Rotorblätter selbstgebaut

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  • coptery
    coptery

    #46
    AW: Rotorblätter selbstgebaut

    Hallo Leute

    ich laminiere naß in die beiden Formhälften. Das Gewebe ist dabei an den Rändern mindestens bündig bzw. sogar ein bisschen höher als die Form. Da die Blätter bei mir nur 3mm dick sind, mache ich keinen Stützkern sondern gieße noch soviel Harz rein, dass dies auch bündig ist. Dann wird zusammengeklappt und mit Schraubzwingen verpresst. ßberschüssiges Harz wird nach aussen gedrückt. Dadurch klafft zwar die Form etwas auf, aber das ist maximal 1/10 mm. Ich habe somit einen Stützkern aus Harz.

    Ich denke mal, ein Stützkern aus Schaum macht bei einem gewissen Volumen sind, wenn man das Gwicht reduzieren will. Ansonsten ist ein Stützkern aus Harz genauso gut.

    Demnächst machen wir eine Form aus Alu. Die wird dann mit Inbusschrauben zusammengezogen. Um das Formnest kommt ein Graben, dass das überschüssige Harz nicht rausoder in die Gewinde Läuft.

    Dieter

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    • smartrobert
      Member
      • 27.03.2009
      • 421
      • Robert
      • SH

      #47
      AW: Rotorblätter selbstgebaut

      Hallo Dieter

      einen Stützkern aus Harz bedeutet doch, dass jetzt massive Kunsstoffblätter mit einer Aussenummantelung aus Gelcoat und GfK entstehen? Mit anderen Worten könnte ich mir den Aufbau eines solchen Rotorblattes doch wie bei einem Klapppropellers aus GfK (CfK) vorstellen, den wir bei den Elektrosegler verwenden.

      Diese Blätter müssten dann doch sehr steif sein. Wie verhält es sich dann mit den Schlagbewegungen des Helis? Wenn ich mich richtig erinnere, dann wolltest Du die Blätter Deiner Lama doch etwas weicher bauen, weil der Einbau eines Schlaggelenkes im Rotorkopf nicht so leicht realisierbar war. Hast Du den Rotorkopf darauf angepasst?

      Viele Grüße Robert

      Robert
      Slim 500

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      • coptery
        coptery

        #48
        AW: Rotorblätter selbstgebaut

        Hallo Robert
        Die Steifigkeit eines Rotorblattes kommt nicht aus dem Kern. Die Biegesteifigkeit erreichst du mit den Gewebelagen oben und unten. Die Torsionssteifigkeit durch diagonal eingelegte Lagen. Der Kern selber trägt absolut nichts zur Steifigkeit bei sondern ausschließlich die Zugfestigkeit der Lagen. Wenn du ein Rotorblatt nach unten biegen willst, dann müssten die Längsfasern oben ja länger werden. Das lassen diese aber aufgrund ihres Eleastizitätsmoduls (eben nicht elastisch) nicht zu und behindern so die Biegung nach unten. Genauso ist es bei einer Biegung nach oben mit den längsliegenden Fasern auf der Rotorblattunterseite. Wenn du ein Blatt verdrehen willst, dann behindern dies die diagonal liegenden Fasern. Wichtig ist dabei, dass die Lagen auf der Oberseite eine gute Verbindung zur Unterseite haben. Diese erreichst du aber wie gesagt mit naß zusammenpressen der beiden Blatthälften. Dabei sollte dann möglichst wenig aber genügend Harz an der Berührstelle der Ober- und der Unterschal sein.

        Mein Blattaufbau ist folgendermaßen von oben nach Unten.
        längs/diagonal/längs/diagonal/Harzkern mit Rowing /diagonal/längs/diagonal/längs

        Der Rowing läugt von der Blattspitze um das Auge und zurück zur Blattspitze.

