Rotorblätter selbstgebaut

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  • nopost123
    Member
    • 14.09.2009
    • 516
    • Norbert
    • Altenberge, FMSC-Steinfurt

    #31
    AW: Rotorblätter selbstgebaut

    Hallo Dieter
    Solltest du dich erst einmal mit der Blattaufbau- und Laminat-Technik beschäftigen wollen, so kann man mit Farbpasten recht gute Ergebnisse erreichen. Bei meinen Blättern verwende ich rot bzw. grau. Grau passt mehr zum Vorbildähnlichen aussehen und läst sich gut laminieren.Es wird erst dünn eine vorwiegend deckende 1. Schicht eingestrichen. Geliert die Deckschicht streiche ich eine weitere eingefärbte Schicht mit Andickung von Baumwollflocken. Nur soweit andicken das kein Harz mehr abläuft. Jetzt wird in einem Rutsch mit dünnflüssigem Harz weiterlaminiert.

    Viel Erfolg beim weiteren Experimentieren

    mfG

    Norbert
    Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

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    • cappy
      cappy

      #32
      AW: Rotorblätter selbstgebaut

      Ich verstehe zwar nur die Hälfte von dem was ihr hier schreibt, aber meinen Respekt für Eure Arbeit habt ihr!

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      • coptery
        coptery

        #33
        AW: Rotorblätter selbstgebaut

        Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert




        Das erste Blatt ist der Form entschlüpft.

        Länge: 500mm
        Tiefe: 30mm
        Dicke: 3,7mm

        Gewicht: 66g (davon 14g Blei)
        Vorlauf: 0°
        Blattanschluß: 6mm dick, 3mm Bohrung

        Oberfläche: Deckschichtharz Gelcoat weiß eingefärbt.
        Laminat unten: 1Lage 45°, 1Lage 0°
        Laminat oben: 1Lage 45°, 1Lage 0°, 1Lage 45°
        Auge mit Messingeinlage
        50K Rowing um Messing herumgelegt bis in die Blattspitzen geführt
        Kein Schaumkern sondern mit Harz und weiterem 50k Rowing komplett gefüllt.

        Ich werde jetzt noch ein paar Blätter machen, aber dann wird es Zeit, wieder an meiner großen Lama weiter zu bauen. Wahrscheinlich werden wir den Bau einer 3fach Form aus Alu angehen. Da zieht sich der Bau eines Blattsatzes nicht über mehrere Tage hin.

        Demnächst werde ich aber noch das Ersetzten der Deckschicht durch Einbringen einer Lackschicht in die Form ausprobieren. Es ist relativ schwierig eine dünne gleichmäßige Schicht Gelcoat in die Form einzubringen. Bei zwei Stunden Gelierzeit läuft das Harz auch immer wieder an die tiefste Stelle der Form. Lack in meheren Lagen aufgesprüht hält auch auch den mehr oder weniger senkrechten Stellen der Form. Bei 3,7mm Blattdicke nimmt mir die Deckschicht aus Gelcoat auch zu viel vom Volumen weg. Lieber mehr Glasfaserlagen.

        Jezt bin ich gerade am ßberlegen, wie ich einen Zugtest durchführen kann.
        Bei 66g und einer geplanten Drehzahl von 1200U/min ist doch eine Zugkraft von 500N am wirken. Ich denke hier an eine Hebelmechanik mit einem ßbersetzungsverhältnis 1:10 und einem Eimer Wasser den ich definiert befülle. Am Fixlager ist das Blatt im Auge befestigt, auf der anderen Seite irgendwie durch Klebestreifen (Gaffatape) auf Ober- und Unterseite. Einen Sicherheitsfaktor von 2 möchte ich schon haben.


        Dieter

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        • nopost123
          Member
          • 14.09.2009
          • 516
          • Norbert
          • Altenberge, FMSC-Steinfurt

