Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

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  • Ing. Düsentrieb
    Ing. Düsentrieb

    #1

    Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

    Hallo!

    Ich stehe immer wieder vor den gleichen Problemen:

    1.) Wie geht ihr korrekt mit dem Schraubensicherungslack (mittel; blau) um? Nur die Spitze der Schraube eintauchen? Oder den gesamten Hals der Schraube? Wie geht ihr genau vor? Ich habe nämlich immer Unmengen an Verbrauch. Ich träufle den Lack auf die Spitze der Schraube und verteile ihn mit den Fingern, damit er auch ins Gewinde hineinrinnt. Soll man vielleicht besser den Lack in ein Taschentuch träufeln und dann die einzelnen Schrauben drüberstreichen?

    2.) Wenn ich eine mit Lack gesicherte Schraube öffne, brauch ich dann beim erneuten Festziehen wieder neuen Lack? Oder gar eine neue Schraube? Oder kann ich die Schraube einfach wieder reindrehen, ohne neuen Lack?

    3.) Wie fest dreht man die Schrauben, um die Servos zu befestigen? Wenn ich die Schrauben nur so fest anziehe, dass die Gummitülen optisch nicht quetschen, dann kommt mir vor, als würde das nicht richtig halten. Bei mir sind die Gummitülen immer gequetscht.

    4.) Generell habe ich das Problem, dass ich nicht weiß, was "gefühlvoll" anziehen heißt. Vor allem bei den Madenschrauben.
    Zuletzt geändert von Gast; 07.07.2010, 11:44.
  • Taumel S.
    Senior Member
    • 31.12.2008
    • 26320
    • Helfried
    • Ã?sterreich

    #2
    AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

    verteile ihn mit den Fingern, damit er auch ins Gewinde hineinrinnt.
    Unnötig, das Mittel verteilt sich selbst.

    Zu 2.: Ja, neuer Lack! Den alten sauber abputzen ist nicht nötig.

    Kommentar

    • D.Kay
      D.Kay

      #3
      AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

      Das kenne ich, hörte bisher nur Sprüche wie:
      Nach fest kommt ab, ne!!!

      Tolle antworten.
      Will mir vielleicht von Proxxon den kleinen Drehmomentschlüssel kaufen, von 1Nn- 5 Nn. Vielleicht ist der auch was für dich

      Kommentar

      • ironheli44
        ironheli44

        #4
        AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

        Zitat von Ing. Düsentrieb Beitrag anzeigen
        Hallo!

        Ich stehe immer wieder vor den gleichen Problemen:

        1.) Wie geht ihr korrekt mit dem Schraubensicherungslack (mittel; blau) um? Nur die Spitze der Schraube eintauchen? Oder den gesamten Hals der Schraube? Wie geht ihr genau vor? Ich habe nämlich immer Unmengen an Verbrauch. Ich träufle den Lack auf die Spitze der Schraube und verteile ihn mit den Fingern, damit er auch ins Gewinde hineinrinnt. Soll man vielleicht besser den Lack in ein Taschentuch träufeln und dann die einzelnen Schrauben drüberstreichen?

        2.) Wenn ich eine mit Lack gesicherte Schraube öffne, brauch ich dann beim erneuten Festziehen wieder neuen Lack? Oder gar eine neue Schraube? Oder kann ich die Schraube einfach wieder reindrehen, ohne neuen Lack?

        3.) Wie fest dreht man die Schrauben, um die Servos zu befestigen? Wenn ich die Schrauben nur so fest anziehe, dass die Gummitülen optisch nicht quetschen, dann kommt mir vor, als würde das nicht richtig halten. Bei mir sind die Gummitülen immer gequetscht.

        4.) Generell habe ich das Problem, dass ich nicht weiß, was "gefühlvoll" anziehen heißt. Vor allem bei den Madenschrauben.


