Rotorblätter richtig auswuchten

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  • osiris81
    Member
    • 27.08.2013
    • 724
    • Rico

    #1

    Rotorblätter richtig auswuchten

    Hi,

    ich habe mich in letzter Zeit ein bisschen mit dem Auswuchten von Rotorblättern befasst und möchte das Ganze hier mal zusammenfassen.

    Die Theorie dahinter ist, wie sicher vielen bereits bekannt, hier sehr gut beschrieben:


    Ich möchte mich zur Theorie auch gar nicht weiter äussern, sonder nur zeigen, wie ich das Momentan in der Praxis umsetze

    Kurz zusammengefasst müssen wir ja zwei Dinge erreichen:
    1) Gewicht der Blätter muss identisch sein
    2) Die Blätter müssen in Balance sein

    Zuerst kurz zum Messen des Gewichts:
    Mit den kleinen 200-X Gramm Waagen muss man vor allem bei grösseren Blättern aufpassen, wie man das Blatt auf die Waage legt. Kurz gesagt: Der Blattschwerpunkt muss in der Mitte der Waage liegen.

    Dazu muss zuerst der Schwerpunkt jedes Blattes markiert werden (auf Stift rollen), zusätzlich hilft es, auf der Waage die Mitte zu markieren.

    Hier als Beispiel drei mal dasselbe Blatt gemessen, einmal richtig, zweimal falsch (Das Blatt lag bei jeder Messung nur auf der Waage und kam nirgends sonst an). Das sind knapp 0.3 Gramm Unterschied, bei 2 Blättern also bis zu 0.6 Gramm!



    Weil letzthin noch die Kritik kam, dass das Wuchten nichts bringt und die erste Fliege die Arbeit zunichte macht, hier nochmals dasselbe Blatt von allen Rückständen befreit (und da war einiges drauf )



    Also nur 0.05 Gramm weniger, beim anderen Blatt waren es 0.04 Gramm, insgesamt verursachte die ganze Verunreinigung also genau 0.01 Gramm Gewichtsunterschied und das ist nun wirklich vernachlässigbar.

    Zum Ausbalancieren verwende ich nun ausschliesslich Methode B:



    Die Blätter werden dabei mit Hilfe der Tischkante ausgerichtet:



    Das Bild ist von vlk, vielen Dank für den Tipp nochmals!

    So, nun aber zum Auswuchten:
    1. die Blätter werden gewogen, das leichtere Blatt wird markiert, ich nenne dieses nun Blatt1, das Schwerere ist Blatt2
    2. die Blätter werden auf die Auswuchthilfe geschraubt, nun gibt es zwei Fälle

    I) Das leichtere Blatt (Blatt1) geht nach oben


    Die Blätter kommen nochmals auf die Waage, auf dem leichteren Blatt wird nun der Gewichtsunterschied mit einem Stück Tesa am Blattende korrigiert (entweder so lange probieren bis es passt, oder ausrechnen, wieviel Tesa es dafür braucht).
    Die Blätter wieder auf die Auswuchthilfe schrauben. Wiederum gibt es zwei Fälle:
    I.1) Blatt1 geht nun nach unten: Tesa abmachen und weiter innen (Richtung Wurzel) wieder ankleben, dies solange machen, bis die Blätter in Waage sind. fertig. Wer sicher sein will, kann sich die Position des Tesa markieren und nochmals (identische Länge) neues Tesa draufmachen.
    I.2) Blatt 1 geht immer noch nach oben: wie Fall II behandeln, jedoch Tesa bei Blatt 1 am Blattende, bei Blatt2 an der Wurzel

    II) Das leichtere Blatt (Blatt1) geht nach unten



    Die Blätter kommen nochmals auf die Waage, auf dem leichteren Blatt wird nun der Gewichtsunterschied mit Tesa an der Blattwurzel korrigiert.
    Die Blätter wieder auf die Auswuchthilfe, Blatt1 geht natürlich immer noch nach unten! Nun identische Längen von Tesa bei Blatt1 an der Wurzel, bei Blatt2 am Blattende aufbringen. Den Vorgang so lange wiederholen, bis die Blätter in Waage sind. fertig.

