Diese Anleitung ist nach unendlich vielen Stunden mit Theorie und Praxis entstanden. Sie erhebt nicht den Anspruch den Königsweg zu beschreiben, soll aber gerade für den Anfänger eine nützliche Hilfe darstellen und zu einem guten Ergebnis führen.
Als Hilfsmittel werden 2 einfache Pitchlehren, 1 Kugelkopfzange, 1 Trueblood-Einstellhilfe und ein Messschieber benötigt. Es empfiehlt sich dringend den original Align Imbusschlüssel mit Griffstück zu kaufen. Mit den beigelegten Billigteilen sind die Köpfe schnell rund.
Als erstes sollte man den Rotorkopf einmal komplett demontieren und dann laut Anleitung neu aufbauen. Dabei ist es wichtig, alle Schrauben mit Schraubensicherungslack zu sichern. Alle Lager sollten mit Fügeklebstoff (Loctite 648) in die Hebel einsetzt werden um das Spiel zu minimieren.
Die Fixierung der Paddelstange erst mal nur ganz leicht anziehen und die Madenschraube noch nicht einkleben. Die Paddel noch weglassen. Die Verbindungsschraube von Hauptrotorwelle und Rotorkopfzentralstück auch erst mal nur locker festziehen. Die Rotorblätter noch nicht anbauen.
Für eine saubere Einstellung ist es sehr wichtig, dass die Anlekgestänge A, B und D jeweils paarweise genau gleich lang sind. Dazu entfernen wir den eventuell vorhandenen Grad am dicken Ende der Kugelköpfe sauber mit einer Rasierklinge so dass diese gleichmäßig rund sind. Dann drehen wir die Kugelköpfe auf beiden Seiten jeweils 3 Umdrehungen auf die Gestänge und richten sie so aus, dass die großen Buchstaben an den Schäften der Köpfe zur gleichen Seite zeigen und diese genau fluchten. Jetzt mit dem Messschieber prüfen ob beide Gestänge genau gleich lang sind. Wenn nicht, einen neuen Kugelkopf probieren oder die Köpfe von 2 Stangen über Kreuz tauschen bis es passt. Wenn die Gestänge dann gleich lang sind, muss noch die endgültige Länge laut Anleitung eingestellt werden. Mit dem Messschieber über Alles gemessen, muss dabei das Außenmaß um 7mm länger sein als das Maß welches von Kugelmitte zu Kugelmitte in der Anleitung angegeben ist. Minimale Abweichungen der absoluten Länge zu dem angegebenen Maß sind dabei nicht entscheidend, von elementarer Wichtigkeit ist aber, dass die Gestängepaare jeweils immer genau gleich lang sind!!!
Jetzt justieren wir die Paddel. Die Madenschrauben der Fixierung der Paddelstange erst mal wieder lösen. Dann drehen wir die Paddel auf die Paddelstange bis die Gewinde (mit Fügeklebstoff arbeiten) der Paddelstange jeweils gerade so in den Paddeln verschwunden sind. Jetzt müssen die Paddel genau parallel zueinander ausgerichtet werden. Dazu schrauben wir die Innenteile der 2 Pitchlehren heraus und setzten sie als Paddellehre jeweils auf die Paddel. Die Paddel müssen durch Verdrehen ganz genau parallel zueinander ausgerichtet werden. Jetzt die Hauptrotorwelle in die Hauptlager des Helis stecken und mit dem Klemmring gegen durchrutschen sichern. Die Hauptzahnräder noch nicht montieren. Die Taumelscheibe mit dem langen Kugelkopf in die Kunststoffführung einhängen, dass sie sich nicht mehr verdrehen kann. Den Heli nun auf eine Seite legen und hochhalten. Jetzt den Schwerpunkt der Paddelstange durch vorsichtiges Verschieben der Paddelstange einstellen. Wenn man dabei am Heli rüttelt, kann man Ungenauigkeiten beim Schwerpunkt sehr gut erkennen. Die Madenschrauben bei jedem Schritt immer wieder nur ganz leicht anziehen und die Paddel schon grob waagerecht ausrichten!
Dann den Heli wieder hinstellen und durch Peilen über die Paddel auf die Pitchbrücke die Paddel auf einer Seite genau parallel zur Pitchbrücke ausrichten. Als optische Bezugspunkte die Paddelaußenkanten und die Schraubenköpfe an der Pitchbrücke benutzen. Wenn im ersten Schritt sauber gearbeitet wurde, passt es automatisch auch auf der gegenüberliegenden Seite. Immer wieder prüfen, bis sowohl der Schwerpunkt und auch die Parallelität 100-prozentig stimmen. Wenn alles passt, die beiden Madenschrauben nacheinander einkleben und dabei richtig fest ziehen. Für einen sauberen Flug ist diese Einstellung der Paddelebene von enormer Wichtigkeit!!! Zuletzt werden die Hauptrotorwelle und das Hauptzahnrad endgültig eingesetzt.
Jetzt kommen wir zum kompliziertesten Teil der Einstellung, dem Justieren der Taumelscheibe. Dazu vorab ein paar theoretische Betrachtungen.