        Im Augenblick fliege ich keinen Kopf ohne Schlaggelenk. Aufgrund der Fliehkräfte bewegen sich die Blätter trotz Schlagen nur minimal auf und ab. Immernin ziehen bei einem 600'er die Blätter mit einer Kraft von ca. 800N nach aussen. Selbst sehr steife Blätter haben bei einer Länge von einem halben Meter noch genügend Elastizität um das Schlagen in gewissen Grenzen mitzumachen. Inwieweit sich dies auf die Geräuschentwicklung bzw. Laufkultur auswirkt kann ich im Augenblick nicht sagen da ich meine steifen Carbonblätter zerstört habe und nun die weichen GFK Blätter fliege.

        Dieter

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        • nopost123
          Member
          • 14.09.2009
          • 516
          • Norbert
          • Altenberge, FMSC-Steinfurt

          #49
          AW: Rotorblätter selbstgebaut

          Hallo Helifreunde
          Bitte nicht den Schwerpunkt des Rotorblattes vernachlässigen. Der Schwerpunkt des Rotorblattes sollte wie bei einem Flugzeug kurz vor dem Auftriebshöchstpunkt liegen. beim Stabilosen Heli ist das i.d.R. der Drehpunkt des Blattes. -1 bis -2 mm sind noch tolerabel. Ein ausgießen des Blattes führt automatisch zu "Schwanzlastigen" Rotorblättern. Solche Rotorblätter neigen zu starken "AUFBßUMTENDENZEN" im Schnellflug bzw. starker Windempfindlichkeit. Die Agilität auf Pitch hingegen nimmt zu. Ich baue meine Rotorblätter bis zu einer max. Tiefe von 62 mm alle ohne Stützkern. Nähere Infos findet ihr in meinen Alben. Der Schwerpunkt liegt zwischen 0 bis max. -2mm Schwerpunktrücklage. Als Torisionselement und Stützmateriel verwende ich ein passendes Alurohr. Wer besonders biegeweiche Rotorblätter für niedrige Drehzahlen benötigt läst das Alurohr 200mm vor der Blattwurzel enden. In diesem inneren Rotorblattbereich sind nur Rovings und Matte, kein Stützmaterial vorhanden. Für die Prüfung der Zugfestigkeit habe ich eine spezielle Prüfvorrichtung gebaut. Thread unter Sicherheit von Mehrblattköpfen - RC-Heli Community
          Alle meine Rotorblätter fliege ich problemlos ohne Stabilisierung, allerdings kein 3D.
          siehe auch: http://www.youtube.com/watch?v=5UX7O..._order&list=UL

          mfG

          Norbert
          Zuletzt geändert von nopost123; 02.10.2011, 22:59.
          Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

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          • smartrobert
            Member
            • 27.03.2009
            • 421
            • Robert
            • SH

            #50
            AW: Rotorblätter selbstgebaut

            Zitat von nopost123 Beitrag anzeigen
            Der Schwerpunkt liegt zwischen 0 bis max. -2mm Schwerpunktrücklage
            Bedeutet dieses, dass der Schwerpunkt bis max. 2 mm hinter der Drehachse des Rotorblattes liegen darf, dieses von der Rotorblattnase aus betrachtet?

            Welche Profil (Symetrisch und S-Schlag) wäre zu bevorzugen?

            Ist der Aufbau des Rotorblattes (Gewebetyp/Lagen) Deines Rangers im Album beschrieben, oder ist dieses eher eine allgemeine Beschreibung zum Bau eines Blattes?

            Viele Grüße,

            Robert
            Slim 500

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            • nopost123
              Member
              • 14.09.2009
              • 516
              • Norbert
              • Altenberge, FMSC-Steinfurt

              #51
              AW: Rotorblätter selbstgebaut

              Hallo Robert
              Zu Frage eins: Ja, der Drehpunkt ist von der Blattbefestigung in Richtung Blattende zu sehen. Der Nachlauf sollte also nicht mehr als 2mm Rücklage betragen.
              Zu Frage zwei: Die Wahl des Profiles ist abhängig von dem Einsatzzweck. Kunstflugblätter werden sinnvollerweise mit einem vollsymetrischen Profil gebaut, Scale wird mit S-Schlag oder tragenden Profilen ausgerüstet. Bei meinen Helis verwende ich S-Schlag bei den 1,8m Rotoren und ein NACA 2415 bei den Mehrblattsystemen.
              Zu Frage drei: Der Vorschlag in meinem Album ist ein typischer Durchschnittswert. Je nach Rotorsystem kann man ja die Eigenschaften des Blattes durch den Lagenaufbau und die Bleieinlage samt Alurohr beeinflussen. Einige Muster habe ich dem Thread angehängt.
              Viel Spaß beim Nachbauen.