          #34
          AW: Rotorblätter selbstgebaut

          Hallo Dieter
          Den Zugtest kannst du mit einer Hebelmechanik gut durchzuführen. Dieses Verfahren wende ich auch immer an zum Testen von Rotorkopf-Komponenten. Ich verwende dazu ein Hebelverhältnis von 1:20. (Bei 1T wird mir das Gegengewicht zu schwer.) Das Prinzip mit dem Wasserbehälter funktioniert auch sehr gut. Mach auf jeden Fall auch einen Langzeittest mit z.B. 30% ßberlast. Ich habe es schon erlebt das nach Stunden sich dann ein Bauteil "zerlegt" hat. Dieser Test simuliert die Alterung eines Bauteiles.
          Deine angepeilte Drehzahl von 1200 U/min hat mich erstaunt. Das ist sehr niedrig. Ich habe mal einen Rotordurchmesser von 1,12m angenommen. Dabei würde sich eine Blattspitzengeschwindigkeit von 253 km/h einstellen. Meine Rotoren betreibe ich bei 1,58m DRM mit 370 bis 450 Km/h. Meine sehr leichte große Bell 47 hat bei 800 U/min und 1,82m RDM eine Drehzahl von 273 Km/h. Ab 1700 U/min dürftest du aber bei Blattspitzenwerten von > 350 U/min eine gute Steuerfolgsamkeit ohne "Unarten" erwarten dürfen. Niedrige Blattspitzenwerte erfordern im Allgemeinen eine sehr weiche Dämpfung der Schlagbewegung. Desweiteren vergrößern sich die Schwenkwinkel der Blätter deutlich.

          mfG

          Norbert
          Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

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          • coptery
            coptery

            #35
            AW: Rotorblätter selbstgebaut

            So Leute,

            alle die dachten, ich gebe auf, muß ich leider entäuschen. Nun die Lama im augenblicklichen Stand mit Rotorblättern "Do it yourself". Rotordurchmesser ist nun 1220mm.

            Es bleibt spannend. Ein bisschen gedreht haben die Blätter sich schon. Da ich allerdings noch keine Zugtests gemacht habe, ließ ich die ganze Sache sehr verhalten mit 3S etwas laufen. Das ist schon was anderes als meine kleine 450'er Lama (ist mit den selbstgemachten Blättern ja schon geflogen). Ich bekomme langsam Respekt vor dem Großen. Jetzt wird es Zeit, dass es beim Heck weitergeht.



            ßbrigens habe ich mal das "IN MOLD Painting" versucht. Natürlich noch ausserhalb des Blattbereiches, aber es funktioniert. Ich habe einen Bereich mit Acrylfarbe aus der Spühdose eingefärbt. Dann den Lack 24 Stunden durchtrocknen lassen. Anschließen drüber laminiert. Nach dem Aushärten des Laminates nimmt das Epoxy die Farbe beim Entformen mit. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass gut gewachst und poliert wurde. Es hat mich gewundert, dass der Acryllack aus der Dose schön gleichmäßig auf der gewachsten Oberfläche der Form liegengeblieben und nicht zusammengelaufen ist. Ich werde auch noch einen Versuch mit PU/Acryllack machen. Der soll strapazierfähiger sein als der normale Acryllack.


            @ nopost123.
            Ich fliege bei der kleinen Lama im Bild eine Drehzahl von 1600/min. Da sollte ich bei dem großen Brummer schon deutlich drunter gehen können. Mal sehen.


            Dieter
            Zuletzt geändert von Gast; 30.01.2011, 17:16. Grund: Erweiterung

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            • pfeiferl
              Member
              • 09.04.2008
              • 677
              • Georg
              • Salzburg

              #36
              AW: Rotorblätter selbstgebaut

              Hallo Dieter,

              ein kleiner Tip noch, wenn Du den Lack durch trocknen läßt.

              Wisch mit einem Lappen mit Aceton flott über den gehärteten Lack kurz bevor Du drauf laminierst.

              Damit geht das Harz eine bessere Bindung zum Lack ein und der Lack wird nicht so leicht abblättern.

              Viel Glück und alles Gute weiterhin, Georg
              Suzi Laos, AC 3X,
              RJX 800, AC 3X
              Robbe S4, AC 3X

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              • coptery
                coptery

                #37
                AW: Rotorblätter selbstgebaut

                So Leute, lange Zeit wars ruhig um dieses Projekt. Der Thread heisst eigentlich "Rotorblätter selbstgebaut". Ich will aber mal ein bisschen zeigen, was ich mit den Rotorblättern gemacht habe und wie's mit dem Gesamtprojekt weitergeht.




                jetzt war ich das erste mal im Freien. Nur ein bisschen schweben. Ein gigantisches Gefühl für jemanden, der bisher nur 450'er geflogen ist. Für alle, die's bis jetzt nicht verfolgt haben. Der Heli ist selbst konstruiert und gebaut. Das besondere ist das Antriebskonzept mit dem Motor huckepack dort, wo er eben bei einer Lama hingehört. Selbst gemacht sind Rahmen, Wellen, Taumelscheibe, Zentralstücke, Blatthalter, Blätter!!! und so weiter.
                Kaufteile sind Motor (HK), Sender (DX7) Empfänger (Orange 6ch), Stabi (3digi) Servos (Graupner DES) und natürlich Halbzeuge, Zahnräder und Lager.