    Fall II ist insbesondere bei Heckrotorblättern sehr ungünstig, da der Unterschied zwischen Wurzel und Blattende wenig ausmacht und deshalb unter Umständen viel Tesa benötigt wird, bis die Balance stimmt.
    Angehängte Dateien
    OXY 2, T-Rex 450/470/500x/600, Embla 450e, Protos 500, Alien 500
  • Johnny
    OMPHOBBY
    • 27.11.2010
    • 5663
    • Jonas
    • Wherever

    #2
    AW: Rotorblätter richtig auswuchten

    ...und die Schwerpunkte? Wenn die nach dem Wuchten nicht identisch sind bringts nämlich nix
    Jonas
    OMPHOBBY M7, M6, M5, M4 MAX, M4, M2 V3 PRO & M1 EVO

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    • osiris81
      Member
      • 27.08.2013
      • 724
      • Rico

      #3
      AW: Rotorblätter richtig auswuchten

      Zitat von Johnny Beitrag anzeigen
      ...und die Schwerpunkte? Wenn die nach dem Wuchten nicht identisch sind bringts nämlich nix
      Es müssen entweder die Schwerpunkte oder die Massen ausgeglichen werden, beides ist nicht nötig. Hier ein Auszug aus dem Link:

      Damit sind wir beim Angleichen der Blattschwerpunkte und/oder Masse. Zum Auffinden und Angleichen der Blattschwerpunkte gibt es auch viele verschiedene Vorschläge, von einfach (Rasierklinge, Lineal, über Welle rollen, Laser, usw.) bis kompliziert (Einzelblatt-Waagen, Taxis Waage). Vermutlich kann mit diesen Methoden der Blattschwerpunkt genau bestimmt werden. Aber es kommt ja nicht auf die genaue Bestimmung für ein einzelnes Blatt an, sondern darauf, dass die Schwerpunkte der zwei Blätter genau übereinstimmen! Wie gut wird das wohl gehen? Stellen wir die Frage anders. Da, wenn die Fliehkraft-Bedingung erfüllt is, es im Prinzip egal ist ob die Blattschwerpunkte oder die Massen ausgeglichen werden, können wir uns zunächst ansehen wie gut das für die Massen geht.
      OXY 2, T-Rex 450/470/500x/600, Embla 450e, Protos 500, Alien 500

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      • Feinkostgewölbe
        Member
        • 14.04.2015
        • 431
        • Michael
        • Bielefeld/Wild

        #4
        AW: Rotorblätter richtig auswuchten

        bla bla stand hier
        Zuletzt geändert von Feinkostgewölbe; 01.08.2016, 07:10.

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        • siXtreme
          Senior Member
          • 05.06.2001
          • 3920
          • Robert

          #5
          AW: Rotorblätter richtig auswuchten

          Hallo Osiris 81,

          schön daß du dir die Arbeit gemacht hast mit diesem Beitrag hier.
          Aber:
          solange du aber nur statisch wuchtest (und das auch noch falsch), und das dynamische wuchten weglässt, ist der Aufwand umsonst.
          Zudem laufen die Blätter dann immer nicht nicht richtig sauber.

          Gruß Robert
          Luftakrobat.

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          • Thomas L.
            Senior Member
            • 14.02.2013
            • 2890
            • Thomas

            #6
            AW: Rotorblätter richtig auswuchten

            Hallo Robert,

            meine FBL Helis liefen nach dem statischen wuchten bisher immer so gut, dass dynamisches wuchten nicht mehr notwendig war. - Das war bei meinen Paddelhelis nicht immer so und wurden dann auch dynamisch gewuchtet, was immer ein sehr großer Zeitaufwand war.
            Mich, und vielleicht auch andere, würde Interessieren wie Du dynamisch wuchtest ?

            Grüßle Thomas

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            • buell47
              Senior Member
              • 11.12.2014
              • 4161
              • Frank
              • Wedemark (Wildflieger)

              #7
              AW: Rotorblätter richtig auswuchten

              Ich hatte beim durchlesen von Post#1 mich auch gleich gefragt, wo das dynamische Wuchten bleibt.

              Ich sehe die Methode auch nicht als perfekt an, da der Vorlauf durch den außer Acht gelassen Schwerpunkt doch gar nicht stimmen kann.

