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Alt 22.05.2013, 11:00   #1
gaudibursch
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Standard Auswuchten Rotorblätter

Hallo,

auch auf die Gefahr hin gesteinigt zu werden, hier mal eine ganz banale Frage (mit der Suchfunktion habe ich keine umfassende Antwort gefunden):

Dass ich Rotorblätter auswuchten muss ist mir klar. Aber: müssen unbedingt Schwerpunkt beider (aller) Blätter (relativ) genau übereinstimmen und müssen sie (relativ) genau gleich schwer sein? Die Ansichten in unserem Klub gehen da auseinander, ich meine nicht, entscheidend ist doch nur, dass beide Blätter die (relativ) exakt gleiche Fliehkraft auf den Kopf ausüben. Die Formel dafür dürfte ja
F = m x r x [Omega]² sein mit m=Masse Blatt, r=Abstand Schwerpunkt vom Blatt zur Drehachse und Omega = 2 Pi x Umdrehungen pro Sekunde. (Eigentlich jeweils Masse Blatt + "halber Rotorkopf", beim Schwepunktabstand das selbe, ich geh jetzt aber mal davon aus, dass der Kopf rund läuft (der Kopf kürzt sich bei der folgenden Betrachtung dann raus)).
Wenn der Rotor perfekt gewuchtet ist, heißt das doch F(linkes Blatt)=F(rechtes Blatt). Omega-Quadrat kürzt sich raus, bleibt übrig: m(links) x r(links) = m(rechts) x r (rechts). Das ganze ist also (logischerweise) unabhängig von der Kopfdrehzahl. Das heißt aber auch, dass weder Schwerpunkt noch Masse des Blattes per se exakt gleich sein müssen, sondern nur das Produkt aus den selben gleich sein muss. Im Extremfall müsste ein doppelt so schweres Blatt halt einfach den Schwerpunkt im halben Abstand zur Drehachse (HRW) wie das andere haben!?
Oder hab ich irgendwas vergessen?
Die Begründung meiner Kameraden warum Geweicht und SP bei beiden Blättern gleich sein müssen ist "Weils die Spitzenpiloten alle so machen" (Irgendwie eine unbefriedigende Begründung).
Andererseits: Warum und wie funktioniert dann z.B. ein Einblatt-Propeller....

Danke fürs hirnen,

Flori
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ArguZ (22.05.2013), Jogy49 (22.05.2013)
Alt 22.05.2013, 11:16   #2
DerMitDenZweiLinkenHänden
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Servus!

Ohne die Details durchgelesen bzw. verstanden zu haben kann ich dir jedoch sagen: hier ist es wie in deinem Klub, die Meinungen dazu sind unterschiedlich.
Es wird sowohl theoretisch argumentiert als auch mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen.

Die umfassende und "einizg wahre" Antwort wirst du auch hier nicht bekommen, da, wie gesagt, die Lager gespalten sind.

Ich persönlich mache Schwerpunkt und Gewicht gleich.
Warum?
Weil's die anderen immer so gesagt haben und weil meine Erfahrung damit gut ist.

Kurt
_____________________________
Bauberichte und viele Fotos auf meiner Homepage - siehe dazu im Profil
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Alt 22.05.2013, 11:18   #3
es_age
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Mit Rechenformeln und fundiertem Wissen kann ich leider nicht dienen, aber bei Deinen ßberlegungen fällt mir auf, das Du von einer statischen Drehebene ausgehst. Wenn Rotorblätter "arbeiten", dann wandern sie auch aus der Ebene heraus und dabei können imho unterschiedliche Schwerpunkte für Unruhe sorgen.

Das ist auch meine Beobachtung am Hubschrauber selbst. Ich hatte mal so ein paar Billigblätter, die ich mit Tesaband ziemlich bandagieren musste um sie auszubalancieren. Trotzdem gab es mit denen ziemliche Vibrationen. Als ich dann mal nach dem Schwerpunkt geschaut habe war der soweit auseinander, das ich sie entsorgt habe...

Ich denke, es ist die Bewegung der Blätter beim "schlagen" und der dabei vorhandene ungleiche Massenschwerpunkt der für die Vibrationen sorgt.

Mehr als diese theoretische ßberlegung kann ich leider nicht beisteuern...

Gruß, Stefan
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Alt 22.05.2013, 11:25   #4
GuidoM
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Zitat:
Zitat von gaudibursch Beitrag anzeigen
Dass ich Rotorblätter auswuchten muss ist mir klar.
Ist das so klar? Ich mache das grundsätzlich nicht, da ich mir nicht zutraue es besser als der Hersteller zu machen.
(Allerdings habe ich auch keine Budget-Rotorblätter...)

