Da ich auch hin und wieder von Crashs heimgesucht werde, stehe ich auch vor der Frage, ob die Wellen noch verwendet werden können. Ich prüfe so:
Zuerst demontiere ich den Rotorkopf von der Hauptrotorwelle und lasse den Motor bei verschiedenen Drehzahlen laufen. Bei langsamer Drehzahl kann ich fast mit Auge sehen, ob was an der Welle verbogen ist, also ob sie "eiert". Bei hohen Drehzahlen wird die Kontur unscharf und die Vibrationen nehmen zu. Wenn ich den Finger leicht an die rotierende Welle halte, spüre ich eventuell auch den unrunden Lauf als leichtes Kribbeln.
Sollte ich mir mit der Interpretation unsicher sein, demontiere ich die Wellen (Hauptrotorwelle, Blattlagerwelle, Heckrotorwelle) und untersuche sie mit einem Haarlineal und der Luftspaltmethode. Dazu lege ich die Messschneide auf die (gedachten) Mantellinien des Wellenzylinders und beobachte den Lichtspalt an verschiedenen Stellen des Umfangs. Ist der Lichtspalt konstant über die Länge der Berührungslinie, dann ist natürlich die Welle ohne Verbiegung. Mit dieser Methode lassen sich problemlos Unterschiede bis hinunter von etwa 0,01 mm bis 0,02 mm finden. Bei größeren Verbiegungen erscheint der Lichtspalt so groß, dass der Spalt "überstrahlt" empfunden wird.
Als Referenz benutzte ich mehrere neue ungebrauchten Wellen, von Modellen unterschiedlicher Größe (450er, 550er, 700er), die übrigens nie vollständig gerade waren. So bis zu 0,03 mm Verbiegung hatten auch neue Wellen.

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