              Zumindest hab ich es immer anders gemacht. Vielleicht auch nicht perfekt, aber besser als nur statisch denke ich.
              Falsch war es garantiert nicht, denn auch bei mir laufen die Blätter so perfekt, das ich keine Probleme habe.
              Goblin 700CE, Cool Kosmik 200, Pyro 800, MKS X8, Spirit, Jlog
              Jeti DS-16 Red Carbon, REX7

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              • Ulli600
                Senior Member
                • 02.07.2012
                • 4223
                • Ulrich
                • Hamburg

                #8
                AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                Zitat von osiris81 Beitrag anzeigen

                Kurz zusammengefasst müssen wir ja zwei Dinge erreichen:
                1) Gewicht der Blätter muss identisch sein.
                An welcher Stelle wird das denn berücksichtigt/kontrolliert?? Du änderst doch nur die Position, nicht aber das Gewicht vom Tesa, oder?
                Mindestens haltbar bis: 17.04.2020

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                • osiris81
                  Member
                  • 27.08.2013
                  • 724
                  • Rico

                  #9
                  AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                  Zitat von siXtreme Beitrag anzeigen
                  solange du aber nur statisch wuchtest (und das auch noch falsch), und das dynamische wuchten weglässt, ist der Aufwand umsonst.
                  Zudem laufen die Blätter dann immer nicht nicht richtig sauber.
                  Hallo Robert,

                  ich habe mich an die Erkenntnisse und Anweisungen aus dem Link aus Post #1 gehalten. Wenn also falsch, dann muss

                  a) der Artikel falsch sein
                  b) ich etwas davon falsch umgesetzt haben (dazu bitte meine Anleitung mit der Anleitung im Artikel vergleichen)

                  bezüglich statischem und dynamischem Wuchten zitiere ich kurz aus dem Artikel:

                  An dieser Stelle sei gleich geklärt: Der Sprachgebrauch -statisches- und -dynamisches- Wuchten ist schlicht falsch. Alle mir bekannten im Web verfügbaren Literaturstellen (außer natürlich RC-Heliseiten) sind da absolut eindeutig:

                  -Statisches Auswuchten => Schwerpunkt liegt auf der Drehachse
                  -Dynamisches Auswuchten => Drehachse stimmt mit einer Hauptträgheitsachse überein

                  ...

                  Bei keiner der (mir bekannten) Wuchtmethoden im RC-Helibereich geht es darum die Drehachse mit einer Hauptträgheitsachse in ßbereinstimmung zu bringen, d.h., alle unsere Methoden sind -statisch-.
                  OXY 2, T-Rex 450/470/500x/600, Embla 450e, Protos 500, Alien 500

                  Kommentar

                  • osiris81
                    Member
                    • 27.08.2013
                    • 724
                    • Rico

                    #10
                    AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                    Zitat von Ulli600 Beitrag anzeigen
                    An welcher Stelle wird das denn berücksichtigt/kontrolliert??
                    In beiden Fällen (I + II) wird zu Beginn der Gewichtsunterschied ausgeglichen. Danach wird das Tesa nur verschoben oder auf beiden Blättern gleich viel dazugefügt, die Blätter bleiben dabei also immer gleich schwer.
                    OXY 2, T-Rex 450/470/500x/600, Embla 450e, Protos 500, Alien 500

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                    • Ulli600
                      Senior Member
                      • 02.07.2012
                      • 4223
                      • Ulrich
                      • Hamburg

                      #11
                      AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                      Zitat von Ulli600 Beitrag anzeigen
                      An welcher Stelle wird das denn berücksichtigt/kontrolliert?? Du änderst doch nur die Position, nicht aber das Gewicht vom Tesa, oder?
                      Sorry, war Blödsinn
                      Mindestens haltbar bis: 17.04.2020

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                      • Reiner Fuchs
                        Mitarbeiter Hempel KG
                        • 27.09.2008
                        • 2373
                        • Tayfun
                        • 52.042275,10.468926

                        #12
                        AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                        Rotorblätter richtig auswuchten!

                        diese Anleitung ist ganz nett gemacht nur "RICHTIG" ist das kaum.

                        hier mal eine alte aber sehr gut beschriebene Anleitung "zum guten Wuchten"



                        Dynamisch Wuchten spielt sich eigentlich axial ab, lässt sich aber bei 3-5mm nicht verwirklichen
                        Zuletzt geändert von Reiner Fuchs; 01.08.2016, 10:24.
                        Warp360, LOGO 600SX, LOGO 700 VTX, Hammer V3, DS-24, DX9

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                        • Xeno
                          Senior Member
                          • 25.08.2013
                          • 1308
                          • Carsten

                          #13
                          AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                          Ich markiere mir bei den Blättern die Schwerpunkte (Kipp-Punkt über Rundachse). Dann halte ich die Blätter nebeneinander und wenn die Schwerpunktpositionen abweichen wird das mit Tesa korrigiert, bis beide Blätter an der gleichen Stelle den Schwerpunkt haben.

