Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

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  • Babbsack
    RC-Heli Team
    • 07.07.2001
    • 7447
    • Mike
    • CGN

    #1

    Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

    Grüß Euch.

    So langsam aber sicher geht mir das Lötzinn aus. Auf meiner kleinen Rolle ist leider nicht vermerkt, welche Zusammensetzung mein bisheriges Lötzinn hat. Nun habe ich bereits gelesen, das Lötzinn mit Blei-Anteil gut funktioniert. Allerdings ist vielfach auch Kupfer (ca. 2%) und Flußmittel (ebenfalls ca. 2%) enthalten.

    Was haltet Ihr von Lötzinn mit Kupfer und / oder Flußmittel?

    Liebe Grüße,
    Mike
  • RaidAir
    Member
    • 11.03.2014
    • 117
    • Christian

    #2
    AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

    Flussmittel solltest du schon verwenden beim Löten ob nun ein externes wie z.b. Löthonig oder ein im Zinn integriertes ist je nach Anwendung gefragt. Zum Löten von Steckern,... am besten ein Zinn mit integriertem Flussmittel auf Kolophonium Basis.
    z.B. dieses hierhttps://www.conrad.at/de/loetzinn-bl...mm-812803.html

    Drahtstärke je nach Anwendung.

    Gruß Christian

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    • jumphigh
      Senior Member
      • 16.12.2009
      • 4238
      • Andreas
      • Allstedt

      #3
      AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

      Bleihaltiges Lötzinn ist für die Industrie verboten, fürs (private) Handwerken aber noch erlaubt und dort deutlich von Vorteil. Ohne Blei benötigt man höhere Temperaturen und das Verhalten ist auch sonst nicht so günstig. Mit anderen Worten: Ein Krampf im Vergleich zu herkömmlichen bleihaltigen Sorten. Die mittlere Flussmittelader mag beim Bauteilelöten von Vorteil sein, ich verwende jedoch beim Verlöten von (dickeren) Kabeln externes Kolophonium um die Enden richtig zu tränken, damit der Lötzinn komplett durchläuft. Zusammengefasst: Cu und Flussmittel sind gut, kein Blei schlecht.

      Grüße
      Andreas
      Grüße von Andreas

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      • Babbsack
        RC-Heli Team
        • 07.07.2001
        • 7447
        • Mike
        • CGN

        #4
        AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

        Cool, danke für Eure Antworten bzgl. Flußmittel. Allerdings fehlen mir noch ein paar Infos zum Kupfer...

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        • jumphigh
          Senior Member
          • 16.12.2009
          • 4238
          • Andreas
          • Allstedt

          #5
          AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

          Kupfer- oder Silberbeigaben erhöhen die Leitfähigkeit und sind deshalb in niedrigen Prozentzugaben kein Fehler. Zu viel Kupfer will man nicht, weil das wieder die Verarbeitung beeinflusst. Du willst ja kein (Heizungs-)Kupferrohr mit 'nem Gasbrenner löten müssen.

          Grüße
          Andreas
          Grüße von Andreas

          Kommentar

          • Babbsack
            RC-Heli Team
            • 07.07.2001
            • 7447
            • Mike
            • CGN

            #6
            AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

            Danke. Gerade 250g Rolle mit 2% Kupfer und 2% Flußmittel für 11€ bestellt...

            Kommentar

            • jumphigh
              Senior Member
              • 16.12.2009
              • 4238
              • Andreas
              • Allstedt

              #7
              AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

              Kein Blei dabei? Ich habe hier einen Abschnitt von sehr dünnem, bleilosen Lötdraht aus einem Bestückungsautomaten. Selbst mit meiner Weller-Lötstation auf Vollanschlag bei 450°C lötet sich das absolut eklig. Eh das flüssig wird, glüht vorher das Bauteil. Und es erstarrt auch zu schnell und ist dabei nicht sehr elastisch.

