Wartungsarbeiten am Heli

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  • BlackBaron1971
    RC-Modellbau-Center
    • 21.07.2009
    • 3527
    • Uwe
    • Dettingen am Albuch

    #31
    AW: Wartungsarbeiten am Heli

    Mache eine Vor- und Nachflugkontrolle. Sichtkontrolle aller Teile, prüfe ob der Kreisel und Empfänger sowie Regler noch korrekt sitzen, sowie die Verbindungen. Mehr mache ich nicht.
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    • Piranha
      Member
      • 30.03.2006
      • 119
      • Kai

      #32
      AW: Wartungsarbeiten am Heli

      Hallo!

      Im Vergleich zu manntragenden Hubschraubern sehe ich einige Unterschiede zu unseren Modellen:

      1.
      Manntragende Hubschrauber unterliegen eindeutigen Betriebsgrenzen. Innerhalb dieser Betriebsgrenzen wird garantiert, dass das verwendete Material bei Ausführung der vorgesehenen Wartungsintervalle die vorgesehene Laufzeit hält.

      Bei Modellen gibt es keine vom Hersteller vorgesehenen Betriebsgrenzen und ich habe angesichts manch kreischender 3D-Kiste oft den Eindruck, dass der Modellflieger glaubt es gibt überhaupt keine Grenze. Aber weit gefehlt! Irgendwann ist das Material der Belastung nicht mehr gewachsen.


      2.
      Manntragende Hubschrauber erreichen Laufzeiten von tausenden (zehntausenden Stunden). Zwischen den Wartungsintervallen liegen 50 bis 100 Stunden. Eine komplette Revision ist z. B. bei einer R44 sogar erst nach 2200 Stunden fällig.

      Bei manchem Modell muss man froh sein wenn es 50 Stunden überhaupt absturzfrei übersteht. Und zwar nicht wegen Steuerfehler sondern wegen Materialversagen. Solange Qualität bei einigen "Marken" ein Fremdwort ist darf das nicht verwundern. Da werden Billigst-Lager verbaut, die den Belastungen nicht gewachsen sind, laufen untermaßige Wellen ein, zerlegen sich Kupplungen, zerspanen sich Zahlnräder, reißen Reihmen. Bei vielen Modellen hat man den Eindruck, dass dieses Modell niemals einen fähigen Konstukteur gesehen hat! Und der Modellflieger denkt: Billig will ich, Chinaware bestens, hat ja Geld gekostet, wird also schon halten, ich geb Gas, ich will Spass!


      Ich habe auch schon mal ein davonfliegendes Rotorblatt gesehen: Bei einem DNHP 50. Da waren die Blatthalter mit 4mm Muttern auf der Blattlagerwelle befestigt. Der Kern der M4-Gewinde beträgt 3,2 mm. Da mag sich jeder selber ausrechnen wievbiel das hält und welche Kräfte tatsächlich auftreten.

      Eine M5-Schraube der Qualität 8.8 hält 800 Newton pro Quadratmillimeter, die Streckgrenze liegt bei 640 Newton pro Quadratmillimeter. Dies sollte reichen um die üblichen Kräfte aufzufangen und die Blatthalter an davonfliegen zu hindern. Sachgerechte Montage vorausgesetzt. Manchmal sieht man ja, wie Schrauben mit Gewalt angezogen werden.

      Ich habe hier eine wunderschöne Sammlung defekter Drucklager: Allesamt mit eingedrückten Kugeln in den Laufflächen. Von 60er Hubschraubern, die mit Drehzahlen um 1400 UPM betrieben wurden. Defekte die nach weniger als zwei Laufstunden auftraten. Soll man soetwas durch Originalteile ersetzen, wenn das Originalmaterial seitens des Herstellers schon mangelhaft ist? Da hilft nur noch der Austausch des gesamten Blatthalters durch ein Exemplar mit größerene Drucklagern. Und wenn etwas für die auftretenden Belastungen konstruiert wurde hält es auch eine sehr beachtlich lange Zeit. Solange man innerhaklb der Grenzen bleibt, für die es konstruiert wurde.

      In Servos z. B. steckt man nicht drin. Wenn es zittert ist der Fall kar: Es muss raus! Ansonsten ist Wartung fast nicht möglich. Ebenso bei sonstiger Elektronik. Entweder sie geht oder geht nicht. Und der Fall "geht nicht" tritt von jetzt auf gleich auf. Deshalb meine Deviese: Je weniger Elektronik um so besser. (Ja: Ich fliege nach wie vor mit Stabistange und ohne V-Stabi!)

