ich baue gerade eine Vario Bell UH-1D M1:6 auf mit Turbine. Für mich die Frage, den Heckantrieb lt. Bauanleitung 1:1 übernehmen oder eine Flexwelle ?
Habe mich in dieser Saison auf diversen Flugtage umgehört und wie immer gibt es unterschiedliche Meinungen. Es gibt aber immer vereinzelt die Aussage,
dass der Eleadur-Zahnkranz eine Schwachstelle sei. Aktuell habe ich gehört, dass beim Erstflug einer B105 mit PHT3, dieser Zahnkranz sich "rausgewürgt" hat mit Ausfall des HeRo.
Habe mal diverse Baupläne von Vario gesichtet und mir das System mal ganz genau angeschaut. Irgendjemand hat sich doch da bestimmt gedanken gemacht,
warum das genau so ausschaut wie heute. Grundsätzlich vom Antrieb kommend, kommt das Kardangelenk, also als Formschluß und steif. Dann je nachdem das Winkelgetriebe,
im Idealfall spielfrei montiert. Dann kommt der letzte Teil zum HeRo mit 2x Klauenkupplung/Zahnkranz.
Habe gesehen, es gibt unterschiedliche Farben des Zahnkranzes von blau, gelb und schwarz. Aktuell bei Vario unter 49/8 kommt jetzt ein schwarzer Zahnkranz. Die Frage,
ob die Farbe eine Shorehärte abbildet oder eine verbesserte Variante (schwarz) darstellt ? Warum auch der Eleadur-Zahnkranz und kein Kardangelenk ?
Zum einen je nach Härtegrad, könnte man Schwingungen eleminieren und zum anderen, könnte der Zahnkranz eine Sollbruchstelle darstellen um bei Bodenberührung
den Antriebstrang zu schützen. Macht beides Sinn, was bei einer Flexwelle nicht gegeben ist.
Warum kann das System ausfallen ? Bei einem Turbine-Heli mit große HeRo, wird natürlich ein größeres Drehmoment übertragen. Wenn man mit dem großen Heckrotor auf maximalen Ausschlag geht und die neuen Spiralzahnräder mit 6% höhere Drehzahl verwendet, liegt die größte Kraft am Zahnkranz an. Habe mal geprüft, eine Kupplung in der Größe kann ca. 5,5Nm übertragen. Müsste man mal rechnen, was hier tatsächlich an Drehmoment auftreten kann. Denke bei max. Kraftübertragung wird sich der Zahnkranz auf jeden Fall verformen,
die Frage nur wie stark ? Zu weich drückt es ihn wohl raus.
Das kann dazu führen, dass sich die beiden Klauenkupplungen in der Achse sich verschieben, also aus der Mitte laufen. Bedingt durch die hohe Drehzahl, entsteht dann eine Unwucht.
Je weiter die beiden Klauenkupplungen auseinander liegen, desto stärker die Unwucht und je höher die Instabilität des Systems. Bei sehr großem Abstand zwischen den Klauenkupplungen, ein zusätzliches Lager einbauen, wäre eine Möglichkeit das "Ausbrechen" zu verhindern. Kann das System aber wiederrum verspannen und die Wartungsfreundlichkeit verschlechtern.
Habe aber festgestellt, dass es eine Nut an der Klauenkupplung gibt und das dort der Federring, Nr.49/16 verbaut werden kann. Dieser verhindert, dass die Kupplung sich axial und radial verschiebt. Man findet diesen nicht auf Anhieb im Vario-Shop bzw. ist in keiner Bauanleitung aufgeführt außer beim AIR-CRANE. Denkel mal, dass das genau das "Zünglein an der Waage" ist und das System damit "safe" ist. Da müsste aber Vario dann dringend einen Hinweis aufnehmen, wenn 4€ entscheident sind, ob Ausfall oder nicht.
Eine Flexwelle hat natürlich auch Vorteile wie z.B. einfachere Installation. Einen beginnenden Bruch sehe ich aber nicht bzw. müsse ich diese sonst regelmäßig röntgen.
Würde also dem System von Vario, wenn es sauber verbaut wird + Sicherungsring und den Zahnkranz jede Saison tauschen, den Vorzug geben bzw. nicht als
schlechter ansehen. Die Kosten einer Flexwelle bei Vario sind doch auch nicht unerheblich.
Wie ist eure Erfahrung, decken sich meine Annahmen in der Praxis oder liege ich da kpl. falsch ?
Grüße Bernhard

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