                Stromverbrauch: 300mAh/Minute bei 3,5kg Abfluggewicht (inkl. Akku)

                kann mir mal jemand sagen, wo ich im Vergleich zu anderen 600'er Helis liege. Durch eine Abmagerungskur will ich auf jeden fall noch ein paar hundert Gramm runter. Die Kanzel (wird tiefgezogen) bringt nichts mehr dazu, weil ich jetzt aufgrund der Aufbauweise (bis auf den Akku und Blei alles hinter dem Schwerpunkt) 0,5kg Blei in der Nase habe.

                Bei der Drehzahl bin ich irgendwo zwischen 1500 und 1800 /min. Ich konnte es noch nicht genau messen. Auf jeden Fall ist das Geräusch genial. Wenn der Heli auf dem Boden steht, dann biegen sich die Blätter am Ende 5cm nach unten.

                Was ich noch machen will:
                Alles noch leichter, Scaleteile wie Kanzel, Tankatrappe, Heckschürze, Heckausleger aus Edelstahlrohr hartgelötet, Beleuchtung und vieles mehr. Bis jetzt war ja gar nicht klar, ob das Ding überhaupt in die Luft kommt. Aber jetzt bin ich wieder richtig motiviert.

                Natürlich muß ich das Flugverhalten sicher noch optimieren. Soll ja richtig ruhig und stabil in der Luft liegen. Bei Fahrt soll der Heli nicht aufsteigen, sich bei Pitch nicht drehen und vieles mehr.

                Die Bauzeit bis jetzt war ca. 1/2 Jahr.

                Wenn es jetzt noch eine Heliturbine in der Größe der Kolibri oder kleiner gäbe, könnte man auf dumme Gedanken kommen. Ich habe mir schon mal ein Buch über den Selbstbau von Turbinen zugelegt. Ihr wisst ja, "from stock" interessiert mich eigentlich garnicht. Billig ist's auch nicht. Die Teile mit einigen ßbermengen haben mich so viel gekostet wie ein 600'er aus dem Laden. ßber die Kosten für die Drehbank und die Fräsmaschine will ich garnicht mehr nachdenken. Aber das wollte ich schon immer mal haben.

                Allerdings kosten mich jetzt neue Rotorblätter nach einem Unfall gerade mal drei Stunden Arbeit und 3€.


                Dieter

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                • nopost123
                  Member
                  • 14.09.2009
                  • 516
                  • Norbert
                  • Altenberge, FMSC-Steinfurt

                  #38
                  AW: Rotorblätter selbstgebaut

                  Hallo Klaus
                  Schön zu sehen das es bei dir weiter geht. Die 300mA/min ist schon o.K. Mehrblattrotoren brauchen schließlich für mehr als zwei Blätter Strom.

                  mfG

                  Norbert
                  Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

                  Kommentar

                  • Klaus13
                    Klaus13

                    #39
                    AW: Rotorblätter selbstgebaut

                    Zitat von coptery Beitrag anzeigen
                    Stromverbrauch: 300mAh/Minute bei 3,5kg Abfluggewicht (inkl. Akku)

                    kann mir mal jemand sagen, wo ich im Vergleich zu anderen 600'er Helis liege.

                    Hallo Dieter,

                    mit den 300 mA liegst Du m.E. sogar sehr gut. Meine AS350 mit 600er Mechanik und 3-Blattkopf liegt eher so bei 500-600 mA/min, ist allerdings auch etwas schwerer.

                    Gruß Klaus

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                    • coptery
                      coptery

                      #40
                      AW: Rotorblätter selbstgebaut

                      So Leute

                      mittlerweile ist es ein bisschen weitergegangen. Es sieht ja toll aus, wie die Rotorblätter im Stand runterhängen. Ich hatte meinen Heli aber mal im Auto weil ich nach der Arbeit meinen Kollegen das Dingens mal zeigen wollte. Aber, oh schreck, die Blätter sind aufgrund der Wärme so weit runtergekommen, dass eines das Heckrohr gestreift hat. Ich konnte dann zwar fliegen indem ich dieses Blatt vor dem Anlaufen des Motors auf das Heckrohr gelegt haben. Die eine Runde war dann ausreichend, dass die Fliehkraft die Blätter in die Waagerechte gebracht hat. Allerdings ist das Flugverhalten auch etwas schwammig.