      Ich achte auf ausgeleierte Kugelgelenke, rauh laufende Lager, abgenutzte Zahlnräder. Wenn die Teile auffällig sind werden sie gewechselt, vorher nicht. Ich öle regelmäßig die Rotorwelle im Bereich der Taumelscheibe und die Heckrotorwelle im Bereich der Schiebehülse. Insbesondere achte ich aber auf nicht zu hohe Drehzahlen und nicht zu grobe Steuereingaben.

      Ist schon klar: Mit mäßigen Drehzahlen und kleinen Steuerkräften kann man kein 3D fliegen. Aber was war die erste Lektion die mir mein Fluglehrer (manntragende Fliegerei) erteilte: ßberschreite NIEMALS die Betriebsgrenzen und vermeide unter allen Umständen grobe Steuereingaben. Und oh Wunder: Wenn man das auch bei Modellen beherzigt reduziert sich der Verschleiss dramatisch und Abstürze aufgrund von Materialversagen sind mir in den letzten 15 Jahren intensivem Modellfliegens bis auf eine einzige ausnahme (Sevoausfall) erspart geblieben.

      Dass man mit diesen Aussagen den selbsternannten 3D-Experten, die immer der Ansicht sind noch mehr Drehzahl und noch mehr Leistung wären der Schlüssel, bestenfalls Mitleid entlockt, ist mir klar.

      Gruß

      Kai
      Zuletzt geändert von Piranha; 04.01.2010, 15:57.

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      • pictom
        pictom

        #33
        AW: Wartungsarbeiten am Heli

        Kai, du hasst es genau auf den Punkt gebracht

        Ich mach es so: -

        -Zuhause: Laden der Akkus, Kontrolle der Servos und Kontrolle aller Gestänge und Rotorblätter.
        -"Vorflugkontrolle" sprich Sichtkontrolle aller beweglichen Teile des Rotorkopfes und des Hecks. inkl Kugelköpfe. (auf dem Flugfeld)
        -Ruder Check ob alles korrekt läuft (bevor der Rotorkopf dreht)
        -Hochfahren auf Betriebsdrezahl mit erneutem, kurzen Check der Steuerfunktionen.
        -Nach der Landung Sichtinspektion
        Dann nach dem Flugtag beim Reinigen Kontrolle irgendwelcher Verschleisspuren und nach dem Putzen wird der Heli dann zuhause abgestellt bis zum nächsten "Einsatz"

        Klingt nach viel Arbeit, ist aber mit der Routine schnell erledigt und mann ist sich sicher nix vergessen zu haben.

        Gruss
        Tom

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        • nopost123
          Member
          • 14.09.2009
          • 516
          • Norbert
          • Altenberge, FMSC-Steinfurt

          #34
          AW: Wartungsarbeiten am Heli

          Hallo Hubigemeinde
          Gestern brachte mir ein Hubikollege einen T-Rex 500 aus der Bucht zur ßberprüfung vorbei. Schöne rote GFK-Haube, Seitenteile aus Alu, Rotorkopf aus Kunststoff, Zahnriemen aus schwarzem Material. Bei genauerer Betrachtung beschlich mich der Verdacht, dass es sich hierbei um eine der chinesischen Raubkopien handeln würde.
          Volgende Dinge vielen mir auf: Rotorblatt im Nasenbereich - aussen durchgeschliffen auf ca. 8mm Länge,- Kugellager der Mischhebel werden mit einer Schraube mit Spiralgewinde (Für Kunststoff) befestigt. Keine Führung für den Innenring! Madenschrauben lassen sich nicht lösen da der Schlüssel durchdreht. Inbußschrauben der Blatthalter haben zwar einen sehr schön passenden Bund, aber keinerlei Bezeichnung bezüglich der Güteklasse!!!(z.B.8.8) Ansteuerwippe auf der Hillerstange weist ein Axialspiel von 0,6mm auf. Ein Kugelkopf auf der Wippe fällt so wieder herunter. Die Blatthalter hatten eine Grau-schwarze Farbe. Es scheint keine Glasfaserverstärkung mit dem Kunststoff verspritzt worden zu sein. Führungsgestänge für die Heckrotoransteuerung ist vom Durchmesser deutlich größer als das Heckrohr. Kennt jemand den Hersteller einer solchen Raubkopie?
          Mir viel in diesem Zusammenhang der Kommentar von Tobias bezüglich der Originalteile ein. Wer sowas verbaut riskiert Kopf und Kragen. Da der Hersteller aber wahrscheinlich in China sitzt ist in diesem Fall der Betreiber der Dumme. So etwas ist schlicht unkalkulierbarer Schrott. Die möglichen Folgen werden ja sehr schön in dem Video "Hubis explodieren" dargestellt. Manchmal trifft der alte Spruch: "Ich verdiene zu wenig um mir billiges leisten zu können" halt doch zu.