              Grüße
              Andreas
              Grüße von Andreas

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              • ThomasC
                Senior Member
                • 10.02.2012
                • 3963
                • Thomas
                • Giessen

                #8
                AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                Zwar leicht off-topic, aber beim Löten ohne Blei gibt es eine Sache zu beachten: wenn man an Platinen lötet, die mit bleifreiem Lot hergestellt wurden (eben alle kommerziellen, ich selbst hab's an Platinen von Horizon erlebt), sollte man aus Qualitätsgründen mit bleifreiem Lot arbeiten. In meinem Beispiel wurde ein Brushlessumbau vorgenommen. Wenn man mit bleihaltigem Lot arbeitet, hat man eine Mischung aus verschiedenen Lötzinnsorten, die bei unterschiedlichen Temperaturen erstarren, und das führt zu erhöhtem ßbergangswiderstand oder gar zu "kalten Lötstellen" (bei besagtem Umbau hab ich das aber in Kauf genommen, da ich nur bleihaltiges Lot zur Hand hatte).

                Das als theoretische Ergänzung. Wenn man "frisch" lötet, empfehle auch ich dringend Lot mit Blei.

                Gruß

                ThomasC
                Zuletzt geändert von ThomasC; 10.09.2015, 18:36.
                Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

                Kommentar

                • jumphigh
                  Senior Member
                  • 16.12.2009
                  • 4238
                  • Andreas
                  • Allstedt

                  #9
                  AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                  Zitat von ThomasC Beitrag anzeigen
                  wenn man an Platinen lötet, die mit bleifreiem Lot hergestellt wurden (eben alle kommerziellen, ich selbst hab's an Platinen von Horizon erlebt), sollte man aus Qualitätsgründen mit bleifreiem Lot arbeiten
                  Das gilt aber nur für schon lotbenetzte Stellen, oder? Bei einem freien Lötpad sollte die Sorte keine Rolle spielen. Oder sind RoHS-PCBs auch speziell für bleifreies Lot vorbereitet und deshalb Bleilot kontraproduktiv?

                  Grüße
                  Andreas
                  Grüße von Andreas

                  Kommentar

                  • ThomasC
                    Senior Member
                    • 10.02.2012
                    • 3963
                    • Thomas
                    • Giessen

                    #10
                    AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                    Zitat von jumphigh Beitrag anzeigen
                    Das gilt aber nur für schon lotbenetzte Stellen, oder?
                    Ja. Für Umbauten oder Reparaturen eben. Hatte ich bei Horizon schon des ßfteren. Die von Walkera scheinen bleihaltiges Lot zu haben, die sind wesentlich leichter zu löten
                    Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

                    Kommentar

                    • Babbsack
                      RC-Heli Team
                      • 07.07.2001
                      • 7447
                      • Mike
                      • CGN

                      #11
                      AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                      Doch, doch, Blei ist dabei...

                      Kommentar

                      • binolein
                        smartshapes
                        Hersteller
                        • 07.04.2007
                        • 1845
                        • Thorsten
                        • Dortmund

                        #12
                        AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                        Zitat von ThomasC Beitrag anzeigen
                        Zwar leicht off-topic, aber beim Löten ohne Blei gibt es eine Sache zu beachten: wenn man an Platinen lötet, die mit bleifreiem Lot hergestellt wurden (eben alle kommerziellen, ich selbst hab's an Platinen von Horizon erlebt), sollte man aus Qualitätsgründen mit bleifreiem Lot arbeiten. In meinem Beispiel wurde ein Brushlessumbau vorgenommen. Wenn man mit bleihaltigem Lot arbeitet, hat man eine Mischung aus verschiedenen Lötzinnsorten, die bei unterschiedlichen Temperaturen erstarren, und das führt zu erhöhtem ßbergangswiderstand oder gar zu "kalten Lötstellen" (bei besagtem Umbau hab ich das aber in Kauf genommen, da ich nur bleihaltiges Lot zur Hand hatte).

