mich hat es nach meinem Urlaub leider direkt erwischt und hab bis gestern flachgelegen. ( von über 30°c auf 0°c
)Gestern habe ich ein PDF aus dem aktuellen Stand der Tuning Tipps erzeugt, es ist sicherlich noch nicht ganz fertig aber es ist auch als lebendes Guide gedacht und kann wachsen mit den Ideen und Wünschen der Community.
Spirit FBL Tuning Guide – V4.0.2
Dieser Guide unterstützt dich dabei, das Maximum aus deinem Spirit FBL herauszuholen.
Ein präzises Setup ist die Grundvoraussetzung für ein perfektes Fluggefühl.
1. Mechanische Grundlagen
Ein FBL-System kann nur so gut arbeiten wie die Mechanik, die es steuert.
● Spielfreie Anlenkung: Spiel in Servogetrieben, Taumelscheibe oder Gestängen
fördert Schwingungen. Besonders bei modernen 1:1 Anlenkungen ist minimales
Spiel Pflicht.
● Leichtgängigkeit: Alle Anlenkungen müssen absolut leichtgängig sein.
Schwergängigkeit am Heck führt oft zu unlösbarem Pendeln im Schwebeflug.
● Servowahl: Servos mit großer Totzone oder suboptimalen internen PID-Werten
können das Ergebnis verschlechtern. Wenn du eine funktionierende
Servo-Kombination gefunden hast, bleib dabei – die Serienstreuung bei Herstellern
ist oft groß.
2. Basis-Setup
● Expo: Nach Vorliebe. Empfehlung: Taumelscheibe 15%, Heck 40%.
● Stick Totzone: Kann oft problemlos auf 5 reduziert werden.
● Gyro-Filter: Bei neueren Modellen den „Low Latency Modus“ aktivieren.
● Zyklisches Limit: Unbedingt dem Flugstil anpassen. Für modernes 3D: 12–13° (
nicht verwechseln mit der zyklischen Grundeinstellung von 6° die bleibt immer
bestehen ). Erhöhe hierbei den „Smoothing“-Faktor für die Rettungsfunktion, um
das Risiko eines Boomstrikes zu minimieren.
● Ansteuerfrequenz: * Standard: Taumelscheibe 200Hz / Heck 333Hz.
○ High-Performance: Taumelscheibe 333Hz / Heck 560Hz (nur bei
hochwertigen Servos).
● Startwerte: Taumelscheibe Empfindlichkeit: 55%, Heck Empfindlichkeit: 60%.
3. Die Taumelscheiben-Parameter erklärt
Flugfeeling / Style
Beeinflusst den Integral-Anteil bei Steuerbefehlen.
● Hoher Wert: Stärkere Dämpfung von Störeinflüssen im Integral, wirkt „natürlicher“.
Ideal für „Stick-Banging“ und hartes 3D (Tictocs etc.).
● Niedriger Wert: Direktes Gefühl, geeignet für sehr ruhige, kontrollierte Piloten.
● Tuning-Tipp: Bei 3D-Setups meistens 5–7.
Damping (Dämpfung)
Wirkt permanent auf den Integral (auch ohne Steuereingabe).
● Einsatz: Entscheidend für extrem saubere und definierte Stopps im harten 3D.
● Werte: 700er Heli ca. 25 +/- 10, kleinere Helis ca. 5–15.
● Hinweis: Zu viel Damping kostet minimal Lagestabilität und kann sich mit
„Stopp-Smoothing“ beißen (kurze Schwingungen beim Stopp).
Feed Forward (Direktanteil)
Ab V4.0.2 überarbeitet – Werte müssen gegenüber älteren Versionen reduziert werden.
● Funktion: Der Anteil, der direkt auf die Servos wirkt. Üblich sind Werte zwischen 2, 3
und 4.
● Zu wenig: Verzögerte Reaktion.
● Zu viel: Neigung zum „Zurückschlagen“ (Bounce-Back) beim Stoppen.
Integral (I-Anteil)
Zuständig für die Lagestabilität.
● Empfehlung: Wert 9–10 für gängige 3D-Rotorblätter.
● Zu wenig: Weiches Fluggefühl, Lageabweichungen.
● Zu viel: Neigung zum Zurückschlagen oder niederfrequentes Aufnicken in harten
Figuren.
Empfindlichkeit (P-Anteil)
Macht den Heli „steif“.
● Sweet Spot: Meist zwischen 50–60.
● Warnung: Zu hohe Werte belasten das BEC und die Servos extrem. Bei
Low-RPM-Setups kann zu viel Gain Schwingungen provozieren, da die Mechanik die
Stellgeschwindigkeit nicht umsetzen kann.
Nick Filter (D)
● Dämpft die Nick-Achse. Standard: 2–3.
Stopp Smoothing (D-Boost)
● Wirkt nur im Moment des Stopps. Empfehlung: 2–3.
Zu viel führt zu hochfrequentem Zittern.
Nick Kompensation (Speed-Integral)
● Kompensiert das „Unterschneiden“ (Delphin-Effekt) im
Schnellflug. Meist auf 1 belassen.
4. Die Heckparameter erklärt
● Piro-Konsistenz (Integral): Hält die Position und sorgt für konstante Drehraten.
700er Helis: ca. 200–215.
● Servo Delay (D): Bei schnellen Servos auf 0–1. Höhere Werte helfen bei langsamen
Servos gegen Zurückschlagen beim Stopp.
● Heck Stopp A/B: Individuelle Beschleunigung für beide Drehrichtungen.
● Revo-Mix (DMA): Drehmomentausgleich. Verhindert das Ausbrechen (Kick) bei
Pitch-Stößen. Werte: Pitch ca. 5–7, Zyklisch 1–2.
5. Tuning-Workflow (Praxisbeispiel 3D-Setup)
Taumelscheibe optimieren:
1. Gewünschte Drehrate einstellen (z.B. 350°/s).
2. Fixwerte setzen: Gain 55%, Integral 10, Style 5, Damping 25, Nick Filter 2.
3. Feed Forward erfliegen: Im Schweben kräftige Nick-Inputs geben. Ziel: Schnellster
Stopp ohne Zurückschlagen. (Meist bei 3).
4. Feintuning Stopps:
○ Variante A (bevorzugt): Nick Filter 2.5–3 und Smoothing 0.
○ Variante B: Nick Filter 1–2 und Smoothing 2–4.
Heck optimieren:
1. Basiswerte: Delay 0, Empfindlichkeit 60%, Integral 210, Revo-Mix (5/1), Heck Stopp
A/B 5.
2. Empfindlichkeit: In schnellen Fahrtfiguren erhöhen, bis das Heck schwingt, dann
leicht zurücknehmen.
3. Revo-Mix: Falls das Heck bei harten Steigflügen trotz korrektem Gain noch minimal
ausbricht, über den Revo-Mix (DMA) korrigieren.
4. Stopps: Heck Stopp A/B anpassen, bis das Stoppverhalten in beide Richtungen
identisch ist.


Kommentar