          Zurück zum Thema Wartung. Immer nur qualitativ einwandfreies Material aus vertrauenswürdiger Quelle verbauen.

          mfG

          Norbert
          Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

          Kommentar

          • ranger1311
            ranger1311

            #35
            AW: Wartungsarbeiten am Heli

            ich prüfe vor und nach jedem flug.....sichtprüfung und einfache tastprüfung reicht......ansonsten wenn ich langeweile habe wird genauer nachgesehen und evtl. geschraubt...aber nicht übertreiben...kaputt pflegen geht auch

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            • AndyF
              AndyF

              #36
              AW: Wartungsarbeiten am Heli

              Zitat von Ersatzteilkäufer Beitrag anzeigen
              Zum Beispiel löst sich beim 500er Rex
              regelmässig der top jesusbolt nach dem 5ten Akku ist nachziehn angesagt
              ansonsten entwickelt der Heli ein eigenleben im Flug.

              Gr. Sascha
              Hallo zusammen

              was bitte ist mit top jesusbolt gemeint *

              gruß Andreas

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              • Moskito561
                Moskito561

                #37
                AW: Wartungsarbeiten am Heli

                Zitat von AndyF Beitrag anzeigen
                Hallo zusammen

                was bitte ist mit top jesusbolt gemeint *

                gruß Andreas
                Hallo


                Jesusbolt ist die Schraube ,welche den Kopf mit der Hauptrotorwelle verbindet,
                weil es so aussieht wie ein Kreuz ,
                denke ich mal, das man den dann Jesusbolt (Jesusbolzen) getauft hat

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                • Stephan B
                  Stephan B

                  #38
                  AW: Wartungsarbeiten am Heli

                  Hallo,
                  wie Kai schon schrieb Betriebsgrenzen (Drehzahl, Steuereingaben) respektvoll einhalten, und - wohl meine persönliche Paranoia: Plastikteile schonen. Hierzu gehört in meinen Augen möglichst dunkle (UV-arme bzw. freie) Lagerung.*
                  Wäre mal interessant, nach 0 und nach 10 Jahren eine Zerreisprobe mit nem hochbelastetem Kunststoffteil wie einem Blatthalter zu machen.

                  Viele Grüße,
                  Stephan

                  *das UV Kunststoffen zusetzt, sieht man schön bei uns am Flugplatz: früher hielten Windsäcke ohne Probleme mehrere Jahre, heute sind sie nach einer Saison für die Tonne...

                  Kommentar

                  • TurbuLenz
                    TurbuLenz

                    #39
                    AW: Wartungsarbeiten am Heli

                    Zitat von carlo1972 Beitrag anzeigen
                    Mir sind auch mal die Rotorblätter weggeflogen. Der Heli fiel wie ein Stein runter! Das habe ich nicht vergessen, seitdem gibt es alle 3 Akkus eine kleine Inspektion: Rotorblätter ab, Schrauben am Blatthalter checken. Riemenspannung checken, anderer Schrauben kurze Sichtung!

                    carlo
                    Vor sowas habe ich am meisten Angst. Ich habe die schrauben vom Blatthalter nicht besonders fest gezogen, weil ich denke, dass die Drucklager dann schwergängiger gehen. Ich habe sie gerade handfest, ohne viel kraft angezogen, jedoch habe ich viel sicherungslack ins gewinde gegeben. Ich will die schrauben demnächst mal auf ihren Sitz überprüfen, dabei stelle ich mir aber die Frage:
                    Ist es notwendig, dann erneut sicherungslack aufzutragen, da ich ja die haftende Lachschicht zwischen innen- und außengewinde breche, oder reicht es aus, die Schraube nachzuziehen?

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