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Wo darf ich fliegen? (in Deutschland) Wo darf ich fliegen? (in Deutschland)

Wo darf ich fliegen? (in Deutschland)

Synonyme: Luftverkehrsordnung LuftVO Luftverkehrsgesetz LuftVG Aufstiegserlaubnis Versicherung
 
Eingetragen von JMalberg, 20.12.2012 00:06 Uhr

Letzte ßberarbeitung von JMalberg, 01.09.2017 11:24 Uhr
Was überhaupt ein Flugmodell ist wird im Luftverkehrsgesetz LuftVG §1 (2) nicht explizit differenziert, sondern es werden alle Flugmodelle als Luftfahrzeuge angesehen. Es wird also nicht unterscheiden zwischen einem kleinen Zimmer-Flieger und einem Großmodell sobald es im Luftraum bewegt wird.

Zum Flug selbst ist die Luftverkehrsordnung LuftVO zubeachten.

Aus der LuftVO §16 Abs 4 u. 5 geht hervor, dass RC-Helis (und andere Modellflugzeuge)
  • mit einer Abflugmasse bis zu 5kg
    • als Elektro-RC-Helis überall geflogen werden dürfen.
    • mit Verbrennungsmotor erst ab 1,5km entfernt von Wohngebieten (mehr als drei Wohnhäuser) geflogen werden dürfen oder eine Aufstiegserlaubnis benötigen.
  • erst mit einem Abstand von 1,5km zur Umgrenzung von Flugplätzen geflogen werden dürfen.
  • mit einer Abflugmasse über 5kg eine Aufstiegserlaubnis benötigen. Diese haben zugelassene Modellflugplätze generell immer.
  • mit einer Abflugmasse über 25kg eine Zulassung als Luftfahrzeug benötigen.
  • ausserhalb von Modellflugplätzen ist ab 2kg Abfluggewicht und Flughöhe ab 100m ist ein Kenntnisnachweis erforderlich (seit 01.10.2017)

Ein Betriebsverbot gilt für Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme
  • außerhalb der Sichtweite des Steuerers für Geräte kleiner gleich 5 kg;
  • in und über sensiblen Bereichen, z. B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Krankenhäusern, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie JVAs oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden, Naturschutzgebieten und über bestimmten Verkehrswegen;
    Hinweis: Teilweise ist ein seitlicher Abstand von 100 Metern einzuhalten.
  • in Kontrollzonen von Flugplätzen (auch An- und Abflugbereiche von Flughäfen),
  • in Flughöhen über 100 Metern über Grund, es sei denn, der Betrieb findet auf einem Gelände statt, für das eine allgemeine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und für die eine Aufsichtsperson bestellt worden ist, oder, soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt, der Steuerer ist Inhaber einer gültigen Erlaubnis als Luftfahrzeugführer oder verfügt über einen Kenntnisnachweis.
  • über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 kg beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische oder akustische Signale oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen.
    Ausnahme: Der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem überflug ausdrücklich zu.
  • unbemannte Luftfahrtsysteme über 25 kg Startmasse.

Des weiteren ist nach §25 LuftVG eine Erlaubnis des Grundstückeigentümers zwingend erforderlich, um von seinem Grund und Boden aus zu starten. Da hilft es auch nicht, dass z.Bsp. nach §49 Abs.1 Landschaftsgesetz NRW gilt:
In der freien Landschaft ist das Betreten der privaten Wege und Pfade, der Wirtschaftswege sowie der Feldraine, Böschungen, ßd- und Brachflächen und anderer landwirtschaftlich nicht genutzter Flächen zum Zwecke der Erholung auf eigene Gefahr gestattet, soweit sich nicht aus den Bestimmungen dieses Abschnitts oder aus anderen Rechtsvorschriften Abweichungen ergeben.
Fliegen über Nachbars Garten:
Der Nachbar (Eigentümer) hat grundsätzlich einen Anspruch darauf, die Unterlassung von Beeinträchtigungen seines Grundstücks zu fordern. Dies gilt nach herrschender Meinung unter den Juristen auch für den Luftraum darüber. Er muss zwar "luftverkehrsrechtlich ordnungsgemäße Überflüge" dulden, aber nicht dass wir ihm direkt über seinem Rasen knattern.

Aus verschiedenen Richtlinien, Gesetzen und Verordnungen geht hervor, dass
  • nur mit den zugelassenen Sendeverfahren geflogen werden darf
  • Einwilligung des Eigentümers oder eines Nutzungsberechtigten (Mieter, Pächter, Leiher, Erbbauberechtigter) des Grundstücks nötig ist, dass betreten/genutzt wird
  • alle Flugmodelle bis zu einer Masse von 25kg eine Halterhaftpflichtversicherungsnachweis benötigen (die Privathaftpflichtversicherung reicht normalerweise nicht, dazu bitte die Versicherung nachfragen)
  • bei Nutzung des kontrollierten Luftraums (also vor allem in der Nähe von Flugplätzen) eine Erlaubnis der Flugverkehrskontrollstelle (meist beim nächsten Flugplatz zu erfragen) erforderlich ist
  • in Flugbeschränkungsgebieten bei Großveranstaltungen, Staatsbesuchen u.ä. nicht geflogen werden darf

weiteres:
www.rconline.net - Rechtsfragen rund um den Modellflug
http://www.rc-network.de/magazin/art...2-0001-00.html

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