Digitalisieren von Seitenteilen

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  • Lucent
    Member
    • 02.03.2014
    • 434
    • Lucent

    #1

    Digitalisieren von Seitenteilen

    Hallo Gemeinde

    Nachdem am WE durch einen Fehler zwischen den Ohren die Erde heftig gegen den Heli schlug, war eine massive Steigerung des Bruttosozialproduktes durch Erwerb von Ersatzteilen angesagt. Allerdings bin ich ja auch ein Freund der Konsumaskese und die Fräse freut sich auch über die Umwandlung von Energie in Lärm.
    Vor dem Fräsen ist der Schweiss durch vermessen angesagt und wenn sich Seitenteile aufgrund von "krummen" Flächen signifikant weigern ihre Koordinaten preiszugeben, ist das die Zeit für den 3D Taster
    Ich hatte ja bereits kurz diesen drahtlosen Taster von Vers.by vorgestellt, hier hatte er jetzt Festbetrieb. Gerade die Maße in der Getriebestufe (das abgebildete Teil ist nicht das Defekte) - die sicherlich recht krumm sind - sind präzisionstechnisch relevant. Vorgehensweise ist rech simpel. Zu messendes Teil GERADE auf den Untergrund spannen, ein Maß als Ursprung definieren und dann die Löcher einzeln anfahren messen und entweder in eine Datei oder simpel aufschreiben. Euer Frässystem muss natürlich ein Mittenfindermakro haben, aber das haben die meisten.
    Wenn jetzt jemand die ketzerische Frage stellt, wieviel man wirklich spart - wenn man vorher schon ein paar Tausend in die Fräse investiert hat - natürlich nix. Aber den 3D Taster hat man recht schnell wieder drin. Gutes Rohmaterial bekommt man z.B. bei Altec (2mm Platte 600 x 500 für ca. 80 €, da passen gut geschachtelt alle CfK Teile für eine 600er Mechanik drauf)
    Angehängte Dateien
    Lucent

    Ohje, Ironie, erkennt man sie?
  • Lucent
    Member
    • 02.03.2014
    • 434
    • Lucent

    #2
    AW: Digitalisieren von Seitenteilen

    Hallo Gemeinde

    aufgrund von Anfragen, hier noch ein paar Tips zum Fräsen der digitalisierten Seitenteile

    Fräser

    Ich nutze diamantbeschichtete Fräser von Sorotec (Sorotec Online-Shop - Spiralverzahnt diamantbeschichtet neue Serie). 2mm für die Löcher der Servobefestigungen, für alles andere einen 3mm Fräser. Letzterer hat den Vorteil, das man die Löcher für die im Heli zu 90% verwendeten 3mm Schrauben direkt und präzise bohren kann

    Technologiewerte

    Vorschub beim 2mm sind 250mm/min, bei kpl. Zustellung durch das Material (in diesem Fall 2mm) und beim 3mm Fräser sind es 400mm/min. Drehzahl 30.000 U/min. Bei 350 mm/min habe ich heute z.B. den 2mm aufgrund der Ungeduld mal wieder gehimmelt .... CfK ist ein Sch...sszeug zum Fräsen, bitte gut Absaugen!

    Kleiner Tip zur Vereinfachung

    Beim Fräsen nutzt man ja Haltestege, die das Material beim Fräsen zusammenhält. Diese Haltestege unterbrechen mehr oder minder häufig die Fräsbahn und nach dem Entfernen der Teile müssen die Haltestege weggeschliffen werden. Gerade bei CfK ist das immer ein rechter Drecksjob. Das kann man unter Umständen kpl. umgehen. Die Fräsbahnen werden für die Innenkonturen normal mit Haltestegen definiert, für Aussenkonturen ohne. Das Rohmaterial wird normal auf der Opferplatte befestigt. Jetzt werden zuerst die notwendigen Löcher (z.B. die 3mm Löcher zum Mechanikzusammenbau) gefräsbohrt. Dann wird die Spindel auf eine Parkposition ausserhalb des Arbeitsbereiches geschickt und angehalten. Bei ESTLCAM lässt sich das sehr einfach über das Einfügen einer "m00" Bohrung erledigen. Während der Pause spaxt man einfach durch diese Löcher das Material zusätzlich fest, klar, die Aussenkontur ist ja ansonsten lose. Nach der Pause und dem kpl. Fräsen aller Konturen, entfernt man das Restmaterial. Das "Aussenmaterial" ist ja nicht mit dem Fertigteil verbunden, die Restteile in den Innenkonturen (z.B. die Ausschnitte für die TS Servos) wird mit einem Dremel grob entfernt, ruhig so, das die Stege im Teil bleiben. Nun habe ich eine zweite Fräsdatei, die nur die Innenkonturen enthält OHNE Stege, die lass ich einfach noch einmal laufen, das kann dann ruhig deutlich schneller gehen - Bitte aber das Teil noch auf der Opferplatte lassen
    So erspart man sich eine Menge Nacharbeit
    Lucent

    Ohje, Ironie, erkennt man sie?