Welchen Zustand wollen wir idealerweise erreichen:
Bei der Ansteuerung der TS über den Pitchknüppel, soll sich diese über den gesamten Weg genau parallel zum horizontalen Helikoptereben auf und ab bewegen, ohne zu irgendeiner Seite wegzukippen und somit ungewollt Roll- bzw. Nickanteile zuzumischen.
Auch soll der Pitchweg proportional zur Knüppelbewegung erfolgen. Das heißt, bei jedem einzelnen Klick am Pitchknüppel der Fernsteuerung soll immer genau die gleiche Wegstrecke von der TS abgefahren werden. Manche Piloten möchten allerdings eine feinere Auflösung an den oberen und unteren Enden des Pitchweges. Darauf werde ich aber in dieser Anleitung nicht weiter eingehen.
Als letztes soll sich bei der Ansteuerung von diskreten Roll- oder Nickimpulsen keine andere Bewegung überlagern. Also wenn wir z.B. Nick drücken um vorwärts zu fliegen, darf sich nicht ungewollt ein Roll- oder Pitchimpuls dazumischen.
Die schlechte Nachricht ist, dass wir die TS niemals so ideal eingestellt bekommen. Es wird in allen Punkten Abweichungen vom Ideal geben. Jedoch können wir die Fehler bei sauberer Einstellung sehr minimieren.
Wodurch kommen die Fehler den nun zustande. Das Hauptproblem liegt in der Funktionsweise der Servos. Hier wird eine lineare Bewegung durch die Drehbewegung des Servoarmes erzeugt. Wenn wir uns die Kugel während der Drehbewegung von der waagerechten Stellung ausgehend ansehen, werden 2 Effekte sichtbar.
Erstens wird der Anteil der Auf- bzw. Abwärtsbewegung zu den Enden hin immer schwächer (Bei +-90 Grad ist die Bewegung gleich 0, siehe Sinuskurve). Dadurch haben wir also leider keine Proportionalität. Jedoch ist dieser Effekt wenigstens zu beiden Seiten symmetrisch.
Zweitens bewegt die Kugel sich gleichzeitig zur Seite. Dadurch wird das Gestänge zur Seite gekippt. Wie ein Besenstiel, der gerade an der Wand steht und dann langsam wegrutscht, wird die effektive Länge des Gestänges umso mehr verkürzt, je schiefer dieses stehen. Es ist also so, als ob sich das Gestänge bei der Auf- bzw. Abwärtsbewegung jeweils verkürzen. Leider ist dieser Effekt unsymmetrisch. Bei der Aufwärtsbewegung wirkt dieser Effekt so, dass sich die TS weniger nach oben bewegt. Bei der Abwärtsbewegung bewegt sich die TS zusätzlich noch stärker nach unten.
Erschwerend ist beim T-Rex 450, dass die 3 Anlenkgestänge zur TS auch noch unterschiedlich lang sind. Der zweite Effekt wirkt aber umso stärker, je kürzer die Anlekstange ist.
Bei einer Roll- bzw. Nicksteuerung wandern die Kugeln der TS bezogen auf die waagerechte Ebene enger zusammen und die Gestänge kippen dabei ebenfalls mit den beschriebenen negativen Effekten zur Seite. Leider bewirkt die Unsymmetrie hier weitere ungewollte Zumischungen.
All diese Fehler überlagern sich schlussendlich nun zu einem nicht mehr endgültig erfassbaren und kompensierbaren Gesamtfehler. Wir geben aber einfach unser Bestes!!!
Nun geht es aber los!
Der Heli sollte an dieser Stelle komplett aufgebaut sein. Die Anlenkgestänge von den Servos zur TS 1mm länger als in der Anleitung einstellen und noch nicht montieren.
Den Motor unbedingt abklemmen oder das Ritzel aus dem Eingriff schieben!!!
Als erstes legen wir ein neues Model in der Fernsteuerung an. Unter Parameter wählen wir als Type HR3 aus. Unter dem Punkt Taumel stellen wir erst einmal Rol -50, Nik +50 und Pit +40 ein. Die Knüppel an der Funke genau in Mittelstellung und dann den Akku anklemmen. Für die Grundeinstellung auf Autorotation stellen. Alle Trimmungen auf 0!!!
Die Servos laufen jetzt in Ihre Nullstellung. Prüfen ob die Servos bei allen Steuerbefehlen in die richtige Richtung laufen. Wenn nicht, müssen einzelne Vorzeichen unter Punkt Taumel entsprechend geändert werden.
Wie sollen die Servohebel in der Nullstellung genau stehen? Es gibt dazu 2 gängige aber auch strittige Theorien. Die Einen sagen (wie auch die Anleitung), dass die Hebel genau waagerecht stehen sollen. Die Nächsten sagen, dass die Hebel im rechten Winkel zu den jeweiligen Gestängen stehen sollen. Leider ist beides falsch!!! Es könnte ja so einfach sein, ist es aber nicht.
Der optimale Winkel für die verschiedenen Helis kann nur durch Probieren gefunden werden. Im Fall des T-Rex 450 SE V2 habe ich gute Ergebnisse erreicht, wenn die Servohebel bei 13mm Länge 1-2 Grad nach unten zeigen. Also die Hebel so aufsetzen dass sie dieser Einstellung am nächsten kommen. Dann über den Menüpunkt SE-Mitte den Winkel elektronisch einstellen. Nun die Gestänge anknipsen.

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