        Servus,

        1/2/3/4. Schraubensicherungslack wird normalerweise nur außen auf die Mutter, Schraubenkopf aufgetragen. Man sieht hier dann, ob was gelöst wurde. Sichert nur ein wenig wenn das Gewinde dadurch verklebt wird.
        Schraubensicherung (Bekannt unter den Firmennamen z.B. Loctide)
        wird für Sicherung von Metallschraube zu Metallmutter verwendet. Wichtig ist, daß die Schraube/Gewinde gereinigt wird, ist meist voller ßl.
        Schraubensicherung Loctide 2701 ist hochfest und nur schwer lösbar, würde ich nicht verwenden. Das mittlere Loctide 243 ist mit normalen Werkzeug wieder lösbar. Bei kleinen Madenschrauben nicht zuviel auftragen, wird sonst sehr schwer, die wieder zu lösen. Entweder wenn zuviel drauf kommt, wieder abwischen, oder mit einer Nadel das Sicherungsmittel auftragen. Ich verwende sehr gern UHU Schraubensicherung, da hier eine feine lange Düse drann ist und man sehr wenig auftragen kann.
        Bei der Schraube einfach auf die ersten Gewindgänge einen feinen Tropfen drauf, beim reindrehen verteilt sich das optimal. Auf die "offene" Zeit achten. Wenn Du zu lange brauchst, trocknets vorher und funktioniert/hält dann nicht mehr.
        Wenn Du eine solche Schraube auch nur kurz löst --> rausdrehen, reinigen und das Sicherungsmittel erneut fein auftragen.

        Je nach Hersteller und Produkt werden verschiedene Farben verwendet (z.B. blau, grün, rot) auf der Verpackung steht der Verwendungsbereich.

        Die Gummitüllen der Servobefestigung zieh ich so fest, daß die leicht gequetscht sind. So ist immer noch ein wenig Spiel da um Vibrationen aufzufangen. Wenn Du keine Vorspannung drauf gibst, wirds zu viel Spiel haben und das ganze wird ungenau/schwammig.
        Beim Elektroheli würd ich mehr, und bei Verbrenner etwas weniger Vorspannung draufgeben.

        Gefühlvoll: ergibt sich aus jahrelanger persönlicher Erfahrung.
        Zwischen anziehen bis das "Wasser" rausläuft, kurz vorm Abreissen
        und zu wenig Anziehen, so daß es lose wird, ist bei kleinen Schrauben wie M2/ Madenschrauben leider nur ein kleiner Toleranzbereich.

        Am besten mal mit alten Schrauben/Teilen ausprobieren, wanns abreißt.

        Es gibt zwar sehr kleine Drehmomentschlüssel, aber die helfen meist nicht, da ja in den Bauplänen
        keine Drehmomentangaben zu finden ist.
        Außerdem müsste es ein sehr hochwertiger sein, der sehr teuer ist.

        Schönen Gruß

        Josef

        PS
        Ein Bekannter hat jahrelang seine Räder am Auto selber gewechselt mit dem Radkreuz, und hatte nie ein Problem.
        Sein Nachbar animierte Ihn einen billigen Drehmomentschlüssel vom Baumarkt zu kaufen.
        Ergebnis: 2 Radschrauben abgerissen.
        Eine ßberprüfung ergab: Der billige Drehmomentschlüssel hatte eine Abweichung von ca. 100 %.
        Er hat dann den Drehmomentschl. zurückgegeben.

        Loctide 648 ist für Fügen Welle/Nabe. Oder zum Lager einkleben.
        Nie zuviel auftragen, läuft sonst wo hin, wo es nur Schaden anrichtet.
        Zuletzt geändert von Gast; 07.07.2010, 12:17.

        Kommentar

        • Klaus13
          Klaus13

          #5
          AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

          Zu den Gummitüllen: die verwende ich beim e-Heli überhaupt nicht, viel zuviel Toleranz. Ob das für einen Verbrenner-Heli nötig ist, weiß ich nicht. Der Drehmomentschlüssel nützt Dir nur etwas, wenn Du die Drehmomente kennen würdest, es sei denn Du bist der totale Grobmotoriker und reißt sonst alle Schrauben ab. Ansonsten eben mit Gefühl anziehen. Insgesamt gilt hier überlegen, dann schrauben. Eine Schraube fürs Servo ziehe ich natürlich nicht so fest an, wie z.B. den "Jesusbolt" (Zentrale Schraube der Rotorkopf/Hauptrotorwellenverbindung). Andererseits darf eine Schraub eigentlich nur auf Zug belastet werden, ziehst Du also z.B. den Jesusbolt zu wenig an, schert sie unter Last ab, da nützt die Stoppmutter dann auch nichts mehr. Eine Schraube im Gewinde eines Aluchassis darf nicht fest angezogen werden, die gleiche Schraube im Stahlbolzen schon.
          Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen. Zum Thema Schraubensicherungslack ist ja oben alles gesagt; nur WENIG nehmen.