                          Danach Schraube ich die Blätter zusammen und Klebe solange Tesa auf den Schwerpunkt des leichteren Blattes bis die Blätter gleich schwer sind. Das könnte man auch mit einer Waage machen statt dem zusammen schrauben und ausbalancieren.

                          Keine Ahnung ob das so wissenschaftlich und optimal richtig ist, aber es funktioniert bisher bei allen Helis wunderbar.
                          Helis, Flächen, Copter, FPV

                          Kommentar

                          • Rolli
                            Senior Member
                            • 22.08.2006
                            • 2403
                            • Rolf
                            • auf allen Feldwegen

                            #14
                            AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                            Zitat von Xeno Beitrag anzeigen
                            Ich markiere mir bei den Blättern die Schwerpunkte (Kipp-Punkt über Rundachse). Dann halte ich die Blätter nebeneinander und wenn die Schwerpunktpositionen abweichen wird das mit Tesa korrigiert, bis beide Blätter an der gleichen Stelle den Schwerpunkt haben.

                            Danach Schraube ich die Blätter zusammen und Klebe solange Tesa auf den Schwerpunkt des leichteren Blattes bis die Blätter gleich schwer sind. Das könnte man auch mit einer Waage machen statt dem zusammen schrauben und ausbalancieren.

                            Keine Ahnung ob das so wissenschaftlich und optimal richtig ist, aber es funktioniert bisher bei allen Helis wunderbar.
                            Ja, so mache ich das auch, abweichend davon klebe ich nicht mit Tesaband, sondern sprühe an der Unterseite mit Klarlack ,bisher mit besten Erfolg
                            Rolf
                            MC 22, IISI V2 und Einzelzellenüberwachung sind meine treuen Begleiter.

                            Kommentar

                            • ThomasC
                              Senior Member
                              • 10.02.2012
                              • 3963
                              • Thomas
                              • Giessen

                              #15
                              AW: Rotorblätter richtig auswuchten

                              Vielleicht hab' ich's übersehen, aber in diesem Thread wurde bisher noch nicht auf den Vorlauf eingegangen, der dritte Faktor im Spiel. Ich selbst wuchte aufgrund guter Erfahrungen zum Teil nur näherungsweise, erschlage aber gleich drei Fliegen mit einer Klappe:

                              - Ist der Schwerpunkt des beim Wiegen nach oben gehenden Blattes weiter innen, klar, am äußeren Ende kleben, wurde ja schon beschrieben, ansonsten am inneren Ende (ich spare mir damit das Tesa in der Mitte)
                              - hat das nach oben gehende Blatt zusätzlich einen geringeren Vorlauf, verwende ich lange, SCHMALE (halbierte) Tesastreifen und sorge dafür, daß sie sich im Bereich der windabgewandten Seite (Blatthinterkante) ßBERLAPPEN und somit den Vorlauf erhöhen. Dabei ist darauf zu achten, daß der Wind sich nicht unter den Tesastreifen drücken kann (Reihenfolge der ßberlappung ist also WICHTIG!!)
                              - Hat das nach oben gehende Blatt hingegen mehr Vorlauf, wird mit kurzen, breiten Tesastücken gearbeitet, die an der Blattvorderkante nebeneinander geklebt werden, sodaß sich der Vorlauf verringert.
                              - Ziel ist immer eine perfekte Balance auf der Blattwaage. Bei guten Blättern reicht das wirklich völlig aus!

                              Bisher hatte ich damit beste Ergebnisse. Allerdings, wenn die Blätter überhaupt nicht zueinander passen, werden sie entsorgt und vernünftige Hardware angeschafft. Schrottblätter wuchte ich nicht mehr. Auch gute / sehr gute, ab Hersteller gematchte Blätter (Blattschmied, Spinblades etc.) wuchte ich. Die anzuwendenden Korrekturen sind dort meist minimal. Wichtig ist für mich, daß ich alle drei Fehler gleichzeitig minimiere (wie erwähnt, ich ziele nur auf die perfekte statische Balance ab, die übrigen Parameter werden lediglich in die richtige Richtung korrigiert, sind aber meist schon nahe Null)

                              Gruß

                              ThomasC
                              Zuletzt geändert von ThomasC; 01.08.2016, 11:59.
                              Es könnt' alles so einfach sein - isses aber nicht

                              Kommentar

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