehen.


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Alt 24.09.2018, 21:17   #265
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Zweiter Akt:
Motor mit Stator von unten gegen die Hauptplatte verschraubt.... Mist. Die Anlenkhebel der Taumelscheibenservos schlagen am Stator an. Schließlich war der Rücken an Rücken mit den Servos auf der Hauptplatte verschraubt.
1DE0660E-9D6B-4B71-913E-03C19FF66979.jpeg

Irgendwie hatte ich bei der ganzen Platzsparerei übersehen, dass die Servoarme ja auch noch nach unten ausschlagen können müssen und jetzt der Stator im Weg war. Die Aussparungen in der Hauptplatte im 120° Winkel hatte ich wunderbar geplant und dann den Motor flach drübergeschraubt.

Aber: zwischen den Belüftungsöffnungen an der Statorrückseite waren nur relativ schmale Stege. Mit 3x120° Symmetrie. Wenn man drei davon rausdremelte, konnten die Servoarme bis in den Stator hineinfahren und hätten mehr Platz.
WIN_20180308_21_22_09_Pro.jpg02C164FC-FBBC-4254-99D4-3E04643D7553.jpeg

Ausprobiert und festgestellt: geht ..... fast. Leider blieben sie immer noch am äußeren Rand des Stators hängen. Und wenn diese Hürde überwunden wäre, würden sie wahrscheinlich an der Statorwindung anschlagen. Lösung: 1mm Karbon Unterlage zwischen Stator und Hauptplatte, das Sternförmige Teil. Damit liefen die Servoarme frei und hatten Platz über der Spule.
9738FAD0-0B3B-47D7-BED5-339B74459CAC.jpeg

Und damit wuchs die notwendige Korrektur der Rahmenhöhe von 1,5mm (wegen der verhauenen Skizze) auf die finalen 2,5mm für die zusätzlich notwendige Bewegungsfreiheit der Servoarme.
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