ich möchte mich mal wieder mit einem Test melden.
Nachdem es die SLS 4800mAh als 4s zu einem Schnäppchenpreis von 116€ gab, konnte ich nicht widerstehen und habe mir zwei dieser 4s-Packs für meinen Logo14 gekauft und einen 8s-Pack daraus gebaut.
Beim Zerlegen der beiden 4s-Packs konnte ich eine gute mechanische Festigkeit der Original-Packs feststellen. Die Zellen waren untereinander mit je zwei Doppelklebestreifen verbunden.
Die Zellen haben jeweils vorne und hinten drei (!) Ableiter, die mit viel Lötzinn untereinander verbunden sind. Im Original sind die Ableiter mit Silikonplatten mechanisch geschützt.
Ich habe dann die Zellen zu einem 8s-Pack zusammengelötet, welches aus jeweils zwei hintereinanderliegenden Zellen pro Schicht besteht. Dabei habe ich die original Balancer-Kabel entfernt und mir Anschlüsse für meinen Schulze LiPoProfiBal angelötet. Der Pack ist mechanisch wieder sehr stabil geworden. Allerdings hat es auch sein Gewicht; mit 1200g ist es wahrlich kein Leichtgewicht.
Grundsätzlich lade ich LiPos nur noch bis 4,15V/Zelle, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Den Akku habe ich die ersten 5 Zyklen elektrisch geschont und nur mit 0,5C (2,4A) über den LiPoBal geladen. Zwischen Zyklus 5 und 10 habe ich die Leistung und den Ladestrom gesteigert. Inzwischen wird der Pack am Tage zwischen den Flügen immer mit 4,8A (1C) geladen. Nach dem letzten Flug bekommt er immer nur ca. 1.000mAh, so dass die Zellenspannung bei ca. 3,8...3,9V liegt. Ich weiss derzeit nie so genau, wann ich wieder zum Fliegen komme, darum lade ich den Akku erst voll, wenn ich ihn brauche. Das geht durch die Vorladung bei 1C in gut 40 Minuten. FastCharge habe ich dem SLS bislang noch nicht zugemutet.
Beim Fliegen wird der Akku bislang immer zwischen 65% und 70% leergeflogen; die Temperatur beträgt dann maximal 37°C bei Aussentemperaturen um die 27°C .
Inzwischen hat der Akku 30 Zyklen drauf. Da ich alle Flüge mit Logger mache, kann ich das subjektive Gefühl beim Fliegen mit den objektiven Daten des Fluges vergleichen und die Leistung gut beurteilen. Insgesamt bin ich mit der Leistung des Akkus nicht zufrieden; ich hatte von einer 20C- Zelle mit 4800mAh eigentlich deutlich mehr erwartet.
Beim Fliegen bemerkte ich schon deutliche Drehzahleinbrüche bei Pitchwerten von knapp 10°. Dazu ist vielleicht noch zu erwähnen, dass ich bei 8s den Tango 45-07 mit 14er Ritzel am 55iger Jazz und ca. 1.900 Umdrehungen am Kopf fliege. Am Sender sind dann etwa 65% Regleröffnung vorgegeben.
Im Log sieht man dann deutlich, dass bereits bei nur 2 Sekunden dauernden Strömen von 55...60A (12,5C!) die Spannung des Packs um 2V (0,25V/Zelle) einbricht und damit die Drehzahl deutlich absackt. Dabei stellt sich mir die Frage, wie das bei den angegebenen 30C Burst (144A) aussehen würde.
Hier mal ein Leistungsdiagramm in der ßbersicht. Grün ist Spannung, blau ist der Strom, rot ist die Drehzahl und das goldene ist die Reglertemperatur:

Im zweiten Diagramm habe ich mal so eine ca.55A- Spitze herangezoomt:

und im dritten Diagramm sieht man den Spannungsverlauf sehr deutlich. Wenn man von einem Mittel von ca. 30,5V vor der Stromspitze ausgeht und einem Mittel von 28,5V in der Spitze, beträgt der Einbruch etwa 2V:

Mein 15C PolyQuest- Mangan 3800mAh hat -damals allerdings noch bei 6s- bei gleicher Strombelastung nur 1V Spannungsabfall gezeigt!
Alles in allem muss ich sagen, dass ich zwar mit der Leistung des SLS 4800 in meinem Heli nicht zufrieden bin, aber man darf natürlich den Preis nicht vergessen. Wichtiger ist allerdings noch die Haltbarkeit der Zellen, die ich bislang noch nicht bewerten kann. Dazu wird es wie üblich eine Fortsetzung geben.
Gruß, AndySeeon





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