Wollte mal fragen ob Rotorblätter Alterserscheinungen zeigen und weicher werden mit der Zeit. Mir kommt es so vor als ob meine Blätter EDGE 473er jetzt nach ca 40-50 Speedflügen viel weicher sind als vorher. Leider habe ich keine neuen Blätter zur Hand um den Unterschied zu testen.
Mir ist auch mal zu Ohren gekommen, das die Blätter mit der Zeit weicher werden. Aber schon nach 40-50 Flügen? Meine Blätter aufm TDR haben ca das zehnfache auf der Uhr. Sehr interessanter Thread. Bin auch sehr auf Antworten gespannt.
Aus einer Doku über Flugzeugabstürze weiß ich, dass es bei bemannten Flugzeugen und manchen GFK und CFK Verbindungen zu Alterserscheinung kommt. Allerdings waren das immer Zeiträume von über 20 Jahren. Ich behaupte mal, dass die allermeisten Rotorblätter unserer Helis nicht so alt werden
Ist mir auch schon aufgefallen das die Blätter weicher werden. Bei mir war das schon nach ca 20 Flügen merkbar. Vielleicht muss sich das Material erst etwas "einarbeiten".
Anschauen, dann wird euch klar warum es bei Rotorblättern mal schneller oder langsamer zu Materialermüdungen kommen kann. Kommt drauf an was an ihnen abverlangt.
Die Antwort auf die Frage ist äußerst schwierig. Man müßte 2 Satz Blätter aus einer Charge kaufen und einen dann ewig fliegen, und danach vergleichen.
Die Frage ist wohl, ob das langfristig ein Problem macht, da im Modellbaubereich keine Festigkeitsprüfungen etc. wie in der Manntragenden Fliegerei stattfindet und es auch keine Grenzwerte für die Belastbarkeit gibt.
Wenn man allerdings das 3D Gehacke mancher Piloten anschaut würde ich mich nicht über ein selbstdelaminierendes Blatt wundern.
Als sicherheitsbewuster Flieger sollte man jedoch Teile, die in irgendeiner sichtbaren oder gefühlten Form ihre Eigenschaften ändern zum Selbstschutz und auch zum Schutz anderer austauschen.
Alles andere wäre fahrlässig.
In unserem Hobby gibt es leider nur die Selbstkontrolle, diese sollte jedoch kritisch ausgeübt werden.
Wenn man stirbt merkt man das selber gar nicht, man ist einfach tot, traurig ist es nur für die Anderen.
Wenn man dumm ist verhält es sich ganz ähnlich...
Wäre mal einen Test wert. Muss demnächst sowieso neue Blätter bestellen. Dann Kauf ich gleich zwei paar. Ein paar wird geflogen das andere in die Ecke gestellt und dann nach nem halben Jahr verglichen.
Hallo,
also UV-Strahlung ist sicher auch für unsere Blätter irgendwann der Tot. Aber nicht nach 20 Flügen, sondern eher nach 5-10 Jahren.
Auch ich habe den Eindruck, dass die Blätter "weicher werden". Ich könnte mir am ehesten Effekte im Schaum vorstellen, denn das "weicher" beziehen wir meist auf Biegung oder Torsion und bei beiden ist der Schaum beteiligt, sprich nimmt die Querkräfte auf.
Albert
Das Leben ist sehr gefährlich. Bis heute hat es keiner überlebt!!
Das liegt daran, dass die einzelnen Kohlefasern nicht exakt gleich ausgerichtet sind und dadurch unterschiedlich starke Zugkräft abbekommen.
Dadurch reissen nach und nach die am stärksten belasteten Fasern, bis sich die Belastung gleichmässig auf die sauber ausgerichteten Fasern verteilt.
Das liegt daran, dass die einzelnen Kohlefasern nicht exakt gleich ausgerichtet sind und dadurch unterschiedlich starke Zugkräft abbekommen.
Dadurch reissen nach und nach die am stärksten belasteten Fasern, bis sich die Belastung gleichmässig auf die sauber ausgerichteten Fasern verteilt.
Gruß Stefan
Das wiederspricht sich jetzt aber. Die sauber ausgerichteten Fasren kriegen die Last ab, die nicht sauber ausgerichteten eher nicht. Wenn da im Laminat schon Fasern brechen, dann ist es eh schon zu spät.
Ok, mal zu den verwendeten Materialien:
- Die Kohlefasern unterliegen kaum einer Alterung durch die Zeit, nur einer Alterung durch die Belastung. Aber auch da ist es so, dass der Festigkeitsabfall (Zeitfestigkeit) im Vergleich zu Metallen sehr gering ist. Das ist mit ein Grund, weshalb man bei den Großhubschraubern fast nur noch Rotorblätter aus Faserverbundwerkstoffen baut.
- Das Harz sollte normalerweise (vernünftige Qualität vorausgesetzt) auch nur eine sehr geringe Alterung haben, aber die ist schon mal größer als bei den Fasern. Das wirkt sich auf den Verbund erstmal nicht auf die Zugfestigkeit aus, eher auf die Biegung und Torsion durch die verminderte Schubfestigkeit. Aber das spielt sich alles in einem Bereich ab, der sich eher in vielen Jahren (>10) als in ein paar Flügen misst. Ein Problem kann höchstens die UV-Beständigkeit sein, die aber durch eine verbünftige Deckschicht und eine gute Materialauswahl auch im Griff sein sollte.
- Die Deckschicht ist da schon eher ein Problem. Diese weiße Schicht ist im Vergleich zum Faserverbund relativ spröde, da kann es schon mal Risse geben, aber auch da erst nach mehreren hundert Flügen. Diese Risse in der Deckschicht sind aber unbedenklich, solange die darunterliegenden Fasern nicht beschädigt sind.
- Der Schaumkern ist meines Erachtens wahrscheinlich der größte Schwachpunkt bei der Materialauswahl der Modell-Rotorblätter. Da wird bei so ziemlich allen Herstellern relativ einfaches Material verwendet. Ich stimme da Albert zu, dass der wohl als erstes weich wird. Das Problem sind aber nicht die Querkräfte, sondern eher die verminderte Schubfestigkeit und Schubsteifigkeit. Aber dass das schon nach 20-30 Flügen auftritt...*
Das wiederspricht sich jetzt aber. Die sauber ausgerichteten Fasren kriegen die Last ab, die nicht sauber ausgerichteten eher nicht.
Genauso wie einige Fasern aufgrund unsauberer Ausrichtung weniger belastet werden werden andere Fasern deshalb stärker belastet.
Wenn ein paar Fasern eines ganzen Kohlestrangs während dem Laminieren etwas stärker gespannt waren bekommen sie bei Belastung mehr Zug ab und geben zuerst auf...
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