Ich hab jetzt einen ganzen Tag überlegt, ob ich Euch mit meinem langweiligen Thema "beglücke" oder nicht. Aber ich muss meinen Schmerz einfach teilen, weil ich mich die letzten Stunden etwas unverstanden fühle.
Ich hatte einen TDR bestellt. Vor Monaten schon, und fieberte dem Postboten entgegen. Dem Mann, den ich nicht besonders gut kenne aber überaus liebe wenn er pünklich und verlässliche die Pakete liefert.
Eines Tages (vor 4 Wochen) kam das Paket an. Mein Henseleit ist da! Zeitgleich schlug das Schicksal zu und ich musste beruflich für fast 2 Wochen das Land verlassen. So liess ich meine Familie und einen ungebauten Heli im ungeöffneten Karton im Heim zurück. Als Reiselektüre musste die Baubeschreibung mit. Diese habe ich gesamt 2 mal gelesen und wichtige Dinge markiert und teilweise angemerkt. Ganz wie man es eben mit wichtigen Skripten gelernt hat.
Dann kam der Tag. Ich war wieder zu Hause. Meine Familie und ich waren wieder vereint und DER Abend kam. Unboxing! In aller Ruhe hab ich dann meine fehlenden Komponenten wie Blätter und Akkus bestellt. Servos, Motor und die Elektronik lagen schon länger bereit. Und ich begann gegen 20 Uhr mit dem öffnen des ersten Beutels. Eine Zeremonie! Wer kennt das nicht. Es muss alles gerichtet sein, Werkzeug, Material, die Anmerkungen, -aus dem mittlerweile zerfledderten Manual-, wurden auf ein neues Exemplar übertragen und es ging los. Langsam nahm der Heli Gestalt an. Bis 5 Uhr früh baute und baute ich, unterbrochen nur durch die dumme Natur die mich kurz auf die Toilette zwang. Warum kann ich nicht auf dem Klo weiterbauen?!
Am nächsten Morgen war klar. Es fehlen nur noch die elektronischen Bauteile und dann eben die Einstellerei. Die Servos, der Motor, V-Stabi und die Satelliten passten auf den vorgesehen Platz. Denn wer Monate wartet hat Zeit sich zu überlegen wo, was und wie verbaut wird. Mein Plan ging auf! Herrlich!
Die Haube wurde beklebt und es war als würde ein Engel geboren werden als ich die Radix auf den Kopf schraubte. Mit dem PreSet war das Einstellen schnell erledigt und alles bereit für den Erstflug. Kleinigkeiten mit dem Regler waren noch zu lösen und so konnte ich am Freitag vorige Woche meinen Erstflug machen.
Wieder eine Zeremonie! Auf dem Platz angekommen alles vorbereitet und den Schalter umgelegt. 1400 sollten reichen um zu sehen ob alles richtig war.
Bei SEHR ruhiger Drehzahl hob der Engel, äh Heli ab und stand in der Luft. 20% Expo waren gut und er tänzelte an den Knüppeln. Dann kurze Zwischenlandung und ein kleiner Zwischencheck. Alles nach Plan. Der Mann hat gut gearbeitet dachte ich mir und ein unsichtbarer Kerl klopfte mir auf die Schulter. Gute Entscheidung dachte ich.
Die Drehzahl auf 1600 in der zweiten Flugphase erhöht und wieder merkte ich wohlige Zufriedenheit in mir aufsteigen. Ganz ruhig lag er vor mir in 2 Meter Höhe.
Dann 1800 und er stand da. Perfekte Arbeit. Mit den 1800 gings dann in den leichten Rundflug und es war als ob ich nie was anderes geflogen hätte. Ich fühlte mich sofort wohl und begann dann mit leichten Turnübungen in verschiedenen Drehzahlbereichen. Rückwärtsloops mit 1800 oder oder Rollen mit 1400.
Die Welt war in Ordnung!
Samstag habe ich dann meine 4 Akkus ausgegeflogen und es war wie im siebenten Himmel. Es war ein leichtfüssigen Tanzen mit einer fliegenden Kreissäge, ein Flirt zwischen Mensch und Maschine. Es war wie eine Beziehung zwischen dem Heli und mir und es ist als ob sich zwei schwitzende Leiber voller Wolllust aneinander reiben. Der Heli wurde für mich gemacht und ich für ihn. Danke Jan!
Sonntag, der letzte (von 4) Akkus. 2 Minuten Flugzeit und ich komme aus dem Stallturn und rolle nach Westen, eine, zwei, drei Rollen und eine halbe. Auf dem Rücken zieh ich wie schon zuvor über den Platz und freu mich auf den Aussenlooping der kommen soll. So rase ich mit den Kufen oben, über mir der freie Himmel, über die Graspiste und verknüppel mich. Es ging so schnell. Statt den Heli in den Looping zu drücken hab ich gezogen und der Heli bohrte sich innerhalb einer hunderstel Sekunde in den Boden. Mit etwa 150km/h - 170km/h auf einer Höhe von etwa 2 Meter war das schnell erledigt.
Ich hatte nichts geflogen was ich nicht konnte. Ich war weder über- noch hochmütig. Einfach falsch geknüppelt. Warum? Wir werden es nie erfahren.
Nachdem ich geschockt und regungslos da stand realisierte ich langsam die Situation. Der TDR ist im Boden. Ich erspare Euch eine Auflistung der Ersatzteile denn das würde den Rahmen sprengen. Wie auch mein Budget. Bzw. übersteigen die Ersatzteilpreise bei weitem den Neupreis. Ich konnte 2 Servos, paar Schrauben, Kleinmaterial und den Motor retten.
So bin ich wieder am Anfang und habe einen neuen TDR fürs nächste Frühjahr bestellt. Da ich auch den T-Rex 700 verkauft habe um den TDR zu finanzieren bin ich zut Zeit ohne Heli. Meine Bell222 baue ich grad auf weil mein Beast versagt hat.
Ich wollte es einfach wem erzählen, der dafür Verständnis hat. Meine Familie fühlt zwar mit mir, aber den Schmerz kann nur ein Heliflieger mitfühlen.
Wünsche Euch immer eine handvoll Luft unter dem Rotor!
Waldi

, beim ersten Teil deines Posts habe ich echt Gänsehaut gehabt, da kann man dir richtig nachfühlen...
...
, wir sind alle nur Menschen und wenn die Glückshormone eben verrückt spielen, machen wir auch mal'n Fehler - ist bei uns mit Frauen ja genauso 
Irgendwie nicht normal





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