                        Das als theoretische Ergänzung. Wenn man "frisch" lötet, empfehle auch ich dringend Lot mit Blei.

                        Gruß

                        ThomasC
                        ßhm ne,

                        das kann ich so nicht unterschreiben.

                        In der ßbergangszeit (etwa 2004 bis 2006 )von Blei auf bleifrei wurden u.a BGA ICs mit "Blei" und bleifreie Paste in der Produktion vermischt.
                        Das war kein Problem und hielt bombig. Ich war zu der Zeit bei einem Großunternehmen und hatte täglich damit zu tun. Es gab keine Reklamationen im After Sales, die auf schlechte Lötung zurück zuführen gewesen wären.

                        Für Servicezwecke und Privatanwendungen ist auch weiterhin Blei erlaubt.

                        Aber es stimmt schon. Bei manchen Lötstellen lässt sich das schlecht verlöten.
                        Es gibt bei den bleifrei Pasten wohl noch ziemliche Unterschiede in der Zusammensetzung
                        In dem Fall zieht man das alte Zinn mit Litze oder Lutsche ab und verlötet dann neu.

                        Gruß
                        Thorsten
                        smartshapes

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                        • ThomasC
                          Senior Member
                          • 10.02.2012
                          • 3963
                          • Thomas
                          • Giessen

                          #13
                          AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                          @bino: wenn man es richtig macht, sollte es keine Probleme geben. Ich selbst hatte aber schon Probleme, daß mein Lötzinn richtig schön flüssig war, aber es kam eben eine kalte Lötstelle bei raus. Ich verbuche das als Erfahrung: man sollte wissen was man tut...
                          Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

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                          • jumphigh
                            Senior Member
                            • 16.12.2009
                            • 4238
                            • Andreas
                            • Allstedt

                            #14
                            AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                            Ich glaube nicht, dass du deine industrielle Erfahrung auf die private Löterei übertragen kannst. So ein Bestückungsautomat lötet mit Ultraschall und überträgt eine relativ große Energiemenge in sehr kurzer Zeit auf ein begrenztes Volumen. Dabei schmilzt natürlich die gesamte Lotmischung. Ebenfalls bei einem Reflow-Ofen, der eine konstante Temperatur erzielen kann.

                            Beim manuellen Löten denke ich, dass wirklich die reale Gefahr besteht, dass zwar dein Bleilot schon schmilzt und man deshalb denkt, es wäre gut gelötet, das darunterliegende bleifreie Lot ist aber noch nicht mal weich geworden ist und eine unverbundene Grenzschicht entsteht. Es gibt eben noch keine einheitliche Mischung wie in deinem Beispiel. Hinzu kommt noch, dass ich bei bleifreiem Lot den Eindruck habe, dass dieses weniger benetzt und eine höhere Oberflächenspannung hat, somit sich sowieso schon an Grenzflächen weniger verbindet.

                            Grüße
                            Andreas
                            Zuletzt geändert von jumphigh; 10.09.2015, 20:41.
                            Grüße von Andreas

                            Kommentar

                            • Schraubcopterflieger
                              Senior Member
                              • 15.01.2013
                              • 2953
                              • Dominique

                              #15
                              AW: Lötzinn - mit oder ohne Kupfer?

                              Zitat von binolein Beitrag anzeigen
                              ßhm ne,

                              das kann ich so nicht unterschreiben.

                              In der ßbergangszeit (etwa 2004 bis 2006 )von Blei auf bleifrei wurden u.a BGA ICs mit "Blei" und bleifreie Paste in der Produktion vermischt.
                              Das war kein Problem und hielt bombig.
                              Ja herrlich war diese Zeit, musste man ständig die Hardware im Backofen bei 100°C wieder zum leben erwecken. Weil das ganze eben nicht problemlos war.

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