-Guido
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Alt 22.05.2013, 11:27   #5
Mike79
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Fliege Align / EDGE und Youngblood Blätter, ausgewuchtet habe ich noch keins davon.
_____________________________
Gruss Mike
McpX V2,T-Rex 100/450Pro/550 FBL AR/700N FBL AR/700E FBL MB - DX8
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Alt 22.05.2013, 11:39   #6
Black-Shark
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Wie Stefan es schon schrieb, geht der TE fälschlicher Weise davon aus, dass die Kräfte nur nach außen wirken.
Je nach Umdrehungszahl ändert sich der Wirkbereich/Druckpunkt der Blätter. Beim Flug selber, wenn die Blätter selber zum Auftrieb beitragen können, haben wir hier wieder andere Parameter.
Es ist zwingend darauf zu achten, dass die Blätter sowohl eine gleiche Masse, als auch einen identischen Schwerpunkt haben.

Ein Beispiel:

Nimm exakt gleich lange und schwere Rotorblätter. Umwickle ein Blatt an der Blattwurzel mit 10 Lagen Tesa und das andere am Blattende. Nun geh fliegen auch mal mit viel Pitchpumping. Stell das Video hier rein und man wird sehen, dass der Schwerpunkt der Blätter extrem wichtig ist für einen sauberen und sicheren Flug.
_____________________________
Gruß, Jens
mCPx V² / Blade 450 Hughes 500E / Align 500 Super Cobra / Align 550 DFC Pro

Geändert von Black-Shark (22.05.2013 um 11:45 Uhr)
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Alt 22.05.2013, 11:58   #7
LudwigX
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Hallo,
deine ßberlegung ist richtig, wenn:
Beide Rotorblätter denselben Vorlauf haben, und sie diesen im Flug nicht ändern.
Aber genau das zweite tun die Rotorblätter. Z. B. im Vorwärtsflug bewegt sich das nach vorne laufende Blatt schneller im Bezug zur Luft als das nach hinten laufende Blatt. Dadurch ist beim nach vorne laufen der Luftwiderstand größer und es wird leicht nach hinten gedrückt. Beim nach hinten laufen ist es dementsprechend umgekehrt. Dasselbe passiert auch bei Roll und Nick.
Bin gerade mitm Handy on und hab daher den Link nicht. Aber schau mal nach "Rotorkopf panorama". Dort hat jemand eine Kamera auf den Rotorkopf seines Helis geklebt und die Drehzahl des Helis auf die Bildrate der Kamera angepasst.

Damit ein solches System möglichst wenig Vibrationen hat, muss mam es dynamisch Nachwuchten. Also einen Vibtationsmesser dran und ausprobieren.
Das statische Wuchten ist dennoch für die meisten Fälle ausreichend. Es gibt Leute die ihren Heli nur mit einem Rotorblatt fliegen und auf der anderen Seite ein Gegengewicht verwenden.
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Alt 22.05.2013, 12:01   #8
Logo3030
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

....BLATTVORLAUF NICHT VERGESSEN ! Bei Vorlaufunterschieden gibt es Schwerpunkt Unterschiede !
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Alt 22.05.2013, 12:33   #9
planwo
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Der Vorlauf ändert so gut wie nichts an der Wuchtigkeit, auch wenn die Blätter ungleich schwer sind (wir reden hier von max. 1 % gewichtsunterschied und einem Vorlauf von max 2 °). Das Argument mit 'Wirkbereich und Druckpunkt' ergibt keinen Sinn ('Wirkbereich' sagt mir gar nichts, Druckpunkt ist nicht Drehzahlabhängig und bei symmetrischen Blättern auch nicht Anstellwinkel-abhängig), denke, dass Black-Shark davon einfach zu wenig Ahnung hat. Und das Argument mit dem Umwicklen der gleich schweren Blätter einmal aussen und einmal innen ist keines, den dadurch wird der Rtor in dem Fall erst recht unwuchtig). Fazit: ideal sind natürlich gleich schwere Blätter mit identem Schwerpunkt, aber in der Praxis ist es völlig ausreichend, wenn sie dasselbe Moment auf die Achse ausüben (also mit einer der üblichen Blattwaagen ausgewuchtet werden)
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Alt 22.05.2013, 12:35   #10
Black-Shark
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Standard AW: Auswuchten Rotorblätter

Google-Ergebnis f?r http://www.luftrettung-hamburg.de/assets/images/Hubschrauber_Rotorkopf_mit_Taumelscheibe_SMALL.jpg

Aerodynamik / Rotorblätter | Bundesverband WindEnergie e.V.

Und nun?
Sagt das Dir mehr?
_____________________________
Gruß, Jens
mCPx V² / Blade 450 Hughes 500E / Align 500 Super Cobra / Align 550 DFC Pro

Geändert von Black-Shark (22.05.2013 um 12:38 Uhr)
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