              mfG

              Norbert
              Angehängte Dateien
              Zuletzt geändert von nopost123; 03.10.2011, 21:48.
              Eigenbau-ElektroMechanik M2010/FC28-Jeti+FF9,Scale- und Rumpfhubschrauber mit Rigidköpfen.

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              • nopost123
                Member
                • 14.09.2009
                • 516
                • Norbert
                • Altenberge, FMSC-Steinfurt

                #52
                AW: Rotorblätter selbstgebaut

                Hallo Robert
                Noch zwei weitere Archivblätter.

                mfG
                Norbert
                Angehängte Dateien
                Zuletzt geändert von nopost123; 03.10.2011, 21:55.
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                • Blattschmied
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                  • 17.08.2011
                  • 655
                  • Roland

                  #53
                  AW: Rotorblätter selbstgebaut

                  Hallo Zusammen

                  Muss auch sagen sehr schöner Bericht.Ich selber habe auch mal Rotorblätter gefertigt habe es dann eingestellt. Grund war das die Mitbewerber immer günstiger wurden und auch die Blätter von der Qualität besser wurden.

                  Aber schön zu lesen das es noch Leute gibt die sich damit befassen. Anbei ein Foto aus alten Tagen ich kann vieleicht auch den einen oder anderen Tip geben......."

                  Gruß Fred
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                  • wirbelwind
                    Member
                    • 20.01.2005
                    • 386
                    • Klaus

                    #54
                    AW: Rotorblätter selbstgebaut

                    Hallo,

                    @Fred: Es wäre wirklich toll, wenn du ein wenig "aus deinem Nähkästchen plaudern" könntest. Es gibt ja doch einige unterschiedliche Ansätze und Auslegungen und ich finde es gut, wenn man auch von anderen lernen kann und nicht alle Erfahrungen selbst machen muss.
                    Von welchem Rotor stammt der Abschnitt auf der rechten Seite deines Bildes?

                    Viele Grüße
                    Klaus.

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                    • Blattschmied
                      helischmiede.de
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                      • 17.08.2011
                      • 655
                      • Roland

                      #55
                      AW: Rotorblätter selbstgebaut

                      Hallo Klaus

                      Ja es wurde ja schon viele Dinge über den Blattaufbau geschrieben. Zum Schnitt durchs Rotorblatt stammt aus einer KA 28 wollte mal wissen was die Russen so in ihren Blättern drin haben. Ist im Prinzip genau der Aufbau wie ihn Norbert beschrieben hat.Es gibt so viele Dinge über man Auskunft geben kann,wie kann ich helfen frag einwach was........."!"

                      Gruß Fred

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                      • wirbelwind
                        Member
                        • 20.01.2005
                        • 386
                        • Klaus

                        #56
                        AW: Rotorblätter selbstgebaut

                        Hallo Fred,

                        also was immer wieder Anlass zu Diskussionen gibt ist die Blattform. Während man bei den symmetrischen mit der NACA 00xx-Serie eigentlich wenig verkehrt machen kann, sieht es bei den "tragenden" Profilen schon anders aus...
                        Welche Erfahrungen hast du mit den Profilen gemacht? Die NACA 240xx sind leider nicht "druckpunktfest"... S-Schlag? Ja, aber welche?

                        Ich denke, für die Allgemeinheit von Interesse wäre auch die Anordnung des Gewichts. ßblich sind ß 4 - 5 mm Blei-Drähte im äußeren Drittel des Blattes (60er/700er Größe)... Hast du eine ähnliche Ausführung gewählt?

