Servus Stefan!
Das Lesen deiner Zeilen hat mich schwer getroffen und ich glaube mir so einigermaßen vorstellen zu können, wie du dich fühlst.
Auch ich habe vor einigen Jahren einen sehr geliebten Menschen verloren, der mich zum Modellbau gebracht hat - meinen Großvater. Ich verbrachte die meiste Zeit meiner Kindheit mit ihm. Er war immer für mich da, egal um was es gegangen ist.
Ich konnte mich damals nicht mehr von ihm verabschieden und machte mir deshalb sehr lange Vorwürfe - was ich hätte tun müssen..., warum ich es nicht so gemacht habe und und und...
Zu dieser Zeit waren alle meine Modelle einfach tabu, weil mich einfach alles an ihn erinnerte, an erlebte Situationen, an den gemeinsamen Zusammenbau usw.
Ich wollte einfach nichts mehr davon wissen, hatte meine gesamte Euphorie verloren. Es ging einfach nicht mehr. Auch mein übriges Leben erschien mir sinnlos, es gab da nur ein riesiges Loch, das er hinterlassen hatte.
Dein Schicksalsschlag wiegt um ein vielfaches schwerer, das ist sicher!
Du darfst dir auf keinen Fall Vorwürfe machen. Du hast alles gemacht, was dir möglich war, hast die Rettung gerufen, hast darauf geachtet, dass eure Kinder versorgt sind, bist ins Krankenhaus gefahren und vor allem du warst deiner Frau immer ein guter Mann! Mehr hättest du nciht machen können, Stefan.
Auch wenn es leicht dahin gesagt ist, versuche die Zeit nach dem Abschied nicht damit zu verbringen, dir Gedanken darüber zu machen, was du hättest tun können. Versuche, nicht immer wieder das schreckliche Erlebnis im Kopf durchzugehen.
Errinere dich an die schönen Zeiten, die du mit deiner Frau und euren Kindern erlebt hast. Weine, wenn dir danach ist... schreib uns hier im Forum, beschäftige dich mit euren Kindern -sei für sie stark- schau, dass ihr unter Leute kommt, unterhalte dich mit Freunden, Bekannten und - wenn du wirklich glaubst du schaffst es nicht mehr - nimm professionelle Hilfe in Anspruch.
Kämpfe dich - im Sinne deiner Frau - und für deine Kinder in das Leben zurück, gib dich nicht auf. Deine Frau ist immer bei dir, in deiner Erinnerung, in deinem Herzen und - auch wenn ich kein religiöser Mensch bin - halte ich doch an dem Gedanken fest, dass ihr irgendwann wieder vereint sein werdet!
Bei uns in ßsterreich gibt es Beratungszentren. Hier kann man u.a. eine Gesprächstherapie machen. Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist. Jedenfalls ist es keine Schande, soetwas in Anspruch zu nehmen.
Wie ich oben beschrieben habe, war für mich das Modellfliegen auch lange tabu. Irgendwann kam dann aber der Tag an dem ich mir in den Kopf gesetzt hatte, mein Hobby "zu Ehren meines Großvaters" weiterzuführen.
Ein Flugzeug (Robbe Puma), welches er gebaut hatte, fliegt auch heute noch. Immer wenn ich mit diesem "Vogel" in die Lüfte steige, fühle ich mich ihm näher!
Mein herzliches Beileid!
Daniel

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