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    • Heli87
      Senior Member
      • 12.10.2016
      • 8533
      • Torsten

      #3
      AW: Digitalisieren von Seitenteilen

      Du fährst viel zu langsam, ich fahre mit einem 1,5mm Fräser ja schon mit einem 600mm/min Vorschub bei gerade mal 19.000U/min.

      Auch Fräse ich komplett ohne Stege. die Platte wird flächig mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt. sollte aber nicht länger als 1 Stunde aufgeklebt sein, sonst bekommt man sie nicht mehr gut ab.

      Zudem fahre ich immer 2x rund, so verschiebt sich nix.
      2mm Platte z.B. erst 1,8mm tief und dann 2,5mm tief. So holt er beim letzten Span nur 0,2mm.

      Kleinteile am besten komplett Zerspannen, sonst verkeilt es sich wieder im Fräser und dann bricht er ab.
      Klassiker ist hier ein 2mm Fräser und ein 5mm Loch.
      Da ist Bruch vorprogrammiert, wenn man keine Kreistasche programmiert.

      Aber jeder muss da seine eigenen Erfahrungen sammeln. ich habe bestimmt schon für 2K Carbon durch gejagt.

      Gruß Torsten
      Zuletzt geändert von Heli87; 09.09.2020, 00:00.

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      • Lucent
        Member
        • 02.03.2014
        • 434
        • Lucent

        #4
        AW: Digitalisieren von Seitenteilen

        Hi

        1,5mm und 600mm in 2mm CfK? Das halte ich wiederum für deutlich zuviel. Von dem doppelseitigen Klebeband kann ich nur abraten.

        - Beim Durchfräsen fräst die die Fräserspitze in die Klebeschicht und verklebt
        - kleinere Teile schwimmen minimal, das Bauteil sich doch erwärmt und das doppelseitige Klebeband weich wird

        Wenn kleben, ein anderer Tip: auf die Opferplatte und auf das Bauteil Malerkrepp (der Dünne!) und dann dazwischen Sekundenkleber. Hier ein Video dazu https://www.youtube.com/watch?v=r6DCvtcU8_M
        Lucent

        Ohje, Ironie, erkennt man sie?

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        • Heli87
          Senior Member
          • 12.10.2016
          • 8533
          • Torsten

          #5
          AW: Digitalisieren von Seitenteilen

          Du kannst dir ja mal den Vorschub pro Zahn bei deiner Drehzahl und Vorschub ausrechnen. Mehr sage ich da nicht mehr zu.

          Kommentar

          • T.Reinhardt
            Member
            • 10.07.2018
            • 570
            • Timur
            • Frankenbach

            #6
            AW: Digitalisieren von Seitenteilen

            Hey,

            Die werte von Heli87 passen sehr gut,

            2mm Fräser von Sorotech können zb. F 1000 bei 24000s ohene probleme.
            1,5mm fahre ich auch mit F 550

            aber nach einer platte Fräsen sind die Fräser meistens fertig und wandern in den Müll ( 2.70€ )

            Wichtig ist immer nur zu beachten das man in die Opferplatte min. 1mm tief rein fahren tut da die spitze vom Fräser extrem schnell stumpf wird. auch der tauchwinkel sollte nicht zu flach sein, ich nehme da imer 30 grad.


            Ich Fräs allerdings alles in einem Wasserbecken, vom absaugen halte ich so garnichts da das zeug hoch gifftig ist und beim saugen die feine partikel im raum nur verteilt werden.
            Ein Becken bauen kostet keine 20€, wasser etwar 5mm über die zu Fräsende Platte auffüllen und einen Tropfen Spüli mit rein geben für die Oberflächenspannung das binden den staub dann perfekt und nichts fliegt herrum.

            Kommentar

            • lottacustoms
              Senior Member
              • 16.04.2015
              • 1135
              • Marco
              • Bei Tübingen

              #7
              AW: Digitalisieren von Seitenteilen

              Hallo,

              also das mit dem Doppelseitigen Klebeband funktioniert einwandfrei und so fräse ich seit Jahren Holz, CFK und GFK. Allerdings ist das mit den Partikeln, Stäuben von CFK nicht gut, deshalb sauge ich auch ab mit einem Sauger, der im Nebenraum steht.

              Gruß
              Marco

              Kommentar

              • spacebaron
                helispecials.de
                Hersteller Tuningteile
                • 21.09.2005
                • 2434
                • Erich
                • Trofi, auf der wilden Wiese, MFF Bitz und MFC Oberhausen