                      Deshalb habe ich mir jetzt noch Blätter mit Carbon anstatt Glasfaser gemacht. Die sind jetzt bocksteif und fliegen sich auch definierter. Um noch mehr Carbon möglichst weit nach aussen zu bringen habe ich auf das Gelcoat verzichtet und sofort in die Form laminiert. Die dabei entstandene Carbonoptik ist zwar noch verbesserungswürdig und braucht jetzt noch eine Lackschicht hinterher drüber.

                      Habt ihr mir einen Tip, welcher Lack (möglichst aus der Dose) schnell trocknet und kratzfest ist. Dann spare ich mit in Zukunft das ganze Gerödle mit dem Gelcoat und bringe noch mehr Carbon in die Form.


                      Dieter

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                      • OnkelKai
                        OnkelKai

                        #41
                        AW: Rotorblätter selbstgebaut

                        Hallo coptey!

                        Ich habe eben auch so ein Projekt am laufen. Ich hatte mir einfach mal im Baumarkt eine Dose Lack besorgt und in die Form gesprüht. Ich hatte dann den Lack mal 4 Tage auslüften lassen. Erstaunlicher weise hat sich die Lackschicht super mit dem Laminat verbunden und hat die Eigenschaften eines Autolackes halt. Wenn du magst gehe ich morgen mal in den Keller und schau was das genau für ein Lack ist.

                        Gruß Kai

                        Kommentar

                        • coptery
                          coptery

                          #42
                          AW: Rotorblätter selbstgebaut

                          Hallo Kai

                          klar interessiert mich, was das für ein Lack ist.

                          Dieter

                          Kommentar

                          • PuraVida
                            PuraVida

                            #43
                            AW: Rotorblätter selbstgebaut

                            Super Bericht(e)!

                            Ich habe sie sehr gespannt gelesen!

                            Respekt!

                            LG
                            Ernst

                            Kommentar

                            • OnkelKai
                              OnkelKai

                              #44
                              AW: Rotorblätter selbstgebaut

                              So hab eben mal geschaut und es ist der CLASSIC Buntlack aus dem OBI.
                              Ich kann momentan noch nicht sagen wie es dann ausschaut mit dem Lack wegen der
                              ßlbeständigkeit, und wie es sich auf Dauer an der Blattwurzel verhält. Da ich momentan lieber
                              fliegen gehe, werde ich denke ich noch ne weile brauchen bis ich die ersten fliegbaren Prototypen habe. Wobei das in deinem Fall mit dem ßl eher eine untergeordnete Rolle spielen wird

                              Ich kann ja wenn ich mal soweit bin ein Thema über meine Rotorblätter aufmachen und berichten.
                              Mein T-Rex 700 wartet auch schon sehnsüchtig auf seine neuen Löffel


                              Gruß Kai

                              Kommentar

                              • smartrobert
                                Member
                                • 27.03.2009
                                • 421
                                • Robert
                                • SH

                                #45
                                AW: Rotorblätter selbstgebaut

                                Dieser Thread hat ein sehr spezielles, aber auch hoch interessantes Thema, mit hohen Motivationsfaktor für alle Selbermacher. Jetzt wo es wieder ein wenig kälter wird, würde ich gerne dieses Theam wieder aufleben lassen, denn der Winter ist ja die Zeit zum Bauen.

                                So interessiert mich zum Beispiel brennend, wie die beiden Blatthälften miteinander verbunden werden? Naß in Naß? Oder erst beide Schalen trocknen lassen, und danach diese verkleben? Mit oder ohne ßberlappung des Gewebes?

                                Wie verhält es sich mit Eueren Erfahrungen mit entsprechenden Stützkernen? Machen diese erst ab einer bestimmten Blattlänge einen Sinn?

                                Wenn die Festigkeit mit einem Sicherheitsfaktor gerechnet wird, sollte man da auch einmal eine mechanische Belastungsprobe machen? Wie wäre denn da der mechanische Aufbauß zum Test?

                                Robert
                                Slim 500

                                Kommentar

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