                        Wie auch oben schon diskutiert: Stützstoff. Ich denke ab einer bestimmten Größe ist (bei einer herkömmlichen Ausführung ohne Alu-Rohr) ein Stützkern schon interessant? Als Material extrudiertes PS oder PU, da die "professionellen" Stützstoffe wie z. B. Herex für Modellbau nicht gerade einfach zu bearbeiten und auch etwas teuer in der Anschaffung sind?

                        Ja und natürlich der Gewebeaufbau. Seit dem ROTOR-Artikel von Klaus Weise Anfang der 90er wird der Aufbau (GFK) von aussen nach innen mit: 80 g/m², 163 (oder 220) g/m² und im vorderen Bereich ein Gewebeband und/oder Rovings als die Lösung von verschiedenen Leuten angegeben. Wie siehts du das?
                        Hast du 45°/45° Lagen zur Verbesserung der Torsionssteifigkeit verbaut?

                        Es gibt so viele Dinge über man Auskunft geben kann,wie kann ich helfen frag einwach was........."!"
                        Naja, Fragen gäbe es da wirklich noch viele ...

                        Interessant ist der Aufbau des russischen Blattes. Ich kannte bisher eigentlich nur westliche Muster. Aber hier scheint es so zu sein, wie im Modellbau: Jeder kocht sein eigenes Süppchen...


                        Viele Grüße
                        Klaus.

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                        • Amok
                          Senior Member
                          • 12.04.2009
                          • 7316
                          • Thomas
                          • EDKA

                          #57
                          AW: Rotorblätter selbstgebaut

                          Hat eigentlich schon mal jemand Versuche mit geschränkten Blättern gemacht?

                          Also innen stark tragend, mitte weniger und außen High-Speed-Profil?

                          mfg
                          Amok
                          StabiDB - Projekt: Euro1

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                          • wirbelwind
                            Member
                            • 20.01.2005
                            • 386
                            • Klaus

                            #58
                            AW: Rotorblätter selbstgebaut

                            Hallo Thomas,

                            ja, auch im Modell gab es das schon. Auch unterschiedliche Blattbreiten und Blattdicken.

                            Unterschiedliche (sehr geringe Differenzen) Profile und nach außen hin kleinere Anstellwinkel sind ja bei den Originalen üblich. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass bei den "Großen" die Auslegung für den Reiseflug erfolgt, während wir im Modell ja ständig wechselnde Flugzustände (bei manchen nur Zustände ) haben, weshalb man nicht wirklich einenen vernünftigen Kompromiss für die Blattverwindung finden kann....
                            Außerdem, wenn man sich die Profilunterschiede z. B. bei der EC 135 anschaut, dann wären die im Modell nicht zu realisieren (unabhängig davon, dass die Originalprofile ohnehin nicht für eine Verkleinerung taugen würden).


                            Viele Grüße
                            Klaus.

                            Kommentar

                            • Amok
                              Senior Member
                              • 12.04.2009
                              • 7316
                              • Thomas
                              • EDKA

                              #59
                              AW: Rotorblätter selbstgebaut

                              Schade.

                              Ich wäre echt an Blättern interessiert, die sich so schön verbiegen im Schwebeflug, wie bei der großen. Also wo quasi ein Konuswinkel im Schwebeflug entsteht. Und natürlich unser allseits bekanntes Problem mit dem Flexbeam

                              Aber jetzt fängt ja wieder die Bastelsaison an. Vielleicht geb ich mich mal dran...

                              mfg
                              Amok
                              StabiDB - Projekt: Euro1

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                              • sandokan
                                sandokan

                                #60
                                AW: Rotorblätter selbstgebaut

                                Zitat von Amok Beitrag anzeigen
                                Also innen stark tragend, mitte weniger und außen High-Speed-Profil?
                                Meinst Du eine aerodynamische Schränkung (also z.B. durch Profildicke, Nasenradius, Lage des Nasenfußpunkts usw.) oder die geometrische Schränkung durch höhere Anstellwinkel auf der Innenseite?

                                So oder so, es wäre super interessant, sich so an einem guten Rotorblatt zu versuchen. Vielleicht sollte man damit beginnen, existierende Blätter mal zu analysieren, um abzuschätzen, welchen Aufwand die Hersteller bereits betreiben...

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