                #8
                AW: Digitalisieren von Seitenteilen

                hallo,
                ich habe von Kemmer die DMFBM 1500 060 im Einsatz. Es ist ein Dianantverzahnter Fräser. Diamantbeschichtete Fräser in den Durchmessern wird keiner haben, bzw. bezahlen können... nicht für 2,70€.... Wenn dann sind diese Diamantverzahnt. Leider sind bei den Fräser die Vorschübe nicht in fz angegeben, bzw. können nich angegeben werden weil diese eigentlich keine Zähne haben und somit auch nicht direkt schneiden sondern eher das Material auskratzen.....schaben.
                Spindeldrehzahl wird bei meinen 1,5mm Fräsern mit 37000 angegeben und Vorschub 0,7m/min. Vc wird mit 175m/min angegeben. Allerdings in FR4 Material. in CFK sollte dann der Vorschub runter genommen werden, sonst kommst zu erheblich höherem Verschleiss am Fräser kommt. Da ich genügend Zeit habe senke ich auch auf Grund der Ausspannung, Qualität und Standzeit den Vorschub und Drehzahl. Genaue Zahlen habe ich nicht im Kopf. Die Drehzahl zu niedrig und den Vorschub zu hoch macht die ebenfalls die Fräser kaputt.
                Absaugen....nur mit Spezialfilter und Zyklonabscheider. Wasserbad erhöht die Standzeit.
                Schaut euch mal die Fräser unterm Mikroskop an. Ich habe von anderen Herstellern schon gebrauchte Fräser bekommen, die keine halbe Stunde Standzeit hatten. Aus Nachfrage kann dann... Ja für den Preis können sie keine neuen Fräser bekommen. Seither kaufe ich immer neue Fräser und liege bei ca. 3 Std. Standzeit.
                Zum Material selber kann ich anmerken, je feiner das Gewebe ist desto schlechter ist zu Fräsen. Ganz schlimm ist G5 oder G10 Material.
                Gruss
                TDF,TDR1,TDR2,2xLogo400CFK,ME262,Edge540,TRex600N, Ergo50,CH53Ec.s.,H500,VBC+Touch..

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                • Heli87
                  Senior Member
                  • 12.10.2016
                  • 8533
                  • Torsten

                  #9
                  AW: Digitalisieren von Seitenteilen

                  Klar kann man den Vorschub pro Zahn bei Diamantverzahnten Fräsern ausrechnen.
                  Als Anzahl der Schneiden wird die Anzahl der Stirnschneiden genommen.
                  Eigentlich sind das 2 schneidige Schruppfräser.

                  Gruß Torsten

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                  • Lucent
                    Member
                    • 02.03.2014
                    • 434
                    • Lucent

                    #10
                    AW: Digitalisieren von Seitenteilen

                    Moin

                    interessanter Austausch mit anscheinend zwei Trends. Eher mit höheren Vorschubwerten der Fräser einen erhöhten Verschleiss zu akzeptieren. Hat den Vorteil, das z.B. einzelne Teile Jobs schneller fertig sind. Oder halt konservative Werte und dann die höhere Standzeit.
                    Torsten, absolut d'accord, da hat jeder seine Erfahrungen und dazu passt ja das Forum,. das man diese dann teilt.

                    Grüsse
                    Lucent

                    Ohje, Ironie, erkennt man sie?

                    Kommentar

                    • Heli87
                      Senior Member
                      • 12.10.2016
                      • 8533
                      • Torsten

                      #11
                      AW: Digitalisieren von Seitenteilen

                      Das ein Fräser länger hält, wenn man im Schneckentempo fährt ist ein Irrglaube.
                      Den er schabt die ganze Zeit am Material und wird so kontinuierlich stumpfer.
                      Letztendlich macht er also weniger Strecke bis er stumpf ist, die Fräse ist nur länger gelaufen und hat dabei auch noch weniger geschafft.

                      Bei Stahl/Alu kann man noch Argumentieren, es gibt ein schöneres Fräsbild, wenn man langsamer fährt, aber das konnte ich bei CFK nicht feststellen. Das sieht immer Top aus.
                      Also Feuer frei.

                      Gruß Torsten
                      Zuletzt geändert von Heli87; 10.09.2020, 10:18.

                      Kommentar

                      • chaesfuess
                        Senior Member
                        • 07.01.2009
                        • 1660
                        • christian
                        • Schweiz

                        #12
                        AW: Digitalisieren von Seitenteilen

                        Zerspanen war früher mein Alltag.
                        Meistens ist es tatsächlich ein Irrtum, dass Fräser länger halten wenn der Vorschub tiefer ist.
                        Wie schon gesagt macht der Fräser dann keine Späne sondern er schabt am Material. Dadurch wird er schneller stumpf. Höhere Drehzahl führt zu wärme, das ist eher das was den Werkzeugen zu schaffen. Schlussendlich ist es eine Mischung zwischen Schnittgeschwindigkeit und Vorschub, die den Fräser am Leben lässt.
                        Durch die Diamantverzahnung gibt es beim Carbon keine Späne sondern eher Staub.

                        ßber Carbon wird viel geschrieben. Da habe ich auch nicht extrem viel Erfahrung. Wenn ich fräse mache ich das meistens mit ca. 12000U/min und 600mm Vorschub.
                        Der Vorschub pro Zahn ist zwar sehr tief, aber es funktioniert.
                        Mit dem richtigen Werkzeug lässt sich Carbon mit verschiedenen Drehzahlen und Vorschüben sehr gut Fräsen. Ob die Werte richtig sind merkt man aber nur wenn man das Material viel bearbeitet und die Standzeiten vergleicht...


                        Gruss Christian
                        Goblin 280, Goblin 770, Super Puma

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