          Gruß Klaus

          Kommentar

          • GuidoM
            Senior Member
            • 07.05.2010
            • 1516
            • Guido
            • Solingen

            #6
            AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

            Ich tropfe meist ein bisschen auf ein Stück Plastikfolie (es gibt ja immer genug Verpackungsabfall) und tauche dann die Schraubenspitze in den Tropfen. Anschließend streife ich sie noch auf einem freien Stück Folie ab, so dass es nicht zuviel ist.
            Dadurch muss ich nicht für jede Schraube die Flasche in die Hand nehmen.
            Wo immer es geht, sichere ich nicht die Schraube, sondern das Gewinde, indem ich einen dünnen Draht in den Tropfen tauche und die Füssigkeit damit in das Gewinde einbringe. Typischer Anwendungsfall: Die Blattlagerwelle. Wenn man die Sicherung auf die Schraube aufbringt, muss man vorsichtig sein, dass nichts an das Drucklager kommt, wenn man den Blatthalter aufsteckt. Ist die Sicherung aber im Gewinde der Welle (und überstehendes sauber abgewischt) kann man etwas entspannter zu Werke gehen.

            Gruß-

            Kommentar

            • Olli77
              Olli77

              #7
              AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

              Ich tropfe meist ein bisschen auf ein Stück Plastikfolie (es gibt ja immer genug Verpackungsabfall) und tauche dann die Schraubenspitze in den Tropfen. Anschließend streife ich sie noch auf einem freien Stück Folie ab, so dass es nicht zuviel ist.
              Hallo zusammen,
              wichtig ist bei einer Sicherung die auf dem Gewinde aufgebracht wird, dass selbige nur auf dem Gewinde ist und nicht an der Spitze der Schraube.
              1. Hat die Sicherung keine Wirkung
              2. Verbrauch ich dadurch unnötig Schraubensicherung (Locktide blau)
              3. Und dass ist das Wichtigste: Wenn die Schraubensicherung an der Spitze der Schraube einen Pfropfen bildet, dann reist man beim Lösen die Schraube ab oder beschädigt das Gewinde der Gewindebohrung.

              Viel Grüße

              Olli

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              • Stefan Reusch
                Stefan Reusch

                #8
                AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

                Hi,

                Habt ihr euch schonmal gefragt warum auf den Loctiteflaschen der Deckel so eine Mulde hat?
                Da kommen ein paar Tropfen Loctite rein und dann die Schreuben einfach einmal mit dem Gewinde an der Spitze reinhalten und beim rausziehen am Rand abstreifen. Dann die Spitze der Schraube auf einem Tuch abtupfen und fertig.
                Beim Verbrenner- und Turbinenheli würde ich alle Schrauben vorher sorgfältig mit Bremsenreiniger entfetten, beim E-heli mache ich das nur bei den wichtigen Schrauben und den Maden.
                Für sensible Bereiche gibt es auch einen Loctitestift (wie Prittstift), da läuft nix weg. Ich finde allerdings es hält nicht so gut wie 243.

                Kommentar

                • GuidoM
                  Senior Member
                  • 07.05.2010
                  • 1516
                  • Guido
                  • Solingen

                  #9
                  AW: Fragen zu Schraubensicherung, Drehmoment

                  Zitat von Olli77 Beitrag anzeigen
                  Hallo zusammen,
                  wichtig ist bei einer Sicherung die auf dem Gewinde aufgebracht wird, dass selbige nur auf dem Gewinde ist und nicht an der Spitze der Schraube.
                  1. Hat die Sicherung keine Wirkung
                  2. Verbrauch ich dadurch unnötig Schraubensicherung (Locktide blau)
                  3. Und dass ist das Wichtigste: Wenn die Schraubensicherung an der Spitze der Schraube einen Pfropfen bildet, dann reist man beim Lösen die Schraube ab oder beschädigt das Gewinde der Gewindebohrung.
                  Weder 1. noch 2 ist wirklich schlimm...
                  Aber 3. halte ich für ziemlichen Quatsch. Die Sicherung wirkt ja nur bei engen Metall-auf-Metall Passungen; auf der Spitze bilden sich allenfalls ein paar Brösel.
                  Dass man generell nicht zuviel nehmen sollte ist natürlich richtig.

                  Gruß,
                  -Guido

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