Erfahrungbericht mit PolyQuest-Mangan-Zellen Teil 2

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  • AHensel
    AHensel

    #1

    Erfahrungbericht mit PolyQuest-Mangan-Zellen Teil 2

    Hallo,

    nachdem ich hier ja nun schon über die ersten Erfahrungen mit diesen damals neuen Zellen berichtet habe, möchte ich nun nach 80 Zyklen eine zwischenzeitliche Meinung äußern.

    Kurzes Fazit für alle, die keine Lust haben, Romane zu lesen:
    Von der Leistung bin ich nach wie vor begeistert. Die Spannungskonstanz unter Last ist bemerkenswert.

    Leider bringen sie bei Lagerung einen Ladungsverlust zustande, der für mich fast unbegreiflich ist und schon nahe an NC- Zellen heran kommt.

    Und das für mich wichtigste: Der Kapazitätsverlust. Die Zellen sind in Punkto Haltbarkeit kaum besser einzuschätzen als die "normalen" PolyQuest- Zellen. Das war eigentlich mein Knackpunkt, wodurch die Zellen bei mir durchgefallen sind.

    Doch nun etwas ausführlicher:
    Ich habe die Zellen nie übel behandelt; geladen wurden sie fast immer mit 1C (Testweise 4x mit 1,45C), der kurzfristige Maximalstrom hat nie die spezifizierten 20C erreicht (mein einmaliges Max. war 72A, sonst unter 60A) und mit durchschnittlich 21,7A pro Flug sind die Zellen auch nie dauerhaft überlastet worden.

    Die Temperatur der Zellen war ein einziges Mal 50°C, sonst waren die Zellen immer bemerkenswert kühl, verglichen mit all meinen anderen Zellen. Durchschnittlich betrug die Zellentemperatur 40,6°C.

    Habe ich die Zellen wegen Schlechtwetter mal eine Woche liegen lassen, mußte ich ca. 100mAh wieder reinpumpen (bei 4,19V/Zelle). Ein Test nach 9 Wochen ergab einen Nachfüllbedarf von 350mAh!!! Im Vergleich dazu haben meine Konis, die dreimal soviele Zyklen drauf haben (240) einen Verlust von 80mAh!!! Also, Zellen liegen lassen und dann nach zwei Wochen leer fliegen iss nich, da sollte man entweder vor dem Flug nachladen (sollte aber kein Problem sein) oder die Minderkapazität bei der Flugzeit einkalkulieren.

    Nach etwa 40 Zyklen trat bei den Zellen eine Blähung auf, die danach konstant blieb. Einen Einfluß auf Leistung und Kapazität konnte ich dabei nicht feststellen. Ein ungutes Gefühl ist aber immer beim Fliegen dabei.

    Auch heute, nach 80 Zyklen geben die Zellen noch subjektiv die volle Leistung ab, die 3,5V stehen fast bis zum Schluß an. Selbst bei 50% Entladung geht bei Stromspitzen von 50A (ca. 13C) die Spannung nicht unter 3,4V - aber die nutzbare Kapazität ist von ca. 90% auf inzwischen auf 74% abgefallen; also das typische Verhalten, welches ich von PolyQuest- Zellen kenne.

    Dabei sind die Zellen immer nur bis ca. 80% entladen worden; einzig einmal sind es 88% geworden, weil der Flugspaß so groß war, dass der Stromverbrauch einfach mal größer war als sonst.

    So richtig doll in Balance, wie ich das von den Konis kenne, sind die Zellen auch nicht. Man sollte also schon hin und wieder Balancer nutzen beim Laden. Da ich normalerweise all meine Zellen nur bis 4,19V lade (Pulsar 2), nehme ich die Balancer von Zeit zu Zeit her und lade mit 4,2V pro Zelle. Da sieht man dann schon deutliche Unterschiede in den Zellen. Leider habe ich kein so präzises Meßinstrument, dass ich die Zellen direkt vermessen könnte, aber das Verhalten der Balancer läßt keine Zweifel offen.

    Für mich ist das Thema PolyQuest nun abgehakt; wenn diese Zellen endgültig hinüber sind, versuche ich mal die von allen Seiten hochgelobten (sauteuren) Kokam.

    Gruß, AndySeeon
  • Mayk
    Mayk

    #2
    Re: Erfahrungbericht mit PolyQuest-Mangan-Zellen Teil 2

    Hallo Andreas,

    na ja so in etwa hatte ich es dir ja schon am Anfang geschrieben und das war/ ist auch der Grund weshalb ich diese Zellen nie mit ins Programm aufgenommen habe. Die erste Serie der Enerland Lipo Zellen war nicht wirklich der Hit, die zweite ging so und die dritte muss sich jetzt beweisen. Wenn die dritte Generation der LiMg Tüten eingeläutet wird kann man es ja noch mal versuchen. Wenn du in Landsbergen bist (vom 29.09- 01.10) kannst du ja mal die neuen LiFePo4 fliegen. Damit habe ich jetzt zwar auch erst etwas über 80 Zyklen drauf nur die gehen noch wie am ersten Tag und das mit einer Leistung die über den Konis liegt. Wenn sie wirklich auch nur die hälfte schaffen wie der Hersteller schreibt sind das immerhin 500 Zyklen und ladbar mit 4C (beim Pulsar im Fast Modus in 15 Minuten voll).


    Gruß

    Mayk

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    • AHensel
      AHensel

      #3
      Re: Erfahrungbericht mit PolyQuest-Mangan-Zellen Teil 2

      Hallo Mayk,

      jaja, Du hast Recht behalten. Hätte aber auch anders sein können; die Hoffnung stirbt zuletzt

      Leider kann ich an diesem Wochenende nicht nach Landsbergen kommen (wo issn das überhaupt?), da ich dienstlich verhindert bin. Aber zu diesen Zellen werde ich Dich noch einmal näher befragen, wenn ich mal soweit bin. Momentan bin ich beruflich etwas im Stress...

      Gruß, AndySeeon

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      • AHensel
        AHensel

        #4
        Re: Erfahrungbericht mit PolyQuest-Mangan-Zellen Teil 2

        vermelde: nach dem letzten Laden letzte Woche hat sich eine Zelle verabschiedet, das Pack hatte nach 3h Laden mit 200mA am Balancer nur 23,2V und heute habe ich 2,5 Minuten Schweben mit Minidrehzahl gemacht.

        Damit ist dieser Akkupack nach exakt 80 Zyklen ein Fall für die Tonne! Wenn meine beiden Münchner Helifreunde mal wieder bei mir vorbeischauen, werden die Zellen noch einem abschließenden Test bezüglich Sicherheit unterzogen (überladen, durchstechen, kurzschließen). Dazu gibt's noch eine kurze Meldung und dann ist PolyQuest für mich vorbei...

        Gruß, AndySeeon

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